Empfangt Heiligen Geist
Was ist Auferstehungsleben?

Roy A. Huebner

© SoundWords, online seit: 01.08.2006

Joh 20,22: Und nachdem er dies gesagt hatte, hauchte er in sie [oder: hauchte er sie an] und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist.

Die erste Mitteilung von „Leben im Überfluss“

Wir kommen nun zu der ersten Mitteilung von „Leben im Überfluss“, das heißt Leben in dem Sohn. Es handelt sich hier nicht um ein zweites Lebendigmachen im Sinne einer „doppelten Lebendigmachung“, wie einige unterstellen, die glauben, dass wir alles schon im ersten Moment des Lebendigmachens besitzen. Und als Ergebnis solcher falscher Überlegungen wird behauptet, dass, als unser Herr auf die Seinigen hauchte (Joh 20,22) nichts passierte (außer, dass Er sie anhauchte). Aber was für eine wunderbare Sache passierte dort tatsächlich?

Das Weizenkorn war gestorben (Joh 12,24); und jetzt gerade am Auferstehungstag, dem Tag, als der auferstandene Halm im Sieg über Gericht, Hölle und Tod aufgesprossen war, hauchte Er in sie und sprach: „Empfangt Heiligen Geist.“ Das ist nicht die Gabe des Geistes zu Pfingsten. Dort kam Er, um in den Gläubigen zu wohnen und einen Leib zu bilden, der mit dem Haupt vereinigt war. Dafür musste erst die Himmelfahrt und Verherrlichung geschehen (Joh 7,39; Apg 2,32.33). Vielmehr war diese Situation in Johannes 20,22 der Anfang davon, viel Frucht hervorzubringen so wie das Weizenkorn, das gestorben und aufgesprosst war. Das war die Mitteilung seines „Auferstehungslebens“, das Leben des auferstandenen Halmes. Die Seinigen waren bereits mit göttlichem Leben lebendig gemacht worden, waren von neuem geboren, aber es gab keine Identifikation des Lebens in und mit Ihm, weil Er vor dem Tod allein blieb (Joh 12,24). Aber jetzt waren sie in Verbindung mit Ihm selbst gebracht worden, waren eins in Ihm und mit Ihm – das heißt Identifikation des Lebens in Ihm.

W. Kelly schrieb:

Hier steht der auferstandene Herr Jesus vor uns … Er ist Mensch, und jetzt ist Er der auferstandene Mensch. Aber Er ist auch der Herr Gott, so wie Thomas sofort danach sagt: „Mein Herr und mein Gott.“ Er ist jemand, der in seiner eigenen Person sowohl göttliche Natur und wahre Menschheit vereinigt. Er steht da, der auferstandene Mensch, „der zweite Mensch“, am ersten Tag der Woche, und als der belebende oder Leben spendende Geist hauchte Er in die Jünger. Das heißt, es ist der Geist Christi Jesu als auferstanden aus den Toten. Es handelt sich um in den Heiligen Geist, so wie Er dieses Auferstehungsleben begleitete, und die Kraft dieses Lebens, die der Herr, als Haupt der neuen Familie, den Familienmitgliedern überträgt. Sie hatten an Ihn geglaubt … Jetzt hatten sie Leben im Überfluss (Joh 10,10). Das also ist der überaus wichtige Wechsel, der mit der Handlung unseres Herrn Jesus Christus eintrat. Man kann sich jemand vorstellen, der über diesen Gegenstand nachdenkt und sagt: „Wenn jemand ewiges Leben bekommt, wieso kommt es dann darauf an, dass es Auferstehungsleben ist – warum ist das ein so wichtiges Kennzeichen dieses Lebens, dass es Leben in der Auferstehung zusammen mit Christus sein muss?“ Es ist natürlich gut möglich, dass jemand so denkt. Aber wir wollen doch berücksichtigen, dass es schon ein Unterschied ist,

  • ob der volle Sieg erreicht ist und schon uns geschenkt worden ist in Christus oder
  • ob das Leben noch mit dem Tod kämpft,
  • ob es ein Leben ist, gegen das eine Handschrift steht, die gegen uns ist in Satzungen (das ist das Gesetz),
  • ein Leben, das aus der Macht des Bösen noch nicht befreit ist, von dem es umgeben ist,
  • ein Leben, das nach dem Guten sucht und trotzdem versagt, oder
  • ein Leben, das danach strebt, das Schlechte zu vermeiden, und doch beständig genau dahin getrieben wird.

Das ist genau der Zustand eines Menschen, wo befreiende Kraft unbekannt ist. Aber dieser Zustand ist für den Gläubigen abgeschlossen. Es wird ihm der neue Platz gezeigt, auf den er durch den Tod und die Auferstehung unseres Herrn gestellt worden ist. Das Leben, das wir nun in dem Herrn Jesus bekommen, ist ein Leben nicht unter dem Gesetz – Leben, das nichts zu tun hat mit der Erde oder ihren Einrichtungen. Es ist das Leben desjenigen, der mich in vollkommenen Frieden mit Gott gebracht hat. Es ist das Leben desjenigen, der mich in den Besitz seiner eigenen Beziehungen mit Gott gebracht hat. Als der Herr Jesus Christus nun seine Jünger so anhauchte, wollte Er damit die bedeutungsvolle Weise und die volle Kraft des Lebens zeigen, den neuen Charakter des Lebens sozusagen, der ihnen gegeben wurde – dass das Leben, das sie im Fleisch lebten, wirklich durch den Glauben an den Sohn selbst war: „Nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ Das also wurde ihnen gegeben durch die bemerkenswerte Tatsache, dass Er auf sie hauchte. Sie nahmen teil an Ihm selbst, als Er dort stand – eine Teilnahme an dem, was Er war, besonders an dem Leben, das in Ihm war, nachdem alle Fragen des Guten und Bösen geordnet waren und vollkommene Befreiung von Sünde und Tod durch Ihn gewonnen und ihnen geschenkt war.

