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Leitverse: 1. Johannes 2,14-17
Inhalt
Die Welt: eine große Illusion Christen sind nicht von dieser Welt Auf welchen Grundlagen basiert das System „Welt“? Was ist das Ende der Welt? Gibt es irgendetwas Echtes und Befriedigendes, was die Welt ersetzt? Welchen Gewinn hat der Mensch bei all seiner Mühe unter der Sonne? Wache auf! Hast du jemals eine Fata Morgana,
eine Luftspiegelung, gesehen? Eine Fata Morgana ist eine faszinierende
Erscheinung, die du nicht so schnell vergisst. Als ich vor einigen Jahren
mit einem Freund unterwegs war, konnten wir eine Fata Morgana sehen. Links von
uns erschien ein großer See, hier und da auf dem See Inseln wie kleine Tupfen.
Der Gegensatz zum vertrockneten, verdorrten Grasland war gewaltig. Als wir noch
überlegten, ob es eine Fata Morgana sein könnte, waren unsere Fragen und
Zweifel schon geklärt: Auf eine seltsame Art begann das Bild sich zu bewegen,
und als es verschwand, war uns klar, dass das Wasser des Sees nichts anderes war
als schimmernde Hitzewellen, und die Inseln waren die Gipfel der kleinen Hügel in der Ferne. Nach einigen Augenblicken verschwand der liebliche
See, und es blieb nichts zurück.
Wahrscheinlich hast du noch nie eine Fata Morgana gesehen, doch sicher kennst
du die größte Illusion oder die größte Täuschung ganz genau. Ihr Name ist:
die Welt. Damit meine ich natürlich nicht die
physische Erde, nicht die Menschen, nicht die Erdbevölkerung, sondern das
große System „Welt“ mit seinem Angebot, alle nur denkbaren menschlichen
Wünsche zu befriedigen, jedoch ohne Gott.
An diesem schrecklichen und wunderbaren Organismus, der sich durch das Genie
Satans entwickelte, hatten wir alle unseren Teil: Manche sind Begünstigte
dieses Systems, doch viele erleben das Elend dieses Systems. Was auch immer dein
Teil war — wenn du nicht bekehrt bist, wirst du unausweichlich in seinen
endgültigen Untergang mit hineingezogen werden.
Wenn du aber bekehrt bist, gehörst du nicht länger zu diesem System „Welt“.
Die Worte des Herrn Jesus, die Er zu seinen Jüngern sprach, sind klar und
deutlich: „Sie
sind nicht von dieser Welt, so wie auch ich nicht von dieser Welt bin.“ Diese
Worte wiederholte Er zweimal (Joh 17,14.16). Du bist durch das Werk Gottes zwar aus
diesem System „Welt“ errettet, dennoch stehst du in der Gefahr, dass du den
wahren Charakter dieses Systems nur halb durchschaust. Wir verheddern uns sich
so leicht in den Netzen der Welt und fügen unserer Seele großen Schaden zu.
Ich schreibe diese Zeilen gerade für solche, die in dieser Gefahr stehen.
In seinem ersten Brief spricht der Apostel Johannes einige ernste
Mahnungen aus. Wir wollen einmal in Ruhe 1. Johannes 2,14-17 lesen und darüber
nachdenken:
1Joh 2,14-17: 14 Ich schreibe euch, Kinder; weil ihr
den Vater erkannt habt. Ich habe euch, Väter, geschrieben, weil ihr den erkannt
habt, der von Anfang ist. Ich schreibe euch, Jünglinge, weil ihr stark seid und
das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt. 15 Liebt nicht
die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe
des Vaters nicht in ihm; 16 denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches
und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater,
sondern ist von der Welt. 17 Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den
Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.
Johannes wendet sich an „Jünglinge“, also nicht an Christen, die auf der
ersten Stufe ihres Christenlebens und ihrer Erfahrungen stehen; diese werden als
„Kinder“ eingestuft. Er wendet sich auch nicht an solche, die durch viel
Erfahrung in ihrer Erkenntnis Christi gereift sind; diese sind „Väter“.
