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Leitverse: Römer 7; Johannes 16,33
Sünde wirkt sich zerstörerisch auf Freude aus, weil sie mit der heiligen
Natur des Gläubigen im Widerspruch steht. Sie schafft eine erniedrigende
Empfindung der Niederlage. Wenn wir Dinge tun, die unser Gewissen verurteilt,
fühlen wir uns schlecht. Wir können versuchen, es zu vergessen, aber das ist
nicht die Lösung für unser Problem. Macht über Sünde ist das Einzige, was uns
glücklich machen kann. Aber wie können wir diese Macht bekommen?
Bevor der wiedergeborene Gläubige das Geheimnis des Sieges lernt, begeht er
Sünde, die er hasst; aber er scheint machtlos zu sein, sie zu überwinden. Hier
ist Paulus’ Beschreibung dieses Kampfes, welcher zum Sieg in Jesus
führt:
Röm 7,18-25: Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes
wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten
nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich
nicht will, das tue ich. Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so
vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde. Ich finde also
das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, nur das Böse vorhanden ist.
Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. Aber ich
sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes
widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das
in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem
Leibe des Todes? - Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also
diene ich nun selbst mit dem Sinn dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem
Gesetz der Sünde.
In diesen Versen wird über drei Gesetze gesprochen:
-
Das Gesetz Gottes ist
diese Offenbarung seines Willens für den Menschen.
-
Das Gesetz des Geistes ist
das Handeln der neuen Natur in jeder wiedergeborenen Seele, die sich am
Willen Gottes erfreut und Sünde hasst.
-
Das Gesetz der Sünde ist das Handeln der
alten Natur, die immer ihren eigenen Willen haben möchte im Widerstand zu
Gottes Willen. Diese zwei Naturen — die heilige Natur, die jeder Christ von Gott
bekommt, und die sündhafte Natur, vererbt von Adam durch natürliche Geburt —
stehen im vollkommenen Gegensatz zueinander. Eine liebt und hängt an der Sünde,
die andere liebt und trachtet danach, den Willen Gottes zu tun. Kämpfe sind die
Folge, und der Gläubige ist traurig, wann immer er der Sünde Raum gibt.
Diese Erfahrung des Kampfes und der Niederlage, die sich oft über Monate,
sogar Jahre hinzieht, ist sehr erniedrigend und schmerzhaft. Aber es bringt den
Gläubigen dazu, zwei Dinge zu begreifen: dass von Natur aus nichts Gutes in ihm
ist und dass er keine
Macht in sich selbst hat, um den Willen Gottes durchzuführen, sogar nachdem er Teilhaber der neuen Natur geworden
ist.
Während wir diese schmerzhaften Wahrheiten lernen über unsere totale Sündhaftigkeit
und die Machtlosigkeit, Sünde aus unserer eigenen Kraft zu bekämpfen, rufen
wir oft in Hilflosigkeit aus, wie Paulus es tat: „Ich elender Mensch! Wer wird
mich retten von diesem Leibe des Todes?“ (Röm 7,24). Wenn wir jemals den Sieg
über Sünde haben wollen, muss die Macht aus einer Quelle
außerhalb unseres Selbst kommen. Sobald wir außerhalb nach einem Befreier schauen, entdecken wir Jesus
Christus als die Antwort unseres qualvollen Rufens „Wer wird mich erretten?“.
Er
ist der Einzige, der uns von beidem, der Verdammnis und der Macht der Sünde,
befreien kann.
Das meiste Elend dieses Kampfes mit der Sünde ist dem Gewissen
zuzuschreiben, das beständig den Gläubigen dafür, dass er der Sünde Raum gab,
verurteilt. Aber die großartige und herrliche Tatsache des Evangeliums der Gnade
Gottes ist, dass, obwohl unser Gewissen Sünde verurteilt, Gott uns niemals
verurteilt, weil Er uns in Christus sieht, der schon unsere Strafe für die Sünde
am Kreuz bezahlte. Somit sind wir frei und außerhalb von Verurteilung und
Gericht: „Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus
sind“ (Röm 8,1). Das Leben, das wir nun haben, fließt von Ihm, dem Brunnen und der Quelle des Lebens, herab in unsere Seelen.
„Weil ich lebe, werdet auch
ihr leben“ (Joh 14,19b) sind seine eigenen Worte an uns. Unsere Antwort ist:
„Christus ist unser Leben“ (Kol 3,4). Dies ist die großartige
seelenbefreiende Wahrheit Gottes. Er sieht uns nicht mehr in unserer alten
Natur. Er hat damit abgeschlossen und sieht uns nur noch in dem neuen Leben,
das wir in Christus haben. Und Er hat uns seinen Geist gegeben, um in uns zu
wohnen, um sein neues Leben in uns zu entwickeln und um uns seine Macht über
Sünde zu geben.
Also ist Christus die Antwort für all unsere Kämpfe. Wir müssen aufhören zu
versuchen, die sündhaften Neigungen unserer alten Natur aus unserer eigenen Kraft
heraus zu überwinden, und anfangen, Ihn in uns die Befreiung und den Sieg über
Sünde bewirken zu lassen, nach der wir uns so sehnen. Genauso haben wir auch
keine Macht, Frucht zu bringen, obwohl wir uns in unserer neuen Natur danach
sehnen, dies zu tun. Was für eine Erleichterung unseres Elends, wenn wir ans Ende
unseres Selbst kommen und anfangen, Ihm zu vertrauen; wenn wir unsere
Machtlosigkeit erkennen und auf den Herrn schauen. Er gibt Macht über Sünde und
lässt Frucht wachsen, die Freude und Frieden bringen.
Christus hat uns ein einfaches Beispiel gegeben, wie das funktioniert: „Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht
bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn
in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in
ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun“ (Joh
15,4.5). Woher bekam der Zweig die Kraft, so wunderbare Frucht zu erzeugen? Nicht
aus sich selbst, sondern vom Weinstock, der seinen belebenden Saft in den
Zweig fließen lässt, um Frucht zu erzeugen.
Verliere niemals den Blick für die großartige Tatsache, dass Christus die
Antwort für alle Schwierigkeiten ist. Ohne Ihn können wir nicht überwinden. Je
mehr Kontakt wir zu Ihm haben, desto mehr Frucht werden wir bringen. Ohne Ihn
ist das Fruchttragen unmöglich. Ohne Ihn werden wir niemals echte und
anhaltende Freude haben. Er ist die Quelle aller Freude. In ihm können wir ein
glückliches Leben haben!
„Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt
habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden“ (Joh
16,33).
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