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Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel stammt aus der Zeit vor dem Jahr 2000. Er spiegelt nicht
zwingend die heutige Meinung des Autors wieder, da der Autor seine
Gedanken in den letzten Jahren auf etlichen Gebieten sehr verändert hat,
siehe dazu auch unsere FAQ.
Dennoch haben wir diesen Artikel aufgenommen, da er sehr wohl die Meinung
der Redaktion wiedergibt.
2. Wir bitten die Leser
zu berücksichtigen, dass dieser Vortrag schon vor längerer Zeit gehalten
wurde (vor 1989), als der Marxismus noch nicht in der Form
zusammengebrochen war wie heute.
3. Der Vortrag wurde von SoundWords
sprachlich bearbeitet.
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Leitverse: 2. Timotheus 3,13-4,5
2Tim 3,13-4,5: Böse Menschen aber und Betrüger
werden zu Schlimmerem fortschreiten, indem sie verführen und verführt werden.
Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist,
da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen
Schriften kennst, die imstande sind, dich weise zu machen zur Errettung durch
den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und
nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in
der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk
völlig geschickt.
Ich bezeuge ernstlich vor Gott und Christus Jesus, der da
richten wird Lebendige und Tote, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich:
Predige das Wort, halte darauf zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe,
weise ernstlich zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre. Denn es wird eine
Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen werden, sondern nach ihren
eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, indem es ihnen in den
Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren, sich aber zu
den Fabeln hinwenden. Du aber sei nüchtern in allem, leide Trübsal, tu das
Werk eines Evangelisten, vollführe deinen Dienst.
Inhalt Veränderung des Denkens Fragen der Jugend Was ist heute anders als früher in Bezug auf die Fragen des Lebens? Darwin gibt eine Antwort auf die Frage nach dem „Woher“ Einfluss der Evolutionstheorie auf die Psychologie Einfluss der Evolutionstheorie auf die Soziologie Aristoteles — einer der ersten Evolutionisten Augustinus Thomas von Aquin und die Scholastik Die Renaissance Leonardo da Vinci Die Reformation Die Reformation als Grundlage für die moderne Wissenschaft Die Aufklärung Die Evolutionstheorie Der Marxismus Der Darwinismus und seine Anhänger Sören Kierkegaard Gefühlsbewegungen und Bibelkritik Pablo Picasso Marcel Duchamp Jackson Pollock Samuel Beckett Gefahren der Jugendkultur Musik Drogen Mystizismus und Okkultismus Sinnlosigkeit und Pessimismus Sind die Christen Pessimisten? Gott ist Realität Wie ist es mit Ihnen?
Wir haben bereits zusammen über das Schöpfungsmodell und das
Evolutionsmodell gesprochen, besonders in Verbindung mit der Abstammung des
Menschen; und wir haben etliche biologische und geologische Aspekte dieser
Fragen zusammen besprochen. Nun wollen wir etwas weitergehen und
zusammen untersuchen, was hinter dieser Entwicklung steckt, hinter dieser
Umwandlung im Denken in unserem Abendland in den vergangenen Jahrhunderten.
Vielleicht gibt es hier viele, die das Vorrecht haben, aus einer christlichen
Familie zu kommen. In einer christlichen Familie aufgewachsen zu sein, schützt vor vielem,
was es in dieser Welt gibt. Ich hoffe, dass Sie
heute Abend keine Dinge hören, wodurch Sie befleckt werden könnten. Auf der
anderen Seite würde ich sagen, dass wir es uns als Christen nicht länger
erlauben können, unsere Augen vor dem zu verschließen, was sich heute in dieser
Welt abspielt. Wir können es uns nicht erlauben, weil unsere Kinder
die Schulen in dieser Welt besuchen und dem Denken der modernen Welt ausgesetzt
sind. Und auch wenn wir keine Kinder haben, haben wir
in den Glaubenskreisen, in welchen wir uns befinden, mit unserer Jugend zu tun. Und wir müssen dieser
Jugend Antworten geben können. Die Fragen, die sie stellen werden, werden nicht
ganz neu sein. Wir werden sehen, dass es im Wesentlichen immer dieselben
Fragen sind, die die Jugend zu vielen Zeiten gestellt hat und auch in unserer
Zeit stellt. Und trotzdem ist es für unsere Jugend viel schwieriger als in vergangenen
Jahrhunderten, sowohl für die nichtchristliche Jugend, das heißt aus einem
nichtchristlichen Hintergrund, als auch leider für unsere christliche Jugend,
die auf viele Weisen mit dieser nichtchristlichen und heute auch
antichristlichen Welt in Berührung kommt.
Warum ist es viel schwieriger? Als man früher auf diese Fragen der
Jugend die Antworten gab, befanden wir uns hier im Abendland in einer Gesellschaft, die
weitgehend vom Christentum geprägt war. Das heißt nicht, dass ganz Europa
christlich war, wohl aber, dass die Gesetze und Regierungen in Europa eingehend
vom Christentum und von der Bibel geprägt waren. In Europa herrschte ein geistliches Klima,
in dem die Jugend daran gewöhnt war, klare und absolute Antworten auf ihre
großen Lebensfragen zu hören: Wer bin
ich? Wohin gehe ich? Was ist der Mensch? Wozu bin ich hergekommen? Wodurch
bin ich hergekommen? Zu welchen Zweck? Was ist der Sinn des Lebens?
Das sind ehrliche und wichtige Fragen. Früher war die Jugend daran
gewöhnt, dass sie in der Kirche klare Antworten auf diese Fragen erhielt. Die
Kirche hatte damals großen Einfluss. Heutzutage scheint es, als ob die Kirche
größeren Einfluss hat als jemals zuvor. Wenn man
die vielen Menschen vor dem Sankt-Peters-Dom in Rom sieht und die Bedeutung des
Weltkirchenrates und der Ökumene betrachtet, dann scheint es, als ob die
Kirche größeren Einfluss hat als jemals zuvor. Wenn man heute sieht, welchen
Einfluss die Christenheit auszuüben scheint, würde man meinen, dass das
Christentum mehr Einfluss hat als je zuvor. Das ist aber ein Irrtum. Denn in
dieser Welt, in der wir leben, hören wir immer mehr, dass es keine absoluten
Antworten auf diese Fragen gibt: dass wir nicht ohne Weiteres sagen können, wer
der Mensch ist, woher er kommt und wohin er geht. Und das Schreckliche ist, dass
diese Christenheit, über die ich jetzt im Großen und Ganzen spreche, oder zum
Beispiel
der Weltkirchenrat wesentlich
dieselben Antworten gibt nicht nur wie der
Liberalismus, sondern ganz besonders auch wie der Materialismus, die beide Freundschaft
mit dem Kommunismus pflegen. Darum ist in Wirklichkeit die Kirche in
unseren Tagen tot. Und das ist eine schreckliche Entdeckung.
Wir leben, wie Francis Schaeffer
[1] gesagt hat — und ich glaube, er hat Recht —, in
einem nachchristlichen Zeitalter. Das heißt, dass wir nach fast zweitausend Jahren
sagen müssen, dass das Christentum heutzutage nicht mehr diese Prägung und die
zentrale Bedeutung in
Europa hat, sondern dass es vielmehr nicht-christliche Theorien und Lehrsätze sind, die Einfluss auf die Menschen
ausüben.
Wenn wir den Okkultismus und den östlichen Mystizismus betrachten,
die eingehend und tief den europäischen und amerikanischen Menschen
beeinflussen, werden wir das leider noch viel stärker sehen. Früher hatte man
absolute Antworten in der Kirche, weil man an eine absolute göttliche
Wortoffenbarung glaubte. So war das auch in den Familien. Dort sah man, wie
die jüngeren Generationen in den Werten und Wahrheiten der
älteren Generation erzogen wurden. Heute sehen wir im Gegenteil, dass die Familien
Schlachtfelder geworden sind. Wo man einander nicht mehr versteht, spricht man von
„Generationslücken“. Heute spricht die Jugend in vielen Fällen eine völlig andere Sprache
als die Eltern zu Hause. Eltern sind ganz erstaunt, dass sie ihre eigenen Kinder nicht mehr verstehen, weil
diese in der Welt
und in den Schulen diese ganz andere Sprache lernen. Wenn sie vielleicht
auch dieselben alten Ausdrücke gebrauchen, die uns vertraut sind, haben die
Worte jedoch eine ganz andere Bedeutung bekommen. In dieser Lage befinden
sich heute viele, besonders viele Jugendliche. Von Unsicherheit wollen sie
überall hören und dass es keine absolute göttliche Offenbarung geben kann, dass
die Bibel gerade das sicher nicht ist, sondern nur ein interessantes Buch für
Meditation und religiöse Gefühle, welches aber keine klare
und offenbarte Antworten auf die großen Fragen des Lebens geben kann.

Wenn ich das alles in Verbindung mit dem bringe, was ich am Anfang gesagt habe, in
Verbindung mit der Evolutionslehre, dann könnte leicht der Gedanke aufkommen,
dass ich damit sagen möchte, dass der Evolutionismus an diesem allem schuld ist.
So einfach ist das jedoch nun auch wieder nicht. Darwin [2] mit seiner Evolutionslehre ist
nicht schuld daran. Darwin selbst ist nur ein Symptom einer viel weiteren,
viel größeren, viel umfangreicheren Entwicklung. Vor ihm hatte es hatte andere
Evolutionisten gegeben, die ebenfalls, wie Lamarck [3] und wie sein Großvater
Erasmus Darwin, Evolutionslehre gepredigt hatten. Aber damals war die Zeit in Europa noch nicht reif für diese Lehren.
