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Leitverse: 5. Mose 7
Das Land muss gegen Widerstand in Besitz genommen werden
5Mo 7,1-4: Wenn der HERR, dein Gott, dich in das
Land bringt, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen, und viele Nationen vor
dir vertreibt: die Hethiter und die Girgasiter und die Amoriter und die
Kanaaniter und die Perisiter und die Hewiter und die Jebusiter, sieben Nationen,
größer und stärker als du, 2 und der HERR, dein Gott, sie vor dir gibt und du
sie schlägst, so sollst du sie ganz und gar verbannen; du sollst keinen Bund
mit ihnen schließen noch Gnade gegen sie üben. 3 Und du sollst dich nicht mit
ihnen verschwägern: Deine Tochter sollst du nicht seinem Sohn geben, und seine
Tochter sollst du nicht für deinen Sohn nehmen; 4 denn sie würden deine Söhne
von mir abwendig machen, dass sie anderen Göttern dienten; und der Zorn des
HERRN würde gegen euch entbrennen, und er würde dich schnell vertilgen.
Den Israeliten wurde das Land verheißen, so wie uns das ewige Leben bereits
geschenkt worden ist. Aber wie die Israeliten das verheißene Land damals
einnehmen mussten, so müssen auch wir das Land himmlischer Segnungen einnehmen,
und zwar gegenüber Widerstand der geistlichen bösen Mächte, die sich momentan
in den himmlischen Örtern aufhalten — Satan und seinen Dämonen (Eph 6,12).
Bereits in der Verheißung an Abraham in 1. Mose 22,17 heißt es: „Und deine
Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde besitzen.“ Als die Israeliten das
verheißene Land erreichten, war es besetzt von den feindlichen Kanaanitern. Das
Buch Josua berichtet uns von dem großen Kampf, der mit der Einnahme des Landes
verbunden war. So dürfen auch wir nicht damit rechnen, dass wir das himmlische
Land „im Vorbeigehen“ einnehmen werden. Wenn es uns auch der Stellung nach
bereits gehört, so ist die Einnahme dieses Landes nur durch das Anziehen der
gesamten Waffenrüstung Gottes möglich (Eph 6,10ff.), denn es halten sich „die
Riesen“ im Land auf.
Wir haben zwar das ewige Leben und damit die Kenntnis des einen wahren Gottes
(Joh 17,4), aber wir müssen uns doch vor den Götzen hüten (1Joh 5,21), hinter
denen die Dämonen stehen (1Kor 10,20). Auch wenn wir aus der Finsternis in das
Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt sind (Kol 1,12.13), bleibt die
Verantwortung, uns noch vor den Werken der Finsternis in Acht zu nehmen (Eph
5,7-14). Auch wenn die Sklaverei der Sünde (Röm 6) für uns Christen
Vergangenheit ist und wir heute in der Freiheit von Söhnen stehen, müssen wir
uns dennoch hüten, uns nicht wieder in Knechtschaft bringen zu lassen (Gal
5,1).
Es gibt zwei Gefahren, vor denen wir uns hüten müssen. Diese werden in 3.
Mose 18,3 zusammengefasst: „Nach dem Tun des Landes Ägypten, in dem ihr
gewohnt habt, sollt ihr nicht tun; und nach dem Tun des Landes Kanaan, wohin ich
euch bringe, sollt ihr nicht tun; und in ihren Satzungen sollt ihr nicht
wandeln.“
Die Ägypter mit ihrer hochentwickelten Kultur und ihren wissenschaftlichen
Errungenschaften, von denen wir heute noch die Zeugnisse sehen können, zeigen
uns die Gefahr der menschlichen Weisheit, so wie wir diese Gefahr auch im
Kolosserbrief finden (Kol 2,8-10). Dieser Brief zeigt uns auch, wie wir dieser
Gefahr entkommen. Wir finden die Hilfe nur jenseits des Todes, des Todes, durch
den wir unbeschadet mit Christus gegangen sind. Doch wir sind nicht nur mit
Christus durch diesen Tod gegangen, sondern wir sind jetzt auf der „anderen“
Seite mit Ihm auferstanden und werden so in die Lage versetzt, dass Leben des
Herrn Jesus zu leben. Jetzt haben die Ansprüche, die mit dem Leben in dieser
Welt zu tun haben, keine Macht mehr über uns. Wir suchen jetzt das,„was
droben ist“ (Kol 3,1.2). Wir haben einen ganz neuen Menschen angezogen (Kol
3,10).
