|
Leitverse: Markus 16,16; Johannes
3,16; 1. Timotheus 2,1-6; Titus 2,11; Hebräer 2,9; 2. Petrus 3,9
Mk 16,16: Wer da glaubt und getauft
wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.
Joh 3,16: Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen
Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges
Leben habe.
1Tim 2,4-6: Unser [Heiland-Gott] will, dass alle Menschen errettet
werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn Gott ist einer, und
einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der
sich selbst gab als Lösegeld für alle.
Tit 2,11: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle
Menschen.
Heb 2,9: Wir sehen aber Jesus, der ein wenig unter die Engel wegen des
Leidens des Todes erniedrigt war, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt — so dass er
durch Gottes Gnade für alles den Tod schmeckte.
2Pet 3,9: [Gott] … ist langmütig gegen euch, da er nicht will, dass
irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.
Die Tragweite des Erlösungswerkes
Diese Stellen (siehe oben) geben ein
klares und unzweideutiges Zeugnis von der göttlichen Gnade gegen alle, ohne
irgendwelche Rücksicht auf die Verantwortlichkeit des Menschen oder die ewigen
Ratschlüsse Gottes. Das Wort Gottes zeigt klar, dass der Mensch verantwortlich
ist und Gott unumschränkt handeln kann.
Aber es ist auch wichtig, dass wir sehen,
wie weit die Gnade Gottes und das Kreuz Christi reicht. Gott ist darin
verherrlicht und dem Menschen jede Entschuldigung genommen worden. Menschen
streiten wohl über die Ratschlüsse Gottes sowie über die Unfähigkeit des
Menschen, ohne göttlichen Einfluss glauben zu können. Aber ihre Gründe beweisen,
dass sie Gott nicht nötig haben; wenn sie erkennen würden, wie sehr sie Ihn nötig
haben, Er würde sich gerne von ihnen finden lassen. Die Gnade Gottes und das
Versöhnungswerk Christi sind so umfassend, wie wir es nur wünschen können. „Ein
jeder“, „alle“, „wer da will“, das sind Gottes eigene Worte, und ich möchte gern
wissen, wer da ausgeschlossen ist. Wenn Gott dem Menschen eine Heilsbotschaft
sendet, so hat Er sie auch für ihn bestimmt, und wie böse ist es, die Gnade
Gottes zu verwerfen, Ihn „zum Lügner zu machen“ (1Joh 5,10) und hinterher seine geheimen Ratschlüsse als Entschuldigung für solches Tun vorzuschützen. Es
wäre ehrlicher, zu sagen: „Ich glaube dem Wort Gottes nicht, und ich brauche seine Gnade und
sein Heil nicht.“ Wenn aber Menschen ihren Hass gegen Gott und seine Wahrheit mit dem Schleier einer falschen, völlig einseitigen Theologie
zudecken, so ist das böse. Es lässt uns in Wahrheit fühlen, dass der Teufel nie
teuflischer ist, als wenn er mit der Bibel in der Hand zu uns kommt.
Wenn es wahr wäre, dass ein Mensch durch
Gottes geheime Ratschlüsse daran gehindert würde, das Evangelium anzunehmen, das
Gott ihm verkündigen lässt, wie könnte Gott dann gerecht sein und einen solchen
Menschen mit „ewigem Verderben“ bestrafen, weil er diesem Evangelium nicht
gehorcht hat (2Thes 1,6-10)? Wird es in dem finsteren Bereich der
Verlorenen eine einzige Seele geben, die Gott dafür verantwortlich machen wird,
dass sie sich dort befindet? Gewiss nicht. Gott hat in dem Versöhnungswerk Christi
eine so reiche Vorsorge getroffen, sowohl zur Errettung derer, die glauben, als
auch zur Erweisung seiner Gnade denen gegenüber, die das Evangelium verwerfen,
dass es für niemand eine Entschuldigung gibt. Nicht weil der Mensch nicht glauben
kann, sondern weil er nicht glauben will, wird er mit „ewigem
Verderben“
bestraft werden. Die Gnade Gottes ist für alle da, und wenn wir fragen: Wie ist
das möglich?, so lautet die Antwort: „Das Los für den HERRN“ fiel auf das wahre
Opfer, damit Gott in weitestem Maß betreffs der Sünde verherrlicht wurde und nun
volle Freiheit hat, gegen alle in Gnaden zu handeln und das Evangelium der
ganzen Schöpfung predigen zu lassen. Diese Gnade und diese Predigt müssen eine
unantastbare Grundlage haben, und diese Grundlage findet sich in dem
Versöhnungswerk. Und obschon der Mensch sie verwirft, wird doch Gott in der
Ausübung der Gnade wie in dem Anbieten des Heils, kraft der Grundlage, auf der
beide ruhen, vollkommen verherrlicht. Er ist verherrlicht worden und wird die
endlosen Zeitalter der Ewigkeit hindurch verherrlicht werden (vgl. Joh 12,27-32).
aus Gedanken zum 3. Buch
Mose, Heijkoop-Verlag, Winschoten
|