Und sie hatten nicht die
Bedeutung und den Einfluss, den die Evolutionslehre von Darwin hatte, als er 1859
sein Buch über den Ursprung der Arten durch natürliche Zuchtwahl (On the
Origin of species by means of Natural Selction) veröffentlichte. Die Zeit war reif für
seine Lehre. Darwin war nur ein Symptom, aber ein äußerst wichtiges Symptom. Manche haben gesagt, dass mit seinem Buch eigentlich die neue Entwicklung,
die wir heute sehen, eingesetzt hat. In mancher Hinsicht ist das richtig, solange man nicht absolut ihn als Ursprung alles Elendes betrachtet. Aber darauf
kommen wir noch zurück. Warum war das so wichtig, was Darwin uns gelehrt hat?
Darwin hat uns eine Antwort auf die Frage „Wer ist der Mensch?“ gegeben. Wir hatten schon Antworten auf diese Frage, nämlich die
Antwort der Heiligen Schrift. Aber Darwin gab eine ganz andere Antwort, obwohl
er Pfarrer war. Niemals hat er ein anderes Diplom als ein theologisches
erworben. Er war Theologe und grundsätzlich sehr interessiert an der
Naturwissenschaft, aber er kam zu einer ganz anderen Antwort. Und diese Antwort
war, dass der Mensch nicht eine Sonderschöpfung Gottes ist — nach dem Bild und
Gleichnis Gottes erschaffen —, sondern aus dem Tierreich hervorgekommen war und grundsätzlich ein
„veredeltes Tier“ war. In seinem Buch über die Abstammung des Menschen
(1879) hat Darwin das noch viel klarer beschrieben. Was er schrieb, war sehr
wichtig.
Warum war das so wichtig? Nun, diese Gedanken aus Darwins Buch haben seit mehr
als 130 Jahren nicht nur starken Einfluss auf die Naturwissenschaften, die Biologie und
die Geologie,
ausgeübt, sondern auch auf viele andere Fachgebiete.
Besonders in der Psychologie und der Soziologie konnte man diese Einflüsse von Darwin
beobachten. Die Psychologie war bis dahin nur eine
rein philosophische Psychologie, die noch nicht mit experimentellen
Tatsachen arbeitete. Mitte des 19. Jahrhunderts aber entwickelte sich die Psychologie sehr gründlich unter dem Einfluss der Gedanken
Darwins, auch unter Mitarbeit von
Friedrich Nietzsche [4]. Dieser gehört zu den
wenigen wichtigen Philosophen des 19. Jahrhunderts, der das Denken des 20.
Jahrhunderts eingehend geprägt hat — so wie auch Karl Marx [5] und Sören Kierkegaard.
Nietzsche einerseits hat sich gegen die darwinistische Lehre empört, aber
andererseits haben andere, wie Konrad Zirkel, festgestellt, dass Nietzsche eingehend vom
Darwinismus geprägt und sein Denken wesentlich darwinisch war. Diese Männer haben die Psychologie
begründet. Die Psychologie war
nun nicht länger
eine Lehre, mit der man die Seele und das Bewusstsein des Menschen zu verstehen
suchte, das
sich so ganz von den Tieren unterschied. Weil der Mensch nun ein „veredeltes
Tier“ geworden war, bedeutete es, dass die Psychologie sich jetzt damit
beschäftigte, diese tiefen Triebe und Instinkte, die aus dem Tierreich
hervorgekommen waren, im Menschen zu analysieren und zu studieren.
So war das auch in der Soziologie. Im 19. Jahrhundert hatte sich unter dem Einfluss des Darwinismus und auch
der großen Nachfolger und Verteidiger von Darwin, wie die Naturwissenschaftler
Herbert Spencer [6] in
Amerika und Ernst Haeckel [7] in Deutschland, und
auch Karl Marx, die moderne
Soziologie entwickelt. Auch in der Soziologie, der
Gesellschaftslehre, wurde es wie ein großer Auftrag, nun die soziologischen
Strukturen und gesellschaftlichen Strukturen auf Gesellschaftsstrukturen
zurückzuführen, wie wir sie im Tierreich finden.
Jetzt hat sich das wohl ein wenig gebessert, weil man schon bald rein empirisch
merkte, dass das nicht alles ging, aber sehr lange haben diese
Auffassungen die Entwicklung dieser „Menschwissenschaften“ und
Gesellschaftswissenschaften geprägt. In den letzten hundert Jahren hat der Darwinismus die ganze heutige
Wissenschaft eingehend beeinflusst, ebenso die Theologie, die „Menschwissenschaften“ und die Naturwissenschaften, eigentlich die ganze
Wissenschaft. Darum ist es auch nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet,
dass die Universität nun „die heilige Halle der Evolution“ ist; in jeder
Hinsicht und nicht nur in Biologie und Geologie.
Darwin war nicht der erste Evolutionist. Bereits bei den alten Griechen sehen
wir evolutionistisches Denken. Sobald der Mensch in Europa anfing, hartnäckig,
kritisch und systematisch zu denken — diese westabendländische Philosophie kam
bei den Griechen auf —, sehen wir unmittelbar darauf den evolutionistischen
Einfluss in ihrem Denken. Dieses
Gedankengut entwickelte sich aus dem
Vielgötzendienst der Griechen, wobei ein
Mann wie Aristoteles [8] meinte, dass wir uns eine Art theistischen Evolutionismus
vorstellen könnten: also eine Abstammungslehre, nach der sich die lebendigen
Organismen unter göttlichem Einfluss entwickelt haben. Der Begriff „Gott“ bedeutete bei
den Griechen
nicht das, was er heute bedeutet, aber trotzdem eine
Entwicklung, sozusagen durch göttliche Kräfte. Aristoteles’ Denken und
auch die Aussagen anderer griechischer Philosophen zu kennen, ist
deshalb wichtig, weil wir mit diesen alten Griechen immer noch weiter zu tun
haben. Das Traurige
ist, dass sich in unserem Abendland ab dem 2. Jahrhundert das
christliche Denken mit dem griechischen Denken sehr schnell intensiv vermischt hat.
Im 1.
Jahrhundert waren die Philosophen noch ganz dagegen, im 2. Jahrhundert sehen wir
den Einfluss des griechischen Denkens [d.h. des vorchristlichen Denkens der
griechischen Philosophen] bei Clemens von Alexandria [9] und bei
Origenes
[10] usw. aufkommen.
Und auch bei dem größten Licht des 4. und 5. Jahrhunderts, Augustinus
[11], sehen
wir leider diese tiefen griechischen Einflüsse. Damals bildete sich langsam
eine Spaltung im Denken aus, obwohl sie bei Augustinus noch nicht so sehr
ausgeprägt war. Er war in mancher Hinsicht noch sehr bibeltreu,
aber wir sehen allmählich diesen Einfluss größer werden. Einerseits schrieb
er auf geistlichem Gebiet der Bibel
völlige Autorität zu, aber auf der anderen Seite vertraute er völlig den Griechen, wenn es
um die
Entwicklung der lebendigen Organismen ging. Und
so konnte er am Sonntag die Schöpfungslehre predigen und unter der Woche
gleichsam an der griechischen Evolutionslehre festhalten. Hier entstand
allmählich die Spaltung, die wir auch heute überall erleben in jeder
Diskussion mit Studenten, mit Biologen, Geologen, Wissenschaftlern im
Allgemeinen: die Spaltung zwischen Glaube und Wissenschaft, zwischen dem
religiösen Denken des Menschen und dem verständlichen, dem rationalen Denken
des Menschen.
Das hat sich weiterentwickelt in der langen Periode der Scholastik, wie wir das
in der Philosophie nennen. Scholastik ist die Synthese von Christentum und griechischer
Philosophie. Diese Entwicklung erreichte bei Thomas von Aquin [12]
ihren Höhepunkt.
Er war kein großer originaler Denker, aber sehr intelligent und fasste
diese lange Entwicklung von vielen Hunderten Jahren zusammen. Bei ihm sehen wir, dass,
praktisch gesehen — obwohl er das nicht
direkt so sagen würde — die Bibel auf ein geistliches Buch reduziert wurde, das
wohl Antworten auf geistliche Fragen geben darf, während wir uns für die
großen Grundfragen zuerst an die Philosophie, das heißt auch an die Wissenschaft,
wenden sollten. Philosophie und Wissenschaft waren zur damaligen Zeit noch etwa
dieselbe Sache. Der Unterschied war noch nicht entstanden. So konnte man also
glauben — das meinte er auch —, dass es so etwas wie eine neutrale Wissenschaft
gebe, das heißt eine Wissenschaft, die nicht von unserer Weltanschauung geprägt ist
und die Christen und Nichtchristen auf ähnliche Weise
zusammenführen könnte. Durch diese Wissenschaft würde man dann beweisen
können,
dass es einen Gott gäbe, so dass man man die Wissenschaftler rein
verstandesmäßig darauf vorbereiten könnte, dass das Christentum verständlich
und akzeptabel
sein könnte. Wenn man dann zum geistlichen Bereich käme, dann erst könnte die
Bibel uns die geistlichen Antworten geben. Wir nennen diese Spaltung das „Natur-Gnade-Schema“ oder
die „Natur-Gnade-Unterscheidung“ bei
Thomas von Aquin. Diese Spaltung, die schon bei Aristoteles entstanden war — die
Entwicklung der Materie durch göttlichen Einfluss —, setzte sich hier im Christentum
durch. Diese Philosophie des Thomas von Aquin ist heute noch die offizielle
Philosophie der römisch-katholischen Kirche, seit dem 19. Jahrhundert offiziell
dazu erklärt. Diese Trennung bedeutet, dass wir im unteren Bereich mit Natur,
mit der Schöpfung zu tun haben, mit den irdischen, den sichtbaren Dingen, mit den Dingen des menschlichen Körpers.
