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Ein himmlischer Christus, deswegen eine himmlische Gemeinde - W.J. Hocking
      
Der Autor Kurzbiographie
W.J. Hocking

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Ein himmlischer Christus, deswegen eine himmlische Gemeinde
Epheser 1,16-23
W.J. Hocking
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Leitverse:
Epheser 1,16-23

Eph 1,16-23: [Weshalb auch ich] …  nicht aufhöre, für euch zu danken, euch erwähnend in meinen Gebeten, damit der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst, damit ihr, erleuchtet an den Augen eures Herzens, wisst, welches die Hoffnung seiner Berufung ist, welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und welches die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, in der er gewirkt hat in dem Christus, indem er ihn aus den Toten auferweckte; (und er setzte ihn zu seiner Rechten in den himmlischen Örtern, über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen, und hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Versammlung gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt;)

Inhalt

Ein himmlischer Christus, deswegen eine himmlische Gemeinde

Unterschied zwischen himmlischen und irdischen Segnungen

Der himmlische Segen der Kirche

     Hoffnung seiner Berufung“

     Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen“

     …  die überragende Größe seiner Macht“

Christus in der Herrlichkeit

Gottes Macht

Haupt über alles der Versammlung“

Schlussgedanken

Ein himmlischer Christus, deswegen eine himmlische Gemeinde

Es ist die allgemeine Tendenz in der Praxis des menschlichen Geistes, Christus und die Gemeinde zu trennen. Das geschieht besonders dann, wenn es sich um jene Beziehungen der innigen Einheit handelt, die die Schrift offenbart und als die speziellen Kennzeichen der christlichen Berufung betont.

Welche von den großen Gruppen in der Christenheit ist wirklich darauf bedacht, dass die Kirche so mit Christus im Himmel verbunden ist, dass die Einrichtung der Gemeinde einen wesentlichen Charakter durch gerade diese Tatsache bekommt? Die römischen, anglikanischen, nonkonformistischen, um nicht zu reden von den griechischen Kirchen, erkennen alle nicht, dass die lebendige Verbindung zwischen der Kirche und ihrem auferstanden Haupt droben nicht nur eine rein abstrakte Idee ist, rein theoretisch und völlig unwirksam, sondern ein lebenswichtiges Prinzip, dass bei jeder Handlung Gestalt gewinnen sollte.

Nun es ist unmöglich, die himmlische Natur der Berufung der Gemeinde getrennt von Christus zu verstehen. Die Existenzberechtigung der Kirche beruht nämlich allein auf Christus. Damit wollen wir uns jetzt gar nicht auf das versöhnende und erlösende Werk des Heilands beziehen. Zweifellos hat dieses unvergleichliche Werk die unveränderliche Grundlage geliefert, auf welche Gottes Handeln mit dem Menschen gegründet ist. Vorausweisend oder zurückweisend, für alle Zeiten hat der Tod Christi die einzige Grundlage für den Segen der Kinder des Glaubens gebildet. Daraus folgt allerdings nicht, dass der Segen, der angeboten und geschenkt wurde, von Anfang an immer denselben Charakter hatte. Im Gegenteil, jener Segen hat sich verändert in seinem Charakter und in seinem Maß nach dem jeweiligen Ziel Gottes, so wie es nach und nach offenbart wurde in Verbindung mit den unterschiedlichen Herrlichkeiten des Sohnes.

Unterschied zwischen himmlischen und irdischen Segnungen

Im Allgemeinen gesprochen ist das Alte Testament mit der Verheißung und Prophezeiung der Ankunft des Messias beschäftigt. Es wird davon gesprochen, dass Er zu dem auserwählten Volk Israel als ihr Prophet, Priester und König kommen würde und dass Er den Samen Abrahams über alle Nationen der Erde erheben sollte. Die Segnungen, die die Gläubigen damals erwarten sollten, hatten einen irdischen Charakter. Die Tochter Zions sollte nach dem Kommen ihres Königs Ausschau halten, der in Gerechtigkeit regieren würde. Der Unterdrücker sollte vernichtet werden und ihre Feinde sollten dazu gebracht werden, Staub zu lecken. Frieden sollte fließen wie ein Strom und die Erde sollte voll sein von der Erkenntnis des Herrn sowie die Wasser das Meer bedecken. Langes Leben und Wohlfahrt sollte das glückliche Teil jedes Untertanen in dem herrlichen Königreich des Herrn von David sein. Kurz gesagt, im Alten Testament wird uns Christus als der irdische Herrscher vorgestellt und als derjenige, der göttliches Gericht auf der Erde ausübt, ganz besonders in Verbindung mit dem Volk Israel. Demgemäß haben die Segnungen des Volkes einen irdischen und nationalen Charakter, was in vollkommener Übereinstimmung mit diesen Verheißungen ist.