Hierauf bezieht sich der Apostel Paulus, wenn er sagt: „Daher ist jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ Warum? „Denn“, sagt er, „das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ – „Das Gesetz des Geistes des Lebens“ ist der Ausdruck, den der Apostel Paulus benutzt. Das ist genau dieses Leben, von dem Johannes uns erzählt, dass es hier gegeben wurde. Wenn man bei der Wiedergeburt (Joh 3) aus Wasser und Geist geboren wird, wie viel mehr empfingen sie hier den Heiligen Geist; aber es war der Heilige Geist als der Geist des Lebens. Es war nicht der Geist der Kraft, der sich lediglich in Wunderwirkungen oder anderen Krafterweisungen manifestiert – Dinge, die in den Augen der Menschen viel größer erscheinen. Noch viel weniger war es etwas so Willkürliches und Anmaßendes, als ob Menschen nun die Stellung Gottes einnähmen und behaupten könnten, sie könnten auf der Erde Sünden vergeben; kein Apostel hat dies je getan. Doch ist es ein wirkliches Vorrecht, heute ebenso wie an dem Tag, als der Herr Jesus aus dem Tod auferstand. Was der Heilige Geist damals tat, war, einfach Leben mitzuteilen nach seiner Auferstehungskraft und nach dem Auferstehungs- Charakter durch Jesus Christus den zweiten Menschen, auferstanden aus den Toten und zugleich auch eine göttliche Person, der Sohn, der nicht weniger Leben gab als der Vater (Receive Ye the Holy Ghost, S. 4-7).

Alle Heiligen des Alten Testamentes und auch solche nach der Gnadenzeit, haben oder hatten Leben von dem Sohn. Dagegen haben die Gläubigen heute (ich gebrauche das Wort „Gläubige“ sorgfältig, um damit solche zu kennzeichnen, die das Evangelium ihres Heils geglaubt haben und so wissen, dass sie in der Stellung der Vergebung vor Gott sind) Leben von und in dem Sohn.
Bemerke drei Dinge:

  1. „In dem Sohn“ kennzeichnet Beziehung und Charakter des Lebens mit Kenntnis des Vaters.
  2. „In Christus“ kennzeichnet den Platz und die Stellung.
  3. „Im Geist“ kennzeichnet die charakterisierende Kraft, um das Leben an seinem Platz und seiner Stellung auszudrücken.

Diese drei Dinge befinden sich unter den charakteristischen Wahrheiten des Christentums.

Seinem grundlegenden Charakter nach ist das göttliche Leben, das mitgeteilt wird, immer dasselbe. Aber der Odem des letzten Adams bewirkte einen großen Wechsel.

J.A. Trench schrieb:

Wenn man die Wahrheit aus anderen Teilen des Wortes schon kennt, dann hilft uns das historische Geschehen in Johannes 20,22, den Unterschied zu illustrieren zwischen dem Geist als der Kraft des Lebens in Christus Jesus und dem Heiligen Geist, der in uns wohnt. In Johannes 20 hauchte der letzte Adam sie an, so wie Gott einmal in Adams Nase den Odem des Lebens gehaucht hatte und das suggeriert sehr stark diese Verbindung mit Leben. Es war jetzt Ihr Leben (und dasselbe Leben wie zuvor, aber) in einer völlig neuen Stellung in einem auferstandenen Christus. Heute kann das nicht mehr geschehen, ohne dass auch der Heilige Geist in uns wohnt (An Answer to „Life and the Spirit“, S. 19).

Trench fügt sofort sein Urteil hinzu, dass es eine „Absurdität“ ist, anzunehmen, dass diese Lehre bedeutet, dass heute „Leute tatsächlich den Geist des Lebens empfangen, bevor sie ihn empfangen als den innewohnenden Geist der Sohnschaft“. Seit Pfingsten gehen diese zwei zusammen.