Die Wissenschaft kann uns über das, was zur Natur, zur
sichtbaren und tastbaren Wirklichkeit gehört, informieren. Darüber habe eine neutrale Wissenschaft absolute
Autorität, die auch die Grundlagen dafür legen sollte, dass geistliche Dinge
akzeptiert werden können.
Wenn wir in den oberen Bereich kommen, hat die Wissenschaft nichts zu sagen.
Hier geht es um den Schöpfer,
nicht um Geschöpfe, um himmlische Dinge, nicht um irdische, um unsichtbare
Dinge, nicht um sichtbare, um die seelischen, nicht um die
körperlichen Dinge. Da könne uns die Bibel mit göttlicher Autorität
sagen, wie die Dinge im oberen unsichtbaren Bereich der Gnade oder im
Übernatürlichen aussehen. So wurde praktisch, besonders bei seinen
Nachfolgern, die Bibel „wegpromoviert“, so wie es heutzutage für Millionen
Menschen gilt. Auch wenn sie sich Christen nennen, hat für sie die Bibel nur
noch in den religiösen Momenten des Lebens Autorität, jedoch keine völlige und
absolute Autorität über jedes Gebiet des menschlichen Denkens und Daseins und
Lebens. Diese Trennung setzte sich allmählich durch.
Was damals geschah, hatte große Folgen. Denn einige Jahrhunderte später
entstand die Renaissance, eine „Wiedergeburt“ [wörtliche Bedeutung] in Europa, eine Rückkehr zu den
Griechen, aber natürlich auf eine ganz neue, europäische Weise, wobei man sich von alten Dogmen, alten Autoritäten, auch von der
Bibel freimachen wollte. Das bedeutete, dass der obere Bereich der Gnade, der geistlichen Dinge, immer
weiter von den Idealen der Renaissance ersetzt wurde, nämlich von den Freiheitsidealen des
Menschen. Im unteren Bereich, wo wir die Wissenschaft haben (und das war
besonders bei den Rationalisten dieser Zeit die Mathematik), da bleibt vom
Menschen letzten Endes nicht viel mehr übrig als — wie wir heute sagen würden
— ein Hauch von Molekülen und
Atomen, ein Computer, eine mathematische Maschine. Im oberen Bereich
jedoch hatte
der Renaissance-Mensch jetzt sein Freiheitsideal.
Der Mensch war das Höchste in unserer ganzen Wirklichkeit: Das war das Ideal
der Humanisten, das Ideal der Renaissance-Menschen. Nun eroberte das ganze
säkulare Denken des Menschen immer mehr das Gebiet der Gnade und ließ diese verschwinden.
Wenn man früher eine Madonna
gemalt hatte, war das ein
religiöses oder geistliches Symbol. Ich spreche dabei nicht über Madonnas als
solche mit dem katholischen Hintergrund. Ich spreche darüber, wie man eine
Madonna
malen würde: nämlich mit Ehrfurcht als ein geistliches Symbol, das auch gar nicht
natürlich aussah, weil es zum höheren Gebiet der Gnade, zum Übernatürlichen,
zum Geistlichen gehörte. Aber in der Renaissance ist zu sehen, wie allmählich auch solche Symbole,
besonders in der Malerei, immer mehr den Idealen der weltlichen
Menschen entsprachen und wie sehr man sich damit von der Bibel befreite. Und wenn
zum Beispiel etwa Jean Fouquet
[13] 1450 in Frankreich eine Madonna malte, dann wusste jeder, der
sich dieses Gemälde anschaute, dass sie in Wirklichkeit Agnès Sorel war, die
Mätresse des französischen Königs. Jeder sah, wer sie in Wirklichkeit
war und auch wie sie aussah. Fouquet malte seine Madonna mit entblößter
Brust — jedoch nicht, um das
Kind zu ernähren. In gewisser Hinsicht war sie das erste Sexsymbol. Sie
entsprach viel mehr dem Freiheitsideal des Renaissance-Menschen. Im dunklen 15.
Jahrhundert verschwand das Geistliche immer mehr und mehr.
 Es gab jedoch mindestens einen Menschen, der wusste, in
welche Richtung diese Entwicklung ging, weil er genial und äußerst begabt war:
Leonardo da Vinci [14]. Er begriff, dass — wenn sich die Wissenschaft in diesem unteren Bereich immer so weiterentwickeln
würde — vom Menschen tatsächlich nichts anderes übrig bleiben würde als eine Maschine (er war auch ein großer
Mathematiker), ein Haufen von Molekülen und Atomen. Er wusste, dass der
Mensch mehr war, aber was konnte die Renaissance da bieten?
Was war der Mensch mehr? Wer ist der Mensch wirklich? Leonardo
Da Vinci
war verzweifelt, dass
seine Mitmenschen nicht verstanden, wohin diese Entwicklung gehen würde:
nämlich dass
sie schließlich nicht nur Gott verleugnen würde, sondern auch den Menschen und
dass sie letztendlich auch vom Menschen
nichts übrig lassen würde. Und er hat gemalt und gemalt. Wir
bewundern jetzt die Ergebnisse, obwohl da Vinci sehr oft mit
seinen Resultaten gar nicht zufrieden war. Er versuchte, in seinen Gemälden dem Inneren
des Menschen Ausdruck zu geben. Und wie wunderbar hat er das getan! Aber er ist
1519 in Verzweiflung gestorben, weil seine Generation offensichtlich nicht
verstand, was er sagen wollte.
Zwei Jahre vorher, 1517, entstand die Reformation. Das bekannte
internationale Reformationsdenkmal [15] in Genf legt Zeugnis davon ab. Die Reformation war natürlich eine ganz neue Entwicklung in dieser
besonderen Zeit, als nach der mittelalterlichen Theologie und Philosophie die Renaissance und die Reformation aufkamen.
Was war nun die Antwort der Reformatoren auf das Natur-Gnade-Schema des Thomas von Aquin? Was würden sie mit dieser Zweiteilung tun? Die Antwort ist ganz
einfach: Sie hatten das Problem nicht, denn
sie glaubten nicht an diese Zweiteilung. Sie sahen, dass diese Zweiteilung aus dem
griechischen verdorbenen Denken kam und sie haben wieder anerkannt [16]:
-
Sola
Scriptura (nur die Schrift): Das heißt, die Bibel sprach mit göttlicher Autorität über das
ganze Leben, nicht nur über die
religiösen Augenblicke des Lebens, sondern auch über das tägliche Leben: über die Ehe, über das
Familienleben, das Berufsleben, das wissenschaftliche Leben, über
alle Bereiche des menschlichen Daseins. Sie hatten eine Bibel mit göttlicher
Autorität über das ganze Leben des Menschen.
-
Sola Fide (nur durch Glauben): Thomas von Aquin lehrte, dass der Mensch,
da er im unteren Stock die Bibel
noch nicht nötig hatte, dort noch gute Werke tun konnte, welche
auch zu seiner Seligkeit beitragen konnten. Aber die Reformatoren lehrten „Sola
Fide“ aufgrund der Schrift: „nur durch Glauben“. Sie lehrten aufgrund der
Schrift, dass der Mensch völlig verdorben ist und deshalb auch eine völlige
Erlösung braucht, die nicht von seinen guten Werken abhängig, sondern vollkommen von der Gnade und Güte Gottes
abhängig ist, so wie Er sie in dem Herrn Jesus Christus und in seiner Hingabe am
Kreuz auf Golgatha bewiesen hat. Das war ihre Entdeckung. Erstaunlich zu
sehen, dass Er im 16. Jahrhundert in Europa ein solches Licht gab.
Es ist merkwürdig, dass sich gerade in dieser Atmosphäre die moderne Wissenschaft entwickeln konnte. Im
Mittelalter gab es noch keinen Unterschied zwischen Philosophie und Wissenschaft.
Obwohl die Menschen des 16. Jahrhunderts von der Natur kaum mehr wussten als
zweitausend Jahre vorher — der Zeit von Platon und Aristoteles —, hatte sich in dieser langen
Zeit niemals eine Naturwissenschaft entwickelt, weil der Mensch meinte, durch
seinen Verstand, der ja nicht von der Sünde verdorben war — wie die Griechen,
Thomas von Aquin und die mittelalterlichen Philosophen meinten —, könnte man vornherein sagen, wie die
Schöpfung aussehen soll. Sie gaben sich gar nicht die Mühe, sich einmal ganz
bescheiden an die Wissenschaft, an die Natur zu wenden, um sich zu fragen, wie
die Natur aussehe und dadurch aufgrund von Experimenten eine
Wissenschaft aufzubauen.
Aber ich behaupte, dass sich in dieser Atmosphäre der
Reformation, teilweise auch unter Einfluss der Renaissance, die moderne
Naturwissenschaft entwickelte. Das haben verschiedene
Philosophen und Untersuchungen
ganz klargemacht, auch Nicht-Christen wie
Robert Oppenheimer [17] und Alfred Whitehead und
andere. Auch christliche
Philosophen haben das ganz deutlich nachgewiesen. In dieser Atmosphäre der Entdeckung der Bibel und
ihrer göttlichen Autorität entstand die Naturwissenschaft.
Die großen Naturwissenschaftler des 16. und
17. Jahrhunderts, wie zum Beispiel Sir Isaak
Newton [18], waren bibeltreue Christen,
die mindestens so viel Zeit dem Bibelstudium widmeten wie ihrer
wissenschaftlichen Tätigkeit. Aber der Humanismus und die Renaissance waren
auch entstanden, und diese Linie ging auch weiter. Die berühmten holländischen
Maler des 17. Jahrhunderts wie Rembrandt [19] und viele andere malten in dieser
reformatorischen Tradition. Sie sahen die Schöpfung, die Natur, als Werke Gottes.