Johannes wendet sich stattdessen gerade an solche, die einen mittleren Stand
erreicht haben. Sie haben eine gewisse Kenntnis des Wortes Gottes gewonnen, und
diese Kenntnis zum Beispiel über antichristliche Lehren stärkt sie gegen
Satans Listen. Dennoch haben sie Christus noch nicht so tief kennengelernt, dass
diese Kenntnis ihre Seele so sehr zufriedenstellt, damit sie wie Paulus alle Dinge für
Dreck achten (Phil 3,8). Deshalb sind sie für die Verlockungen der Welt
empfänglich.
Wenn du dich als junger Mensch bekehrt hast, wie es bei den meisten Christen
der Fall ist, und normale Fortschritte machst, hast du die Wachstumsstufe des „Jünglings“,
des „jungen Mannes“, gerade zu dem Zeitpunkt erreicht, wenn das Leben auf
dem Höhepunkt ist: Beziehungen durch Heirat und Elternschaft üben dann ihren größten
Einfluss aus. Daher wird mancher Christ, der als „Kind“ eine gute
Entwicklung genommen hat, im späteren Leben von der Welt mehr oder weniger gefangen
genommen, und sein christliches Zeugnis verblasst. Stellen wir uns einmal selbst
die Frage der Jünger: „Herr, bin ich es?“ (vgl. Mt 26,2).
In den oben zitierten Versen legt der Apostel Johannes gewisse Wahrheiten
dar, die die große Weltillusion vertreiben und verbannen — wenn wir sie nur
wirklich annehmen. Wir wollen uns diesen Wahrheiten nähern, indem wir
einige Fragen stellen. Zuerst wollen wir untersuchen:
Beachte die Antwort der Bibel: „Alles, was in der Welt ist, die Lust
des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens
…“ (V. 16). Hier werden klar und deutlich drei Grundlagen genannt:
- Die Lust des Fleisches ist die Begierde, etwas haben zu wollen, das
rastlose Verlangen, all das zu haben oder zu bekommen, was immer auch der Leib
verlangt. Diese „Lust des Fleisches“ umfasst den ganzen Bereich solcher
Begierden — von der niedrigsten triebhaften Leidenschaft bis dahin, dass man auf
jede nur erdenkliche Weise für sein leibliches Wohl sorgt.
- Die Lust der Augen ist die Begierde des Sehens. Zur Erinnerung: Das
Auge ist nur das Organ zum Sehen; es ist jedoch das Gehirn, das in Wirklichkeit
sieht. Die „Lust der Augen“ umfasst alle Begierden, die mehr mit der
lebendigen und mit der vernunftbegabten Seele verbunden sind, die der Mensch
besitzt, als mit dem Körper. Die Welt bietet jede Art von Schauspiel und Show
an, um das Auge oder das Ohr zu befriedigen. Wir mögen die niveauloseste
Varietévorstellung oder die kultivierteste Theatervorstellung besuchen:
Wenn unsere Wünsche und Begierden mehr intellektuell ausgerichtet sind, befinden wir uns auf
einer Gratwanderung zwischen Wissenschaft und Philosophie und befriedigen dabei innerlich die Lust, immer neue Dinge zu betrachten
— aber wir werden nie in
der Lage sein, zur Erkenntnis der Wahrheit zu kommen.
- Der Hochmut des Lebens ist die Begierde, etwas darzustellen. Dieses
Verlangen ist im Menschsein tief verwurzelt und die schlimmste der drei
Begierden. Sie umfasst jedes Verlangen in Verbindung mit dem unsterblichen
Geist, der bei der Schöpfung einst höchster Besitz und höchste Ehre des
Menschen war. Es ist eigentlich ein ganz bestimmtes Verlangen: das Verlangen, der
Beste und Erste zu sein — der Erste zu sein im niedrigsten und unbedeutendsten
Club der Menschheit oder aber zu seinen höchsten Höhen emporzusteigen und es
in seiner Gottlosigkeit zu wagen, der Vorherrschaft Gottes, der auf dem Rund des
Himmels sitzt, zu trotzen.
Auf diesen drei Grundlagen ist also das System „Welt“ aufgebaut.
Wie ist der Charakter der Welt?