Die folgenden Kommentare von E. Dennett erklären weiter die Beziehung zwischen Johannes 20,22.23 und dem Kommen und der Innewohnung des Geistes zu Pfingsten (Apg 2):

Es ist ein großer Unterschied zwischen diesen beiden Schriftstellen. Es ist klar nach Johannes 7,39, dass der Heilige Geist nicht auf Gläubige gegeben wurde, nicht kam, um in ihnen zu wohnen in dem Sinn von Apostelgeschichte 2, bis dass Jesus verherrlicht war. Es ist auch deutlich aus den Worten des Herrn selbst, dass Er nicht beabsichtigte, bei seiner Handlung in Johannes 20 in irgendeiner Weise den speziellen Segen von Pfingsten vorwegzunehmen (siehe Lk 24,49; Apg 1,4.5.). Wenn wir diesen Unterschied verstehen, wird uns das helfen, die Bedeutung der Worte des Herrn in Johannes 20 zu verstehen: „Empfangt den Heiligen Geist“, usw. Es ist in der Tat die Erfüllung von Johannes 10,10: „Ich bin gekommen, auf dass sie Leben haben, und auf dass sie es in Überfluss haben.“ Vor dem Kreuz während seiner Zeit hier auf der Erde hatten seine Jünger, die wirklich an Ihn geglaubt hatten, Leben; aber nur in der Auferstehung konnten sie es von Ihm so erhalten, dass sie es „in Überfluss“ hatten. Aber die Tatsache, dass sie es so erhielten, beinhaltet die neue Stellung, die der Herr als auferstanden aus den Toten eingenommen hat. Seit seiner Fleischwerdung war Er der zweite Mensch. Aber er hat diesen Platz als solchen nicht eingenommen und war in der Tat nicht im Zustand des zweiten Menschen bis nach seiner Auferstehung. (Anmerkung von R.A. H.: Der Herr Jesus war persönlich der zweite Mensch durch die Fleischwerdung. Aber den Platz als zweiter Mensch – was bedeutet, dass der erste Mensch beiseitegesetzt ist – nahm Er als Folge seines Werkes am Kreuz und als Folge seiner Auferstehung ein. Das setzte Ihn an den Platz des zweiten Menschen nach dem Vorsatz Gottes.) Es ist diese Tatsache, die der Szene in Johannes 20 seine ganze Bedeutung gibt. Jesus hatte schon den Jüngern durch Maria offenbart, das sein Vater nun ihr Vater war und sein Gott ihr Gott. Er hatte sie so in Verbindung gebracht mit sich selbst in seinen eigenen Beziehungen; und von jetzt an war Er das Haupt einer neuen Rasse. Als Er daher in ihre Mitte eintrat, wo sie versammelt waren, nachdem Er ihnen den Frieden ausgesprochen hatte, zeigte Er ihnen seine Hände und seine Seite, befahl ihnen auszugehen in der Kraft des Friedens, den Er erworben hatte; Er teilte ihnen das Leben im Überfluss mit, um sie zu befähigen, ihre neue Stellung und ihre neue neuen Beziehungen einzugehen: ein Leben, dessen volle Auswirkung die Gleichförmigkeit mit seiner Stellung in der Herrlichkeit sein wird. Wir können auch feststellen, dass gerade die Form, in der Er den Heiligen Geist als die Kraft des Lebens mitteilt, seine Bedeutung erklärt. „Er hauchte auf sie“; und, wenn wir uns zurückwenden nach 1. Mose, dann lesen wir, dass „der Herr Gott den Menschen aus dem Staub des Erdbodens bildete und in seine Nase den Odem des Lebens hauchte; und der Mensch wurde eine lebendige Seele“ (1Mo 2,7). Der erste Mensch wurde lebendig macht durch eine göttliche Mitteilung des Odems, wurde damit eine „lebendige Seele“; der „letzte Adam“, als eine lebendig machender Geist, hauchte von seinem eigenen Leben in Auferstehung auf seine Jünger, und sie lebten in dessen Kraft durch den Heiligen Geist. Dieser Kontrast beinhaltet darüber hinaus unzweifelhaft die Wahrheit von der Person des Herrn; aber darauf wollen wir jetzt hier nicht weiter eingehen.
Das also ist die Wahrheit dieser Szene und Handlung, wie wir glauben. Was die Jünger auf diese Weise empfingen, war der Heilige Geist als die Kraft des Lebens, parallel zu dem, was wir in Römer 8,1-11 finden; um den innewohnenden Geist als Kraft, als Salbung, als Unterpfand, als Siegel und als den Geist der Sohnschaft zu empfangen, mussten sie noch bis zum Pfingsttag warten. Und deswegen war es auch so, dass sie nicht vor Pfingsten in die volle christliche Stellung gebracht wurden (The Christian Friend, S. 49-50, 1888).

Diesem möchten wir einige Kommentare von J.N. Darby hinzufügen:

Die Wahrheit vom Auferstehungsleben in Christus und dem Kommen des Heiligen Geistes sind zweierlei. Aber jetzt, wo beide erfüllt sind, ist die göttliche Reihenfolge: Kenntnis der Vergebung der Sünden und das Empfangen des Heiligen Geistes; und so sind die beiden untrennbar. Dann weiß ich oder darf wissen, dass ich in Christus bin. Wogegen die Vergebung, die vorher gekannt wurde durch das Evangelium, eine Vergebung von vergangenen Sünden ist – was mein Gewissen brauchte. Das Leben, dass wir empfangen, ist in Christus als auferstanden, aber ich bin nicht bewusst – und das geht weiter als Erkenntnis – in der Wahrheit von Johannes 20,22, heute, wo der Heilige Geist gekommen ist, als bis ich den Heiligen Geist empfangen habe. Römer 8 verbindet sie untrennbar miteinander (Letters of J.N. Darby, Bd. 3, S. 436).

