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Leitverse: Johannes 1,1-3
Joh 1,1-3: Im Anfang war das Wort, und das Wort war
bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ward durch
dasselbe, und ohne dasselbe ward auch nicht eines, das geworden ist.
Inhalt
Übersetzung von Johannes 1,1-3 Aber was ist nun eigentlich richtig? Im Anfang
(en archä) Im Anfang war
(en archä än) Im Anfang war das Wort
(en archä än ho logos) Was bedeutet der Ausdruck
logos? logos im AT Memra in der jüdischen Literatur, in den Targumim Eingeborener Sohn … und das Wort war bei Gott
(kai ho logos pros ton theon) … und das Wort war Gott
(kai theos än ho logos) „Dieses war im Anfang bei Gott“
(outos än en archä pros ton theon) Alles wurde durch dasselbe
(panta di’ autou egeneto) Christus, der Erstgeborene Christi Werke erweisen ihn als Gott
Immer wieder wird die Frage gestellt, ob aus den ersten Versen im
Johannesevangelium deutlich hervorgehe, dass Jesus wirklich Gott sei?
So übersetzt die sogenannte Neue-Welt-Übersetzung (NWÜ) Johannes 1,1-3 mit
den folgenden Worten:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das
Wort war ein Gott. Dieser war im Anfang bei Gott. Alle Dinge kamen
durch ihn ins Dasein, und ohne ihn kam auch nicht ein Ding ins Dasein.
In dem von der Watch Tower Bible And Tract Society in New York
herausgegebenen Büchlein mit dem Titel Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt,
wird über diesen Jesus auf Seite 39 das Folgende gesagt: Jesus habe seinen Ursprung
als Messias „aus früheren Zeiten, aus den Tagen unabsehbarer Zeit“ (Mich 5,2). Er
selbst habe davon gesprochen, dass Er „aus den oberen Bereichen“ gekommen sei (Joh
8,23; 16,8). Das Johannesevangelium bezeichne Ihn als den „einziggezeugten Sohn
(Joh 3,16), weil er ihn unmittelbar erschuf“. Weiter heißt es: „Als der
Erstgeborene aller Schöpfung wurde er dann von Gott dazu gebraucht, alle anderen
Dinge zu erschaffen (Kol 1,15; Off 3,14).“ Aus Johannes 1,1 gehe hervor, dass
Er
in seiner vormenschlichen Existenz „im Anfang bei Gott war. Das Wort war somit
bei Jehova als die Himmel und die Erde erschaffen wurden.“ Bei der Erschaffung
der Erde habe sich „Gott an das Wort gewandt“ (1Mo 1,26), und dieses Wort sei
„sein geliebter Werkmeister“ gewesen, der ja in Sprüche 8 auch als
„personifizierte Weisheit beschrieben“ werde. Und dann heißt es: „Nachdem Jehova
das Wort gemacht hatte, verbrachte es viele Zeitalter bei Gott im Himmel, bevor
es als Mensch auf die Erde kam. Kein Wunder, dass Jesus in Kolosser 1,15 als ,Bild
des unsichtbaren Gottes‘ bezeichnet wird. Durch die lange Zeit der engen
Gemeinschaft wurde der gehorsame Sohn genau wie sein Vater, Jehova.“
Die Zeugen Jehovas (in der Folge abgekürzt mit ZJ) lehnen in dem gleichen
Büchlein auf Seite 31 das Wort „Dreieinigkeit“ ab und schreiben:
Der wahre Gott ist eine Person für sich, getrennt von Jesus
Christus (Joh 14,28; 1Kor 15,28). Gottes heiliger Geist ist keine Person.
Dieser ist vielmehr die Kraft Jehovas, die er als Allmächtiger gebraucht, um
seine Vorsätze zu verwirklichen (1Mo 1,2; Apg 2,1-4.32; 2Pet 1,20.21).
Wir fassen kurz zusammen:
- Die ZJ lehren: Jesus ist ein Geschöpf, das vor sehr langen Zeiträumen
von Jehova erschaffen worden ist.
- Die ZJ lehren: Jesus ist der „einziggezeugte Sohn“ und wurde dementsprechend irgendwann in der zurückliegenden Vergangenheit
— vor
Erschaffung der Welt — gezeugt.
- Die ZJ lehren: Jesus konnte aufgrund seines Gehorsams im Himmel und
seiner langen engen Gemeinschaft mit seinem Vater dort „Bild des unsichtbaren
Gottes“ genannt werden.
- Die ZJ lehren: Als „geliebter Werkmeister“ und „personifizierte Weisheit“ wurde
Er von
Gott gebraucht, um als „Erstgeborener der Schöpfung“ Dinge zu erschaffen.
- Die ZJ lehren: Es gibt keinen drei-einen (dreieinigen) Gott.
- Die ZJ lehren: Der Heilige Geist ist keine Person, sondern nur eine Kraft.
