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Leitverse: Psalm 27,8-1; Offenbarung 22,4; Johannes 17,24
Ps 27,1-8: Von David. Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich
mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Stärke, vor wem sollte ich
erschrecken? Als Übeltäter mir nahten, um mein Fleisch zu fressen, meine
Bedränger und meine Feinde, sie strauchelten und fielen. Wenn ein Heer sich
wider mich lagert, nicht fürchtet sich mein Herz; wenn Krieg sich wider mich
erhebt, hierauf vertraue ich: Eines habe ich vom HERRN erbeten, nach diesem will
ich trachten: zu wohnen im Hause des HERRN alle Tage meines Lebens, um
anzuschauen die Lieblichkeit des HERRN und nach ihm zu forschen in seinem
Tempel. Denn er wird mich bergen in seiner Hütte am Tage des Übels, er wird
mich verbergen in dem Verborgenen seines Zeltes; auf einen Felsen wird er mich
erhöhen. Und nun wird mein Haupt erhöht sein über meine Feinde rings um mich
her; und Opfer des Jubelschalls will ich opfern in seinem Zelte, ich will singen
und Psalmen singen dem HERRN. Höre, HERR, mit meiner Stimme rufe ich; und sei
mir gnädig und erhöre mich! Von dir hat mein Herz gesagt: Du sprichst: Suchet
mein Angesicht! Dein Angesicht, HERR, suche ich.
Off 22,4: Sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren
Stirnen sein.
Joh 17,24: Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir
seien, wo ich bin, auf dass sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben
hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.
Wie gesegnet, dass der Herr selbst unser „Licht“ geworden ist.
Nicht oft wird Er uns im Alten Testament so dargestellt, denn ohne die
Offenbarung seiner Liebe würden wir es nicht ertragen können. Daher tritt es
im Neuen Testament mehr hervor. Der, welcher unser Licht geworden, das
notwendigerweise all unser Verderben bloßgestellt hat, ist auch unser „Heil“ geworden, und wir können sagen:
„Vor wem sollte ich mich fürchten?“ All die Übungen unseres Herzens finden hierin ihren Trost.
„Er ist unseres Lebens Stärke“, so dass wir vor dem Feind nicht zu
erschrecken brauchen. Wir haben Vertrauen und Freimütigkeit.
Doch was mich zu diesem Psalm hingeführt hat, sind die Worte: „Eines
habe ich von dem HERRN erbeten, nach diesem will ich trachten“. Es ist das
ungeteilte Herz, das hier ans Licht kommt. „Eines habe ich von dem HERRN
erbeten“; was ist das? „Zu wohnen im Hause des HERRN alle Tage meines
Lebens.“ Nicht erst dann, wenn ich in den Himmel eingehe. seine Gegenwart
ist zum Heiligtum unserer Herzen geworden; ungehinderter Zugang ist uns
erschlossen. Es ist jetzt kein Vorhang mehr da. Im Geist dürfen wir uns dort
aufhalten, „um anzuschauen die Lieblichkeit des Herrn“. Als diese
Worte niedergeschrieben wurden, war Er noch nicht offenbart. Damals hatte Er
noch nicht die Gestalt eines Knechtes angenommen. sein Angesicht, einst mehr
entstellt als das irgendeines Mannes, strahlt jetzt in der Herrlichkeit Gottes.
Wir kennen Ihn, aber vor dem Psalmisten war keine sichtbare Gestalt, als dieser
jene Worte aussprach. Uns aber ist es offenbart, was Er im Voraus empfand. Es
war eine Zeit, wo Er kein Ansehen hatte, „dass wir seiner begehrt hätten“, doch jetzt ist Er
„der Ausgezeichnete vor Zehntausenden“, „alles an ihm ist lieblich“. Inwieweit halten
sich unsere Herzen in seiner Gegenwart auf, schauen seine Lieblichkeit an und
forschen in seinem Tempel?
„Nach diesem will ich trachten.“ Wir wünschen dies und vielleicht
suchen wir es am Morgen im Gebet, doch gar bald verlieren wir es wieder aus dem
Auge. Wir ermangeln, mit der Energie des Glaubens zu suchen, was wir von dem
Herrn gewünscht haben.
Nun wollen wir den 5. Vers betrachten. „Er wird mich verbergen in dem
Verborgenen seines Zeltes.“ Wie oft ist doch Bedrängnis nötig, damit
unsere Herzen den Herrn wiederfinden. Bei dem Psalmisten war dies nicht der
Fall. Es brauchte nicht erst durch Not veranlasst zu werden, den Herrn zu
suchen. Er tat dies um seiner selbst willen. Und als Bedrängnis kam, findet ihn
diese in seiner Hütte, im Verborgenen seines Zeltes.
Welch eine Ermutigung ist es doch für uns, zu sehen, wie Gott den Wunsch
unseres Herzens, Ihn zu suchen, bestärkt. „Suchet mein Angesicht“,
ruft Er uns zu. Es ist wohlgefällig vor Ihm, dass wir dies tun. Wie köstlich,
wenn unser Herz auf das Eine gerichtet ist, in seiner Gegenwart zu sein, um seine Schönheit anzuschauen. Er befriedigt ein solches Verlangen, nachdem Er es
geweckt hat, und mit der Befriedigung kommt noch ein stärkeres Sehnen Ihn zu
erkennen. Es ist sehr gesegnet zu wissen, dass dies göttlich gewirkte Sehnen in unserer Seele ist. Auf diese Weise fördert Er das geistliche Wachstum
der seinen.
Offenbarung 22 führt uns zur Erfüllung von allem: „Sie werden sein
Angesicht sehen.“ Das ist nicht öffentliche Herrlichkeit, das gehört zu
der Vertrautheit göttlicher Zuneigung.
In Johannes 17,22.23 spricht Er von der öffentlichen Herrlichkeit. An
jenem Tag sieht uns die staunende Welt in derselben Herrlichkeit, in der unser
Heiland und Herr, Jesus Christus, offenbart sein wird. Doch für die
Befriedigung des Herzens ist noch etwas mehr nötig. „Vater, ich will, dass
die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, auf dass sie
meine Herrlichkeit schauen.“ Das ist nicht öffentlich, das geht über jede
Entfaltung hinaus. In diesen Kreis führt Er uns ein, um das Sehnen unserer
Herzen, sein Angesicht zu schauen, in vollkommenster Weise zu erfüllen.
Jetzt sagt Er zu uns: „Suchet mein Angesicht.“ Was wird es sein,
wenn wir auf Erden diesem seinem Wunsch entsprechen, um dann im Himmel seine
Erfüllung in ihrer ganzen Tiefe zu erfahren.
Dass es doch unser ungeteilter Herzenswunsch sei, nach dem einen zu
trachten: „zu wohnen im Hause des HERRN alle Tage meines Lebens, um
anzuschauen die Lieblichkeit des HERRN“.
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