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Leitverse: Offenbarung 19,7-9
Off 19,7-9: 7 Lasst uns fröhlich sein und frohlocken
und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine
Frau hat sich bereitet. 8 Und es wurde ihr gegeben, dass sie sich kleide in
feine Leinwand, glänzend und rein; denn die feine Leinwand sind die
Gerechtigkeiten der Heiligen. 9 Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die
geladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes! Und er spricht zu mir: Dies sind die
wahrhaftigen Worte Gottes.
Frage: Manchmal wird gesagt [zum Beispiel A.G.
Fruchtenbaum in Handbuch für biblische Prophetie, S. 150], dass die
Hochzeitszeremonie im Himmel und das Hochzeitsfest bzw. Hochzeitsmahl auf der
Erde stattfinden würde. Stimmt das?
Antwort: Einige wollen die Hochzeit des
Lammes im Himmel sehen und das Hochzeitsfest bzw. das Hochzeitsmahl auf die Erde
verlegen, weil man nicht sieht, dass es zu dem Zeitpunkt der Hochzeit bereits
alttestamentliche Gläubige im Himmel gibt. Tatsächlich müssen nach jüdischer
Sitte die Hochzeit und das Hochzeitsmahl nicht zu einem einzigen
Zeitpunkt und an einem einzigen Ort stattfinden. Aus diesem Grund will man die
Hochzeit ins Vaterhaus und das Hochzeitsmahl ins Tausendjährige Reich auf die
Erde verlegen. Nach unserer Überzeugung ist das aus mehreren Gründen nicht
möglich. Es wäre zum einen eine verhängnisvolle Vermischung von himmlischer
Berufung und irdischer Berufung, wenn die himmlische Braut nicht dort feiern
würde, wo ihre Heimat, ihr Bürgertum ist, und dies sogar, nachdem sie bereits
bei ihrem Bräutigam in der himmlischen Heimat, im Vaterhaus, war. Zum anderen
wäre es auch eine Missachtung der irdischen Braut Jerusalem, wenn Christus auf
der Erde mit seiner himmlischen Braut das Hochzeitsmahl feiern würde.
Die Prophetie ist voll von Beschreibungen der
irdischen Braut Jerusalem und davon, dass ihr Bundesgott Jahwe sich ihrer
erbarmen würde (z. B. Ps 45; Jes 49,14–18; 54,1–8; 62,1–5; Jer 2,2). Sollte der
Herr Jesus diesen Plan mit seiner irdischen Braut fallenlassen, zumal Jerusalem „die Stadt des großen
Königs“ genannt wird (vgl. Ps 48,3; Mt 5,35)? Außerdem ist
es wenig überzeugend, dass die himmlische Braut in irgendeiner Weise ein „Ersatz“ für die Braut Jerusalem sein soll. Denn dann würde man alle
Prophezeiungen buchstäblich auslegen und lediglich die Prophezeiungen
über die irdische Braut Jerusalem vergeistlichen. Meinen diese Ausleger
wirklich, es könnte auf der Erde gleichzeitig zwei Bräute geben? (Wir gehen im
Buch „Der
vergessene Reichtum“ unter § 7 ausführlich auf die Grundsätze der Auslegung
der Prophetie ein.)
Außerdem müssten diejenigen, die das Hochzeitsmahl
auf die Erde verlegen, erklären, warum diese Szene mit Offenbarung 19,9 auf der
Erde abrupt endet und warum wir in Vers 11 plötzlich zeitlich zurückgeführt
werden und uns wieder im Himmel befinden — nichts in unserem Text weist aber auf
solch eine Veränderung hin.
Oft wird auch darauf verwiesen, die
Glückseligpreisungen in Offenbarung 19,9 und in anderen Stellen in der
Offenbarung (vgl. Off 1,3; 14,13; 16,15; 20,6; 22,7.14) hätten nur mit der Erde
zu tun. Auch dieses Argument ist nicht überzeugend. Zumindest Offenbarung 20,6
wäre eine weitere Ausnahme, da dort verherrlichte Heilige im Himmel glückselig
gepriesen werden. Andererseits überrascht es nicht, dass die
Glückseligpreisungen in der Offenbarung viel mit der Erde zu tun haben, denn
letztlich steht in diesem Buch alles mit der Entwicklung der Wege Gottes auf der
Erde in Verbindung. Auch die Hochzeit des Lammes wird hier nur als Ergebnis des
Gerichts über die falsche „Braut“, die Hure, das abgefallene Christentum auf der
Erde erwähnt [1]. Erst nachdem die falsche Braut gerichtet ist, kann die
Hochzeit des Lammes mit der wahren Braut, der Gemeinde, stattfinden. Wenn wir
nur einmal die Anzahl der Verse in Bezug auf das Gericht über die Hure und die
Hochzeit des Lammes mit seiner Braut vergleichen, merken wir, worauf hier der
Schwerpunkt liegt.
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Anmerkungen:
[1] Das heißt natürlich nicht, dass die
Hochzeit nur stattfindet, weil das Gericht über die falsche Braut stattgefunden
hat. Die Hochzeit wird hier in der Offenbarung vielmehr erwähnt, weil sie
zeitlich auf das Gericht über die falsche Braut folgt. Die öffentliche
Anerkennung der wahren Braut wartet eben auf die Verurteilung der falschen
Braut. Das ist auch der eigentliche Aspekt der Hochzeit hier: Es geht um die
öffentliche Anerkennung. Andere Aspekte der Hochzeit — die mehr persönlichen —
können wir auch zu Pfingsten und bei der Entrückung erkennen.
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