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Ein Mensch sieht, was vor Augen ist - J. Klein
      

 

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Ein Mensch sieht, was vor Augen ist
1. Samuel 16,7
J. Klein
© Z&S    Zugriffe: 6143    seit: 22.02.2008  
Foto: SI

 


Leitvers:
1. Samuel 16,7

1Sam 16,7: Aber der Herr sprach zu Samuel: Blicke nicht auf sein Aussehen und auf die Höhe seines Wuchses, denn ich habe ihn verworfen; denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das Äußere, aber der Herr sieht auf das Herz.

„Irgendwie sieht er komisch aus“, dachten die anderen. So wurde Joels Vater gefragt: „Gehört dieses Ding dir?“ Der Kassierer im Einkaufsladen murmelte: „Warum bringen Sie dieses Kind in die Öffentlichkeit? Das ist doch eine Schande!“ Auf dem Spielplatz fragte ein kleiner Junge, angestachelt durch ältere Geschwister: „Was ist denn das für ein Affe, der die Rutschbahn hinunterrutscht?“ Als Joel dann älter war, verließen z.B. Menschen das Restaurant, sobald er es mit seinen Eltern betrat, oder das Servicepersonal machte kehrt, sobald es ihn sah.

„Irgendwie sieht der komisch aus!“ Diese Gedanken kommen Menschen immer mal wieder, wenn sie andere sehen, die z.B. nicht dem gängigen Schönheitsideal oder dem Kleidungsstil einer bestimmten Gruppe entsprechen. Bei Joel aber war Folgendes passiert: Kurz vor seinem zweiten Geburtstag war er mit seinen Eltern unterwegs in den Urlaub. Als sie (am 15. September 1979) am Ende einer langen Kolonne warteten, war ihr Auto von einem LKW gerammt worden, der Tank explodierte und das Auto fing Feuer. Als Joel einige Zeit später aus dem Auto geborgen wurde, war er bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Die Ärzte gaben ihm weniger als 10% Überlebenschancen, da er mehr als 85% Verbrennungen dritten Grades hatte. In den kommenden Wochen fielen seine Finger und Zehen ab. Er verlor einen Teil seiner Füße, seine Ohren, seine Lippen und seine Haare.

Heute [2008] ist Joel Sonnenberg 29 Jahre alt. Er hat nach seinem Unfall viele Operationen gehabt. Seit seinem fünften Lebensjahr beziehen ihn seine Eltern in die Entscheidung für oder gegen weitere Operationen mit ein. Er entschied, weitere Operationen nur noch zuzulassen, wenn sie seinem Körper nützlich sein würden. Solche mit rein kosmetischem Zweck lehnt er ab.

Nach vielen Kämpfen urteilt er heute über seine Situation:

„Gott hat seine Arme geöffnet und die Sühnung meiner Schuld durch Christus akzeptiert. Deshalb bin ich wertvoll. Ich muss mich nicht darum sorgen, ob ich von anderen angenommen bin oder nicht … Meine Behinderungen wurden durch Gottes Hilfe zu Fähigkeiten. Alle von uns haben einzigartige Gaben und Stärken. Ich durfte erfahren, dass mein Aussehen oder meine fingerlosen Hände eigentlich ein Geschenk sind. Es ist das, was Gott mir zugedacht hat … mir wurde gegeben, was ich bin. Das Gesicht hat in unserer Gesellschaft eine besondere Bedeutung. Mein ‚abnormales‘ Aussehen ist Gottes Weg für mich. Wenn mich Menschen sehen, auf mich hören, sich über mich wundern — dann habe ich eine wichtige Stellung erhalten. Ich habe dadurch die Möglichkeit, ihnen von der Frohen Botschaft zu erzählen … Gott sagt uns in seinem Wort: ‚Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.‘ Wenn ich mich auf das konzentriere, was Gott in mir sieht, verändert sich meine Sicht. Weg von dem, was Menschen wichtig ist, hin zu dem, was Gott sieht. Es führt mich dazu, Gott gefallen zu wollen. Wenn ich das erreiche, bin ich am glücklichsten.“

Der Vers, den Joel zitiert, stammt aus 1. Samuel 16,7. Hier geht es darum, dass Samuel beauftragt wurde, im Haus Isais einen Nachfolger für König Saul zu salben. Er sah Eliab und meinte, er sei der Auserwählte. „Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seinen hohen Wuchs! Denn ich habe ihn verworfen. Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz“ (1Sam 16,7). Was hier besonders verwundert, ist, dass Samuel offensichtlich nicht bedachte, dass Aussehen und Größe als Kriterium für einen guten König soeben bei Saul nicht funktioniert hatten. Über ihn wird nämlich zunächst berichtet: Er „war jung und stattlich, und niemand von den Söhnen Israels war schöner als er. Er war einen Kopf größer als alles Volk … Denn keiner ist ihm gleich im ganzen Volk. Da jauchzte das ganze Volk, und sie riefen: Es lebe der König!“ (1Sam 9,2; 10,24). Und später sagt Samuel zu Saul: „Weil du das Wort des HERRN verworfen hast, so hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst“ (1Sam 15,23).

Fazit:

  1. Selbst einem Propheten Gottes kann es passieren, dass er sich von Äußerlichkeiten blenden lässt. Wie viel mehr sollten wir dann vorsichtig sein!
  2. Wie gehen wir mit Menschen um, deren Aussehen nicht unseren Erwartungen bzw. Normen entspricht?
  3. Inwiefern lassen wir uns von den Schönheitsidealen der heutigen Zeit beeinflussen?
  4. Welche Bedeutung hat der Wille Gottes für uns im Verhältnis zu dem Willen bzw. den Urteilen unserer Mitmenschen?

In dem Buch Die bewegende Geschichte eines Wunders namens Joel (Johannis-Verlag 2007) berichtet er über seine Erlebnisse. Er möchte damit Mut machen, neu über das nachzudenken, was im Leben (und darüber hinaus) wirklich zählt.


aus der Monatszeitschrift Zeit & Schrift, 1/2006, S. 20-21

 

Letzte Aktualisierung am 27.3.2013
 

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