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Kapitel 13
Einführende Gedanken zum Verständnis des 13. Kapitels
Danach belehrte unser Herr
die Jünger über die Zukunft in einer Weise, die vollkommen mit dem Charakter des
Markusevangeliums übereinstimmt. Darum wird allein hier, wo wir den Dienst des
Herrn finden, die Kraft, wodurch die Jünger in Zeiten der Schwierigkeiten
antworten können, in diese Predigt eingeführt. Demgemäß ließ auch unser Herr
jeden besonderen Hinweis auf das Ende des Zeitalters – ein Ausdruck, der in
diesem Kapitel überhaupt nicht erscheint – weg. Es ist dieselbe Prophezeiung,
die im Matthäusevangelium bis zum Ende des Zeitalters reicht (Matt. 24), aber
sie wird durch den Heiligen Geist nicht so bezeichnet. Das hat einen einfachen
Grund. Wenn die Prophetie die Apostel für ihren Dienst bilden sollte, dann
entschied diese Absicht darüber, was im Vergleich zum Matthäusevangelium
ausgelassen bzw. herausgestellt werden mußte. Noch etwas sollte von uns beachtet
werden. Ausschließlich in dieser Darstellung sagt der Herr, daß nicht nur die
Engel, sondern auch der Sohn jenen Tag nicht kennen. (V. 32). Der Anlaß für
diese einzigartige und auf dem ersten Blick verwirrende Aussage scheint mir zu
sein, daß Christus völlig den Platz eines Menschen einnahm, der sich auf das
beschränkte, was Gott Ihm gegeben hatte. Er war so vollkommen der Diener – und
unter diesem Gesichtspunkt nicht der Herr –, daß Er in Bezug auf die Zukunft
lediglich das wußte und an andere weitergab, was Gott Ihm zu diesen Zweck
gewährt hatte. Da Gott nichts über den Tag oder die Stunde sagt, so weiß Jesus
nichts darüber.
Beachte auch, wie
kennzeichnend unser Herr sowohl sich selbst als auch die Knechte und ihr Werk
darstellt! Hier soll keine Haushaltung beschrieben werden wie im Gleichnis von
den Talenten in Matthäus 25. Wir lesen einfach: „Gleichwie ein Mensch, der
außer Landes reiste, sein Haus verließ und seinen Knechten die Gewalt gab und
einem jeden sein Werk, und dem Türhüter einschärfte, daß er wache.“
(V. 34). Die andersartigen Gesichtspunkte im Matthäusevangelium sind klar.
Dort ist alles viel erhabener. Der Herr, der für lange Zeit außer Landes reiste,
sorgte für Seine Abwesenheit vor. Zweifellos verreist Er auch bei Markus, doch
gibt Er „seinen Knechten die
Gewalt.“ Wer sieht nicht, wie
sehr der Ausdruck der Absicht unseres Evangeliums entspricht? Außerdem gab Er
„einem jeden sein
Werk.“ Müssen wir nicht fragen,
weswegen wir diese Worte hier finden? Sicherlich deshalb, weil im ganzen
Markusevangelium der Dienst der Hauptgegenstand ist. Sogar in der Weissagung
verließ der Herr nie den großen Gedanken des Dienstes. Es geht nicht so sehr um
Gaben oder Güter als vielmehr um das Werk, das getan werden muß. Seinen Knechten
wird Autorität gegeben. Sie benötigten sie. Sie nahmen sie nicht, ohne ein Recht
dafür zu haben. Es geht um das Ausführen Seines Willens und nicht um das Handeln
mit Seinen Gaben. Letzteres finden wir passenderweise im Matthäusevangelium. Der
besondere Gesichtspunkt im ersten Evangelium liegt nämlich darin, daß ein
einzigartiger Wechsel erfolgte, nachdem der Herr die Erde und die jüdischen
Hoffnungen als Messias aufgegeben und einen neuen Platz nach Seiner Himmelfahrt
eingenommen hatte. Bei Matthäus verteilt Er Gaben. Das entspricht dem Charakter
nach nicht den herkömmlichen Grundsätzen des Judentums. Die Menschen handeln mit
den Gaben; und die Guten und Treuen gehen zuletzt in die Freude ihres Herrn ein.
Im Markusevangelium hingegen geht es einfach um den Dienst Christi, des wahren
Knechtes.
aus: Lectures
Introductory to the Study of the Gospels,
Heijkoop, Winschoten, NL, 1970
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