Die Kanaaniter waren von Immoralität gekennzeichnet. Hier fanden sich die
schrecklichen Fruchtbarkeitskulte mit der religiös begründeten Prostitution.
So etwas passt nicht zu einem Volk, von dem wir in Vers 6 lesen: „Denn ein
heiliges Volk bist du dem HERRN, deinem Gott.“ Die Warnung vor dieser Gefahr
finden wir in Epheser 4,17-19: „Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, dass
ihr fortan nicht wandelt, wie auch die [übrigen] Nationen wandeln, in Eitelkeit
ihres Sinnes, verfinstert am Verstand, entfremdet dem Leben Gottes wegen der
Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens, die, da sie
alle Empfindung verloren, sich selbst der Ausschweifung hingegeben haben, um
alle Unreinigkeit mit Gier auszuüben.“ Das ist der Wandel der Menschen um uns
herum. Das ist das Kennzeichen ihrer Werke. Die Hilfe, um vor dieser Gefahr
bewahrt zu bleiben ist, ist das Bewusstsein, dass wir als Auferstandene versetzt
sind in die himmlischen Örter (Eph 2,6). Auch hier finden wir einen ganz neuen
Menschen (Eph 2,15) und die Werke, von denen Gott möchte, dass wir uns in ihnen
betätigen — ja unseren Wandel finden — sollen (Eph 2,10).
5Mo 7,5: Sondern so sollt ihr ihnen tun: Ihre
Altäre sollt ihr niederreißen und ihre Bildsäulen zerbrechen und ihre
Ascherim umhauen und ihre geschnitzten Bilder mit Feuer verbrennen.
Das, was den Götzen gehört, muss zerstört werden. Das, was nicht von Gott
ist in unserem Leben, muss verschwinden. Wir werden aufgefordert, „jede Höhe,
die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen [zu]
nehmen unter den Gehorsam des Christus“ (2Kor 10,5).
5Mo 7,6-8a: 6 Denn ein heiliges Volk bist du dem
HERRN, deinem Gott; dich hat der HERR, dein Gott erwählt, ihm zum Eigentumsvolk
zu sein aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. 7 Nicht weil ihr mehr
wäret als alle Völker, hat der HERR sich euch zugeneigt und euch erwählt;
denn ihr seid das geringste unter allen Völkern; 8 sondern wegen der Liebe des
HERRN zu euch …
Hier finden wir den Grund für die Eifersucht Gottes. Das Volk ist das
Eigentum Gottes, ein heiliges, das heißt für Ihn abgesondertes Volk, das von
Ihm geliebt wird. Gott gibt zwar seinem Volk das Land zum Besitz, aber
gleichzeitig ist das Volk selber auch zu seinem Besitz. Denselben Gedanken
finden wir auch in Epheser 1 in Bezug auf uns. Gott hat uns die himmlischen
Segnungen geschenkt, aber gleichzeitig sind wir „für [ihn] selbst“ zum
Eigentum als seine Söhne (Eph 1,5). Je mehr wir das wertschätzen, was Gott uns
geschenkt hat, desto mehr kann Er sich über seinen Besitz freuen, weil Er dann
seine Interessen mit uns teilen kann.
Sein Eigentumsvolk ist, damals wie heute, aus Liebe erwählt, nicht wegen
irgendetwas Wertvollem in diesem Volk selbst, sondern aus souveräner Liebe.
Aber Liebe sucht Gegenliebe. So ist es auch bei Gott.
5Mo 7,9: So erkenne denn, dass der HERR, dein Gott,
Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Güte auf tausend Geschlechter
hin denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten.
In diesem Vers wird uns nun die Treue Gottes dargestellt, als ob sie von der
Gegenliebe der Seinen abhinge. Natürlich ist Gott sich selbst treu und steht zu
dem, was Er verheißen hat, auch unabhängig davon, wie die Seinen sich
verhalten. Doch zeigt uns dieser Vers, dass Gott durchaus Gegenliebe von den
Seinen erwartet — Gegenliebe, die sich in Gehorsam („seine Gebote halten“)
zeigt, wie wir das neutestamentlich auch für uns in 1. Johannes 5,2.3 finden.
Es freut Ihn, seine Liebe solchen zu erweisen, von denen Er auch geliebt wird.
