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Leitverse: Daniel 2; 7; Lukas 21
Die Prophezeiungen der Heiligen Schrift können wir im Großen und Ganzen in
zwei Gruppen einteilen: solche wie die von Jesaja, die an das Volk Israel
adressiert waren, während sie in einer anerkannten Beziehung zu dem Herrn als sein
Volk standen; und solche wie die von Daniel, die davon ausgehen, dass die
Juden für eine Zeit nicht anerkannt sind, bis die Gnade sie in der Zukunft einmal
wiederherstellen wird, dadurch dass sie unter die Herrschaft des Messias
gebracht werden und in den Neuen Bund eingeführt werden. Von alters her hatte
Gott Israel als sein Volk regiert, und der Tempel seiner Gegenwart in ihrer
Mitte war davon das Zeichen. Die momentane Unterbrechung dieser Regierung ist
demütigend für das Gewissen und ernst für den Glauben. Sie hat angefangen mit
dem Weggang der Schechina (Hes 10) und dauert an, bis dieselbe einmal wieder
zurückkommen wird, um niemals mehr die Stadt und das Heiligtum zu verlassen, auf
dem die Augen des Herrn beständig ruhen. Während dieser Zeitspanne ist die
Herrschaftsautorität vier aufeinanderfolgenden und wohlbekannten Weltmächten
anvertraut worden, den großen Weltreichen der Nationen. Dies ist die „Einschaltung“, wie sie zu Recht genannt wird.
Der Ausdruck „Einschaltung“ ist
wirklich außerordentlich passend, um klarzumachen, dass wir es hier mit etwas
Besonderem zu tun haben. Es geht eben nicht mehr um die direkte Regierung Gottes
auf der Erde, es läuft nicht mehr nach dem normalen, großen und allgemeinen
Schema der Prophetie ab. Dieser Ausdruck ist so passend, dass es nicht weise
sein würde, auf den Gebrauch zu verzichten, nur weil einige den Begriff nicht
verstehen können oder wollen. Die „Zeiten der Nationen“ beschreiben diese
merkwürdige Zwischenzeit, die mit der Wegführung von Juda unter dem Haupte von
Gold begonnen hat und abgeschlossen wird durch den zerstörerischen Schlag, den
der zurückkehrende Herr, der kleine Stein ohne Hände, dem eisernen Tonfuß
verpassen wird und damit das ganze Bild zu Pulver zermalmen wird, bevor der Stein
selbst zu einem großen Berg wird und die ganze Erde erfüllen wird. Dann, und
nicht vorher, wird das Weltreich des Herrn und seines Christus gekommen sein
(Off 11,15-18; 19; 20) …
Die Lücke also, seit Israel Lo-Ammi geworden war (Hos 1), bis es wiederhergestellt sein
wird und für immer als sein Volk im Lande
als die zentrale Sphäre seiner irdischen Regierung sein wird, diese Lücke wird ausgefüllt durch die
vier aufeinanderfolgenden Tiere (Dan 7) oder herrschenden Mächte der Nationen
(Dan 2). Der normale Lauf der irdischen Haushaltungen ging davon aus, dass der
Thron des Herrn in Jerusalem steht. Die Aufgabe dieses Thrones, als die Macht
den Nationen übergeben wurde, ist genau eine Einschaltung in Bezug auf seine
irdische Regierung. So etwas hatte es in Israels Geschichte weder vor noch nach
diesen „Zeiten der Nationen“ gegeben. Israel ist die Darstellung sowohl in der
Vergangenheit von dem Versagen unter dem Gesetz als auch in der Zukunft von der
Macht unter dem Messias im Hinblick auf Gottes deutliche und direkte Regierung
der Erde. Dagegen ist die Zwischenperiode der Nationen ihre Unterbrechung, was
auch immer die wunderbaren Werke Gottes in seiner Gnade inzwischen sein mögen.
Doch hat Gott seine Augen nicht verschlossen vor dieser Einschaltungszeit,
ungewöhnlich wie sie ist, sondern Er hat Daniel speziell im Alten Testament
inspiriert und Johannes im Neuen Testament, um davon zu schreiben, sowohl im
Blick auf den Segen, der schließlich daraus hervorkommen wird für das Volk, das
immer noch verworfen ist, als auch in Bezug auf die höheren und größeren Dinge,
für welche diese Verwerfung eine Gelegenheit schafft.
So ist es auch unser Herr,
der uns in Lukas 21 mit diesem Ausdruck „Zeiten der Nationen“ vertraut macht, was
nur ein anderer Ausdruck ist, um diese Einschaltung zu beschreiben. Obwohl die
Christen wie die Heiden das als Anlass zum Hochmut nehmen und die wahre Natur
dieser Einschaltung übersehen und ihre Bedeutung leugnen. Was soll sonst der
Grund dafür sein, dass sie diese Periode den „heiligen Kalender und Almanach
der Prophetie“ nennen, wobei sie die Tatsache übersehen, dass die weitaus
größere Zahl der Prophetie sich auf die Zeit bezieht, wenn Gott die Erde direkt
aus seinem Volk heraus regiert, einem Volk, das wiederhergestellt und gesegnet
ist (im Tausendjährigen Reich), statt nur seine Autorität inzwischen Mächten
anzuvertrauen, die Er von Anfang bis zum Ende „Tiere“ (Dan 7) nennt. Die Axt
mag sich rühmen gegen den, der damit schlägt; aber solche, die einen geheiligten
Verstand haben, sollten es besser wissen …
Die Wahrheit der (irdischen) Einschaltung der Nationen (des Gerichtes über
Israel) macht das Schema der moralischen Regierung Gottes nicht zu einer
fragmentarischen Geschichte. Solche, die nicht unterscheiden zwischen Gottes
Berufung der Kirche zum Himmel und seiner Regierung durch das Gesetz auf der
Erde, erzeugen mit einer Vielzahl an Schriftstellen große Probleme. Die
Behauptung, dass es eine ununterbrochene Kette der göttlichen Regierung gibt, widerspricht völlig den klaren Fakten, die eine
Unterbrechung der normalen irdischen Regierung Gottes durch ein langes
Interregnum (das sind die Zeiten der Nationen) zeigen. Während dieses
Interregnums herrschen die „Tiere“ (Dan 7). Es wird auch dabei übersehen, dass
die Schrift ganz deutlich davon redet, dass Gott letztlich seine direkte
Regierung bei der Wiederkunft unseres Herrn wieder aufnimmt.
Siehe Graphik [Klick aufs Bild]

aus dem Artikel Elements of
prophecy
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