Damit leugnen die ZJ grundlegende Erkenntnisse von Christen, die ihren
Glauben auf das Wort Gottes, die Bibel, stützen.
Wir wollen uns mit dem Text in Johannes 1,1-3 genauer befassen. Es heißt dort
in der überarbeiteten alten Elberfelder Übersetzung:
Joh 1,1-3: Im Anfang war das Wort, und das
Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei
Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eins, das
geworden ist.
Es ist wichtig, darauf zu achten, dass es nicht heißt: „in dem Anfang“,
als ob hier der Schwerpunkt auf einen bestimmten Anfang gelegt werden soll. Es
geht nicht um den Anfang der Schöpfung oder einen bestimmten und definierten
Anfang in der zurückliegenden Ewigkeit, sondern um etwas, was weit zurückliegt.
Johannes gebraucht nicht die von ihm gewöhnlich gebrauchte Ausdrucksweise ap’archä
(von Anfang: Joh 6,64; 8,44; 15,27; 16,4; 1Joh 1,1; 2,7.13.14.24; 3,8.11; 2Joh
1,5.6) oder kat’archä wie in Hebröer 1,10 (= „im Anfang“), sondern macht deutlich,
dass es um etwas gehen soll, was mit „Ursprung“ zu tun hat. Das Wort archä
wird an anderen Stellen kontextgerecht mit „Obrigkeit“ (Lk 12,11; 20,20) und
„Fürstentümer“ (archai: Röm 8,38; 1Kor 15,24; Eph 1,21; 3,10; 6,12; Kol 1,16.18;
2,10.15; Tit 3,1) übersetzt und meint etwas, was autoritativ über anderen steht,
also sozusagen am Anfang steht und vor allen ist. Daher kann Jesus Christus auch
in Kolosser 1,18 hos estin archä (= „welcher Anfang ist“) genannt werden und in
Offenbarung 3,14 hä archäs täs ktiseos tou theou (= „der Anfang der Schöpfung
Gottes“) oder in Offenbarung 21,6 und 22,13 hä archä kai to telos (=
„der Anfang
und das Ende“).
Wenn es wahr wäre, dass Anfang hier „zeitlicher Anfang“ bedeutet, dann gäbe
es für Jesus Christus auch ein zeitliches Ende. Das leugnen aber auch die ZJ.
Dieses Verb än ist überaus wichtig. än, die 3. Person Singular Präteritum
von eimi, zeigt an, dass dieses Wort nicht „wurde“, sondern „war“. Wenn es in
Johannes 1,14 heißt: „Das Wort wurde Fleisch“, dann steht dort: kai ho logos
sarx egeneto (wörtl.: „und das Wort Fleisch wurde“).
Das macht nun alles klar. Selbst wenn der Anfang in Johannes 1 ein bestimmter
Anfang wäre, war das Wort doch schon dort. Es war „im Anfang bei Gott“ und „es
war Leben“, und damit war es auch „das Licht der Menschen“ (Joh 1,4). Johannes
sagt ausdrücklich, dass Johannes der Täufer nicht „das Licht war“, sondern von
dem Licht zeugte.
Joh 1,9: Das war das wahrhaftige Licht, das, in die
Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.
Später sagt der Täufer:
Joh 1,30: Dieser ist es, von dem ich sagte: Nach mir
kommt ein Mann, der den Vorrang vor mir hat, denn er war vor mir.
Und Jesus Christus selbst sagt in
Joh 6,62: Wenn ihr nun den Sohn des Menschen dahin
auffahren seht, wo er zuvor war.
Wir denken auch an
Joh 8,58: Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich (prin abraam genästhai ego
eimi).
Hier haben wir die Seinsaussage [1], der wir im
Johannesevangelium immer wieder begegnen und die wir zum ersten Mal in
Verbindung mit Gott in der Septuaginta in 2. Mose 3,14 finden. Dort offenbart
sich Jehova (Jahwe) als der „Ich bin“ (ego eimi).
Übrigens, ist es nicht erstaunlich, dass bei diesem ego eimi die Häscher in
Johannes 18 zu Boden fallen?
So weist also diese Aussage „im Anfang war“ ganz deutlich auf die Präexistenz
des Wortes hin.
Ist nun der Logos ein Geschöpf, das vor sehr langen Zeiten geschaffen wurde?
Bisher sahen wir, dass der Kontext dies auf jeden Fall nicht zulässt, da es hier
um einen unbestimmten Anfang geht, der weder durch Zeit noch durch einen
Zeitpunkt in der Ewigkeit definiert ist.
Aber was bedeutet nun ho logos?
Aus dem Zusammenhang der ersten 34 Verse wird deutlich, dass dem Logos hier
bestimmte Aspekte zugeschrieben werden:
- Präexistenz: Das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
- Schöpfermacht: „Alles war durch dasselbe.“
- Himmlisches Leben: Er war Leben und war das Leben (V. 4).