Der Charakter des Auferstehungslebens

Der Ausdruck „Auferstehungsleben“ wurde geschaffen, um den Charakter und die Verbindungen des Lebens sowie das Einssein des Lebens mit Ihm selbst zu beschreiben, dass daraus resultiert, dass unser Herr auf die Seinen gehaucht hat, so wie uns das in Johannes 20 beschrieben wird. Als Er auferstanden war aus den Toten, war Er durch diese Handlung das Haupt der neuen Schöpfung geworden. Es ist gut, zu bedenken, dass die neue Schöpfung begann, als Christus, Ihr Haupt, auferstand. Sein Hauchen auf sie war die Gabe des Geistes (nicht wie die Gabe zu Pfingsten zur Einheit mit dem Haupt des Leibes im Himmel, sondern) als Kraft der Einheit des Lebens in Ihm selbst in der neuen Schöpfung. Diese Einheit des Lebens mit Ihm selbst in der Auferstehung in Verbindung mit seiner auferstandenen Menschheit (Joh 12,24) ist bezeichnet worden als Auferstehungsleben.

W.J. Lowe bemerkte:

Als Haupt der neuen Schöpfung und die Quelle des Lebens, als auferstanden aus den Toten hauchte Er auf sie den Odem des Auferstehungslebens und drückte im selben Moment aus, was dieses Lebens ist, nämlich „(der) Heilige Geist.“ (In einer ähnlichen Weise lesen wir von dem „Geist des Lebens in Christus Jesus“ in Römer 8,2.) Niemand wird leugnen, wie ich glaube, dass dieses „Ausschauen“ zu dem Kommen des Geistes in dem Sinne, dass … die Gegenwart des Heiligen Geistes in dem Gläubigen das ist, was seine gesegnete Stellung beinhaltet. Es ist die gesegnete Stellung derjenigen, die der Herr im Begriff stand zu verlassen, und denen Er im Blick darauf gesagt hatte: „Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen“ (Joh 7,7). Der Gläubige sollte den Heiligen Geist empfangen (Joh 7,39). Aber es war der Odem dieses neuen Auferstehungslebens, für den der Herr die Worte „Heiliger Geist“ gebraucht, so wie Johannes 20,22 sagt. Und das müssen wir unterscheiden von der Gegenwart des Heiligen Geistes mit und dem persönlichen Zeugen in dem Gläubigen – „mit seinem Geist“ (Röm 8,16). Wenn man also diesen Abschnitt mit dem Kommen des Heiligen Geistes am Pfingsttag verwechselt, verdunkelt man nur die Wahrheit in beiden Fällen. Wir haben hier das neue Leben in der vollen Kraft und Wirksamkeit des Heiligen Geistes, so wie Er in dem Leben handelt und dieses Leben bildet. Wir haben nicht den Geist persönlich, mit diesem Leben, so wie Er in dem Gläubigen wohnt. (So wie oft gesagt wurde, finden wir diese beiden Wahrheiten in Römer 8). Und dieses neue Leben, so wie es offenbart ist, ist „in dem Sohn“. Es wird nicht gesagt, dass es „in uns“ ist, als wenn es von Ihm getrennt sein könnte. Noch viel weniger können wir es unabhängig von seinem vollbrachten Werk besitzen, einem Werk, von dem das Zeugnis sowohl durch Wasser als durch Blut gegeben worden war, das aus Ihm floss, als Er „schon tot“ (Joh 19,33-55) war (Life and Propitiation, S. 39-40).

Lies auch diesen Brief von J.N. Darby:

… vergisst, dass „Auferstehungsleben“ ein Ausdruck ist (so kurz wie man es nur eben möglich ausdrücken kann) der von Christen geschaffen wurde, um den Zustand zu beschreiben, in dem wir sind, aber es ist kein Ausdruck, der in der Schrift vorkommt. Dem Wesen nach ist göttliches Leben immer dasselbe: nur dass heute Christus, der unser Leben wird, nicht nur ein lebendig machender Geist ist, sondern auch selbst auferstanden ist aus den Toten und wir daher dieses Leben besitzen nach dem Zustand, in den Er selbst als Mensch eingetreten ist.

In einem gewissen Sinn macht Er lebendig, wen Er will (Joh 5). In einem anderen Sinn ist Er auferstanden aus den Toten, und wir sind zusammen mit Ihm lebendig gemacht. Und obwohl alles dieses Leben in göttlicher Kraft ist – Christus unser Leben –, ist doch der Unterschied wichtig und beinhaltet viel. Es nicht nur geboren sein, sondern geboren sein als tot gegenüber allem, das vorüber ist, so wie es in Bezug auf Christus gilt: Tod, Sünde, Satans Macht und das Gericht sind vorbei, wir besitzen Vergebung und Rechtfertigung (Kol 2,13; Eph). Es führt, auch wenn es nicht dasselbe ist, zu der Einheit aller Heiligen in dem Leibe Christi. Daher ist die Verbindung des Lebens mit der Auferstehung mit Christus von größter Wichtigkeit, weil es auf den Tod Christi folgt und von Gottes Seite die Wirksamkeit dieses Werkes besiegelt. Außerdem führt es uns – nachdem die Frage der Sünde, des Gerichtes, der Macht des Fleisches und der Macht Satans geordnet ist – in den neuen Platz oder die Sphäre ein, zu der es gehört. Aber das Leben ist immer wesentlich dasselbe, sonst könnte es nicht Gott genießen. Aber der Zustand des Lebens wird modifiziert durch das Bewusstsein des Ortes, in den es in all seinen Beziehungen gebracht ist – wo Christus ist, wodurch es berührt wird in allen seinen Gedanken und Zuneigungen, nach der Kraft des Heiligen Geistes, der darin und dabei ist. „Es ist das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus“ (Röm 8,3). Das berührt den ganzen Zustand in Gemeinschaft mit Gott und mit Christus. Denn moralisch lebt das Leben, in dem, worin es sich befindet. „Wer den Sohn hat, hat das Leben“, und dieser Sohn ist der auferstandene Mensch.