Ihre Gemälde waren Loblieder auf diese Schöpfung
Gottes. Aber es gibt auch humanistische Maler, wie Nicolas Poussin [20]
in
Frankreich, in denen sich die humanistische Tradition mit ihren Idealen eines
Paradieses hier auf dieser Erde fortsetzte, obwohl es kein
vollkommenes Paradies sein könnte, usw.

Diese beiden Linien setzten sich nebeneinander fort bis in das 18.
Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung. In Wirklichkeit war es eine Zeit der
Verfinsterung, aber wir können den Namen leider nicht ändern; es war also die
Zeit der sogenannten Aufklärung. Diese Aufklärung kam aus England nach
Frankreich. Voltaire [21], Roussel und viele andere kamen dann nach Deutschland. Es war
eine Zeit großen Optimismus’. Eigentlich wollte sich der Mensch
jetzt endgültig von allen Dogmen befreien: Er sollte vollkommen frei sein. Immanuel
Kant [22] stand schon am Ende dieser Periode der Aufklärung und war auch ein viel
tieferer Denker als die anderen oberflächlichen, optimistischen Philosophen der
Aufklärung. Er sagte, dass der Slogan der Aufklärung war, dass der Mensch
den Mut haben sollte, seinen Verstand zu gebrauchen und sich nur durch seinen
eigenen Verstand eine klare Vorstellung von der Wirklichkeit verschaffen sollte. Nun,
wissen Sie, was das heißt? Das heißt ganz einfach, dass, wenn ein Mensch zum
Beispiel
über die Ursprünge unserer Welt und unserer Wirklichkeit spricht, jede Erklärung
gut ist, solange es nicht die biblische Erklärung ist. Denn die biblische
Erklärung stammt aus einer alten religiösen Tradition und der Mensch der
Freiheit, der Aufklärung, hat sich von diesen alten religiösen Dogmen
und Voreingenommenheiten befreit. Darum sehen wir zum Beispiel bei Kant, dass er eine
Theorie über die Entstehung des Sonnensystems entwickelte, die „Gas-Nebel-Hypothese“. Das Sonnensystem sollte sich aus einer
Gas-Nebel-Mischung entwickelt haben, die sich umwälzte und in der sich die Sonne
und auch die verschiedenen Planeten usw.
zusammengepackt haben. Er hatte gar keine
empirischen, experimentellen Hinweise dafür, es war nur reine
Spekulation. Seitdem wissen wir schon längst, dass aus vielen Gründen
diese Theorie unmöglich ist, ebenso wie auch andere Theorien, die auf irgendeine Weise
versuchten, das Sonnensystem zu erklären, gescheitert sind.
Man strebte jetzt also danach, andere Erklärungen für die Ursprünge
unserer Wirklichkeit zu suchen, weil der Mensch der Aufklärung sich von sogenannten
„religiösen
Voreingenommenheiten“, die aus der Bibel kommen, befreien
sollte. Und das ist das Ernste, das wir beobachten. Bei Kant sehen
wir auch das Ende einer Entwicklung, die entstand, als die griechische
Philosophie sich in das Christentum hineinschlich. Ihren Gipfel hatte sie bei Thomas von
Aquin und ihr Ende fand sie bei Immanuel Kant. Denn Kant wollte eben
„netterweise“ das Religiöse
retten, weil er sah, dass alle Religion verschwinden würde, wenn diese Wissenschaft der Aufklärung etwas
weitergehen würde. Und das war nun
auch wieder schade. Daher hat Kant die Religion für immer scharf vom
wissenschaftlichen Bereich unterschieden. Gott und andere religiöse
Angelegenheiten sind für immer außerhalb des Bereiches der Erfahrung des
Verstandes und allem, was zum Menschen gehört. Kant wollte wohl an Gott
glauben, nicht weil es irgendwelche Hinweise auf Gott gab, sondern weil es einfach
vernünftiger war, an Gott zu glauben, als nicht an Gott zu glauben. Es war auch
praktischer. Voltaire hatte es ebenso ausgedrückt: „Natürlich
besteht Gott. Und wenn er nicht bestünde, dann sollten wir ihn erfinden.“
Auf diese Weise sprachen
diese Philosophen über Gott und die geistlichen Dinge. Das Christentum hat für
diese Männer und für viele ihrer Nachfolger, auch in der Theologie, nie mehr etwas mit den Tatsachen der Geschichte und der Natur
zu tun. Niemals könnten Historiker oder Naturwissenschaftler zur
Richtigkeit irgendeiner biblischen Vorstellung eine Aussage machen. Das waren
die Folgen dieser Entwicklung.
Nun sehen wir, wie sich das im 19. Jahrhundert fortgesetzt hat, z.B. bei Charles Lyell
[23], der 1830 den ersten Teil einer Reihe
von drei Büchern veröffentlichte. In den Principals of Geology
(Grundsätze der Geologie) versucht er, als Nachfolger
von James Hutton [24], fortan die Entstehung der Erdschichten nicht mehr durch
Katastrophen zu erklären. Bis zum 19. Jahrhundert glaubten alle Geologen, dass diese
Erdschichten durch Katastrophen, besonders durch die biblische Sintflut, entstanden
waren. Das gab es nun nicht mehr. Jede andere Erklärung war besser als diese, weil
der Mensch sich von solchen alten religiösen Dogmen, wie zum Beispiel
dem Glauben an eine biblische Sintflut, befreiten wollte. Und obwohl Charles Lyell
schon zu seinen Lebzeiten sah, dass es eine Eiszeit gegeben haben muss, was aus den heutigen
Umständen und Prozessen gar nicht zu verstehen ist, wollte er doch gar nichts
mit katastrophalen Umständen zu tun haben. Das bedeutete, dass die Erde sehr
viel länger bestehen müsste, als wir je geglaubt hatten. Dieser Gedanke gefiel einem
anderen sehr gut — Charles Darwin, der als junger Mann das Buch von Lyell las,
denn er brauchte diese Millionen von Jahren für seine Theorien über die
biologische Abstammung aller lebendigen Organismen. So sehen wir bei diesen beiden, Charles Lyell und
Darwin, biologische und geologische
Grundlagen für die Evolutionslehre.
Wir sehen nun unmittelbar (ich spreche jetzt nicht über die
naturwissenschaftlichen Aspekte, das hab ich schon früher getan) die Auswirkungen im Denken. Am Anfang habe ich über die
„Menschwissenschaften“ gesprochen. Nun wollen wir im ganzen
Denkbereich, in der ganzen philosophischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts etwas weitergehen. Damals
gab es auch eine andere Evolutionslinie. Kant und Hegel [25] hatten ebenfalls eine Art
Evolution gelehrt, nicht die biologische, sondern eine Entwicklung des Geistes. Feuerbach
[26] als Materialist hatte das abgelehnt, aber doch die
Dialektik von Hegel
übernommen. Nun sehen wir, was auch Karl Marx stark
beeinflusst hat, der wie Feuerbach ebenfalls Materialist war, aber diese Dialektik
Hegels übernahm und
jetzt auf die Geschichte des Menschen anwandte, auf den Klassenkampf. Aus
diesem sollte sich dann die klassenlose Gesellschaft entwickeln usw., die die entscheidenden Faktoren, die Produktionsfaktoren,
innehatte. Aus diesem entstand das, was wir jetzt Marxismus oder Kommunismus nennen,
der in vielen
Ländern angewandt wird.
Die Theorien von Karl Marx haben enormen Einfluss in der heutigen Welt.
Wenn wir bedenken,
in wie vielen Ländern der Marxismus herrscht, dann können wir fast sagen, dass
es heute in unserer Welt, die nur noch eine Welt ist, nur noch unsere
abendländische Zivilisation gibt, wenn es denn überhaupt eine gibt. Wir haben nur eine Welt. Es ist nicht mehr wie früher.
Wenn eine Zivilisation „den Bach hinunterging“, dann gab es noch eine andere, eine
„Reserve“-Zivilisation. Die gibt es heute nicht mehr. Heutzutage ist
fast die Hälfte der Jugend in unserer Welt vom Marxismus beeinflusst. Es ist die große Frage, ob der Marxismus solch
einen Einfluss gehabt hätte, wenn es keinen Darwinismus gegeben hätte. Denn als
Karl Marx das Buch von Darwin las, war er ganz begeistert, weil er meinte, dass
Darwin durch seine Theorien die Beweise für die Richtigkeit der Theorie von
Marx selbst gab, nämlich die naturwissenschaftlichen Beweise durch die Lehre der
natürlichen Auslese, nach der die Schwächeren verschwinden müssen und die
Stärkeren übrig bleiben und sich weitervermehren können usw. Marx meinte also
nun, dass
ihm das die naturwissenschaftlichen Beweise für seine Theorie gebe. Noch immer
glauben dies die Kommunisten in Osteuropa, die sich für ihre Theorien immer wieder auf den
Darwinismus als naturwissenschaftliche Grundlage berufen. Der Einfluss von
Marx und seiner Lehre ist zum Beispiel sichtbar, wenn man die Kinderarmeen in China
betrachtet, wo wir schon eine Milliarde Menschen haben und wo die Jugend vom Marxismus geprägt ist,
ganz zu schweigen von den übrigen Teilen unserer
Welt. Der Darwinismus hatte großen Einfluss im geistlichen
Bereich.