- Licht: Er war das Licht, das wahrhaftige Licht (V. 5.9).
- Er wurde weder von der Welt erkannt noch von den Seinigen aufgenommen.
- Menschwerdung: Er wurde Fleisch, d.h., Er wurde Mensch (V. 14).
- Er offenbarte Herrlichkeit (V. 14).
- Er war der Einzigartige vom Vater (V. 14).
- Er war vor Johannes (V. 15.30).
- Durch IHN ist „Gnade und Wahrheit geworden“ (V. 17).
- Er ist das Lamm Gottes (V. 29 „zuvorerkannt vor Grundlegung der Welt“;
1Pet 1,18).
- Er wird mit Heiligem Geist taufen (V. 33). Könnte das je ein Geschöpf?
- Er ist der Sohn Gottes (V. 34).
Aus keinem dieser Aspekte geht hervor, dass Er ein geschaffenes
personales Wesen wäre.
Dieses Wort wird sehr häufig im NT gebraucht und hat folgende Bedeutungen:
- das gesprochene Wort (Kol 4,6; 1Tim 4,12; 4,15),
- die Verkörperung eines Ausdrucks, einer Idee (Mt 22,46; 1Kor 14,9.19),
- das geredete und gehörte Wort Jesu oder eines Menschen (Mt 19,22; Mk
5,36),
- die Gesamtheit der Überlieferung, des Wortes Gottes (Mk 7,13; Joh 10,38;
Röm 9,28; 13,9),
- das Wort Gottes oder des Herrn (Joh 15,25; Röm 9,9; Gal 5,14; Heb 4,12)
oder das Wort Christi (Mt 24,35; Joh 2,22; 4,41; 14,23), das Wort des
Evangeliums (Apg 6,7; 11,22; 12,24; 13,49; 15,35; 16,32; 17,13; 19,10; Röm
9,9; 1Kor 15,2; Phil 1,14),
- das Wort, das zur Diskussion steht (Apg 15,6; 19,38),
- die Lehre (Apg 18,11.15; 1Tim 4,6; 6,3; 2Tim 1,13; 2,15), die Offenbarung
des Geheimnisses (Kol 1,25),
- das Wort vom Kreuz (1Kor 1,18); das Wort des Christus (Kol 3,16); das Wort
Gottes als paulinische Überlieferung über die Ordnung in der Gemeinde (1Kor
14,36),
- in gewisser Hinsicht auch ein Titel der Person Jesu, der „das Wort“ (ho
logos, Joh 1,1.14), das „Wort Gottes“ (ho logos tou theou, Off 19,13) und
„das Wort des Lebens“ (ho logos tou zoäs, 1Joh 1,1.2) ist.
Da Gott ein persönliches Wesen ist und Ihm als Person „Rede, Wort“ eigen ist,
kann das Wort niemals geschaffen sein, sondern wie Gott ewig ist, so ist
auch das Wort ewig; es gehört zu Gott genauso wie Licht (1Joh 1,5) und
Liebe (1Joh 4,8.16); aber während Licht, Liebe und Wort als geschriebenes bzw.
gesprochenes Wort Wesenszüge bzw. Ausdrucksweisen Gottes sind, ist das Wort
(ho logos) ein Titel oder ein Name Gottes.
Im Alten Testament, in der Septuaginta, ist logos die Übersetzung der
hebräischen Wörter dabar (Ri 3,20; 2Sam 24,11; 1Kön 12,22; 2Kön 9,36),
emär (= „Rede, Wort, Satzung“, Spr 1,2; Ps 119,9; 119,42) und imrah
(Ps 119,11; Jes 5,24).
Alle diese Wörter werden auch verwendet, um das Reden Gottes zu betonen.
Später gebrauchen die Juden das Wort Memra, das dem logos entspricht. Sie
identifizieren es mit Gott, aber unterscheiden es auch von Gott. Zugleich schuf
Gott durch Memra; alles Existierende sei durch Memra, daher kann Memra der und
das Wirkende in der Schöpfung sein. Aber Memra bewirkt auch die Errettung und
ist zugleich die Offenbarung Gottes, die Schechina, die Herrlichkeit Gottes.
Der messianische Jude A. Fruchtenbaum schreibt:
Die Griechen haben das Wort „Shechinah“ hellenisiert. Das
griechische Wort an dieser Stelle ist jetzt „skeinei“ (Joh 1,14) und bedeutet
nicht wohnen oder leben, sondern zelten. Das ist genau die Bedeutung, die
Johannes meint. Denn dieses Wort geht auf das Buch Exodus zurück. Dort, in
Kapitel 40, kam die Shechinah-Herrlichkeit in der Form einer Wolke hernieder
und ging durch das Allerheiligste und zeltete für die nächsten Jahrhunderte
inmitten des Volkes Israel, bis sie schließlich zu den Zeiten Hesekiels Israel
verließ (Hes 8-11). Jetzt aber war die „Shechinah“ zurückgekehrt. Nicht
in der Form von Wolke, Feuer oder Licht, sondern im Fleisch und zeltete wieder
inmitten von Israel. Und so wie die Rabbiner, dies ist hier zu beachten,
verbindet auch Johannes „Shechinah“ bzw. „skeinei“ mit der Herrlichkeit
Gottes: „… und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des
eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14). (Zit.
aus Das Leben des Messias.)
