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Leitverse: Kolosser 1,27-29; 2,8-10; 4,12; 1. Korinther 10,17; 12,12
Inhalt
Einleitung Drei besondere Offenbarung 1. Ein Leib in Christus 2. Die Bedeutung des Abendmahls 3. Die Entrückung Vollendet in Ihm Epaphras ringt in den Gebeten — wofür? Zwei Gefahren — Rationalismus und Ritualismus
Wir wollen erneut den Kolosserbrief aufschlagen. In dieser Reihe zu der Lehre
des Paulus hatten wir bereits einen Vortrag gehabt, in der wir uns mit der
Auswirkung dieser Lehre auf unser Leben und Zeugnis in diesen letzten Tagen
beschäftigt haben. Wir haben gesehen, wie die Gemeinde historisch eingeführt
wurde, und wir haben die Bekehrung des Apostel Paulus sowie das Zeugnis, das ihm
anvertraut wurde, betrachtet. Wir haben in seinem Dienst gesehen, wie er es
begehrte, alle Heiligen in die volle Gemeinschaft dessen zu bringen, was ihm als
besonderem Apostel Gottes offenbart worden war. Zugegebenermaßen hat der Apostel
eine einzigartige Stellung unter den anderen Aposteln. Vierzehn Männer werden in
der Heiligen Schrift als Apostel bezeichnet und Paulus brauchte sich nicht
hinter dem vornehmsten von ihnen zu verstecken. Paulus war das „auserwählte
Gefäß“ (Apg 9,15), durch das Christus die Wahrheit über die Kirche (Gemeinde,
Versammlung) offenbarte. Tatsächlich ist Paulus der Einzige der acht Autoren des Neuen Testamentes, der von der Gemeinde
Gottes spricht.
Wohl sprechen die anderen Apostel von „der Gemeinde“, aber allein Paulus, wie
ich glaube, benutzt den Ausdruck „die Versammlung Gottes“.
Im letzten Vortrag haben wir Paulus durch das erste Kapitel des
Kolosserbriefes begleitet und besonders seine Aussage in Kolosser
1,27-29 betont:
Kol 1,27-29: Christus … 28 den wir verkündigen,
indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit,
damit wir jeden Menschen vollkommen in Christus darstellen; 29 wozu ich mich
auch bemühe, indem ich kämpfend ringe gemäß seiner Wirksamkeit, die in mir
wirkt in Kraft.
Dann im nächsten Kapitel: „Denn ich will, dass ihr wisst, welch großen
Kampf ich habe um euch und die in Laodizea und so viele mein Angesicht im
Fleisch nicht gesehen haben, damit ihre Herzen getröstet werden, vereinigt in
Liebe und zu allem Reichtum der vollen Gewissheit des Verständnisses, zur
Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, in dem verborgen sind alle Schätze der
Weisheit und [der] Erkenntnis“ (Kol 2,13). Der Apostel sorgt sich hier darum, dass sich in meinem und deinem
Leben die Wahrheit über das Geheimnis auswirkt. Und das Geheimnis Gottes ist
verbunden mit Christus und der Gemeinde.
Durch Gottes Wege und nach seiner Weisheit wurde Paulus der Herold für die
Verkündigung von drei besonderen Offenbarungen. Auf die größte von ihnen wird
zuerst in 1. Korinther 12,12 angespielt:
1Kor 12,12: Denn so wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle
Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus.
„Der Christus“! Ich betone den bestimmenden Artikel
nicht ohne Grund. Es steht so im griechischen Text.
„Denn auch in einem Geist
sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es
seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt
worden“ (1Kor
12,13). „So auch [der] Christus.“ Was bedeutet an dieser Stelle der Ausdruck
„der Christus“?