Woher hatte Darwin seine Ideen? War es so, dass die Gedanken der
natürlichen Auslese der Erfolg seiner naturwissenschaftlichen Untersuchungen
war? Nein. Er hatte den Gedanken der natürlichen Auslese einem
Büchlein von Thomas Malthus [27] entnommen. Malthus hatte geschrieben, dass
Hungersnöte, Epidemien und Kriege nötig wären, damit die Schwächeren
verschwinden würden und die Stärkeren übrig blieben, was eine
natürliche Auslese bilden würde. Das war sehr einleuchtend für Charles Darwin. Auf
diesen Gedanken stützte er seine Theorie und sammelte seit diesem Augenblick in
zwanzig Jahren viele Tatsachen, die diese Theorie bestätigen sollten. Seine Theorie
verkündete er zusammen mit einem anderen, der ungefähr
zur gleichen Zeit diesen Gedanken der natürlichen Auslese entdeckt hatte,
Russel Wallace [28], der ein großer Spiritist war. Diese Verbindung zwischen Evolutionslehre und
Okkultismus, die wir hier sehen, ist sehr wichtig und sehr interessant. Ich spreche jetzt nur
noch über Thomas
Huxley [29], der auch sehr wichtig ist, weil er einer der größten
Verteidiger des Darwinismus war. Darwin selbst war gar nicht so sehr ein
Prediger seiner Lehre, sondern Ernst Haeckel in Deutschland und Thomas Huxley in
England.
Thomas Huxley erfuhr die Entdeckung des Darwinismus wirklich wie
eine Bekehrung. Er beschreibt das auch als eine Bekehrung: wie er im Dunklen
umherging, weil er die Ursprünge der Menschen und der lebendigen Organismen
nicht verstand, bis er das Buch von Darwin las, was ihn zu seiner „Bekehrung“ führte. Plötzlich schien das Licht hell auf seinen Pfad und er
sah alles deutlich, was die Bedeutung und die Herkunft und somit auch die
Zukunft des Menschen war. Dies predigte er auch wirklich als Evangelium in
dieser Welt. Er war kaum an wissenschaftlichen Untersuchungen
interessiert, er hatte dafür gar keine Zeit. Er nannte sich „Darwins
Bulldogge“,
weil er seine Zeit auch dafür verwandte, wie eine Bulldogge nach den Theologen zu bellen und zu
beißen. Das waren die großen Prediger dieses
Evolutionismus in unserer Welt, eine Welt, die durch die Aufklärung ganz allmählich dafür
vorbereitet war; denn sonst könnten wir nicht verstehen, dass
die großen Massen in Deutschland, in England, in Europa im Allgemeinen, auch in
Amerika besonders durch Herbert Spencer, dafür reif waren und sich unmittelbar
diesem Evolutionismus auslieferten. So wurde das 19. Jahrhundert eine Zeit
des Optimismus, in der man meinte, die ganze Wirklichkeit beherrschen zu können.
Ernst Haeckel, der große Darwinist, schrieb 1899 ein Buch, Die Welträtsel, in dem er behauptete, dass fast alle Rätsel der Welt jetzt
gelöst seien und das letzte, das siebte oder achte, auch bald gelöst sein
würde. Das war der Optimismus dieser Zeit. Sie konnten alles und sie wussten
alles.
Dieser Optimismus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gründlich vernichtet, und
zwar durch ganz neue Entwicklungen in der Physik, durch welche die ganze Physik
zerstört wurde.
Gleichzeitig wurde die Biologie durch die Vererbungslehre umgewälzt. Es gab
nicht nur große
wissenschaftliche Revolutionen, sondern auch politische Revolutionen: in Frankreich und
anderen Teilen der Welt, besonders aber Anfang des 20.
Jahrhunderts natürlich in Russland. Aber auch der erste Weltkrieg veränderte die
Atmosphäre in Europa völlig und ersetzte den Optimismus durch
Pessimismus. Jetzt leben wir in einer ganz anderen Atmosphäre:
nicht Kulturoptimismus, sondern Kulturpessimismus, nicht Rationalismus, sondern
Irrationalismus, nicht der Verstand, sondern das Gefühl sind bestimmend. Aber auch in dieser
Entwicklung gab es Menschen, die schon sehr viel früher spürten, was
geschehen würde, so wie Leonardo da Vinci schon längst vor anderen das gespürt
hatte, sogar vor Sören Kierkegaard [30].
Kierkegaard war vielleicht ein wirklicher, wiedergeborener Christ. Er sah die Gefahr, die in diesem Optimismus lag,
hasste ihn und kämpfte gegen ihn an; er
kämpfte gegen die Philosophien seiner Zeit,
Studierzimmerphilosophien, die die ganze Wirklichkeit zu beherrschen meinten. Er
kämpfte und schimpfte zu Recht dagegen. Aber was stellte er
dem gegenüber? Er setzte den Verstand gar zur Seite und meinte,
dass Glaube jetzt nur noch ein Sprung ins Dunkle sei, ohne dass man wusste, was
geschehen würde, ohne irgendeine Verbindung mit dem Verstand; also rein
mystisch und eine Gefühlssache; äußerst gefährlich. Darum sehen
wir, dass die Trennung doch noch immer beibehalten wurde. Kierkegaard war
sich dessen bewusst, dass wir „unten“ noch immer die Wissenschaft haben,
Ratio und Logik, Vernunft und Logik. Rein rationell gesehen herrscht dort nur Pessimismus. In den Tagen von Kierkegaard sah und wusste das
niemand. Jetzt wissen Millionen von Menschen, dass der Grund für den Pessimismus
darin begründet ist, dass unsere Technik bald unsere ganze Erde zersprengen könnte. Wir wissen, dass der Mensch selbst imstande ist, seine eigene Kultur zu
zerstören. Es gibt nur noch Grund für Pessimismus, was die nahe Zukunft
betrifft,
weil wir wissen, dass wir alles erschöpft haben, was Gott uns auf dieser Erde
gegeben hatte: unsere Quellen und Vorräte; nichts bleibt mehr übrig. Unsere
Energie ist bald erschöpft. Wir haben nur Grund für Pessimismus.
Aber im 19.
Jahrhundert war es nur ein Genie wie Kierkegaard, das sich dessen bewusst war.
Er war sich dessen bewusst, dass die Wissenschaft schließlich dazu führen
würde, dass der Mensch tot ist. So wie Gott in mancherlei Theologie tot
ist, so
ist der Mensch tot. Er ist nur noch eine Maschine von Molekülen und Atomen; ein
Computer ohne Zweck und ohne Ziel, ohne Sinn im Leben. So geht die Wissenschaft
weiter. Im Modernismus des 19. Jahrhunderts zeigte man, dass die
Bibel voller Fehler und unwissenschaftlich sei. Man
zerriss jede Seite der Bibel, bis
schließlich nur noch die erste und letzte Seite übrig geblieben war. Alles
verschwand. Auch Gott war tot. Die alten Begriffe wie Gott hatten gar keine
Bedeutung mehr. Jetzt weiß das jedermann. Aber Kierkegaard wusste es damals
schon.
Und er sagte: „Was wir brauchen, ist Glaube.“ Doch der Glaube hier ist
nicht der Glaube der Bibel. Der Glaube der Bibel ist die eine Seite, er sucht nicht
alles beweisen zu können, bevor man es glauben will — das wäre Thomas
von Aquin: zuerst beweisen, zuerst verständlich überzeugen und dann erst glauben.
Aber das Gegenteil ist es auch nicht. Der Mensch, der Christ, sollte sich nicht immer
zwischen diesen Extremen hin- und herwerfen lassen, sondern sich auf die
Wahrheit der Schrift stützen. Und das heißt, dass wir das andere Extrem auch
nicht wollen: einen Glauben, der gar nichts mit dem Verstand zu tun hat, einen
Glauben, der nur ein blinder Optimismus ist, ein Sprung ins Dunkle,
von dem man nicht weiß, wohin man kommt, wo man meint, dass jede rationelle
Überführung Blödsinn wäre. Paulus hatte auf diese Weise bestimmt nicht argumentiert, als
jemand fragte, welche Beweise wir haben, dass Jesus Christus auferstanden sei.
Da sagt Paulus nicht: „Das musst du innerlich fühlen oder du musst
mystische Erfahrungen haben, das zu erleben.“ Nein, er gibt Beweise und sagt: „Fünfhundert Menschen haben ihn
gleichzeitig gesehen und viele von diesen
Brüdern leben noch. Geh einmal zu ihnen, dann kannst du rationelle Argumente von solchen
bekommen, die wissen, dass diese Dinge wahr sind.“ Nicht Verstand ohne Glaube,
aber auch nicht Glaube ohne Verstand. Nicht Glaube nur für einen Teil
des Menschen, für sein Gefühl: Das ist der Schrecken dieses Jahrhunderts.
Das erklärt, dass wir nur noch mit Gefühlsreligionen zu tun haben und zeigt
die Einflüsse charismatischer Bewegungen und anderer Gefühlsbewegungen,
Gefühlsreligionen. Das ist nur ein Beispiel. Es zeigt auch die große
Empfindsamkeit für östliche Mystik und anderes, das zum Gefühl des Menschen
redet. Hier einige dieser Erfahrungen:
- „existentielle Erfahrungen“, das sagen uns die Existentialisten heute,
- „mystische Erfahrungen“, das sagen uns viele falsche christliche Leiter,
das sagen uns die östlichen Missionare, die uns diese Mystik bringen,
- „Sexualität oder Pornographie als Grund für mystische Erfahrungen,
wo der Mensch etwas von seiner Natur, von seiner Wirklichkeit, von seinem Menschsein entdecken
kann“,
- „Drogen, durch die der Mensch aus dieser bösen und pessimistischen
Welt vielleicht in einer höheren Welt Zuflucht finden und etwas von dem Sinn
und der Bedeutung des Lebens entdecken kann. Aber nur irrational, ohne Verstand,
mystisch blind.“
Das ist die Verzweiflung des modernen Menschen. Auch dieser moderne Mensch ist
nicht
areligiös, es gibt noch immer christliche Theologen. Sie sind auch nicht mehr
Modernisten wie die des 19. Jahrhunderts, als die ganze Bibel zerrissen wurde.