Wenn Gott sich dem Menschen offenbart, so geschah dies durch Memra (Heb 1,1)
und wenn Er im AT die acht Bündnisse schloss, so geschah auch dies durch Memra.
An einer Stelle heißt es sogar im Targum Onkelos: „Die Memra des Herrn wird
mein Gott sein.“ [2]
Der Logos ist also niemals ein geschaffenes Wesen, sondern ist ein
persönliches und ewiges Wesen, in Wesen und Natur eins mit dem Gott, bei
dem es ist und war. Daher wird der Logos auch „Gott“ genannt.
Der eingeborene Sohn, der Seiende in dem Schoß des Vaters (monogenäs hyios ho
on eis ton kolpon tou patros ekeinos exägäsato) hat Gott den Vater kundgemacht,
hat von Ihm erzählt (Joh 1,18).
Dieser Sohn besitzt eine Herrlichkeit, die „eines Eingeborenen vom Vater“
eigen ist (Joh 1,14), ja, Er ist der „eingeborene Sohn im Schoß des Vaters“ (Joh
1,18). Er hat den Vater gesehen und Ihn kundgemacht. Er ist von dem Gott, der
die Welt geliebt hat, „gegeben“ (Joh 3,16) bzw. „gesandt“ (1Joh 4,9) worden. Und
daher können wir durch den Glauben an Ihn das ewige Leben (Joh 3,18) empfangen
und können „durch ihn leben“ (1Joh 4,9).
Heißt nun „eingeborener Sohn“, dass Er der zuerst Gezeugte ist? Nein, absolut
nicht. Abraham wird gesagt: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb
hast …“ In der Septuaginta wird nur der Ausdruck ton agapäton hon ägapäsas
(= „den Geliebten, den du geliebt hast“) verwendet. Dieser Geliebte wird in Hebräer
11,17 monogenä (= „Eingeborener“) genannt. Ist es nicht erstaunlich, dass diese
Liebesbeziehung im NT mit den Worten „er brachte den Eingeborenen dar“
umschrieben wird? Er war nicht der von Abraham zuerst Gezeugte, sondern der
„Einzigartige“, der „Geliebte“. Der zuerst Gezeugte war Ismael.
In Richter 11,34 wird die Tochter Jephtas in der Septuaginta als
„Eingeborene“ gesehen; in Psalm 22,21 und 35,17 redet David von seiner Seele,
der Einzigen. Auch hier wird in der Septuaginta der Ausdruck monogenäs
verwendet. Natürlich wusste David, dass er nur eine Seele hat und diese auch
nicht gezeugt war, aber er empfand sie als „einzigartig“. So ist Jesus als Sohn
Gottes einzig in seiner Art. Er ist der göttliche Sohn, den der Vater mit „o
Gott“ anredet. Jesus ist Gott.
Doch schauen wir weiter:
Das Wort in seinem Sein im Anfang wird als unterschieden von Gott
beschrieben. Das Wort war pros ton theon (= „bei dem Gott, zu dem
Gott hin ausgerichtet“). Die Präposition pros mit dem nachfolgenden Akkusativ
deutet auf eine bestehende Beziehung, eine Verbindung, hin (Joh 14,12.28; 16,28: „zum
Vater gehe“). In 1. Johannes 1,2 lesen wir: „Und das Leben ist offenbart
worden, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben,
das bei dem Vater war und uns offenbart worden ist.“ Hier wird das Wort
übrigens „das ewige Leben“ genannt und dieses war pros ton patera (=
„bei dem Vater“), und in 1. Johannes 2,1 ist das Wort „der Sachwalter bei dem Vater“
(pros
ton patera).
Wenn das Wort nichts weiter als ein Geschöpf wäre, dann wäre das ewige Leben
ebenfalls ein geschaffenes ewiges Leben — welch ein Widerspruch.
Und Gott war das Wort. Das Wort war nicht nur göttlich, dann müsste hier theios
(= „göttlich“, 2Pet 1,3.4; Apg 17,29) stehen; es wurde auch nicht Gott, dann
müsste dort geneto stehen, nein, es war Gott.
Nun kommt der Einwand, dass ja vor Gott kein bestimmter Artikel wie in der
Aussage pros ton theon (= „bei dem Gott“) stehe. Das müsse eine Bedeutung
haben, und die Aussage könne eben auch mit „ein Gott“ übersetzt werden, also
müsse es heißen: „und das Wort war ein Gott.“ In der Tat muss dieser feine
Unterschied gewichtet werden, aber nicht in dem Sinne, dass man aus „Gott“ ohne
Artikel ein geschaffenes Wesen macht.