Nun, genauso wie die Hoffnungen Israels ihre Unterscheidungskennzeichen davon ableiten, dass der Messias, der Fürst, kommen würde, um hier auf der Erde zu herrschen, so bekommen auch die Hoffnungen und die Berufung der Gemeinde ihre Unterscheidungskennzeichen aus der Stellung, die Christus nun droben im Himmel eingenommen hat. Das baut einen Unterschied zwischen Israel und der Gemeinde auf, wie er größer nicht sein kann. Der Unterschied ist der zwischen irdischem und himmlischem, fleischlichem und geistlichem Segen. Wo wir auch im Alten Testament hinschauen, wir finden immer dieselbe Erwartungshaltung. In Ägypten und in der Wüste suchen sie nach dem Land der Verheißung mit einem gefüllten Korb und einem Vorratslager. In Kanaan, als sie seufzten unter der götzendienerischen Herrschaft abtrünniger Könige oder als sie weinten bei den Flüssen Babylons, verlangten die Treuen nach dem Erlöser, der aus Zion kommen sollte und der jeden Menschen unter seinem eigenen Weinstock und unter seinem eigenen Granatapfelbaum segnen sollte.

Das Neue Testament dagegen unterstützt solche Erwartungen für den Christen nicht. Der Jude war berechtigt, hier nach einem Segen von einer irdischen Natur auszuschauen. Die Segnungen des Gläubigen dagegen sind himmlisch und geistlich und werden allein durch den Glauben genossen. Sie bekommen ihren Charakter, wie schon gesagt wurde, von Christus. Aber von welchem Christus? Nicht als einem, der König Israels und Herrscher der Nationen ist, sondern als von dem verherrlichten Haupt der Gemeinde.

Der himmlische Segen der Kirche

Der Brief an die Epheser entfaltet das Geheimnis des himmlischen Segens der Kirche in sehr ausführlicher Weise, aber immer in Verbindung mit Christus. Der Abschluss des ersten Kapitels baut die Wahrheit von der gegenwärtigen Erhöhung Christi droben auf und verbindet mit dieser großartigen Tatsache die Stellung der Kirche in den himmlischen Örtern in Verbindung mit Ihm. Lasst uns den Weg anschauen, auf dem diese Lehre hervorgebracht wird.

Die ersten vierzehn Verse von Kapitel 1 enthalten eine Zusammenfassung von Wahrheiten, die sich auf die Gläubigen beziehen. Sie zeigen ihren Platz in den Gedanken und dem Ziel Gottes. Das erfordert nun eine wichtige Bemerkung. Es ist ein Grundsatz des Wortes Gottes, dass persönliche Segnungen und Verantwortlichkeiten ausnahmslos immer vor gemeinschaftliche Segnungen und Beziehungen gestellt werden. Und es wird nirgendwo sonst deutlicher illustriert als in diesem Brief, der alle anderen an Fülle der göttlichen Offenbarungen betreffs der Gemeinde in ihrem umfassendsten Charakter übertrifft. Denn die Gemeinde wird hier gezeigt in ihrer Gesamtheit: von Ewigkeit „verborgen in Gott“, „nun bekannt gemacht“ und dabei, bald vollkommen und unversehrt vor Christus dargestellt zu werden (Eph 5). Trotzdem gibt es selbst in diesem Brief keine Ausnahme von der allgemeinen Regel, die durch das ganze Schema der Offenbarung hindurch beobachtet wird, dass nämlich zuerst Aussagen getroffen werden über das, was sich auf den Einzelnen bezieht. Uns wird nicht nur etwas berichtet von der Auserwählung und dem Erbe in Christus, sondern auch von dem, was sehr elementar zu sein scheint: von Vergebung der Sünden und von dem Hören des Evangeliums. Das ist bedeutsam genug. Die Individualität des Gläubigen sollte durch die allgemeinen Dinge der Gemeinde nicht beiseitegewischt werden. Es ist auch gut, nein es ist sogar notwendig, dass die Seele sich ihrer persönlichen Beziehung vor Gott bewusst und sicher ist, damit sie fähig ist, besser ihren Platz in der Gemeinde zu verstehen. Darüber hinaus soll eine Beschäftigung mit den Vorrechten des Leibes Christi niemanden dazu bringen zu vergessen oder unterzubewerten, was seine Stellung als Einzelner durch Gnade beinhaltet.