Nein, sie sprechen wieder über eine Begegnung mit Jesus. Rein rational
erzählen sie uns, dass Jesus schon 1900 Jahre in einem Grab liegt, dass Er tot
ist, dass man nicht zu Ihm beten, aber doch eine mystische Begegnung mit
ihm haben könne und was es dergleichen noch an „schönen“ mystischen Theorien
auf dem Gebiet
des Horizontalismus [31] gibt. Da spricht man doch über Gott, über Jesus
und über das Kreuz. Ja, dorthin gehen die großen Mengen und hören sich solche
Prediger an und merken oft gar nicht, obwohl sie die alten Laute und Ausdrücke
hören, dass diese Ausdrücke ganz andere Bedeutungen bekommen haben, als sie in
früheren Zeiten besaßen. Es ist erschreckend, wie massiv die Menschen sich
betrügen lassen. Oft sind es solche, die wirklich nach dem Wort Gottes leben
möchten, die es bemerken und wissen, was da geschieht. Sie sind
beunruhigt und haben auch keine Antwort auf diese Entwicklung: auf der einen
Seite die
Bibelkritik und auf der anderen Seite Gefühlsreligionen, die mit bereits genannten
Bewegungen in dieser Hinsicht Hand in Hand gehen. Das
sehen wir in der heutigen Zeit ganz deutlich.
Anfang des 19. Jahrhundert, ich habe schon von verschiedenen Revolutionen und
Entwicklungen gesprochen, sehen wir etwas Neues in der Malerei. Im Jahr 1906 und
1907 malte Picasso [32], wahrscheinlich der größte Maler unserer Zeit, das
Gemälde Les Demoiselles d’Avignon, in dem er zeigt, wie er über
den Menschen denkt. Ich muss Ihnen das ganz klarmachen. Es gibt viele Christen,
die verstehen das nicht und fragen: „Warum macht der Mann nicht Gemälde,
wie zum Beispiel Rembrandt das tat?“ Picasso war ein sehr begabter Maler
und er wäre bestimmt imstande gewesen sein so zu malen. Aber hätte er das
getan, wäre er nicht ehrlich gewesen, denn er hatte nicht die Weltanschauung
Rembrandts. Er lebte in einer anderen Zeit mit einem anderen Glauben.
Rembrandt malte den Menschen so, wie er glaubte, dass der Mensch war: ein
Geschöpf Gottes, sündig, mit Fehlern, aber wie ein Geschöpf Gottes. Picasso
jedoch malte den Menschen so, wie er den Menschen sah: Der Mensch ist nur
noch eine Maschine, ohne Zweck und ohne Sinn; der Mensch ist tot. Das Einzige,
das noch menschlich scheint — wir sehen das bei den Masken in seinen Bildern —,
sind die hochgehobenen Arme, die hochgehoben sind aus lauter Verzweiflung. Das
ist das Bild. Diese Entwicklung war sehr ergreifend, die Menschen waren sehr
entsetzt, als sie das sahen. Heutzutage ist keiner mehr entsetzt, wenn er das sieht,
denn das ist wirklich die Auffassung von Hunderten, Tausenden, Millionen heute
in unserer Zeit. Das ist der Mensch.
Und manche haben auch wirklich buchstäblich
den Menschen als eine Maschine
gemalt, wie beispielsweise Marcel Duchamp [33], der sich „Hoherpriester der
Vernichtung“ genannt hat und auch wirklich bei seinen Gemälden die
Vernichtung des Menschen zum Ausdruck gebracht hat. Das sehen wir in dieser Entwicklung.
Schlimmer noch wurde das bei Jackson Pollock [34] zum
Ausdruck gebracht, der wusste, dass rein rational, also rein durch den Verstand, im Leben kein Sinn zu entdecken war. Er hoffte ganz blind,
ganz irrational, vielleicht sogar durch den Zufall, etwas vom Sinn und der
Bedeutung des Lebens zu entdecken. Christen, die in einer geschützten Umgebung
aufgewachsen sind, können das gar nicht verstehen und denken, dass das nur
Spielerei ist. Aber das ist ein großer Irrtum. Sie lächeln darüber, wenn sie
sich in Museen solche Dinge anschauen. Ich kann darüber gar nicht lachen. Der
Mensch sollte darüber weinen, wenn er sieht, was dahinter steckt und wie
ehrlich die Leute in gewisser Hinsicht gemalt haben. Wenn wir glauben müssten,
dass alles in dieser Welt durch Zufall entstanden ist, dass der Mensch selbst
nur ein Zufallsprodukt ist, dann müsste doch tatsächlich der Mensch seinen
Sinn und seine Bedeutung dem Zufall entnehmen. Dann kann er nicht verstehen,
dass Jackson Pollock seine Leinwände nur auf den Boden legte und durch Zufall
die Tinte auf das Tuch gebrachte und dadurch versuchte, noch irgendetwas von
der wahren Wirklichkeit zu entdecken. Pollock hat das sehr ernst genommen und war
so darin vertieft, hat das so mit seinem ganzen Wesen getan, dass er verzweifelt war, als er auch hier nichts von einer wahren und höheren
Wirklichkeit entdecken konnte. Als Ergebnis dieser Verzweiflung hat er Selbstmord begangen. Und das Schreckliche sehen wir bei vielen unserer Zeit.
Nicht nur an Gemälden natürlich.
Samuel Beckett [35] schrieb ein Bühnenstück, „Warten
auf Godot“, das in
Wirklichkeit nichts anders als „Warten auf Gott“ heißt. Da sieht man
auf der Bühne nur zwei Leute, zwei Männer, die den ganzen Abend miteinander
sprechen und warten; warten auf eine Person, die niemals zum Vorschein tritt,
denn sie ist nicht da. Der Mensch wartet vergeblich auf Gott. Samuel Beckett hat
den Nobelpreis dafür bekommen. Ich kann das verstehen, denn er hat auf ganz
geniale Weise die Not des modernen, verzweifelten Menschen zum Ausdruck
gebracht.
Welche dämonischen Mächte stecken in dieser ganzen Welt der Popmusik; mit
welcher Welt haben wir es da zu tun! Das sehen wir zum Beispiel besonders bei Jimi
Hendrix [36], der wahrscheinlich Selbstmord begangen hat,
und auch auf seine eigene Weise bei Elvis Presley [37].
Menschen, die aus dieser Welt zum Glauben kommen, können uns die Gefahren der
Popmusik bezeugen. Da kann man nur
weinen über junge christliche Leute, die aus einer geschützten Umgebung
kommen, gar nichts davon ahnen, oft kaum das Englisch verstehen, das gesungen
wird, und meinen, dass das unschuldige Sachen sind, denen sie sich einfach
aussetzen könnten. Das ist die Wirklichkeit! Wir können uns einfach nicht
länger erlauben, diese Dinge nicht zu kennen und nicht zu wissen was los ist,
sondern müssen unsere jungen Leute davor warnen können, was da geschieht. Es
gibt vier Säulen in der modernen Jugendkultur:
- die sexuelle Revolution,
- die Popmusik,
- die Drogen,
- die indische Mystik wie Yoga usw.
Leute wie Aldous Huxley [38] haben LSD so ernst genommen, dass sie meinten, es der
Jugend empfehlen zu müssen, so dass diese durch LSD-Trips etwas von der höheren
Wirklichkeit entdecken könnte. Wenn man durch Drogen, also rein
irrational, rein durch Halluzinationen und durch ähnliche Erfahrungen Sinn
und Bedeutung im Leben suchen müsste, können Sie sich vorstellen, wie groß
die Verzweiflung des modernen Menschen sein muss, dass er das ernst nimmt?!? Es gibt Millionen von jungen Menschen, die das wirklich ernst
nehmen und auch
wissen, was die Folgen sind und dass sie sich in einigen Jahren
zugrunde richten. Erst vor wenigen Tagen habe ich mit jemandem gesprochen, der
Drogen nehmen wollte, um dadurch innerhalb von zwei Jahren langfristigen Selbstmord zu begehen. So geht das oft bei harten
Drogen, da genügen zwei Jahre, um
das zu erreichen. In den Sechzigerjahren waren die Drogen eine Ideologie. Jetzt ist
das nicht mehr so. Heute sind die Drogen viel schlimmer als in den Sechzigern. Sie
sind eine Ausflucht, nicht mehr so sehr eine Ideologie wie sie das in den
Sechzigern waren. In der satanischen Entwicklung waren sie eine Art Zwischenstufe für die
nächste Stufe, dem
Die Drogen waren also im satanischen Programm nur eine Vorbereitung, um das Interesse von europäischen Jugendlichen
für übernatürliche,
mystische Erfahrungen zu wecken. In der weiteren Entwicklung kamen die mystischen
Missionare mit ihrer transzendenten Meditation, Yoga und vielen anderen solchen
Entwicklungen hierher in den Westen. Alle diese Dinge hängen zusammen: die Beatles
mit ihrem freien Sex und ihrem Interesse für Yoga, ihr Interesse für Maharishi
Mahesh Yogi [39] mit seiner transzendentalen Meditation, ihr Interesse für die
Drogen. Das alles hängt in dieser modernen Jugendkultur zusammen. Es ist nicht zu viel gewagt zu behaupten, dass die Jugend noch niemals so mystisch
war wie in unserer Zeit. Viele meinen, dass wir in einer Zeit des Rationalismus
leben. Das ist gar nicht wahr. Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter des Rationalismus. Wir leben
heute in einer Zeit des Irrationalismus, in der das Gefühl und nicht der Verstand auf dem
Thron ist, wo sich viele, auch solche, die sich unter der Woche mit der
Wissenschaft beschäftigen, in ihrer Freizeit diesen Gefühlserfahrungen
aussetzen. In Wirklichkeit bedeutet das jedoch, dass man sich besonders bei den
östlichen Religionen mit deren Götzen auseinandersetzt, hinter denen in
Wirklichkeit massive dämonische Mächte stecken. Wir wissen das aus der Praxis der Seelsorge, aus vielen Erfahrungen mit solchen,
die in diese Bewegungen geraten sind und nur mit größter Mühe wieder daraus
befreit werden können, weil das keine unschuldigen Dinge sind. Besonders ein Christ
kann sich nicht einfach erlauben, sich auch nur irgendwie mit
diesen Dingen zu beschäftigen. Leben wir nicht in einer entgegengesetzten Welt,
wenn wir daran denken, dass so viele Leute in ihrer Freizeit sich mit diesen
Dingen beschäftigen?