5Mo 7,11: So sollst du das Gebot und die Satzungen
und die Rechte halten, die ich dir heute zu tun gebiete.
Es wird noch einmal betont, dass sich die Liebe in Gehorsam zeigt. Es ist
Heuchelei, zu sagen, wir würden Gott lieben, wenn wir gleichgültig über das
hinweggehen, was Er von uns möchte. Auch der Herr Jesus sagt in Johannes 14,15:
„Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote.“
5Mo 7,12.13a: 12 Und es wird geschehen: Dafür, dass
ihr diesen Rechten gehorcht und sie haltet und sie tut, wird der HERR, dein
Gott, dir den Bund und die Güte bewahren, die er deinen Vätern geschworen hat;
13a und er wird dich lieben und dich segnen und dich mehren:
Gottes Liebe findet in dem Gehorsam der Seinen einen Anknüpfungspunkt. Wenn
Er Gehorsam findet, kann sich seine Liebe im Segen für das Volk erweisen.
Andernfalls ist Zucht und Strafe notwendig (vgl. Heb 12).
5Mo 7,13b.14: 13b Er wird segnen die Frucht deines
Leibes und die Frucht deines Landes, dein Getreide und deinen Most und dein Öl,
das Geworfene deiner Rinder und die Zucht deines Kleinviehs, in dem Land, das er
deinen Vätern geschworen hat, dir zu geben. 14 Gesegnet wirst du sein vor allen
Völkern; kein Unfruchtbarer und keine Unfruchtbare wird unter dir sein noch
unter deinem Vieh.
Dreierlei Segen wird uns in diesen Versen vorgestellt. Zunächst finden wir
die Frucht des Leibes. Neues Leben wird hervorgebracht, das dann auch Gott
lieben und die Liebe Gottes genießen kann. Das war das Ziel der Arbeit des
Apostels Paulus: „… den wir verkündigen, indem wir jeden Menschen ermahnen
und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, damit wir jeden Menschen vollkommen
in Christus darstellen“ (Kol 1,28). Er vergleicht das mit Geburtswehen: „Meine
Kinder, um die ich abermals Geburtswehen habe, bis Christus in euch Gestalt
gewinnt“ (Gal 4,19). Auch uns sollte es glücklich machen, wenn auch andere
den Segen Gottes erfahren.
Die Frucht des Landes (Korn, Most, Öl) spricht zu uns von den Segnungen des
ewigen Lebens (siehe 5Mo 8). Wenn diese Frucht vermehrt wird, heißt das für
uns nicht, dass Gott uns dann mehr davon schenkt — denn Er hat uns das ewige
Leben bereits gegeben —, wohl aber, dass wir mehr davon verstehen und auch
genießen.
Die Frucht des Viehes stellt dar, dass einerseits unsere geistliche Nahrung
vermehrt wird und andererseits die Zahl der möglichen Opfertiere vermehrt wird
(5Mo 12,5.6). Das bedeutet für uns heute, dass wir einerseits geistlich
gestärkt werden und andererseits mehr Anleitung zur Anbetung bekommen.
5Mo 7,16: Und du wirst alle Völker verzehren, die
der HERR, dein Gott, dir geben wird. Dein Auge soll sie nicht verschonen, und du
sollst ihren Göttern nicht dienen; denn das würde dir ein Fallstrick sein.
Gegenüber dem, was uns von Gott abzieht, darf es keine Schonung geben. Wie
weit das gehen kann, zeigt uns Matthäus 18,9: „Und wenn dein Auge dir Anstoß
gibt, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist besser für dich, einäugig in
das Leben einzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu
werden.“ Auch unserer Verwandtschaft gegenüber kann das ernste Auswirkungen
haben: „Wer Vater oder Mutter mehr lieb hat als mich, ist meiner nicht
würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr lieb hat als mich, ist meiner nicht
würdig“ (Mt 10,37).