Es bedeutet, dass die Vereinigung der Glieder des Leibes, mit dem
auferstandenen und erhöhten Haupt, wenn man sie gemeinsam ansieht — Leib, Haupt
und die Glieder —, als eins angesehen werden und deshalb „der Christus“ genannt
werden. Der mystische „Christus“ umfasst also das Haupt im Himmel und die
Glieder auf der Erde. Im Kolosserbrief sagt Paulus, dass er einen doppelten
Dienst empfangen habe. Der erste Teil dieses Dienstes bezog sich auf das
Evangelium, und das Evangelium des Paulus verbindet den Menschen immer mit der
Herrlichkeit, wie er es auch im vierten Kapitel des 2. Korintherbriefes nennt:
„… das Evangelium von der Herrlichkeit Christi.“ Warum war das so? Wenn Paulus das
Evangelium predigte, beließ er es nicht dabei, den Sündern zu sagen, dass
Christus für sie starb und dass ihnen die Sünden vergeben würden, wenn sie
Christus annähmen. Die Predigt des Paulus war ein Evangelium, so inhalts- und
kraftvoll und dass derjenige, der an Christus glaubt, nicht nur Vergebung der
Sünden erhielt, sondern mit dem Menschen in der Herrlichkeit verbunden würde —
dem verherrlichten Herrn droben. Ja seine Lehre geht sogar noch weiter und
sieht den Gläubigen in den himmlischen Örtern sitzen in Christus.
Die zweite Offenbarung, die Paulus erhielt, war eng mit der ersten verbunden.
Zusätzlich zur Wahrheit, dass die Kirche eine himmlische Einrichtung und mit dem
verherrlichten Haupt durch den innewohnenden Heiligen Geist Gottes verbunden
ist, wurde Paulus ebenso die volle lehrmäßige Bedeutung dessen vermittelt, was
wir gewöhnlich „das Abendmahl“ nennen. In der religiösen Welt wird es auch
gemeinhin als Abendmahlsgottesdienst bezeichnet. Im Wort Gottes finden wir es im
1. Korintherbrief, Kapitel 10 und 11, als seine große zentrale Anordnung, die
für uns durch die gesamte Geschichte der Gemeinde hindurch die Wahrheit über den
Tod Jesu Christi ausdrückt. Paulus wurde nun die Verbindung zwischen dem
Gedächtnis des Herrn und der zusätzlichen Bedeutung des einen Brotes offenbart:
1Kor 10,17: Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die Vielen, denn wir alle
nehmen teil an dem einen Brot.
So wird die Einheit des Leibes Christi (der Kirche)
vor uns gebracht.
Bei der dritten Offenbarung an Paulus geht es um die Auferstehung der
abgeschiedenen Heiligen und die Tatsache, dass einige von uns niemals sterben
werden. Wie passt das nun mit den beiden anderen Offenbarungen zusammen?
Folgendermaßen: Wenn die Wahrheit von Christus und der Gemeinde die höchste
Wahrheit ist, die Gott der Menschheit geben kann, und das Gedächtnismahl des
Herrn der Ausdruck dieser Wahrheit für die Gemeinde auf der Erde ist, was ist
dann mit den Heiligen, die bereits verstorben sind? Verlieren sie irgendwelche
Vorteile, die den lebenden Heiligen zuteilwerden? Nein, wir sind sicher, dass
sie nichts verlieren. Denn der Herr wacht über sie und wird sie alle
zurückbringen, damit sie mit uns zusammen verwandelt und passend gemacht werden
für den Segen, wenn wir in die Fülle dessen eintreten, was wir nun im Glauben
erhalten haben. Die Auferweckung der gestorbenen Heiligen und die Verwandlung
der Lebenden, um in den Wolken entrückt zu werden und den Herrn in der Luft zu
begegnen, wird gewöhnlich die „Entrückung“ genannt oder die „Aufnahme“ der
Kirche/Gemeinde.
Wenn alle, die erwählt wurden, den mystischen Leib zu bilden, durch die
Verkündigung des Evangeliums gesammelt sind, wird die Stimme des Erzengels
ertönen und die Gemeinde wird für immer von der Erde entrückt. In 1.
Thessalonicher 4 finden wir, wie es sich ereignen wird. Diese drei
Offenbarungen, die Paulus erhielt, sind aufs Engste miteinander verbunden.