Ein Designer bei Boeing könnte in der Fabrik eine Flugmaschine in jeder
Einzelheit entwerfen, so dass nichts dem Zufall überlassen ist. Warum?
Weil so unsere Wirklichkeit ist. Unsere Wirklichkeit ist nicht durch Zufall
zusammengesetzt. Alles hat Sinn und Zweck. Und auch in der Technik wissen wir
das, weil wir nur solche Dinge zusammensetzen können, die nützlich sind und
wirken, wie zum Beispiel eine Flugmaschine; wenn tatsächlich alles Sinn und Zweck und
Bedeutung hat und nützlich ist und auf die richtige rationale Weise
zusammenhängt. Aber wenn dieser Mann nach Hause geht, dann malt er vielleicht
wie Jackson Pollock oder hört sich Musik an wie die, die John Cage
[40] komponiert
hat, durch reinen Zufall. Der Mensch ist ja ein „Zufallsprodukt“. Hat die
Wissenschaft uns nicht bewiesen, dass der Mensch ein Zufallsprodukt ist? Wenn der Mensch sich mit der Schönheit unserer Schöpfung beschäftigt, ist er
tatsächlich bereit, solche Dinge zu glauben, dass der Mensch durch Zufall,
durch natürliche Auslese zufälliger Mutationen und solcher Dinge entstanden
sei. Er ist wirklich bereit zu glauben, dass aus Unordnung spontan Ordnung entstehen
kann, als ob wir nicht in Wirklichkeit sehen würden, dass jedes
System, das sich selbst überlassen bleibt, in Unordnung übergeht. Das sind die Folgen des
Sündenfalls in dieser Welt, in der wir sehen, dass schließlich alles im Tod und
Verderben endet. Das ist ja eben auch der Pessimismus unserer Zeit: dass mit dem
Tod alles aus ist, nicht nur für jeden einzelnen Menschen, sondern dass bald auch unsere Kultur zu Ende sein
wird.
Es sind nicht nur manche Christen, die ganz pessimistisch über den
Kulturniedergang und das Ende unserer Zivilisation reden. Wir sind ja gar keine
Pessimisten. Ich bin kein Pessimist. Ich bin ein großer Optimist. Und ich habe
Grund, optimistisch zu sein. Nein, die Kulturpessimisten, das ist die große
Masse um uns herum. Sprechen Sie mit den Leuten und sagen Sie: „Wir haben jetzt so viele Atomwaffen, dass wir
40-mal unsere eigene Erde zersprengen könnten. Was meinen Sie, wie lange werden
diese Dinge noch bleiben, ohne dass sie von Terroristen berührt werden? Wie
lange wird es noch halten können, dass die Großmächte diese nicht
gegeneinander benutzen werden?“ Da werden Sie bald merken, dass jeder
Mensch, der keinen festen Glauben an Gott und an sein Wort hat, ein
Kulturpessimist ist. Wir sind nicht die Kulturpessimisten, nicht die
Leute, die nur Untergang und das Ende unserer Welt predigen. Ich predige nicht
das Ende unserer Welt. Wir haben noch eine wunderbare Zeit für diese Welt zu
erwarten, aber erst nachdem die Gerichte gekommen sind. Jesaja 26 sagt uns, dass
die Erde endlich Gerechtigkeit erfahren wird, wenn die Gerichte Gottes auf diese Erde
kommen. Solange das nicht geschieht, werden Lüge und Unglaube weitergehen.
Die
Menschen werden, wie wir in 2. Timotheus 4
gelesen haben, „den Fabeln glauben“, das heißt buchstäblich „den
Mythen glauben“. Manche moderne Theologen möchten die Bibel entmythologisieren. Da muss
der Teufel wohl lachen, wenn er sieht, dass so viele dieser Theologen, so
viele der modernen Menschen gerade heute lieber an die Mythen glauben. Viele
kehren zurück zu den Götzendiensten unserer germanischen Vorfahren hier in
Europa, zu den Fabeln. Wissen Sie, was so ein Mythos ist? Solch ein Mythos ist,
dass unsere Menschlichkeit, unsere Persönlichkeit nichts anderes ist als nur ein
tierischer Instinkt. Sie wollen uns sagen, dass Mutterliebe nichts anderes ist
als ein tierischer Instinkt. Nun, das kann man glauben, wenn man noch
niemals verliebt war. Man kann glauben, dass Liebe nichts anderes ist als ein
hormoneller Prozess. Man kann natürlich glauben, dass menschliches Leben nichts
anderes ist als ein physisch-chemischer Prozess, bis ein Mensch entdeckt, was es
wirklich bedeutet, einander zu lieben und zu wissen, dass Liebe mehr ist als
Sexualität, mehr ist als Hormone, Atome und Moleküle. Aber was
kann es mehr sein, wenn der Mensch ein „veredeltes Tier“ ist, was kann Liebe mehr sein als Liebe zwischen Tieren? Das ist das Schreckliche. Nicht nur
„Gott
ist tot“ nach den Auffassungen vieler. Der Mensch ist tot. Er hat sich
seines eigenen Menschseins beraubt. Sogar seine Menschlichkeit hat er verloren.
Das ist nicht meine Auffassung. Ich habe die Auffassung der Reformatoren. Sie
glaubten an eine wörtlich inspirierte Gottesoffenbarung. Sie glaubten nicht
wie Jackson Pollock, dass irgendwie in dem Chaos und in dem Zufall Gott ist,
vielleicht ein mystischer Gott, der aus einer höheren Welt in die Wirklichkeit
treten würde.
Ich glaube, dass Gott ganz deutlich und ganz nüchtern und klar
zu uns gesprochen hat. Glauben Sie nicht, dass Gott Hebräisch und Griechisch
sprechen kann? Dass Gott uns seine Gedanken erklären könnte? Glauben Sie
nicht, dass Gott mächtig sein würde, die Schreiber der Bibel mit seinem Wort
vollkommen zu inspirieren? Glauben Sie nicht, dass Gott imstande sein
würde uns
klarzumachen, wie der Mensch in Wirklichkeit entstanden ist? Nicht als ein
veredeltes Tier, sondern wie Michelangelo [41] es so schön zum Ausdruck gebracht hat: als ein Geschöpf Gottes aus der Hand Gottes hervorgekommen.
Die Hände
berühren sich noch immer. Gott hat den Menschen nicht erschaffen, um ihn
weiterhin seinem Schicksal zu überlassen, sondern die Hand ist noch immer da.
Und diese Hand ist auch noch immer da, nachdem der Mensch in Sünde gefallen
ist. Die Hand ist noch immer ausgestreckt zu den Menschen. Viele sagen heute:
Ja, wo ist denn diese Hand? Wo ist denn Gott? Wo ist denn seine Liebe?
Warum spricht Gott nicht?
Als ob Gott nicht schon längst gesprochen
hätte. Als ob Gott nicht schon alles, was Er zu sagen hatte, gesagt hätte. Er hat es gesagt in
seinem Sohn Jesus Christus. Gott hat gesprochen. Wir
haben mit einem sprechenden Gott zu tun. Gott hat geredet in seinem Sohn, in
dem Herrn Jesus Christus an dem Kreuz auf Golgatha. Leute reden über die Liebe
Gottes und vergessen, dass Gott seine Liebe schon längst bewiesen hat, nicht indem Er Hunger und Krankheit und Krieg wegnimmt; das wird Er auch einmal
tun durch die Gerichte beim Kommen des Herrn Jesus Christus. Aber Er hat seine
Liebe darin bewiesen, dass Er seinen Sohn am Kreuz auf Golgatha gegeben hat,
damit jeder, der an Ihn glauben würde, ewiges
Leben haben würde, Vergebung seiner Sünde; dass jeder, der aufrichtig
einmal zu Gott gehen würde, um seine Sünden Gott gegenüber zu bekennen oder
einmal ehrlich zu Ihm zu sagen, wer er wirklich ist, dass die Sünde die
zentrale Not in seinem Leben ist, und Gott einmal aufrichtig zu bekennen, dass
er den Tod und das Gericht verdient hat. Dann wird er die Liebe Gottes erfahren,
die zu solchen Menschen sagt: „Für solche Menschen wie dich habe ich
meinen Sohn am Kreuz auf Golgatha gegeben.“ Er ist Mensch geworden, auf
dass wir Söhne Gottes werden würden. Der Sohn Gottes wurde Mensch,
damit
Menschen Söhne Gottes würden. Darum sind wir Optimisten. Was die Welt
betrifft, so sind wir pessimistisch. Das Gericht über diese Welt steht
fest. Aber wir sind optimistisch betreffs der Zukunft, weil wir wissen, dass die
Zukunft auf unserer Seite steht. Weil wir wissen, dass Gott auf unserer Seite
steht.