Verwenden wir ein anderes Bild: Die „Welt“ ist ein glitzerndes Spielzeug
und mit Rosenöl parfümiert. Schauen wir uns dieses Spielzeug einmal genauer an und untersuchen
wir es gründlich.
Unterziehen wir die „Welt“ dem einfachen Test des Wortes Gottes. Was ist das
Ergebnis? Ihr Glanz, ihr Glitzer vergeht, ihr Duft verfliegt und übrig bleiben nur diese
drei primitiven Kennzeichen der gefallenen Menschheit: die Lust des
Fleisches,
die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens — abscheulich und
übelriechend; das ist alles.
Aber ist es wirklich so? Kann das wahr sein? Wenn wir wirklich ernsthaft die
Wahrheit wissen wollen, brauchen wir es nur ein wenig genauer zu betrachten, und wir werden
davon überzeugt sein, dass es so ist. „Selbst“ — das ist die wesentliche
treibende Kraft des Systems „Welt“, und Selbstsucht ist der höchste Grundsatz, nach dem dieses System
funktioniert. Deshalb sind die Dinge der Welt verdorben, vergiftet, obwohl viele
von ihnen in sich selbst harmlos und unschädlich sind; doch ein Christ sollte
diese Dinge nicht mehr lieben als das System „Welt“, das sie verdorben hat.
Nun kommen wir zur nächsten Frage:
Das heißt, was ist das Ziel ihrer Reise, wie wird die Welt enden? Die Antwort der Schrift ist sehr
deutlich: „Die Welt vergeht und ihre Lust“ (V. 17). Sie geht ins Nichts,
denn es wird ihr Ende sein, zu vergehen. Eine überraschende Antwort. Wir sind
versucht, mit den Jüngern zu sagen: „Diese Rede ist hart; wer kann sie hören?“
(Joh 6,60). Doch die Antwort ist wahr.
In der Welt gibt es ein unermesslich weites Feld
menschlicher Aktivitäten. Da gibt es Welten in den Welten: Welten des „Denkens“,
die aus Spekulationen, Philosophien und Forschungen bestehen; Welten des „Wortes“,
die aus gewaltiger Literatur in vielen Sprachen bestehen und beeindruckend
umfangreichen Aufzeichnungen mit den Ergebnissen menschlicher Beobachtungen und
Tätigkeiten; Welten der „Taten“, einige prächtig und großartig (zu ihnen
gehören die Welten der Gesellschaft, Mode, Politik und der Vergnügungen),
einige düster und traurig (zu ihnen gehören die Welten der Arbeit, Armut und
Laster).
Und was ist Endergebnis dieser umfassenden menschlichen Aktivitäten, die bis
zu ihrem vollsten Umfang betrieben werden und von Generation zu Generation bis
zu ihrem Höhepunkt weitergeführt werden? … Nichts!
In einem orientalischen Märchen befahl ein tyrannischer Prinz einem
seiner weisen Männer unter Todesstrafe, ihm einen Leitspruch zu nennen, der
sich auf alles in seinem Königreich anwenden ließe. Der weise Mann überlegte
einen Moment und antwortete dann: O König, du musst auf alles nur diese Worte
schreiben: „Und auch dieses wird vergehen.“
Er hatte zweifellos recht. Sein
Leitspruch war in hohem Maße biblisch. Die Fata Morgana wird zweifellos ins Nichts
verschwinden. Alle menschlichen Errungenschaften werden im Nichts zerrinnen. Die
Zeit wird kommen, wenn die letzten Überreste der großen Pyramide zu Staub
zerfallen und von heißen Winden in die Sahara geweht werden; wenn man
vergessen wird, wo London und New York liegen; wenn alle menschlichen
Wissenschaften und Philosophien den Menschen in schreckliche und selbst
verursachte Katastrophen verstricken und in den Untergang bringen werden und
wenn jede menschliche Größe und aller Ruhm in der Gegenwart des Herrn zum Schweigen
gebracht werden.
Wenn wir all dies bedenken, klingt dann in unseren Ohren nicht der apostolische
Befehl: „Liebt nicht die Welt noch die Dinge, die in der Welt sind“ (V. 15)? Das erste Wort — „Liebt nicht“ — möchte ich hier besonders betonen.