Aber warum übersetzen so viele „und Gott war das Wort“ bzw. „und das Wort
war Gott“?
Johannes will erklären, wer oder was das Wort ist und hat uns bisher
verdeutlicht, dass es bei dem Gott war. Es war auf den wahren Gott hin
ausgerichtet (pros), in einer engen Beziehung zu Ihm. Nun will er dadurch,
dass er ho logos („das Wort“) mit bestimmten Artikel und theos ohne Artikel
schreibt, deutlich machen, dass ho logos das Subjekt des Satzes und theos än
das Prädikat, das Prädikatsnomen, ist. Johannes will dem Leser ganz klar
mitteilen, dass das Wort nicht der Gott ist, denn dann wäre der Heilige
Geist zum Beispiel ausgeschlossen, sondern dass „das Wort (ein) Gott“ war.
Es handelt sich hier also nicht um einen reziproken Satz wie etwa: „Die
Sünde ist die Gesetzlosigkeit“ (hä hamartia estin hä
anomia)
oder in Matthäus 6,22: „Die Lampe des Leibes ist das Auge“ (ho
lychnos tou somatos estin ho ophthalmos) oder „Denn das Brot (des)
Gottes ist der Herabkommende aus dem Himmel“ (ho gar artos tou theou
estin ho katabainon ek tou ouranou). In diesen Sätzen könnte man das Subjekt und
den Gleichsetzungsnominativ einfach austauschen, weil vor beiden Nomen der
Artikel steht und beide durch das Hilfsverb „ist“ verbunden sind.
Zurück zu unserem Vers: Der vorher ausgesprochene Gedanke wird fortgeführt
und der Unterschied zwischen „dem Gott“ und „dem Wort“
herausgestellt.
Man könnte also grammatisch richtig vor Gott den unbestimmten Artikel „ein“
einsetzen, aber dann nur, um auszudrücken, dass es eine Unterscheidung zwischen
„dem“ Gott und „dem Wort“ gibt — eine Unterscheidung, die aber niemals in dem
Geschaffensein des Wortes liegt, sondern in der Tatsache, dass so wie
der Gott in der Ewigkeit da war, so ist das Wort unterschieden von dem Gott
ebenfalls göttlich und ewig da.
Sehr deutlich bringt das dann der folgende Vers zum Ausdruck:
Da sich „dieses“ (outos) hier auf ho logos (= „das [der]
Wort“) bezieht und ho maskulin ist, könnte man auch „dieser“ übersetzen. Weil im Deutschen „das
Wort“ aber sächlich ist, haben viele Übersetzer eben das Neutrum gewählt. In den
folgenden Textstellen, die auf Jesus Christus hinweisen, wird aber das gleiche
Demonstrativpronomen mit „dieser“ wiedergegeben, weil es sich auf „den Sohn“
bezieht (Mt 3,17; 17,5; 21,11; 21,42; Joh 1,15.30.33.34).
Das Wort war in (dem) Anfang bei Gott. Es ist ganz deutlich: Hier wird von
einem unbestimmten Anfang gesprochen, der durch die Gegenwart, das Sein des
Wortes, bestimmt ist. Das Wort wurde nicht zusammen mit dem
Anfang, nein, es war im Anfang bezogen auf den Gott, in Verbindung
(Gemeinschaft) mit dem Gott.
Auch dieser Text widerspricht jeglicher Vorstellung von einem Gewordensein
oder Geschaffensein des Wortes.
„Alles wurde durch dasselbe“ (Elb.) ist eine genaue Übersetzung, denn panta
ist zwar eine Pluralform von pas und kann daher auch mit „alle Dinge“
übersetzt werden, wird aber durch die Einzahl egeneto (3.Person Singular
Aorist 2 von ginomai) hier eingeschränkt.
Die sehr freie Übersetzung von egeneto (= „kamen ins Dasein“) ist gar nicht
nötig, obwohl durchaus sinnentsprechend.
In Apostelgeschichte 17,24; Römer 11,36; 1. Korinther 8,6; Epheser 1,10.22;
3,9; Philipper 3,21; Kolosser 1,16.17.20; Hebräer 1,3 und Offenbarung 4,11 wird
panta auf alles Geschaffene bezogen, wobei in den meisten Texten der Sohn im
Vordergrund steht. Der Sohn ist also der Schöpfer, „durch den alles ist“ (1Kor
8,6), der alles „durch das Wort seiner Macht trägt“ (Heb 1,3), „durch den und
für den alles ist“ (Kol 1,16) und „durch den alles besteht“ (Kol 1,17).