Die Hilfe Gottes steht uns dabei zur Verfügung, um die Feinde zu vertreiben:
5Mo 7,17-21: 17 Wenn du in deinem Herzen sprichst:
Diese Nationen sind größer als ich; wie könnte ich sie vertreiben? — 18
fürchte dich nicht vor ihnen. Erinnere dich doch daran, was der HERR, dein
Gott, dem Pharao und allen Ägyptern getan hat, 19 an die großen Prüfungen,
die deine Augen gesehen, und die Zeichen und die Wunder und die starke Hand und
den ausgestreckten Arm, womit der HERR, dein Gott, dich herausgeführt hat. So
wird der HERR, dein Gott, all den Völkern tun, vor denen du dich fürchtest; 20
und auch die Hornissen wird der HERR, dein Gott, gegen sie entsenden, bis die
Übriggebliebenen und die sich vor dir Verbergenden umgekommen sind. 21
Erschrick nicht vor ihnen! Denn der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein
großer und furchtbarer Gott.
Die Kraft Gottes steht uns ohne Einschränkung zur Verfügung. Seine
Versprechen gehen bis zum Ende. Nicht nur das, was uns Anfechtungen bereitet,
ist dabei in Gottes Blickfeld, nein, seine Hilfe geht so weit, bis auch die „sich
Verbergenden“ ausgetilgt sind. Um uns zu helfen, kann Gott beliebige Mittel,
sogar die Tierwelt, einsetzen, so wie Er damals die Hornissen benutzt hat.
5Mo 7,22: Und der Herr, dein Gott, wird diese
Nationen nach und nach vor dir vertreiben; du wirst sie nicht schnell vernichten
können, damit nicht das Wild des Feldes sich gegen dich mehre.
Das Austreiben der Feinde geht Schritt für Schritt vor sich. Das geht nicht
alles auf einen Schlag. Hierfür ist bei uns geistliches Wachstum notwendig. So
finden wir in 1. Johannes 2, dass die Kindlein den Bösen überwinden, dass aber
erst die Jünglinge die Welt mit ihrer Lust zu überwinden lernen müssen. Diese
Lust des Fleisches und der Augen wird uns auch in diesem Kapitel besonders in
Vers 25 vorgestellt; dort geht es um die Lust des Fleisches: „Die geschnitzten
Bilder ihrer Götter sollt ihr mit Feuer verbrennen; du sollst nicht das Silber
und das Gold daran begehren und es dir nehmen, damit du nicht dadurch verstrickt
wirst; denn es ist ein Gräuel für den HERRN, deinen Gott.“ In Vers 16 geht
es um die Gefahr der Lust der Augen: „Dein Auge soll sie nicht verschonen, und
du sollst ihren Göttern nicht dienen; denn das würde dir ein Fallstrick sein.“
Und auch der Hochmut des Lebens, der letzte der drei Kennzeichen der Welt finden
wir in dem Zusammenhang dieses Abschnittes genannt, und zwar in Kapitel 8,12: „…
damit sich dein Herz nicht erhebt.“
Die Väter in 1. Johannes 2 haben nur noch den, der von Anfang ist, das ewige
Leben. Sie haben die Welt und ihre Lust überwunden und haben an dem ewigen
Leben genug.
Groß ist die Gefahr, im Wachstum zurückzubleiben. Viele sind alt geworden
und sind immer noch, wie die Jünglinge, mehr mit der Lust des Fleisches und der
Augen und dem Hochmut des Lebens beschäftigt, als an Christus volles Genüge zu
finden. Aber es ist auch nicht möglich, im Wachstum Phasen zu überspringen.
Wer das versucht, wird zum einen gar nicht alles festhalten, was er bekommen
hat, weil es noch gar nicht richtig sein Eigentum geworden ist, und er wird zum
anderen lernen, dass man der Auseinandersetzung mit den Feinden des
Christenlebens nicht ausweichen kann.
Die Kraft Gottes ist jedenfalls in ausreichendem Maß vorhanden, denn dafür
hat Er uns seinen Geist gegeben.
5Mo 7,24b: Kein Mensch wird vor dir bestehen, bis du
sie vertilgt hast.
Kaleb stützte sich auf diese Verheißung Gottes. So lesen wir in Josua
14,12: „Und nun gib mir dieses Gebirge, von dem der HERR an jenem Tag geredet
hat; denn du hast an jenem Tag gehört, dass die Enakim dort sind und große,
feste Städte. Vielleicht ist der HERR mit mir, dass ich sie vertreibe, so wie
der HERR geredet hat.“ Das galt für Kaleb sogar in einem Alter, in dem wir
normalerweise nicht mehr viel Tatkraft erwarten, ein Alter, das eigentlich eher
von Gebrechlichkeit und Kraftlosigkeit geprägt ist.
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