Nun, was das Leben angeht, das ist immer der Zustand von dem, der ein Christ ist, das heißt, der den Geist hat (siehe Röm 8). Aber er mag noch nicht realisiert haben, was das wirklich bedeutet, obwohl alles sein ist. Und in Römer 7 sehen wir jemand, der lebendig gemacht ist, so dass er Freude hat am Gesetz Gottes, aber nicht befreit ist und somit nicht den Platz hat, der dem gehört, der die Kraft der Auferstehung Christi kennt. Es ist jemand, der den Geist nicht hat. Dieser letzte Zustand (der Besitzt des Geistes) wird entwickelt in Römer 8. Nur der, der in dem (wahren) christlichen Zustand ist, hat dieses Leben, und all dies gehört jedem, der heute lebendig gemacht ist. Aber bis er versiegelt ist mit dem Heiligen Geist, ist ihm sein Zustand als „lebendig in Christus“ nicht bekannt, er ist in diesen Zustand der Beziehung mit Gott nicht eingegangen. Dieses Leben ist sein, kein Zweifel, aber er hat es nicht bekommen. Auferstehungsleben ist das Leben in einem anderen Zustand. Es ist das einzige Leben, was Gott heute anerkennt, aber nicht eine andere Art Leben selbst. Kohle und Diamant sind chemisch genau dasselbe, aber sind doch sehr verschieden. Aber der einzige Zustand, der von Gott heute anerkannt wird, ist Leben verbunden mit dem auferstandenen Christus (Letters of J.N. , Bd. 2, S. 405-407, 1877).

Unter anderem sollten wir seine Bemerkung beachten, dass „im Wesen göttliches Leben immer dasselbe ist, nur dass heute …“ Das bedeutet, dass er davon überzeugt war, dass die Heiligen des Alten Testamentes ewiges Leben seinem Wesen nach hatten, aber nicht mit den gegenwärtigen Beziehungen und der Einheit in Christus in der Auferstehung. Sie hatten nicht das, was mit der Beschreibung „Auferstehungsleben“ gemeint ist, das heißt Leben in dem Sohn.

Auferstehungsleben nur seit der Auferstehung Christi

Der Weg, auf dem der Gläubige Anteil hat an dem, was göttlich ist, ist folgender:

… die auferstandene „Menschheit“ Christi und woran wir sonst noch an dieser Menschheit teilhaben können, ist ein Boden, der leicht verständlich ist für jemand, der geistlich ist. Das bewahrt uns vor dem, was uns aus dem Platz der demütigen Abhängigkeit, der uns angemessen ist, nehmen würde, obwohl er uns in unendlichen Segen bringt (A.C. Ord: The Teaching of Scripture on the Subject of Spiritual Life …, S. 53).

Unser Herr sprach: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm“ (Joh 6,56), eine Sache, die unmöglich war, bis die Erlösung tatsächlich vollbracht war.

Auf diese Weise sollte man leben; nicht von seinem eigenen Leben, sondern durch Christus, indem man sich von Ihm nährte (Joh 6,56). Hier kommt Jesus wieder auf seine eigene Person zurück, nachdem der Glaube an seinen Tod fest gegründet worden ist. Ferner sollten sie in Ihm bleiben und in Ihm vor Gott sein, so wie Er vor Gott angenehm war durch die Wirksamkeit seines Werkes in seinem Tod. Nach der Macht und Gnade dieses Lebens, in dem Christus den Sieg über den Tod davongetragen hatte und in dem Er jetzt als Sieger lebt, sollte Er, Christus, in ihnen wohnen. Wie der lebendige Vater Ihn gesandt hatte und Er lebte – nicht durch ein unabhängiges Leben, das nicht den Vater zu seinem Gegenstand oder seiner Quelle hatte, sondern des Vaters wegen –, so sollte auch der, der Ihn auf diese Weise aß, leben seinetwegen (Joh 6,57) (J.N. Darby, Synopsis, Bd. 3, S. 329-330).