Zusammen vollenden sie das besondere Zeugnis des Paulus.
Kommen wir nun zurück zu Kolosser 2. Der Apostel sorgt sich darum, dass die
Gläubigen die volle Erkenntnis des Geheimnisses Gottes haben.
Kol 2,4.8-10: 4 Dies sage ich [aber], damit niemand euch verführe durch
überredende Worte. ... 8 Gebt Acht, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute
wegführt durch die Philosophie und durch eitlen Betrug, nach der Überlieferung
der Menschen, nach den Elementen der Welt, und nicht nach Christus. 9 Denn in
ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; 10 und ihr seid vollendet in
ihm.
Liebe Geschwister, „ihr seid vollendet in ihm“. Wie eifersüchtig hat Paulus
darüber gewacht, dass sich diese Wahrheit mit uns fortsetzen sollte. „Vollendet
in ihm“ — aber das hängt zusammen mit der Wahrheit von Christus und seiner
Gemeinde. Man kann sie nicht trennen. Es gehört alles zusammen und Paulus sagt
im ersten Vers: „Denn ich will, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich habe um
euch …“ Weswegen? Damit sie gerettet würden? Nein! Vielleicht damit sie nach dem
Tod in den Himmel kommen könnten? Nein! Damit sie in dieses Geheimnis
eindringen, damit dieses Geheimnis ihr Leben prägt und gestaltet! Und er fährt
fort die Lehre zu entwickeln, so wie sie sich praktisch auf das Leben des
Gläubigen auswirkt.
Wenden wir uns im letzten Kapitel desselben Briefes dem 12. Vers zu:
Kol 4,12: Es grüßt euch Epaphras, der von euch ist, ein Knecht Christi
Jesu, der allezeit für euch ringt in den Gebeten, damit ihr vollkommen und
völlig überzeugt in allem Willen Gottes steht.
Da gab es also einen Mann, der durch Beten geistlich für
den Herrn arbeitete. Lebte er für das Evangelium? Ich zweifle nicht daran. Es
gibt keinen Gläubigen mit einem gesunden Seelenzustand, der nicht für das
Evangelium lebt. Aber ich sag euch, bei Epaphras gab es noch etwas darüber
hinaus. Epaphras lebte für die Gemeinde. Lebt ihr für die Gemeinde? Wirklich?
Paulus tat es. Paulus lobt Epaphras dafür, dass er sich geistlich abmüht und
arbeitet, damit die Heiligen die volle Erkenntnis der ganzen Wahrheit Gottes
erfahren. Die Zeit, in der wir leben, ist so flach und das Christentum so
verwässert, dass es an manchen Orten mit einer Missionsgesellschaft für das In-
und Ausland verwechselt wird.
Ich werde euch erzählen, was ich erlebt habe. Eines Nachmittags hatten wir
eine gute Bibelarbeit während einer Konferenz. Es war ein Pfarrer da, ein Kind
Gottes. Ich kannte ihn persönlich. Seine Mutter gehörte zu der Zusammenkunft der
Geschwister dort. Am Ende der Konferenz bemerkte ich ihm gegenüber, was wir doch
für eine schöne Zeit mit dem Wort Gottes hatten und er stimmte mir eher
zögerlich zu und fügte an: „Diesen Dingen messe ich keine große Bedeutung zu.
Ich glaube, dass Gott alle Dinge in Bezug auf die Rettung menschlicher Seelen
misst.“ Er meinte das so, er war ehrlich, und ich glaube, dass er auch wirklich
einer war, der Seelen gewonnen hat. Eines Tages wird sein ganzer Dienst für
Christus in feierlichem Rückblick an Christi Richterstuhl vorbeiziehen. Glauben
Sie, dass an diesem Tag sein Wertmaßstab Gültigkeit haben wird? Wird Gott unser
christliches Leben danach bewerten, wie viele Seelen wir für Christus gewonnen
haben? Paulus schrieb an die Heiligen: „Ihr seid unser Brief, geschrieben in
unsere Herzen, erkannt und gelesen von allen Menschen“ (2Kor 3,2). Was kann man
in euch lesen? Wird man nur das lesen können, was die Rettung der Menschen
betrifft? Oder wird in ihnen der Geist eines Epaphras gefunden, der sich darum
mühte, mit dem Willen Gottes bezüglich Christus und seiner Gemeinde in
Übereinstimmung zu sein? Wir müssen die richtigen Maßstäbe haben. Wenn nicht,
entfernen wir uns weit von Gottes Gedanken.
