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Leitverse: 1. Thessalonicher 4,13-15; 5,1-2
1Thes 4,13-15: Wir wollen aber nicht, Brüder, dass ihr, was die
Entschlafenen betrifft, unkundig seid, auf dass ihr euch nicht betrübet wie
auch die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus
gestorben und auferstanden ist, also wird auch Gott die durch Jesum
Entschlafenen mit ihm bringen. (Denn dieses sagen wir euch im Worte des Herrn, dass
wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den
Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden.
1Thes 5,1-2: Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, Brüder, so habt
ihr nicht nötig, dass euch geschrieben werde. Denn ihr selbst wisset genau, dass
der Tag des Herrn also kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Die beiden ersten Verse des fünften Kapitels stehen in direktem Gegensatz zu
Kapitel 4,13-15. Was das Kommen des Herrn für Seine Heiligen, die sogenannte
„Entrückung“, betrifft, so waren die Thessalonicher hierüber
unwissend und hatten deshalb unnötige Probleme und Sorgen, und der Apostel
schrieb ihnen „im Wort des Herrn“, um sie zu belehren. Aber was die „Zeiten und
Zeitpunkte“ betraf, waren sie nicht unwissend, und es
bestand für den Apostel keine Notwendigkeit, hierüber zu schreiben.
Wir dürfen den Unterschied zwischen diesen beiden Teilen der prophetischen
Wahrheit nicht übersehen. Es ist durchaus möglich, über die Entrückung
unwissend zu sein, während man gut informiert ist, was die Zeiten und
Zeitpunkte betrifft. Es handelt sich also hierbei um zwei völlig verschiedene
Dinge. Wäre die Entrückung ein wichtiger Teil der Zeiten und Zeitpunkte, so
würde Unwissenheit hierüber gleichzeitig auch teilweise Unwissenheit über
jene Zeiten und Zeitpunkte bedeuten. Die Thessalonicher waren jedoch über die
Entrückung völlig unwissend, während sie über die Zeiten und Zeitpunkte so
gut belehrt waren, dass ihnen der Apostel schreiben konnte: „Ihr selbst
wisst genau“, und: „So habt ihr nicht nötig, dass euch geschrieben wird.“
Die Zeiten und Zeitpunkte haben mit der Erde zu tun und nicht mit dem Himmel,
wie uns 1. Mose 1,14 zeigt. Der Ausdruck, wie er in diesem Brief benutzt wird,
bezeichnet nicht die Bestimmung der verschiedenen Zeitabschnitte der
Erdgeschichte durch die Himmelskörper, sondern jene größeren Zeitabschnitte,
die alle jeweils ein besonderes Kennzeichen tragen und durch Gottes moralische
Regierungswege mit der Erde bestimmt sind. In der Vergangenheit sind solche
neuen Zeitabschnitte eingeleitet worden durch Ereignisse wie die Sintflut, die
Erlösung Israels aus Ägypten und die Gesetzgebung, die Verwerfung des
Königtums der Linie Davids und die Übergabe der Herrschaft in die Hände der
Nationen. Ein neues, noch zukünftiges Zeitalter wird anbrechen, wenn der Herr
Jesus Seine große Macht ergreifen wird um zu regieren. Das wird „der Tag
des Herrn“ sein.
Die Entrückung der Gläubigen geschieht jedoch völlig unabhängig von
diesen irdischen „Zeitpunkten“. Sie ist nicht einfach ein Punkt in dem
Ablauf der irdischen Ereignisse. Der Herr wird die Seinen in den Himmel rufen,
damit sie sich ihrer himmlischen Vorrechte erfreuen können. Die Gemeinde,
bestehend aus allen „Herausgerufenen“ der gegenwärtigen Haushaltung,
ist himmlisch in ihrer Berufung und ihrer Bestimmung. Sie gehört nicht zur
Erde, und das ist der Grund, warum ihre Entrückung von der Erde in den Himmel
in dem Ablauf der irdischen Ereignisse nicht enthalten ist. Daher finden wir in
den Schriften des Alten Testaments auch nicht den geringsten Hinweis auf die
Entrückung [Anm. d. Red.: Diese Aussage gilt für direkte Prophetie]. Ein rechtes
Verständnis dieses Themas liefert uns den Schlüssel, der uns viele Teile der
Wahrheit über die verschiedenen Haushaltungen erschließt, die uns sonst
verschlossen bleiben würden.
aus Grundzüge des Neuen
Testaments, Bd. 4, S. 206-207
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