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Inhalt
Die Ratschlüsse Gottes in Bezug auf den Messias, der von den Menschen
verworfen, doch von Gott dazu bestimmt wurde, seine Herrschaft zu auszuüben,
wodurch die Gottlosen gerichtet und die Gläubigen gesegnet werden
Die Ratschlüsse Gottes in Bezug auf den Messias, durch Anordnung bekannt
gegeben [Vers 7] und mit Macht ausgeführt trotz der Pläne der Menschen
„Die
Vergeblichkeit des Widerstands gegen Ihn und der Segen des Vertrauens in Ihn.“
Ps 2,1-3: 1 Warum toben
die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften? 2 Die Könige der Erde
treten auf, und die Fürsten beraten miteinander gegen den HERRN und gegen
seinen Gesalbten: 3 „Lasst uns zerreißen ihre Fesseln und von uns werfen ihre
Seile!“
Der Psalm beginnt, indem er uns eine Welt in Auflehnung gegen die Autorität
Gottes vorstellt. Die Völker werden in einem Zustand des „lärmenden Aufruhrs“
in Feindschaft gegen Gott und gegen Christus gesehen, wobei sie vergeblich
versuchen, die Autorität und die Schranken Gottes abzuschütteln. Sie sagen:
„Lasst uns zerreißen ihre Fesseln und von uns werfen ihre Seile.“ Die Menschen trachten danach, alle
öffentliche Anerkennung Gottes zu verbannen, um ihren Begierden zu frönen, von
denen ihr Gewissen ihnen sagt, dass sie das Licht Gottes nicht ertragen
könnten. Der Geist Gottes in Apostelgeschichte 4,26-27 bezieht diese
Schriftstelle auf die Verwerfung Christi durch die Heiden und die Stämme
Israels. Dieses Bündnis gegen Gott und Christus wurde am Kreuz geschlossen; es
ist immer noch das Prinzip, dass die Welt beherrscht; es wird voll ausreifen und
das ihm gebührende Urteil empfangen nach der Entrückung der Gemeinde in den
Himmel.
Ps 2,4-6: 4 Der im
Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer. 5 Dann wird er zu ihnen reden in
seinem Zorn, und in seiner Zornglut wird er sie schrecken. 6 „Habe ich doch
meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!“ 7
Von einer Welt in Aufruhr her begeben wir uns in die Ruhe des Himmels, um
Gottes Gedanken über die vergeblichen Bemühungen des Menschen zu erfahren. Die
großen Menschen auf der Erde — ihre politischen Führer, ihre
Wissenschaftler, ihre Philosophen — mögen sich zusammentun, um alle
Anerkennung Gottes abzuschütteln, doch ungerührt all ihrer Anstrengungen
thront der Gesalbte Gottes im Himmel und verlacht die Auflehnung der Menschen.
Die Menschen wüten auf Erden; Gott lacht im Himmel. Menschliche Vorstellungen
werden verwendet, um uns begreiflich zu machen, wie der Himmel die Torheit des
Menschen verachtet.
Überdies verspottet Gott diese Anstrengungen der Menschen nicht nur, sondern
es kommt die Zeit, zu der Gott „zu
ihnen reden“ wird „in seinem Zorn“. Lange Zeitalter hindurch hat
Gott bereits in Gnade mit ihnen geredet und hat geschwiegen angesichts der
menschlichen Aufruhr gegen seine Autorität. Doch Gott war nicht gleichgültig
gegenüber „all den harten
Worten, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben“ [Jud 15]. Das Schweigen
Gottes wird gebrochen werden, und wenn Gott spricht, wird es in Zorn geschehen
und sein heftiges Missfallen offenbaren, und die Menschen werden sprachlos sein
vor Schreck [nach der englischen Übersetzung von Vers 5].
Des Weiteren werden Gottes Ratschlüsse für den, den der Mensch verworfen
hat, mit Gewissheit verwirklicht werden. Ungeachtet all dessen, was Menschen
sagen oder tun, hat Gott seinen König eingesetzt auf seinem heiligen Berg Zion.
So sicher werden Gottes Ratschlüsse sich durchsetzen, dass Er von ihnen so
sprechen kann, als ob sie bereits durchgeführt wären — „Habe ich doch meinen
König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen
Berg“. Die göttliche Macht führt die göttlichen Ratschlüsse aus. Der
aufrührerische Mensch wird dem Gericht verfallen, und Gottes Gesalbter wird
herrschen.