Dieses Wort verlangt von uns nicht, dass wir wie ein Einsiedler oder ein Mönch
leben. Wir gehen durch diese Welt, obwohl wir nicht von ihr sind, und
täglich haben wir mit den Dingen in der Welt zu tun, wenn wir unserem
Beruf nachgehen und unser tägliches Brot verdienen. Und gerade weil wir uns dauernd mit den Dingen der Welt beschäftigen, ist die Ermahnung „Liebe
nicht“ so nötig.
Die Welt hat unseren Herrn und Heiland verworfen. Ihr Fürst hat den Herrn
der Herrlichkeit gekreuzigt. Wenn wir daran denken und die Grundlagen verstehen,
auf denen die Welt errichtet ist, und wenn wir wissen, dass es darauf
hinauslaufen wird, dass die Welt ins Nichts vergeht — können, dürfen
wir sie lieben? Unmöglich!
Wir können noch einen Schritt weitergehen und uns fragen:
Ja: Es ist „die Liebe des Vaters“ (V. 15). Das System „Welt“ hat sich
gleich nach dem Sündenfall erhoben. Es ist entstanden in dem vergeblichen Versuch, das
Gefühl der Leere im Herzen des Menschen zu füllen — das Gefühl der Leere,
das durch den Verlust der Gemeinschaft mit seinem Schöpfer entstanden war. Nun,
nichts anderes wird jemals das Herz sättigen als nur die Erkenntnis Gottes und
der Umgang mit Ihm. Im Christentum ist diese enge Verbindung zu Gott wieder
aufgebaut, jedoch in einer weit innigeren Weise, als das für den ursprünglich
in Unschuld lebenden Menschen möglich war. Wir Christen kennen Gott nicht nur
als einen allwissenden und gütigen Schöpfer, sondern als Vater und dies in
Verbindung mit seinem wahren Charakter — Liebe.
„Die Liebe des Vaters“ ist der wahre Kern all dessen, was durch Christus
offenbart worden ist. Der Brief des Johannes beginnt mit dem Hinweis auf all das,
mit dem die Apostel in Berührung kamen, was im „Wort des Lebens“ offenbart
ist. Und was die Apostel wussten, teilten sie anderen mit, so dass der Kreis der
Gemeinschaft sich erweiterte: „Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem
Sohn Jesus Christus“ (1Joh 1,3).
Hier sind nun deutlich zwei große Bereiche oder Systeme zu erkennen: auf der
einen Seite die weltliche Sphäre mit unzähligen Gegenständen, der Frucht des
menschlichen Erfindungsgeistes, die jedoch alle auf Gier und Hochmut gegründet
sind; auf der anderen Seite die christliche Sphäre, gefüllt mit unsichtbaren
und ewigen Dingen, die um den Vater und seine Liebe kreisen. Die Dinge der
weltlichen Sphäre sind sehr eindrucksvoll und angriffslustig (wie Bunyans Vanity
Fair [Jahrmarkt der Eitelkeit]), aber äußerst unbefriedigend und
vergänglich; die unsichtbaren Dinge sind bis jetzt nur durch den Glauben zu
sehen, aber befriedigend und ewig.
Und bedenken wir doch: Es ist unmöglich, dass beide Sphären das Herz gleichzeitig
einnehmen könnten: „Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters
nicht in ihm“ (V. 15). Das Gegenteil ist der Fall: Wenn das Herz eines
Menschen mit der Liebe des Vaters gefüllt ist, ist es unmöglich, dass dieser
Mensch die Welt liebt. Für ihn ist diese Fata Morgana keine Verlockung.
Er kennt nicht nur ihren wahren Charakter, sondern er weiß sich erfüllt mit
Gutem und Segen, und dies verdrängt den leeren Schein der Welt ganz und gar.
Und dennoch: Die Welt ist so verführerisch, so verlockend und so
aufdringlich, dass wir allzu oft feststellen, dass die Liebe zur Welt in unsere
Herzen zurückschleicht und dort die Liebe des Vaters verdunkelt. Wie töricht
sind wir, wenn dies bei uns wirklich so ist! Wir wollen wachsam sein, damit wir nicht
versuchen, den Schatten zu ergreifen und das Wesen loszulassen.