J.N. Darby hat auch bemerkt, dass „Christus uns einführt in den Genuss dessen, was Ihm selbst gehört – seiner eigenen Stellung vor dem Vater“. Er bezieht sich darauf in Verbindung mit dem Sohn in Menschheit:

Das ist in gesegneter Weise wahr in jeder Hinsicht, außer natürlich wesensmäßige Gottheit und Einheit mit dem Vater: in diesem bleibt er göttlich allein. Aber alles, was Er als Mensch hat und als Sohn in Menschheit, darin führt Er uns ein: „Mein Vater und euer Vater, mein Gott und euer Gott.“ Seinen Frieden, seine Freude, die Worte, die der Vater Ihm gab, hat Er uns gegeben. Die Herrlichkeit, die Er Ihm gegeben hat, hat Er uns gegeben; mit der Liebe, womit der Vater Ihn geliebt hat, sind wir geliebt. Die Ratschlüsse Gottes waren nicht nur dazu da, unserer Verantwortlichkeit als Kinder Adams zu begegnen, sondern vor Grundlegung der Welt, um uns in dieselbe Stellung mit dem zweiten Adam, seinem Sohn, zu bringen. Und Christi Werk hat dazu geführt, dass das Gerechtigkeit ist (Synopsis, Bd. 3, S. 371).

Dies sind einige der Charakterzüge des Lebens in dem Sohn:

„Weil ich lebe, werdet auch ihr leben.“ Wir sehen Ihn, weil wir das Leben haben; und dieses Leben ist in Ihm und Er in diesem Leben. „Dieses Leben ist in dem Sohne.“ Es ist ebenso sicher wie die Unauflöslichkeit seines Lebens. Er selbst ist die Quelle desselben. Weil Er lebt, werden auch wir leben. Unser Leben ist in jeder Hinsicht die Offenbarung seiner selbst als dessen, der unser Leben ist, wie es der Apostel durch die Worte ausdrückt: „Damit das Leben Jesu an unserem sterblichen Leibe offenbar werde.“ Ach!, das Fleisch widerstrebt demselben; aber nichtsdestoweniger ist dies unser Leben in Christus.
Allein das ist nicht alles. Weil der Heilige Geist in uns wohnt, kennen wir unsere Vereinigung mit Christus (Synopsis, Bd. 3, S. 371).

Bedeutet dies „doppelte Lebendigmachen“?

Bedeutet die Lehre über ein „Leben im Sohn“, so wie sie in diesem Artikel vorgestellt wird, die Erfahrung einer „doppelten Lebendigmachung“ im Leben des Gläubigen? Das wird jedenfalls von einigen behauptet. Vielleicht tendiert die Art und Weise, wie die Wahrheit im folgenden Auszug dargestellt wird, dazu, solch einen Gedanken zu unterstützen.

Im Fall meiner eigenen Errettung benutzte Gott Psalm 71,20 [„Du, der du uns viele Bedrängnisse und Übel hast sehen lassen, du wirst uns wieder beleben, und uns wieder heraufführen aus den Tiefen der Erde“], nicht als ich wiedergeboren war, sondern nachdem ich Buße getan hatte und dazu geführt wurde, im vollbrachten Werk Christi zu ruhen, was der Heilige Geist mir aus diesem Vers zeigte. Es war nach den großen Nöten, dass Christus wieder lebendig gemacht wurde in Auferstehungskraft. Es war, nachdem Gott mich diese Übungen hatte verstehen lassen, dass Er mich wieder lebendig machte und ich mit dem Heiligen Geist versiegelte wurde (A.P. Cecil: A Sequel in Answer to the Tract on „Life in Christ and Sealing with the Spirit“, S. 14-15).

Etwas sorgfältigere Aussagen allerdings schließen den Gedanken einer doppelten Lebendigmachung aus. Zum Beispiel sagt J.N. Darby Folgendes:

Es gibt kein Leben als nur das Leben Christi. Nur heute, wo Er auferstanden ist, gibt Er es nach der Kraft und der Beziehung, in die Er eingegangen ist. Aber es wird nicht das Leben gepredigt, sondern Christus – Buße und Vergebung der Sünden: der Zustand unserer Beziehung mit Gott in uns selbst oder in Christus. „Ihr müsst von neuem werden“ – wie wahr das auch ist, es ist nicht das Evangelium. Die Entfaltung des Lebens in uns wird nach dem sein, was der Glaube in Bezug auf diese Beziehungen festhält. Die normale Ordnung der Schrift war, wenn man überzeugt war, Vergebung der Sünden und darauf folgend das Empfangen des Heiligen Geistes. Das gibt nicht ein neues Leben, sondern Leben in den Beziehungen, in die so jemand eingegangen ist. Und das gab nicht nur Freiheit vor Gott in der Erkenntnis der Vergebung, sondern Freiheit vom Gesetz der Sünde und des Todes. Ich weiß dann nicht nur, dass Christus gestorben ist und mich befreit hat, mich in einen neuen Platz gestellt hat in Bezug auf das Vergangene, sondern auch, dass dieses Leben an diesem neuen Platz identifiziert ist mit der Kraft des Lebens und dem Tod der Sünde gegenüber, so wie Römer 8,2.3 das zeigt (Letters of J.N. Darby, Bd. 3, S. 345).

Als der letzte Adam auf seine Jünger hauchte und sprach: „Empfangt den Heiligen Geist“ (Joh 20,22), wurde das Leben, das sie schon hatten, in Identifikation mit Ihm selbst gebracht, dem auferstandenen „Weizenkorn“. Es war Leben in einer neuen Beziehung – nämlich sein Auferstehungsleben – und so wurden sie angesehen als mit Ihm zusammen lebendig gemacht. Das ist nicht das, was am Pfingsttag geschah, als der Heilige Geist mit dem besonderen Ziel herabkam, sie zu einem Leib zusammenzufügen (1Kor 12,13) – solche, die geglaubt hatten und zu Jerusalem warteten (Apg 1,4.5).