Nun, nachdem Paulus den Gläubigen in Ephesus ihren gesegneten Platz, den sie als einzelne Gläubige vor Gott in Christus haben, entfaltet hat, erzählt er ihnen von seinen Gebeten für sie, damit sie noch mehr erkennen sollten. Er ist darauf aus, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, ihnen den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis Seiner Selbst geben möge, dass die Augen ihrer Herzen geöffnet sein sollten. Seine Bitte ihretwegen ist dreifach, Sie sollten wissen:

  1. was die Hoffnung Seiner Berufung ist, und (V. 18)
  2. was der Reichtum der Herrlichkeit Seines Erbes in den Heiligen und (V. 18)
  3. was die überragende Größe Seiner Macht uns den Glaubenden gegenüber ist nach der Wirksamkeit der Macht Seiner Stärke, welche Er gewirkt hat in dem Christus, als Er (V. 19) 
    (a) Ihn auferweckte aus den Toten, und (V. 20)
    (b) Ihn gesetzt hat zu Seiner Rechten in den himmlischen Örtern weit über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird nicht allein diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen und (V. 21)
    (c) hat alle Dinge Seinen Füßen unterworfen und (V. 22)
    (d) Ihn gesetzt als Haupt über alle Dinge der Versammlung, welche Sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt (V. 23)

Hier haben wir den inspirierten Wunsch des Apostels für die Gläubigen in Ephesus. Er wollte, dass sie wachsen in göttlicher Erkenntnis (vollen Erkenntnis). 

1. „Hoffnung seiner Berufung“

Zu Punkt 1 ihrer Berufung: Er hatte ihnen das schon in früheren Versen vorgestellt, aber hatten sie die Hoffnung dieser Berufung erfasst? Die Hoffnung ist die Erfüllung, die Krone, der Klimax, von dem, was wir nun durch Glauben genießen. Wir sind tatsächlich schon jetzt gesegnet in den himmlischen Örtern, schon jetzt angenommen in dem Geliebten. Aber die Hoffnung wird noch realisiert werden, wenn der Herr uns in das Haus des Vaters droben bringt und das Ziel Gottes in Bezug auf uns voll erfüllt ist. Die Berufung ist individuell, die Hoffnung bezieht alle ein. Denn hierbei wird auch die Einheit gesehen, in der Christus Sich die Gemeinde selbst in Herrlichkeit darstellen wird. Der Apostel betet dafür, dass die Heiligen diesen Blickpunkt bekommen könnten.

2. „Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen“

Weiter betet er (Punkt 2), dass sie die Reichtümer der Herrlichkeit des Erbes Gottes in den Heiligen erkennen möchten. Es geht hier nicht so sehr darum, wie andere schon darauf hingewiesen haben, dass die Heiligen selbst dieses Erbe bilden, sondern dass Gott in Christus in den Heiligen das Erbe nimmt. Christus ist der „Erbe aller Dinge“ (Heb 1,2), und wenn Er in Seine Rechte eingeht, dann wird die Gemeinde die Herrlichkeit Seines Erbes als Miterben teilen (Röm. 8,17; 2Tim 2,12). Christus wird nicht getrennt von Seiner Braut in Seine Herrlichkeit eingehen. Er sagt Selbst: „…  die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben“ (Joh 17,22). Und es ist der Wunsch des Apostels, dass die Gläubigen durch den Glauben ihre hohe Bestimmung am kommenden Tag der Herrlichkeit erfassen.

3. „…  die überragende Größe seiner Macht“

In dem nächsten Satz (Punkt 3) des Gebetes geht es darum, dass sie die überragende Größe der Macht Gottes erkennen möchten, die schon gewirkt hat in den Gläubigen, indem sie auferweckt worden sind, um die Erhöhung Christi zu teilen. Das ist so wichtig, dass es ihn dazu führt, in einem weiteren Gebet noch einmal darauf seine besondere Aufmerksamkeit zu legen.

