Die moralische Herrlichkeit des Herrn Jesus (21)
In seinem Verhalten im Dienst Gott gegenüber

John Gifford Bellett

© SoundWords, online seit: 21.09.2008

Der Herr Jesus offenbart uns in seinem Dienst auf der Erde eine ebenso wunderbare Vereinigung moralischer Herrlichkeiten wie in seinem Charakter. Hinsichtlich dieses Dienstes können wir den Herrn betrachten in Beziehung zu Gott, zu Satan und zu dem Menschen. In seinem Verhältnis zu Gott stellte der Herr Jesus in seiner Person und in seinen Handlungen stets den Menschen so vor Gott hin, wie der Mensch nach dem Willen Gottes sein sollte. Er stellte die menschliche Natur wieder her als ein Opfer der Beruhigung oder des lieblichen Geruchs, als einen reinen duftenden Weihrauch, als eine reine Garbe der auf menschlichem Boden gewachsenen Erstlingsfrüchte. Er führte den Menschen in die Gunst Gottes zurück, die durch Adam oder durch die Sünde für ihn verlorengegangen war.

Gott reute es, dass Er den Menschen gemacht hatte (1Mo 6,6), aber diese Reue verwandelte sich in Wonne und Wohlgefallen an dem Menschen. Und dieses Opfer wurde Gott gebracht inmitten aller Widersprüche, aller entgegenwirkenden Umstände, aller Mühsale, Leiden und herzbrechenden Enttäuschungen. Wunderbarer Altar! Wunderbares Opfer! Es war ein unendlich reicheres Opfer, als es eine Ewigkeit adamitischer Unschuld hätte sein können.

Und ebenso wie der Herr Jesus den Menschen vor Gott darstellte, so stellte Er auch Gott vor dem Menschen dar: Infolge des Falles Adams hatte Gott sein Ebenbild nicht mehr auf Erden. Aber jetzt fand Er es in Christus weit vollkommener und herrlicher, als es Adam je hätte darstellen können. Nicht einer sehr guten, makellosen Schöpfung, sondern einer verlorenen und verderbten Welt offenbarte Christus Gott, indem Er Ihn in Gnade vorstellte und sagte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Alles, was Gott ist und was man von „dem Lichte“, dem niemand nahen kann, zu erkennen vermag, ist uns in Jesus gezeigt worden.

Bei der weiteren Beschäftigung mit dem Dienst Christi, betrachtet in seiner Beziehung zu Gott, sehen wir, dass Christus immer die Rechte Gottes im Auge behielt und dass Er stets der Wahrheit und den Grundsätzen Gottes treu blieb, während Er täglich unermüdlich beschäftigt war, die Not der Menschen zu lindern. Mit welch einem Anliegen das menschliche Leid sich auch an Ihn wenden mochte, niemals opferte Er etwas auf, das Gott gehörte. Bei seiner Geburt sprachen die Engel sowohl „Herrlichkeit Gott in der Höhe“ als auch „an den Menschen ein Wohlgefallen“ (Lk 2,14), und dementsprechend bemühte Er sich während seines ganzen Dienstes um die Ehre Gottes mit demselben Eifer, wie Er sich dem Dienst der Bedürfnisse und des Heils des Sünders widmete. Das Echo der Worte „Herrlichkeit Gott in der Höhe!“ und „Friede auf Erden!“ ließ sich sozusagen bei jeder Gelegenheit vernehmen. Die Geschichte der kananäischen Frau liefert uns davon ein lebendiges Beispiel. Solange sie nicht hinsichtlich der Absichten und Ratschlüsse Gottes ihren wahren Platz einnahm, konnte Er nichts für sie tun; danach aber konnte Er alles für sie tun.

Das sind einige der Herrlichkeiten des Dienstes Jesu, wenn wir Ihn in seinen Beziehungen zu Gott betrachten.


Aus The Moral Glory of the Lord Jesus Christ

Letzte Aktualisierung: 01.08.2016

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