J.N. Darby macht in seinem Kommentar über Kolosser 2,13 einen Unterschied zwischen „lebendig gemacht“ und „lebendig gemacht zusammen mit Christus“:

Jetzt werde ich nicht nur „lebendig gemacht“, sondern „lebendig gemacht zusammen mit ihm“ (V. 13); denn wenn ich lebendig bin, dann kann ich geistlich lebendig sein oder in Römer 7 sein. Jeder, der dort ist, sagt: „Ich denke, Christus ist kostbar für mich, und ich liebe sein Wort und die Seinen“, aber er untersucht sich selbst, um herauszufinden, ob er in dieser neuen Schöpfung ist. Wie der verlorene Sohn ist er dem Vater noch nicht begegnet. Aber das ist nicht die Stellung von „Lebendig-gemacht-Sein-mit-Christus“ – er ist lebendig gemacht, ohne Zweifel, und wo ich von „lebendig gemacht“ in dieser Weise spreche, ist es die göttliche Wirkung eines neuen Lebens in meiner Seele. Aber „lebendig gemacht zusammen mit Christus“ ist etwas anderes … Christus ist als Mensch auferstanden aus den Toten. Er ist unter unseren Sünden gestorben – für sie; Er ging in den Tod für uns und Gott hat Ihn auferweckt, und nehmen wir an, ich bin ein Gläubiger (so wie in Eph1,13), dann bin ich auferstanden mit ihm … Es ist nicht allein die Tatsache, dass ich Leben habe. Ich habe Leben in einem neuen Zustand, wo Christus ist. Ich bin in einen neuen Platz vor Gott gekommen – den Platz Christi – und alle meine Sünden sind auf der anderen Seite des Grabes Christi gelassen worden. Ich erkenne den alten Menschen nicht an, es ist das schreckliche Ding, das mich getäuscht hat (Collected Writings, Bd. 31, S. 227).

Für einige entsteht hierbei eine Schwierigkeit, weil sie sich fragen, wann sie zusammen mit Christus lebendig gemacht wurden: als sie an Christus geglaubt haben oder zu einer anderen Zeit? Wenn es zu einer späteren Zeit war, ist es dann nicht ein zweites „Lebendigmachen“? Die Antwort scheint als Erstes in Epheser 2,5 gefunden zu werden. Die Frage der Zeit („wann“) ist allerdings nicht die Hauptaussage dieses Verses. Epheser 2 zeigt den Vorsatz Gottes, indem Er sich in souveräner Gnade an geistlich tote Sünder wendet und ein Werk der Gnade in ihren Seelen wirkt. Er macht sie lebendig aus einem Zustand des Todes und versetzt sie zusammen mit Christus in eine Stellung in den himmlischen Örtern. Epheser 2 entwickelt nicht die Details des Wirkens Gottes mit den Seelen und die Übungen, durch die sie gehen, wie wir das in Römer 7 finden. Dort werden die Übungen einer Seele, durch die sie geht, bis sie befreit ist (Röm 7,24) und freigesetzt ist (Röm 8,2), detailliert beschrieben. Epheser 2 behandelt Gottes souveränes Wirken, wogegen Römer 7 die Erfahrungen der Seele behandelt in den Wegen Gottes in der Zeit. Epheser 2,5 beantwortet also tatsächlich die Frage, die wir zu Beginn dieses Abschnittes gestellt haben, nicht.

Die Antwort in Bezug auf die Frage der Zeit, wann wir zusammen mit Christus lebendig gemacht wurden, liegt in der Tatsache begründet, dass, seit Christus droben ist, wir sagen können „als Christus starb, starb ich“. In der Tat wurden wir zusammen mit Ihm lebendig gemacht und zusammen auferweckt und zusammen gesetzt in die himmlischen Örter in Christus Jesus. Nichts davon spricht von Gottes Wegen mit uns in der Zeit, sondern vielmehr von seiner mächtigen Wirksamkeit bezüglich Christus und uns selbst als verbunden mit Ihm.

In einem Kommentar über Kolosser 2,13 hat J.A. Trench einige hilfreiche Anmerkungen gemacht. Ein Extrakt hiervon folgt:

Von dem Moment an, als wir vereinigt wurden zu Christus, werden wir belehrt, in seiner gesegneten Gnade zurückzuschauen und alles zu sehen als eine komplette Handlung göttlicher Kraft, als Christus auferweckt wurde. Aber natürlich ist es eine völlig andere Frage, wann wir persönlich darin eingeführt wurden. Von dem Lebendigmachen des Geistes oder dem Aus-Gott-geboren-Werden sagt der Abschnitt nichts, sondern vielmehr von dem Zusammen-mit-Christus-lebendig-gemacht-Werden, was ein völlig anderer Gedanke ist, wie jeder sehen muss, der diese Verse für sich selbst liest. Die mächtige Kraft Gottes, die sich in der Auferstehung Christi ausgedrückt hat, ist gekommen und hat uns aus allem, was wir in Adam waren, herausgenommen. Sie hat uns in das gebracht, was die Stellung Christi ausmacht, wie sie sich gründet auf sein vollendetes Werk am Kreuz. Und durch den Heiligen Geist, der seinen Platz in uns einnimmt, wird das für uns persönlich wirksam gemacht, wenn wir das Evangelium unseres Heils glauben (An Answer to „Life and the Spirit“, S. 15).