Ich erinnere mich, wie Bruder M. und ich vor ungefähr dreißig Jahren einer Witwe
beim Ausschachten für ihr neues Heim halfen. Wir maßen Länge und Breite,
allerdings war ein Zoll vom Zollstock abgeschnitten worden, was wir aber nicht
wussten. Als der Maurer kam, um die Wände zu mauern, stellte er zu seinem
Entsetzen fest, dass das Loch im Boden in beiden Richtungen zu klein war. Wir
waren aufrichtig; wir wussten nicht, dass ein Zoll gefehlt hatte — und wir
hätten im Traum nicht daran gedacht. Wir mussten erst überzeugt werden. Aber wir
benutzten das falsche Messwerkzeug und das Ergebnis zeigte sich in unserem Werk.
Der Maurer fand den Fehler. Und wenn wir hier in unserem Werk für Gott den
falschen Maßstab anwenden, können wir nur erwarten, dass unser Werk falsch ist.
Wir möchten in unserem Christenleben sichergehen, dass wir dem ganzen Ratschluss
und Bereich der vollen und freien Offenbarung Gottes Raum geben. Beachte, wie
Paulus sagt: „Gebt Acht, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführt“
(Kol 2,8). Wenn ihr euch dann heute die christliche Welt anseht, könntet ihr
euch mit viel Fantasie etwas vorstellen, das noch weniger seinem Original
entspricht als das Christentum? Bei all dem Stimmengewirr in der heutigen Welt
sticht das Christentum besonders hervor. Wir finden jegliche Art von Schisma,
Wahrheit, Fehler, Kult, Ritualismus, Rationalismus — alles unter dem Banner des
Christentums.
In unserem Abschnitt (Kol 2,8-18) begegnen den Gläubigen zwei ernste
Gefahren. Die erste Gefahr ist der Rationalismus, der zweite ist der Ritualismus,
und beide werden uns um den Schatz der Wahrheit Gottes bringen. Der
Rationalismus — liebe junge Leute, diese Vorträge sollen hauptsächlich jungen
Christen Nutzen bringen —, ich möchte euch das wirklich nahebringen, der
Rationalismus lässt den Verstand in den Angelegenheiten Gottes arbeiten.
Rationalismus ist der Versuch, sich geistig von den Dingen Gottes zu lösen. Wenn
ihr das zulasst, werdet Ihr, ohne es zu merken, den Boden der Wahrheit Gottes
verlassen. Das ist eine sehr subtile Angelegenheit. Satan weiß, dass, wenn er
euren Verstand gebraucht, er auf 6000 Jahre Erfahrung mit diesem Instrument
zurückgreifen kann. Er weiß, wie er Dinge so darstellen kann, dass sie den
natürlichen Verstand ansprechen. Das Heilmittel ist das Wort, das Paulus in 2.
Korinther 10,5 spricht: „… und jede Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis
Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus.“
Wenn wir lernen, die Wahrheit von Gott so einfältig aufzunehmen, wie sie uns
gegeben wurde, so werden wir bewahrt bleiben.
In diesem Zusammenhang denke ich an das Wort des Paulus in 2. Korinther 11,3:
„Ich fürchte aber, dass etwa, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so
euer Sinn verdorben und abgewandt werde von der Einfalt gegenüber dem Christus.“
Ihr jungen Leute, achtet auf diesen Ausdruck: „die Einfalt gegenüber dem
Christus“. Die Dinge Gottes, die Wahrheit Gottes, alles wird einfach genannt,
sie sind einfach zu glauben, aber ein Stein des Anstoßes für die Vernunft. Es ist
auch kein Wunder, dass die Welt das Evangelium hört und als Torheit ansieht. So
ist das mit dem natürlichen Menschen. Aber für den Glaubenden ist das Wort
Gottes ein Vorratshaus und ein wertvoller Schatz, und daraus bringt er alte und neue
Schätze hervor. Der Apostel sagt nun in unserem Kapitel, er möchte nicht, dass
wir verdorben werden. Willst du dem Feind erlauben, dich zu verderben und
auszurauben?