Wenn man im Alten Testament die Texte studiert, die vom Schöpfer sprechen, so
ist es immer El bzw. Elohim, Jahwe usw. :
1Mo 1,1: Im Anfang schuf Gott die Himmel und die
Erde.
Ps 90,2: Ehe geboren waren die Berge und du die Erde und den Erdkreis
erschaffen hattest - ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott.
Jes 42,5: So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schuf und sie
ausspannte, der die Erde ausbreitete mit ihren Gewächsen, der dem Volk auf ihr
den Odem gab und den Hauch des Lebens denen, die darauf wandeln.
Ps 33,6.9: Durch das Wort des HERRN sind die Himmel gemacht worden, und
all ihr Heer durch den Hauch seines Mundes … Denn er sprach, und es war; er
gebot, und es stand da.
Im Buch Hiob lesen wir von dem Schöpfer, der mit Gott identifiziert wird (Hiob
32,22; 35,10; 36,3); in Psalm 149,2 soll sich Israel über den Schöpfer, seinen
König freuen; Salomo erinnert jüngere Menschen in Prediger 12,1 an den Schöpfer
mit den Worten: „Und gedenke deines Schöpfers in den Tagen deiner Jugendzeit“,
und Jesaja ruft aus: „Weißt du es nicht? Oder hast du es nicht gehört? Ein
ewiger Gott ist der HERR, der Schöpfer der Enden der Erde; er ermüdet nicht und
ermattet nicht, unergründlich ist sein Verstand“ (Jes 40,28), und: „Ich, der HERR,
bin euer Heiliger, ich, der Schöpfer Israels, euer König“ (Jes 43,15), wobei er
den Schöpfer mit dem Heiligen und dem König Israels identifiziert.
Dieser Schöpfer im Alten Testament ist Jahwe, Elohim und im Neuen Testament der
Sohn Jesus als das Wort.
Niemals wird Jesus in der Bibel als geschaffenes Wesen vorgestellt. Gott sagt
in Hebräer 1,8 zu Ihm als Sohn: „Dein Thron, o Gott, ist in die Zeitalter
der Zeitalter“ (ho thronos sou ho theos eis ton aiona tou aionos).
Wenn man den Zusammenhang von Vers 6 und 7 liest, dann wird deutlich, dass
Gott Engel als Diener hat, die Ihm willig gehorchen und dienen; aber wenn Er zu
seinem Sohn spricht, dann redet Er über dessen Herrschaft und Thron. Daher ist
die Übersetzung in der NWÜ „Dein Thron ist Gott“ absolut unangemessen, da estin
(= „ist“) im Text nicht steht und es sich zudem hier um einen Vokativ handelt und
der Sohn angesprochen wird. In der Septuaginta findet man ähnliche
Konstruktionen: in Psalm 25,22; 36,8; 42,2; 43,1; 44,5; 48,10 usw. und eben auch in
Psalm 45,7, wo immer die Anrede mit ho theos wiedergegeben wird.
Gott spricht seinen Sohn also mit den Worten „o Gott“ an.
Weitere Textstellen, die auf die Gottheit des Herrn Jesus hinweisen:
-
2. Thessalonicher 1,12; Titus 2,13; 2. Petrus 1,1: Hier kann man jeweils durch
die Genitivkonstruktion und den einen Artikel vor beiden Nomen beide auf
Christus beziehen.
-
in Hebräer 1,2 heißt es, dass Gott en hyio (= „in oder als Sohn“) sprach; in Hebräer
1,5 wird durch die Auslassung des Artikels vor Sohn und Vater der Charakter
der ewigen Beziehung zwischen beiden verdeutlicht und nicht die Tatsache eines
Beginns dieser Beziehung.
-
In Galater 4,6 wird der Ausdruck „gesandt“ sowohl auf den Sohn als auch auf
den Heiligen Geist bezogen. So wie der Heilige Geist der „ewige Geist“ ist
(Heb 9,14), so ist auch der Sohn der „ewige Sohn“.
-
Johannes 17,4 sagt, dass der Sohn eine Herrlichkeit beim Vater besaß, ehe die
Welt war; Er war auch nach Johannes 17,24 der Geliebte vor Grundlegung der Welt; Er
war als das Lamm zuvorerkannt vor Grundlegung der Welt (1Pet 1,18); Er war
nach 1. Johannes 1,2 das ewige Leben bei dem Vater, ja, Er wird in 1. Johannes 5,20 „der
wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ genannt. Daher kann die Schrift auch
sagen, dass Er „von Gott ausgegangen“ (Joh 16,27.30), aber auch „vom Vater
ausgegangen“ ist (Joh 16,28; 17,8). Er konnte nur von dort „ausgehen“, weil Er
dort war (nicht wurde). Deswegen lesen wir auch von Ihm, dass Gott Ihn gesandt
hat und Er dadurch die Worte Gottes reden konnte (Joh 3,17.34; 4,34; 6,29)
und dass andererseits Ihn auch der Vater gesandt hat (Joh 5,23.37; 6,44.57; 8,16;
12,49; 14,24; 17,8.18.21.23.25). Christus wollte deutlich machen, dass Er als
Sohn in voller Gemeinschaft mit Gott dem Vater war — im Himmel und auch als
Mensch auf der Erde.