Er macht weiter noch eine Bemerkung über den Fehler, den wir machen, wenn wir die Frage der Zeit mit hineinbringen:

… so dass, wenn die Zeit hier mit hereingebracht wird, wir sowohl lebendig gemacht werden als auch uns vergeben wird, bevor wir überhaupt geboren waren! Die Wahrheit ist, dass der Abschnitt uns in Bezug auf die Zeit gar nichts sagt (An Answer to „Life and the Spirit“, S. 15).

Zum Schluss wollen wir uns noch einmal die Worte des ersten Zitates, das wir vorhin gebracht haben, anschauen: „Gott … hat mich wieder lebendig gemacht.“ In fehlgeleitetem Eifer gegen eine nicht existierende Lehre von „doppelter Lebendigmachung“ haben einige solche Aussagen als „grotesken Blödsinn“ verurteilt.

A.C. Ord hat auf diesen Vorwurf wie folgt geantwortet:

Wer das Wort Gottes achtet, wird durch solch einen Sturm der Worte nicht berührt werden. Es handelt sich hier bloß um eine Frage der Benutzung von Ausdrücken und ob die Schrift den Ausdruck „lebendig machen“ auf einen neuen Zugang zum Leben auch anwendet. In den Psalmen wird uns das ständig so präsentiert und solche, die schon lebendig gemacht wurden durch das Wort, sagen: „Belebe uns, und wir werden deinen Namen anrufen“ (Ps 80,18). Und wiederum: „Meine Seele liegt im Staube, belebe du mich nach deinem Wort“ (Ps 119, 25.40). Selbst in der Natur ist es so, dass es einen Unterschied gibt zwischen Lebendigmachen und Geburt, obwohl die Handlungen der Natur verborgen sind und in ihrem Ursprung geheimnisvoll. Der Apostel allerdings geht weiter, als …, als er zu den Galatern sagt: „Meine Kindlein, um die ich wiederum Geburtswehen habe, bis Christus in euch gestaltet wird“ (Gal 4,19). Wäre der, der jene Worte als „grotesken Blödsinn“ bezeichnet hat, einer der Gegner des Apostels von den Galatern gewesen, wie hätte er sich dann über solch eine „grobe Extravaganz“ aufgeregt. Aber natürliche Dinge, obwohl sie etwas illustrieren können, sind nicht dazu da, die geistlichen Geheimnisse, die das Wort Gottes entfaltet, zu regieren und noch weniger das zu überschreiben, was das Wort in positiver Weise lehrt (Collected Writings of A.C. Ord, S. 29, Fußnote 16).

Zusammenfassung

Wenn das auferstandene „Weizenkorn“ (Joh 12,24) in seine Jünger hauchte (Joh 20,22), hauchte Er auf solche, die schon aus Gott geboren waren, göttliches Leben hatten. Er sagt: „Empfangt Heiligen Geist.“ Das war nicht nur ein Ausdruck, der das Herniederkommen des Geistes zu Pfingsten vorwegnahm. Das würde aus der Handlung unseres Herrn nichts mehr als nur eine symbolische Handlung machen. Sondern sie empfingen den Geist, aber nicht so wie zu Pfingsten, als Er persönlich kam, als der, der in uns wohnen wollte, um uns mit einem Haupt im Himmel zu vereinigen. Sie empfingen Ihn als die Kraft dieses neuen Zugangs zum Leben, Leben in Auferstehung, dem Auferstehungsleben des Auferstandenen. Zu Pfingsten kam der Geist als der, der persönlich in uns wohnt, um die Vereinigung mit dem Haupt im Himmel zu bewirken und so den Leib Christi zu bilden. Nun, seit Pfingsten werden beide Dinge von dem Gläubigen wahr, wenn er versiegelt ist mit dem Geist: das heißt, er empfängt den Geist als die Kraft des Lebens in dem Sohn und als der, der persönlich in ihm wohnt, um ihn mit dem Haupt im Himmel zu verbinden. Historisch gesehen hat Gott diese zwei Dinge in der Zeit unterschieden (siehe Joh 20 und Apg 2). Das hilft uns, diese Dinge zu lernen und nach unserem Maß zu verstehen.

Johannes spricht von dem Leben in dem Sohn und Paulus von dem Leben in Christus. Das eine ist der Charakter des Lebens und das andere ist der Ort oder die Stellung, wo wir das Leben haben. Römer 8,2 sagt: „Der Geist des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Es ist gesegnet, diese Schriftstellen richtig zu verstehen. Ich möchte jetzt nur noch kurz darauf hinweisen, dass es zwei unterschiedliche Arten gibt, wie man Römer 8,2 lesen kann:

  • das Gesetz – des Geistes des Lebens in Christus Jesus (richtig);
  • das Gesetz des Geistes – des Lebens in Christus Jesus (falsch).

Aus: R.A. Huebner: From New Birth to New Creation, S. 61-66

Letzte Aktualisierung: 12.10.2016


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