In einem fundamentalistischen Magazin sah ich eine Buchanzeige. Ich kaufte
dieses Buch und las einen Teil daraus. Es war verführerisch geschrieben,
wirklich gekonnt gemacht. Aber das ganze Buch war ein Versuch, Gottes Plan für
den menschlichen Verstand passend zu machen. Es war ein Versuch der menschlichen
Vernunft, die Wahrheit in eine Form zu pressen, die vom fleischlichen Menschen
akzeptiert werden kann. Bevor ich das Buch beendete, war ich beeindruckt, wie
Kinder Gottes so weit vom Pfad abkommen können. Ich fühlte, wie Satan diesen Autor
so weit vom Boden der Wahrheit entfernt hatte, dass er tatsächlich ernsten Irrtum
predigte. Er hatte tatsächlich den Christus Gottes verloren — den Ewigen. Ja,
sein Christus wurde zum Nachkommen Gottes, natürlich nicht in diesen Worten,
aber in summa und Substanz war es das, wohin seine Worte führten.
Wie vorsichtig
müssen wir doch sein. Vertraue nicht deinem Verstand! Erinnere dich daran, Gott
gab uns sein Wort, und als Er das tat, zog Er uns nicht zu Rate: „Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen?“
(Röm 11,34). Das hatte Paulus im Sinn, als er an die Römer schrieb. Ja, wer hat Gott geholfen?
Wer hat Ihn beraten, als Er seinen Plan für Zeit und Ewigkeit machte? Paulus
schließt das alles aus. Wir sind weise, du und ich, wenn wir uns der Wahrheit
von Hebräer 1 unterwerfen: Gott hat zu uns geredet; und wenn wir weise sind,
nehmen wir sein Wort an, nehmen es ohne Rückfrage an. In Kolosser 2 werden wir
gewarnt, dass Satan uns liebend gerne vom Boden der Wahrheit entfernen würde,
entweder durch Rationalismus oder Ritualismus.
In der uns heute umgebenden Moderne sehen wir die ausgewachsenen Ergebnisse
davon, dass der Mensch seinen Verstand mit den Dingen Gottes arbeiten lässt.
Einen extremen Vertreter haben wir in Henry Emerson Fosdick, der offen sagt,
dass er nicht an die Auferstehung des Herrn Jesus, die Jungfrauengeburt des
Christus sowie das Sühnungswerk Christi glaubt. Er offenbart sich damit ganz
offen als Ungläubiger. Das ist das Ende der Straße, das ist, wohin die Moderne
führt. Moderne oder Rationalismus beginnen mit der Veränderung oder
Neutralisierung der Heiligen Schrift, wenn auch nur in kleinen Dingen. Aber
es ist alles auf demselben Weg. Es ist nur eine Frage, wie weit wir gehen.
Beispielsweise hat neulich einer der Radioprediger, der gerne als Fundamentalist
angesehen werden möchte, den Denominationalismus [christliche Systeme und
Kirchen; Anm. d. Red.] verteidigt. Er machte eine Bemerkung in der Art: Es wird
immer Denominationen geben, solange die Kirche existiert. Wir ziehen unseren
Kindern unterschiedliche Kleidung an, wir ziehen sie nicht alle gleich an. Wir
erlauben ihnen eine gewisse Individualität und kleiden sie entsprechend ihrer
Persönlichkeit. Und er tat die Frage der Denomination mit einer Handbewegung ab,
so als wollte er sagen: „Dieser Teil der Frage ist uns überlassen.“ Ist das
Glaube oder Rationalismus?
Übersetzung: Raymond Loyal
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