-
Aber gerade weil Jesus als Sohn Gott seinen Vater nannte (Joh 5,18),
wollte man Ihn töten, denn die Juden erkannten in dieser Aussage, dass Er Gott
„seinen eigenen Vater nannte“ und damit „sich selbst Gott gleichmachte“. Auch
wenn Er später betonte: „Ich und der Vater sind eins“, empfanden die Juden
nicht nur, dass Er in herrlicher Gemeinschaft mit dem Vater war, sondern dass
Er sich
„zu Gott machte“ (Joh 10,30-36).
-
Jesus wird auch „Erretter“ (Heiland) genannt. Dieser Ausdruck wird in der
Septuaginta in Jesaja 43,3.11; 45,15; 49,26; 60,16; 63,8 auf Jahwe und im NT in
Lukas 2,11; Apostelgeschichte 13,23; Römer 11,26 auf Jesus Christus bezogen (vgl. auch Joh 4,42;
Eph 5,23; 1Tim 4,10, wo ebenfalls das Wort sotär gebraucht wird). In 1.
Timotheus
1,1; 2,3; Titus 1,3; 2,10; Judas 25 wird sotär (= „Erretter“) auf „Gott“ und in
2. Timotheus
1,10; Titus 1,4; 2. Petrus 2,20; 3,2.18 auf „Christus“ bezogen.
-
Es ist weiter interessant, dass in Römer 11,26 der Ausdruck „Erretter“ aus
Jesaja 59,20.21 stammt, wo das hebräische Wort goel (= „Löser,
Erlöser“) gebraucht
wird. Dieses Wort wird als Partizip von gahal in Jesaja ausschließlich für
Jahwe (41,14; 43,14; 44,6.24; 47,4; 48,17; 49,7.26; 54,5.8; 59,20; 60,16;
63,16) benutzt. Jahwe als Erlöser ist der präexistente Christus.
-
In Matthäus 22,41-46 heißt es: „Als aber die Pharisäer versammelt waren, fragte
sie Jesus und sprach: Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie
sagen zu ihm: Davids. Er spricht zu ihnen: Wie nennt David ihn denn im Geist
Herr, wenn er sagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner
Rechten, bis ich deine Feinde hinlege unter deine Füße. Wenn nun David ihn
Herr nennt, wie ist er sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten,
noch wagte jemand von dem Tag an, ihn ferner zu befragen.“ Hier erklärt
Christus, dass Davids Sohn zwar der Christus ist, aber zugleich Adonai
(= „Herr“). Adonai ist aber auch Jahwe.
In 1. Petrus 3,15 heißt es: „… heiligt Christus, den Herrn, in euren Herzen.“
Dieser Text ist Jesaja 8,13 entnommen: „Jahwe der Heerscharen, den sollt ihr
heiligen …“ Demnach ist Christus Jahwe.
Weitere Textstellen aus dem AT und dem NT zeigen, dass der Jahwe des AT der
Jesus des NT ist:
- Jesaja 40,10; 63,1; Daniel 7,13; Micha 2,12.13; Sacharja 9,9-10; 12,10;
14,3-5; vgl. vgl. Matthäus 24,30; 25,31; Markus 13,26; 14,62;
Lukas
21,27; 1. Thessalonicher 3,13
- Psalm 102,25-27; vgl. Hebräer 1,12; 13,8. „Derselbe“ ist ein Name Gottes (5Mo
32,39)
- Jes 6,3-5 — Joh 12,37-43
In Matthäus 1,25 und Lukas 2,7 wird von Christus als Marias „erstgeborenem
Sohn“ gesprochen. Tatsächlich war Er der zuerst geborene Sohn und zugleich der
Sohn, der einen himmlischen Vater hatte. In diesem Sinn war Er auch derjenige,
der nicht nur der zeitlich zuerst geborene Sohn war, sondern auch der Prototypus
aller Erstgeborenen, deren Namen im Himmel angeschrieben sind (Heb 12). Das hier
verwendete Wort prototokos ist ein Würdetitel, der auch in einer Rangfolge den
obersten Rang angibt.