Manchem mag das, was ich geschrieben habe, vielleicht ein wenig
philosophisch und mystisch vorkommen, und er möchte uns am liebsten daran
erinnern, dass
das Leben aus harten Tatsachen und mannigfaltigen Tätigkeiten besteht. Ja, er hat
recht, das ist tatsächlich so. Wir wollen uns darum noch eine Frage stellen,
eine Frage, die vor dreitausend Jahren Salomo als Erster gestellt hat:
Auf diese Frage hatte Salomo nur eine traurige Antwort. Im Buch Prediger
denkt er nur über das System „Welt“ nach. Schon in seinen Tagen war es hoch
entwickelt. Er konnte nur sagen: „Alles ist eitel!“
Hören wir nun die Antwort des Apostels Johannes. Er wendet sich ab
von der Welt, die hohl und vergänglich ist, und sagt mit einem Herzen, das
sich über die Liebe des Vaters freut: „Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt
in Ewigkeit“ (V. 17). Welch ein großer Gegensatz zu der Antwort Salomos!
Es ist wahr: Im Leben gibt es sowohl eine geschäftige Seite als auch eine
nachdenkliche Seite, und bei den meisten überwiegt die geschäftige Seite und
stellt die nachdenkliche Seite in den Schatten. Es ist ebenfalls wahr, dass es
auch im christlichen Leben beide Seiten gibt und dass beide Seiten genau im
richtigen Verhältnis zueinander stehen und ausgewogen sind. Auf der
nachdenklichen Seite steht die Liebe des Vaters, die unsere Herzen mit Freude
füllt. Auf der geschäftigen Seite wird mit aller Energie der Wille Gottes
getan. Die nachdenkliche Seite ist die Quelle der geschäftigen Seite, denn nur
wenn wir lernen, was der Wille Gottes ist, werden wir fähig sein, ihn zu
tun.
Es ist zweifellos wahr: Geistgewirkte Energien, die dazu gebraucht werden,
Gottes Willen zu tun, werden nicht versagen; sie werden bleiben. Wenn die
Aktivitäten der Welt zu „nichts“ werden, so werden die Ergebnisse der
Arbeit für Christus, die wir nach Gottes Willen getan haben, in ihrer
Schönheit weiterleuchten: „Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit“
(V. 17). Solch ein Mensch ist — im Gegensatz zu den Dingen in der Welt, die
von Natur aus allesamt vergänglich sind — eine bleibende Ausnahme.
Erkennst du das? Erkennst du, dass du als Christ in diesem eitlen
und vergänglichen System „Welt“ als jemand wandelst, der schon Verbindung hat mit
dem himmlischen System der Dinge, die in Gott, dem Vater, und in Christus sind,
auf dem die Liebe des Vaters ruht? Du bist hier auf der Erde, um Gottes Willen zu tun und
diese bleibenden Tatsachen inmitten der sterbenden Schatten zu repräsentieren.
Du bist nicht hier, um die Welt zu verändern, und noch weniger, um dich mit der Welt zu
vereinigen. Du hast das Vorrecht, für die Förderung der Interessen Christi zu
arbeiten, und du darfst gewiss sein, dass die Zeit die Früchte dieser Arbeit
nicht in „nichts“ zerfallen lassen wird. Verglichen mit den kleinsten Dingen
Gottes erscheinen die größten Dinge der Welt wirklich armselig!
Ich frage noch einmal: Erkennst du das? Erwache, Christ, der du
schläfst, und stehe auf aus der toten Welt, die dich umgibt; dann wird Christus
auf dich scheinen. Wenn du die Weltillusion beseitigt hast,
wirst du mit festem Schritt auf dem beständigen, bleibenden Weg gehen, Gottes Willen zu
tun. Dieser Weg ist wirklich der „Pfad des Gerechten“; er ist „wie das
glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zu Tageshöhe“ (Spr
4,18). Und dein Herz wird sagen:
Der Schatz, den in seiner Lieb’ ich gefunden,
machte aus mir einen Pilger hier unten.
Auszug aus Simple Testimony,
Vol. 32, 1915, S. 151
Übersetzung: G. Naujoks
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