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Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel stammt aus der Zeit vor dem Jahr 2000. Er spiegelt nicht
zwingend die heutige Meinung des Autors wieder, da der Autor seine
Gedanken in den letzten Jahren auf etlichen Gebieten sehr verändert hat,
siehe dazu auch unsere FAQ.
Dennoch haben wir diesen Artikel aufgenommen, da er sehr wohl die Meinung
der Redaktion wiedergibt.
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Leitvers: Offenbarung 3,20
Off 3,20: Siehe ich stehe an der Tür und klopfe an.
Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich eingehen und
das Abendbrot mir ihm essen und er mit mir.
Wir haben große Reichtümer in dem Herrn Jesus empfangen. Reichtümer, die sich
auf den Himmel beziehen, wo wir jetzt den Herrn Jesus durch den Glauben sehen
dürfen. Der Herr hat seinen Lauf vollendet und ist jetzt in der Herrlichkeit, wo
Ihn die Engel anbeten. Und in Ihm sind auch wir vollendet. In Ihm finden wir
unsere Erlösung, Weisheit, Stärke, Licht und Kraft. Man könnte sagen, das ist eine Seite des christlichen Lebens. Aber es gibt
auch noch eine andere Seite, nämlich unsere Umstände in dieser Welt. Wir können
hier in Kampf und Not sein. Doch all unseren Mangel kann die unvergleichliche
Liebe und Gnade, die in dem Herrn Jesus ist, erfüllen.
Das ist eine andere Seite. Das macht das christliche Leben manchmal so
kompliziert. Es bewegt sich zwischen diesen beiden Seiten. Auf der einen Seite
sind wir Himmelsbürger, und das heißt nach Philipper 3, dass wir Bürger eines
Reiches der Himmel sind, dass wir zu einer ganz anderen Welt gehören. Einer
Welt, die in jeder Hinsicht total verschieden zu der heutigen Welt ist, in der
wir hier zu leben haben. Auf der einen Seite sind wir also Himmelsbürger,
solche, die „Frucht der Erlösung“ sind und schon zum Himmel gehören.
Andererseits aber sind wir hier auf dieser Welt, haben Häuser wie die Menschen
in dieser Welt, haben Berufe wie die Menschen in dieser Welt, müssen zur Schule
gehen wie die Menschen in dieser Welt, müssen uns kleiden, müssen leben, müssen
Einkäufe tun — doch in irgendeiner Weise sollte das alles ganz anders sein. Das
macht das christliche Leben nicht leicht; Himmelsbürger zu sein, die in dem
Himmel zu Hause sind und trotzdem noch auf dieser Erde leben.
Ich glaube, der Herr Jesus spricht in Offenbarung 3,20 über diese beiden
Seiten, zwar nicht auffallend, aber es ist doch da. Der Herr Jesus sagt: „Ich
stehe an der Tür und klopfe an.“ Dieser Vers wird nicht an Ungläubige gerichtet, sondern an Christen. Ich sage
nicht Gläubige, ich sage, es wird zu solchen gesagt, die bekennen, den Herrn
Jesus zu lieben. Aber der Herr Jesus steht draußen. Er sagt: „Ich stehe an der
Tür und ich klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und mir die Tür aufmacht,
zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen und er mit mir.“ Das
Abendbrot mit ihm essen, das ist in der Schrift ein schönes Zeichen der
Gemeinschaft.
Der Herr Jesus möchte mit dir und mir Gemeinschaft haben. Was heißt das?
Gemeinschaft heißt, etwas mit einem anderen gemeinsam besitzen. Wenn der Herr
Jesus mit dir und mit mir Gemeinschaft hat, dann heißt das, dass sein Teil mein
Teil ist und mein Teil sein Teil. Wir genießen dasselbe, wir teilen unsere
Sorgen und Nöte, wir teilen aber auch unsere Segnungen und Reichtümer. Darin
sind schon die zwei Seiten angedeutet, die der Herr Jesus in diesem Vers auch
anspricht, nicht sehr auffallend, wie gesagt, denn Er sagt nur: „… zu dem werde
ich hineinkommen und das Abendbrot mit ihm essen und er mit mir.“ Wir würden
sagen, wenn jemand das so schreibt, klingt das ziemlich überflüssig. Wenn Er
sagt: „Ich möchte das Abendbrot mit dir essen“, würden wir denken, es ist
selbstverständlich, dass wir das Abendbrot dann auch mit Ihm essen. Das ist doch
dasselbe! Nein! Wenn die Schrift uns etwas so sagt, dann ist das niemals
dasselbe. Der Herr möchte zu uns hineinkommen und das Abendbrot essen. Aber das
ist doch nicht dasselbe, als wenn wir zu Ihm kommen, um zu essen. Da ist doch
ein Unterschied. Aber das ist genau das, was der Herr Jesus hier erwähnt. Er
möchte zu dir, in deine Umstände hineinkommen, welche das auch immer sein mögen.
