Das Herz erreichen ...
... nicht nur das Gewissen

John Nelson Darby

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Leitverse: Johannes 13

Die Peitsche und der Stock können, auch wenn sie richtig angewandt werden, nicht das Herz des Menschen gewinnen. Es ist nicht die Gerechtigkeit, die unter den Heiligen Gottes herrscht, sondern die Gnade herrscht durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben.

Aber ach, wie viele Sünden hätten gewaschen und beseitigt werden können (Joh 13), die nun unbereinigt zurückbehalten werden! Wie viele Brüder hätten zu Gott und den Heiligen zurückgeführt werden können, die nun entfernt wurden für immer! Das ist geschehen, weil man nur das Gewissen erreicht hat und dabei versäumte, das Herz zu gewinnen. Ich glaube, es sagen zu dürfen: Man hat nicht einmal versucht, das Herz zu berühren.

Man überwindet das Böse nicht, wenn man es nicht durch das Gute überwindet. Wir sind schnell bereit, den Platz eines Richters einzunehmen und Recht zu sprechen. Aber wenn wir das tun, sind wir wohl weit entfernt, das Werk unseres demütigen Meisters zu erfüllen.

Wie wenig verstehen wir es noch, dass es, wenn wir nur in Ausübung der Gerechtigkeit handeln – in einer vollkommen gerechten Weise, ich unterstelle es –, noch nicht die Wiederherstellung der Seelen bewirkt. Das gerechte Urteil, wie maßvoll und wahr es auch sein mag, berührt nicht, beruhigt nicht und unterwirft nicht die Herzen, um die erforderliche Unterweisung empfangen zu können. Bedenken wir, dass diese Herzen nicht mehr in ihrem rechten Platz vor Gott sind.

Das Gewissen macht nicht den ganzen Menschen aus. Wird es erreicht, ohne auch das Herz berührt zu haben, so wird das die gleiche Folge haben wie bei dem ersten Sünder unter den Menschen: Eine solche Seele wird sich sozusagen mitten unter den Bäumen des Gartens verstecken, um der Stimme, die sie beschwert, zu entfliehen.

Letzte Aktualisierung: 09.08.2016

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