Hebräer 1,5 zitiert 1. Chronika 17,13; 2. Samuel 7,14 und bezieht sich auf
Salomo. In Hebräer 1,6 wird aber davon gesprochen, dass Gott „den Erstgeborenen
wieder in den Erdkreis einführt“. Nun, dieser Ausdruck „Erstgeborener“ (prototokos)
wird in Psalm 89,28 durch Ethan, den Esrachiter, auf den „Höchsten der Könige
der Erde“ bezogen: „So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten
der Könige der Erde.“ Hier ist deutlich von dem Messias die Rede. Er wird zum
Erstgeborenen gemacht, zum Höchsten der Könige der Erde. Er ist nicht der zuerst
Geborene, sondern der im höchsten Rang Stehende. So muss man Hebräer 1,5 denn
auch verstehen, dass hier der Sohn in einer absolut einmaligen Beziehung zu
Gott, seinem Vater, steht und der Sohn als Mensch in Vers 6 „Erstgeborener“
genannt wird.
Gleiches gilt auch für den Ausdruck „Erstgeborener unter vielen Brüdern“ (Röm
8,29): Er hat den absoluten Vorrang, Er, der sich nicht schämt, die Gläubigen
„Brüder“ zu nennen.
Als Erstgeborene aller Schöpfung“ (Kol 1,15) ist Er derjenige, der alles
erschaffen hat, so wie Kolosser 1,16.17 es andeutet: „Denn durch ihn [en
auto = „in ihm“, d.h. in der Kraft seiner Person] sind alle Dinge geschaffen worden, die
in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es
seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alle Dinge sind
durch ihn [di’ autou = „durch ihn“, d.h., Er war das Mittel, durch
das erschaffen wurde] und für ihn [eis auton = „zu ihm hin, in Richtung auf
ihn“] geschaffen. Und
er ist vor (pro) allen, und alle Dinge bestehen durch ihn [en auto].“
Kolosser
1,15 sagt also nicht, dass Christus das zuerst erschaffene Geschöpf ist, sondern
dass Er der Schöpfer ist — existent vor allem und als der vollkommene Mensch
erhaben über alles.
Und Christus ist auch „der Erstgeborene aus den Toten“ (Kol 1,18) und „der
Erstgeborene der Toten“ (Off 1,5). Als solcher ist Er der einzige Auferstandene,
der immerdar lebt und nicht wieder gestorben ist und zugleich das Oberhaupt über
alle Toten ist.
In der Tat: Christus konnte Sünden vergeben (Mt 9,5.6); unreine Aussätzige
anrühren, ohne verunreinigt zu werden, und sie heilen (Mt 8,3); Naturgewalten
beherrschen (Mt 8,26.27; 14,32.33); Tote auferwecken (Mk 5,22; Lk 7,11; Joh 11);
Brote vermehren (Mk 6,41; 8,6ff.); aus Wasser Wein machen (Joh 2,1-11) und
Blindgeborenen das Augenlicht schenken (Joh 9,1ff.) — das alles macht deutlich:
Er ist Gott.
Der Herr Jesus Christus spricht im Johannesevangelium sehr deutlich von der
innigen Beziehung zwischen Ihm und dem himmlischen Vater. Er kann in Johannes
5,17 sagen: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke“, in Johannes 5,20: „Denn
der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird
ihm größere Werke als diese zeigen, damit ihr euch verwundert“, in Johannes
5,21: „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch
der Sohn lebendig, welche er will“, in Johannes 5,23: „Denn der Vater richtet
auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, damit alle den
Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater
nicht, der ihn gesandt hat“, in Johannes 14,13: „Und um was irgend ihr bitten
werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde in
dem Sohn“. In den folgenden Textstellen macht der Herr Jesus deutlich, dass Er
in dem Vater und der Vater in Ihm ist: Johannes 14,10.11.20; 17,21. Daher konnte
Er auch sagen: „Alles, was der Vater hat, ist mein; darum sagte ich, dass er von
dem Meinen empfängt und euch verkündigen wird“ (Joh 16,15), und: „Wer mich gesehen
hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9).
Dieser wunderbare Herr nahm Knechtsgestalt an und erniedrigte sich selbst,
indem Er gehorsam wurde bis zum Tod am Kreuz. Er starb für mich und machte mich
zu einem Kind Gottes, das Ihn immer besser zu verstehen lernt und bald bei Ihm
sein darf, um Ihn zu sehen, wie Er ist, Ihn, der das „Bild des unsichtbaren
Gottes“ ist; in dem „die Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt“; der der „Abglanz
der Herrlichkeit Gottes und der Abdruck seines Wesens“ ist, ja, der es „nicht
für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein“.
Ihm sei Ehre, Anbetung und Lob für das, was Er ist und auf Golgatha für mich
getan hat.
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Anmerkungen:
[1] ego eimi in Verbindung mit
anschließenden Nominalaussagen lesen wir in Johannes 6,35.48 (das Brot des
Lebens), 8,12 (das Licht der Welt), 10,7 (die Tür der Schafe), 10,11 (der gute
Hirte), 11,25 (die Auferstehung und das Leben), 14,6 (der Weg die Wahrheit und
das Leben), 15,1 (der wahre Weinstock).
[2] Zitiert aus Risto Santala: Der Messias im AT,
Hänssler 1997, S. 131.
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