Er möchte hineinkommen in deine Nöte, Sorgen, deinen Mangel und in diesen
Umständen mit dir Gemeinschaft haben.
Was heißt das, Gemeinschaft haben? Er möchte deine Umstände, Nöte, Sorgen mit
dir teilen, als ob es seine Umstände, Nöte und Sorgen wären. Wenn Er zu uns
hineinkommt, dann heißt das, dass Er alles, was uns drückt und quält, auf sich
nehmen will und mit uns teilt. Das ist Liebe. Wenn zwei Menschen einander
lieben, dann haben sie Gemeinschaft miteinander, denn sie teilen ihr ganzes
Leben. Alles tragen sie zusammen, alles machen sie zusammen. Das ist
Gemeinschaft. Jedes Teil besitzen sie gemeinsam. Genau das möchte der Herr
Jesus. Er möchte zu uns hereinkommen und alle unsere Umstände mit uns teilen,
unsere Nöte teilen, unsere Fragen hören und zu seinen Fragen machen. Er möchte
bei uns sein in jeder Not. Aber das ist nicht das Einzige. Er sagt auch: Ich
möchte, dass du auch einmal so weit kommst, lieber Bruder, liebe Schwester, dass
du auch mal bei mir zu Besuch kommst, dass du auch mal zu mir kommst, um das
Abendbrot zu essen. — Das ist doch etwas ganz anderes. Das müssen wir gut
unterscheiden. Der Herr Jesus hat nämlich keine Nöte, keine Sorge, die wir mit
ihm teilen könnten. Wenn wir zu ihm kommen, um das Abendbrot zu essen, finden
wir nur Segnungen, da finden wir nur Herrlichkeit und Reichtümer.
Kennst du diese beiden Seiten des christlichen Lebens? Weißt du ganz
praktisch, was es heißt, dass der Herr Jesus bei dir sein möchte, in deinen
Umständen? Aber weißt du auch, was es ganz praktisch heißt, wenn Er sagt: Ich
habe einen Obersaal, in den du kommen kannst, um das Abendbrot mit mir zu essen?
Als der Herr Jesus seine Jünger aussendet, um das Passahlamm zu bereiten, dann
lesen wir in Markus: „Mein Obersaal soll bereitet werden.“ Er nennt diesen Saal,
der Ihm eigentlich buchstäblich gar nicht gehörte, „mein Obersaal“. Der Herr
Jesus hatte hier auf der Erde nichts, das er sein nennen könnte. Er besaß
nichts. Er war wie der Sohn des Menschen und wie die Füchse und wie die Vögel
oder noch schlimmer, Er hatte nichts, wo Er sein Haupt niederlegen konnte. Aber
wenn es darum ging, mit den Seinen hier auf der Erde Gemeinschaft zu haben, da
erhebt Er sie gleichsam von dieser Erde. Es ist ein Obersaal. Ein Saal, der über
die Umstände dieser Welt erhaben ist. Ein Saal, von dem der Herr Jesus sagt: Das
ist mein Obersaal. — Der gehört nicht zu dieser Erde und auf dieser Ebene möchte
Er seine Jünger versammeln, damit sie Gäste bei Ihm sind. Nein, keine Gäste! Wir
sind ja Kinder im Haus des Vaters. Wir sind ja bei Ihm nicht nur zu Besuch, wir
gehören ja zu Ihm. Wir besitzen Ihn und Er besitzt uns. Da sind wir wirklich zu
Hause. Nicht auf dieser Erde, sondern bei Ihm in diesem Obersaal. Und dort sagt
er zu Petrus: Petrus, du möchtest doch auch Teil mit mir haben. — Das ist wieder
diese andere Seite der Gemeinschaft. Er kommt zu dir und zu mir hinein und
möchte Gemeinschaft mit uns haben, in unseren Umständen. Und Er möchte, dass wir
bei Ihm sind, in der Herrlichkeit, geistlich da hineintreten, jeden Tag den
Platz kennen in dem Obersaal, Gemeinschaft haben mit dem Herrn Jesus, da wo Er
ist, über die Umstände, die Nöte und Sorgen erhaben, weg von dieser Erde. Er
sagt „in meinem Obersaal“ und Er sagt in Johannes 13 „Teil mit mir“. Das ist
Gemeinschaft. Das heißt sein Teil besitzen. Was ist sein Teil? Wunderbar groß.
Es ist in der Herrlichkeit, es ist im vollkommenen Segen. Müssen wir darauf
warten, bis wir diesen Segen mit Ihm genießen können? Nein! Der Herr Jesus sagt:
Ich habe einen Obersaal und dort könnt ihr mein Teil mit mir genießen, jetzt
schon durch den Heiligen Geist.
Kennst du diese beiden Seiten des christlichen Lebens? Nimmst du den Herrn
Jesus mit hinein in deine Umstände, in deine Sorgen, in deine Nöte? Nutzt du
dieses Vorrecht? Er möchte hineinkommen! Aber kennst du auch den Platz in dem
Obersaal?
Fortsetzung Teil 2
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