Christus in der Herrlichkeit

Die letzte Bitte führt einen Gegenstand ein, auf den der Apostel in einer charakteristischen Weise sehr tief eingeht. Es war ein Thema, dass dem Herzen des Paulus besonders nahe und lieb war. Christus im Himmel und die aus seiner gegenwärtigen Erhöhung folgenden Auswirkungen für uns sind vorherrschend in fast jedem Brief. Paulus kannte Christus nicht in den Tagen Seines Fleisches. Er hat Ihn nicht getroffen an den Ufern des Jordan, wie Johannes oder Petrus. Es war ein himmlischer Christus, der dem rasenden Verfolger begegnete. Und es ist diese Vision von der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi, die immer wie ein brillanter Leuchtstern am Horizont des Lebens des Apostels seinen Weg bestimmt und seine Seele ermuntert hat. Er liebte es, an Christus in der Herrlichkeit zu denken, und wenn er dazu geführt wird, von der Macht, die in uns heute wirkt, zu sprechen, dann entfaltet er sofort die Verbindung mit der Macht, die Christus dorthin gesetzt hat.

Genau dieselbe Macht, die in Ihm gewirkt hat, wirkt in uns. So wird auch hier wieder die lehrmäßige Wahrheit, wie immer auf die feste Grundlage der Tatsachen gebracht. Es handelt sich allerdings um eine Tatsache, die nur durch einen geistlichen Sinn wertgeschätzt wird. Und das hat der Apostel im Blick. So fordert er dazu auf, doch die zur damaligen Zeit gerade geschehene Entfaltung der Allmacht Gottes in der Auferstehung Christi zu betrachten. Daraus entfaltet er dann die tiefe Bedeutung dieser Tatsache für die Kirche Gottes.

Gottes Macht

Im Anfang hat Gott Seine Macht entfaltet, indem Er Himmel und Erde erschaffen hat. In der Geschichte Israels zeigte Er Seine Macht darin, dass Er sie von Ägypten erlöste. Aber die größte Entfaltung der Macht Gottes für den Christen ist die Auferweckung und Erhöhung Christi. Das übersteigt bei Weitem die Macht — seinem Charakter nach —, die gewirkt hat, als das materielle Universum gestaltet wurde; es übersteigt auch die Macht, mit der die Heere des Pharao vernichtet und die Naturgesetze außer Kraft gesetzt wurden, um ein versklavtes Volk zu befreien. Denn hier handelt es sich um das Zunichtemachen des letzten Feindes des Menschen — den Tod. Gott hat Ihn auferweckt, der unter seiner Macht lag und hat Ihm nicht nur Leben gegeben, sondern hat Ihn sogar auf den höchsten Platz der Autorität und Herrlichkeit gebracht.

In dieser höchsten Stellung wird Ihm Herrschaft gegeben und diese Herrschaft ist über alles. „Er hat alles seinen Füßen unterworfen.“ Er ist Herr von allen. Obwohl diese universelle Herrschaft noch nicht gesehen wird, weil die Zeit ihrer öffentlichen Verwaltung noch nicht gekommen ist, so ist doch die Verherrlichung dessen, der in dem Grabe eines Reichen gewesen ist, kein Geheimnis für den Glauben, weil sie offenbart ist. Für den Gläubigen ist es die bemerkenswerteste Ausübung göttlicher Macht. Wunderbar sind die mächtigen und unsichtbaren Kräfte der Natur, die genauso in den gewaltigen Himmelskörpern wirken, die ein entferntes Sternsystem bilden, wie in den zahllosen Schwärmen des Mikrolebens, das einen Wassergraben bevölkert. Aber die Herrlichkeit Gottes in der Schöpfung ist unendlich überragt worden durch die Herrlichkeit des Vaters in der Auferweckung Seines Sohnes.

Sie wird so in demselben Maße überragt wie geistliche Dinge natürliche Dinge und ewige Dinge zeitliche Dinge überragen. Mechanismus des Universums! Spaltung des Roten Meeres! Wie unwichtig sind diese Dinge im Vergleich damit, was Er getan hat für den Sohn des Menschen, für den, der „in Schwachheit gekreuzigt“ wurde, aber „auferweckt wurde in Macht“. Derjenige, der sich unter die himmlischen Würdenträger erniedrigt hat, indem Er Menschheit und die darauffolgende Schande und den Tod auf Golgatha angenommen hat, der hat sie nun überholt in Seinem Aufstieg, um den Platz zur Rechten der Majestät in den Himmeln zu besetzen „weit über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Macht und Herrschaft und jeden Namen der genannt wird nicht allein in diesem Zeitalter sondern auch in dem zukünftigen“.