Ps 2,7-9: Vom
Beschluss will ich erzählen: Der HERR hat zu mir gesprochen: Du bist mein
Sohn, heute habe ich dich gezeugt. 8 Fordere von mir, und ich will dir die
Nationen zum Erbteil geben und die Enden der Erde zum Besitztum. 9 Mit eisernem
Zepter wirst du sie zerschmettern, wie ein Töpfergefäß sie zerschmeißen.
In diesen Versen dürfen wir den König sprechen hören, wie Er den Erlass
Gottes in Bezug auf Ihn verkündet. Der Erlass beschreibt uns die Herrlichkeit seiner
Person, das Ausmaß seines Erbes und die Größe seiner Macht. Er ist der in der
Zeit — „heute“ — Geborene und als solcher von Jahwe anerkannt als Sohn
Gottes. Dies ist nicht seine ewige Sohnschaft, sondern vielmehr seine Beziehung
zu Gott als in der Zeit durch göttliche Erzeugung gezeugter Mensch. Die
Menschen sagten: „Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?“ [Mk
6,3]. Gott sagt: Das Heilige, das du gebären wirst, wird Gottes Sohn genannt
werden [nach Lk 1,35].
Der Erlass geht dann von der Herrlichkeit seiner Person dazu über, von der
Größe seines Reiches zu sprechen. Die Menschen lehnen den Anspruch Christi ab,
um für sich selbst Ansprüche auf das Erbe zu erheben (vgl. Mk 12,7).
Sie handeln, als ob die Erde zu ihrer Verfügung stünde. In ihrer Eitelkeit
lassen sie sowohl Gott als auch den Teufel außer Acht. Sie vergessen, dass,
wenngleich der Teufel eine Zeitlang die Erlaubnis haben mag, die Reiche dieser
Welt demjenigen zu geben, dem er will (vgl. Lk 4,5-6), Gott dennoch die
endgültige Verfügungsgewalt über diese Welt in seinen eigenen Händen
behalten hat und dass Christus nur bitten muss, und Gott wird Ihm die Völker
zum Erbe und die Enden der Erde zum Eigentum geben.
Schließlich warnt uns der Erlass vor der unwiderstehlichen Macht, mit der
Christus alles, was sein Ärgernis erregt, aus seinem Reich herausreißen wird.
Die Königreiche der Menschen werden zerbrochen werden, zerschlagen wie
Tontöpfe, jenseits aller Möglichkeiten der Wiederherstellung.
Ps 2,10-12: 10 Und
nun, ihr Könige, seid verständig, lasst euch zurechtweisen, ihr Richter der
Erde! 11 Dient dem HERRN mit Furcht, und freut euch mit Zittern! 12 Küsst den
Sohn, damit er nicht zürnt und ihr umkommt auf dem Weg, wenn nur ein wenig
entbrennt sein Zorn. Glückselig alle, die zu ihm Zuflucht nehmen!
Auf der Grundlage der Warnungen des Erlasses gibt es einen
Aufruf an die Großen auf Erden. Bevor Christus in Erscheinung tritt, um in
Gerechtigkeit zu herrschen, werden die Völker dazu eingeladen, sich Christus zu
unterwerfen und mit den Sohn zu versöhnen, damit sie nicht umkommen, wenn sein
Zorn entbrennt. Das Gericht kommt wahrhaftig auf die Völker zu, aber es wird
solche unter ihnen geben, die ihr Vertrauen auf den Herrn setzen werden. Diese
werden gesegnet werden.
Während es wahr ist, dass der Geist Gottes die ersten drei Verse auf die
Ablehnung Christi am Kreuz durch den Menschen bezieht, liegt die volle
Entfaltung dieser Ablehnung noch in der Zukunft. Wiederum drückt der Spott des
Himmels über die vergeblichen Anstrengungen der Erde, Gottes Ansprüche
abzuschütteln, nicht Gottes gegenwärtige Haltung gegenüber der Welt aus. Auch
ist der Aufruf, sich dem König zu unterwerfen, nicht das Evangelium, das heute
gepredigt wird. Für seine vollständige Erfüllung schaut der Psalm bis zu dem
Tag nach vorn, an dem die wahre Gemeinde Gottes von der Erde genommen sein wird.
Dann werden die Völker sich zusammentun, um die Autorität Gottes
abzuschütteln, und der Himmel wird über ihre Bemühungen spotten. Dann wird
auch das Evangelium von dem Reich verkündet werden, bevor das Gericht über die
Völker hereinbricht. Diejenigen, die dieses Evangelium annehmen werden, werden
bewahrt werden für den Segen im Tausendjährigen Reich (vgl. Off
14,6-7).
Übersetzung: S. Bauer
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