Und wenn ich sage „unserer“, können Sie schon sagen, dass Gott auf
Ihrer Seite steht? Ich bin ein Christ, weil ich dadurch weiß, was es heißt,
Sinn und Bedeutung und Zweck im Leben zu kennen. Denn es gibt einen Gott, der mich zu
sich gezogen hat durch den Glauben
an den Herrn Jesus, durch die Kraft seines Geistes; der einen Plan mit meinem
Leben hat; der mich durch die Kraft seines Geistes zum Ziel hinführt und zur
Verherrlichung seines Namens. Das ist das Großartige, hier in dieser
dunklen Welt, in diesem Kulturniedergang, in diesem allgemeinen
Kulturpessimismus, ein Christ zu sein und an einen Gott der Liebe und der
Heiligkeit und der Gerechtigkeit zu glauben. Wir wünschen uns und beten, dass ein jeder Leser diesen Gott der
Liebe und Gnade kennt. Es gibt nur eine Möglichkeit, Ihn kennenzulernen.
Die Sünden machen eine Trennung zwischen Ihnen und Gott, aber Bekenntnis und
Vergebung nehmen die Trennung weg: Bekenntnis Ihrer Sünden, Vergebung durch das
Blut des Herrn Jesus Christus durch Glauben an Ihn. Das ist es, was wir hoffen.
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Anmerkungen des SoundWord-Teams
[1] Francis A. Schaeffer (1912-1984), US-amerikanischer Theologe,
Philosoph, Autor, presbyterianischer Pastor und
Gründer der Kommunität L’Abri in der Schweiz.
[2] Charles Darwin (1808-1882), britischer Naturforscher und
Pastor.
[3] Jean-Baptiste de Lamarck (1744-1829), französischer
Biologe, einer der bedeutendsten seiner Zeit, und Vorläufer der Abstammungslehre.
[4] Friedrich Nietzsche (1844-1869), deutscher Philosoph und
Philologe; bekannter Ausspruch: „Gott ist tot.“
[5] Karl Marx (1818-1883), deutscher humanistischer Philosoph,
politischer Journalist und Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus >
Marxismus.
[6] Herbert Spencer (1820-1903), englischer Philosoph und
Soziologe, der als erster das Konzept des „Überlebens des Stärkeren“
auf die gesellschaftliche Entwicklung anwendete.
[7] Ernst H.P.A. Haeckel (1834-1919), deutscher Zoologe, Arzt, später Professor
für vergleichende Anatomie und Philosoph, der die Arbeiten Darwins in
Deutschland bekannt machte und zu einer speziellen Abstammungslehre des Menschen
ausbaute.
[8] Aristoteles (384-322 v.Chr.), griechischer Philosoph,
Logiker und Naturforscher; unbeliebt bei den alten Kirchenvätern, da er das Weltall für unerschaffen und unvergänglich hielt und
nicht an die Unsterblichkeit der Seele glaubte.
[9] Clemens von Alexandria (150-215), griechischer Theologe
und Kirchenvater, der jedoch größtenteils in Alexandria (Nordafrika) wirkte. Er versuchte,
Christentum und griechische Philosophie miteinander zu verbinden; Lehrer des
Origenes.
[10] Origenes (185-254), in Nordafrika geboren,
Kirchenschriftsteller, christlicher Gelehrter und Theologe, Schüler des Clemens
von Alexandria.
[11] Augustinus von Hippo (354-430), Kirchenlehrer und Philosoph
aus dem heutigen Algerien; einer der einflussreichsten Theologen, dessen
Theologie nicht nur die Lehre der katholischen Kirche, sondern auch die Luthers
und Calvins geprägt hat; ab 396 Bischof in Nordafrika.
[12] Thomas von Aquin (1225-1274), italienischer Philosoph und
Theologe, einer der bedeutendsten katholischen Kirchenlehrer.
[13] Jean Fouquet (1420~1480), französischer Buch- und
Tafelmaler; einer der größten Maler der Frührenaissance.
[14] Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler,
Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur, Naturphilosoph und
Erfinder; „Universalgenie“.
[15] Diese Mauer wurde 1917 am Park der
Universität in Genf errichtet; sie erinnert an vier Männer der Reformation:
Farel, Calvin, Bèze und Knox und trägt die Inschrift „Post tenebras lux“ („Nach der Dunkelheit
Licht“).
[16] Das vierfache „allein …“ der Reformation:
- sola scriptura: allein die Schrift ist Grundlage des Glaubens, nicht die
Tradition (Gal 2,6-9)
- solus Christus: allein Christus herrscht über die Gläubigen, nicht die
Kirche (Eph 5,23-24)
- sola gratia: allein durch Gnade wird der Mensch errettet, nicht durch eigenes
Tun (Röm 1,17)
- sola fide: allein durch Glauben wird der Mensch gerechtfertigt, nicht durch
gute Werke (Gal 2,16).
[17] Robert Oppenheimer (1904-1967), US-amerikanischer
theoretischer Physiker; „Vater der Atombombe“, verurteilte jedoch
deren verheerende Wirkung nach den Atombombenangriffen auf Japan.
[18] Sir Isaac Newton (1643-1727), englischer Physiker,
Mathematiker, Astronom, Alchemist, Philosoph und Theologe; legte den
Grundstein für die klassische Mechanik und gilt als einer der größten
Wissenschaftler aller Zeiten.
[19] Rembrandt Harmenszoon van Rijn(1606-1669), wichtigster niederländischer
Maler des 17. Jahrhunderts.
[20] Nicolas Poussin (1554-1665), französischer Maler, der
viele Bilder in Kleinformat mit religiösen und mythologischen Themen malte.
[21] Voltaire (1694-1778), französischer Philosoph und einer
der einflussreichsten der Aufklärung; einer der Wegbereiter der französischen
Revolution.
[22] Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph; einer der bedeutendsten Philosophen.
[23] Sir Charles Lyell (1797-1875), britischer Rechtsanwalt,
später Geologe, der gemeinsam mit James Hutton zu den Begründern der modernen
Geologie zählt.
[24] James Hutton [1726-1797], schottischer Arzt, Naturforscher und Geologe; war
der Meinung, dass Menschheit und Schöpfung älter sein müssten, als bisher aus
der Bibel berechnet; seiner Ansicht nach haben die heute beobachtbaren
(langsamen) geologischen Prozesse auch in der Vergangenheit stattgefunden, so
dass man heute Rückschlüsse auf früher abgelaufene Prozesse ziehen könne.
[26] Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), deutscher
Philosoph des Idealismus mit dem Grundsatz „Das Wahre ist das Ganze“.
[27] Ludwig Feuerbach (1804-1872), deutscher Philosoph,
Anthropologe und Religionskritiker; Einfluss auf Marx, Nietzsche u.a.
[27] Thomas Malthus (1766-1834), britischer Sozialphilosoph,
anglikanischer Pfarrer und Professor für Geschichte und politische Ökonomie.
[28] Alfred Russel Wallace(1823-1913), britischer
Naturforscher, Philosoph und Sozialist, der gemeinsam mit Darwin die
Evolutionstheorie erarbeitete und propagierte.
[29] Thomas Henry Huxley (1825-1895), englischer Biologe und
großer Unterstützer Darwins.
[30] Sören Aabye Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph und
Theologe.
[31] Horizontalismus: Ausrichtung des Glaubens nicht an Gott,
sondern an den Nächsten im Sinn gelebter christlicher Nächstenliebe, auch
indem der Christ sich in der Gesellschaft politisch engagiert und „Weltverantwortung“ zeigt (nach Karl Rahner).
[32] Pablo Ruiz Picasso (1881-1973), spanischer Maler,
Graphiker, Bildhauer und einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts;
Mitbegründer der Stilrichtung des Kubismus (von lat. kubus = Würfel).
[33] Marcel Duchamp (1887-1968), französischer Maler und
Objektkünstler, kritisierte und provozierte mit seinen Werken den herrschenden
Kunstgeschmack.
[34] Paul Jackson Pollock (1912-1956), US-amerikanischer Maler, Mitbegründer
der Stilrichtung des sog. Action Painting, bei der die Farbe auf die auf dem Boden
liegende Leinwand getropft oder geschleudert wird.
[35] Samuel Barclay Beckett (1906-1989), britischer
Schriftsteller, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der
1969 den Nobelpreis für Literatur bekam, lebte die letzten vierzig Jahres
seines Lebens in Frankreich.
[36] Jimi Hendrix (1942-1970), US-amerikanischer
bahnbrechender Gitarrist, Sänger und Komponist des Blues und der Rockmusik.
[37] Elvis Presley (1935-1977), US-amerikanischer Sänger des
Rock’n Roll.
[38]
Aldous Huxley (1894-1963), britischer Schriftsteller vor allem von Romanen („Schöne neue
Welt“) und Essays , ausgewandert in die USA.
[39] Maharishi Mahesh Yogi (1917-2008), indischer Autor von
Büchern über indische Philosophie; Begründer der Transzendentalen Meditation.
[40] John Cage (1912-1992), US-amerikanischer Komponist der
Neuen Musik wie z.B. Arnold Schönberg.
[41] Michelangelo Buonarotti (1475-1564), italienischer Maler, Bildhauer,
Architekt und Dichter; Maler der Sixtinischen Kapelle.
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