Was für ein überragendes Beispiel von dem Wirken der großen Kraft Gottes ist dies! Leben aus dem Tod ist viel, aber Erhöhung auf das Allerhöchste — wie viel mehr! Es gibt nur wenige Beispiele für Auferweckung in alttestamentlichen Zeiten. Und solche, die durch direktes göttliches Eingreifen so aus den Toren des Grabes hervorgegangen waren, sind bald dahin zurückgekehrt. Aber hier ist einer, der auch wahrhaftig auferweckt wurde, aber der auferweckt worden ist, um nie wieder zu sterben, indem Er erhöht wurde aus dem Bereich des Todes über dessen Herrschaftsbereich in die himmlischen Örter, wohin der Tod niemals kommen kann. Dort bleibt nun der Sohn des Menschen für den Glauben als das Dauerdenkmal vom allmächtigen Eingreifen.

Haupt über alles der Versammlung“

Nachdem der Apostel nun unsere Gedanken schon bis aufs Äußerste angestrengt hat, indem er uns die Höhen der Erhöhung vorgestellt hat, zu der Christus auferweckt und erhoben worden ist, bringt er nun eine Tatsache vor unsere Blicke, die von tiefster Bedeutung für die Gemeinde ist. An jenem Ort, an dem Ihm die Herrlichkeit verliehen wurde, dort ist die Gemeinde mit Ihm verbunden. Er ist nicht nur „Haupt über alle Dinge“, sondern auch „Haupt über alles der Versammlung (Kirche, Gemeinde)“. Dieselbe Macht, die in Christus gewirkt hat, um Ihn dort in die Höhe zu stellen, wirkt in uns, um uns mit Ihm dorthin zu bringen. Als der Sohn des Menschen hat Er solche, die dazu bestimmt sind, Seine Hauptschaft, die Ihm durch Seine Auferstehung gegeben wurde, zu teilen. Und diese Leute werden als solche beschrieben, die schon nach Absicht und Auswirkung mit Ihm dort verbunden sind.

Die enge Verbindung der Kirche mit Christus wird illustriert durch das Bild des Leibes — „die Versammlung, welche sein Leib ist“. Es ist hier nicht die Verbindung von Untertanen zu einer Herrschaft, obwohl es zur gleichen Zeit wahr ist, dass die Kirche dem Christus untergeordnet ist. Aber dieses aussagekräftige Bild beinhaltet die wunderbare Wahrheit, dass das ewige Ziel Gottes nicht verwirklicht werden würde, wenn nicht die Gemeinde mit dem auferstandenen Menschen an dem Ort der Herrlichkeit vereinigt sein würde, zu dem Er erhoben worden ist. In der Tat, das ist die besondere Bedeutung des darauf folgenden Satzes „die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“. Die Kirche ist dazu berufen, das Kompliment zu werden, das notwendig ist, um den mystischen Menschen droben zu vollenden.

Schlussgedanken

Hier haben wir nun das offenbarte Ziel Gottes in Bezug auf Christus und die Gemeinde. Wir sind in unauflösliche Verbindung des allerinnigsten Charakters mit Christus gebracht, nicht als ein Mensch hier auf der Erde, denn das konnte nicht sein, sondern als ein Mensch in der Auferstehung und Erhöhung zur Rechten Gottes. Diese Tatsache (denn es ist ganz sicher nicht eine Theorie) stempelt für sich allein ein einzigartiges Kennzeichen auf die Kirche. Die großen Gegenstände und das Ziel Gottes im Bezug auf sie werden auf dieser Erde niemals vollendet werden. Die Szene ihrer vollen Erfüllung in Herrlichkeit ist droben. Das ist ein Geheimnis, das heute genauso vollständig verborgen ist vor der Welt wie die Tatsache der gegenwärtigen Herrlichkeit Christi. Aus diesem Grund sind die Erwartungen der Gemeinde dort, wo die wahre Natur der Berufung Gottes verstanden wird, ausschließlich himmlisch. Zur gleichen Zeit wird die Welt als ein Ort betrachtet werden, wo man für eine Zeit verweilt, in der alle Umstände rein vorläufig und in keiner Weise Gegenstände von großer Wichtigkeit sind.
Wie weit das in der Praxis der bekennenden Kirche von heute ausgelebt wird, brauchen wir sicherlich nicht zu kommentieren. 

 


 

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