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Leitverse: 1. Timotheus 2,2-6a
1Tim 2,1-6a: Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass
Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für
Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben
führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigem Ernst. Denn dies ist gut und
angenehm vor unserem Heiland-Gott, der will, dass alle Menschen errettet werden
und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn Gott ist einer, und einer ist
Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst
gab als Lösegeld für viele.
Zurzeit überschlagen sich die Nachrichten! Juden und Palästinenser liefern
wieder Schlagzeilen. Die Weltpolitiker fliegen hin und her. Die Energiekrise hat
ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Und die Spitzenkräfte des Landes haben
uns völlig verwirrt. [Der Artikel wurde 1973/74 geschrieben; Anm. d. Red.] Was
sollte der beunruhigte Christ angesichts solch chaotischer Umstände tun? Sollen
wir verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen? Sollen wir „in
Sack und Asche“ Buße tun? Sollen wir versuchen, die Welt zu übernehmen und
alles in Ordnung zu bringen? Sollen wir in die Berge fliehen? Die Bibel sagt
uns, dass wir beten sollen!
Was für eine abgedroschene Antwort! Die altbekannte faule Ausrede der
Christen: beten! Immerhin kommen wir so ungeschoren davon, sagen wir, weil wir
es in die paar Minuten täglichen Gebets gelegt haben. Halt, einen Moment! Wenn
wir die Schriftstelle oben lesen, könnten wir uns selbst einige belastende
Fragen stellen. Habe ich diese Woche für Golda Meir und Anwar Sadat gebetet?
Für Nixon und Breschnew? Für Kissinger und die Abgeordneten in meinem Land?
Ich fühle mich schuldig, du auch?
Betrachte die Wichtigkeit dieses Gebets. Vers 1 ermahnt uns, „vor allen
Dingen“ für alle Menschen zu beten. Einen Großteil unserer Gebetszeit
verwenden wir „vor allen Dingen“ für persönliche Anliegen, unsere
selbstsüchtigen Wünsche oder den Bereich unseres Dienstes, so dass die übrige
Zeit nur noch für ein paar symbolische Gebete für andere reicht. Es ist im
Grunde nichts falsch daran, wenn wir für unsere persönlichen Probleme und
Anforderungen beten, Philipper 4,6.7 sagt uns das ja auch. Aber an dieser Stelle
sagt uns die Heilige Schrift, dass wir „vor allen Dingen“ in unseren Gebeten
ein Anliegen „für alle Menschen“ haben sollen, das heißt: andere zuerst,
wir zuletzt.
Die „Könige und alle, die in Hoheit sind“ in Vers 2 schließt nicht nur
die Nixons und Breschnews ein, sondern jeden, der Autorität hat oder berühmt
ist und „die Massen“ beeinflussen kann. Das schließt politische,
pädagogische, gewerbliche und religiöse Führer auf allen Ebenen ein. Wir
sollen für den Bürgermeister unserer Stadt und den Ministerpräsidenten
unseres Bundeslandes beten. Für den Rektor der Hochschule oder Universität.
Wir sollen beten für Billy Graham und die Gemeindeleiter in unserer Gegend. Wir
sollen für George Meany ebenso beten wie für unseren Arbeitgeber. Für
Schriftsteller und Berühmtheiten, egal ob sie erstklassig oder verrufen sind.
Wofür beten wir? Dass die Führer Israels Weisheit erhalten, um den Krieg zu
gewinnen? Nein! Der letzte Teil von Vers 2 gibt uns die Antwort: „… damit
wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und
würdigem Ernst.“ Das ist ein wunderbarer, atemberaubender Gedanke! Bete für
Frieden und Ruhe! Aber was ist mit Versen wie 2. Timotheus 3,12, der sagt, dass
Christen damit rechnen sollen, zu leiden und verfolgt zu werden? Das stimmt
natürlich, aber wir werden nicht dazu aufgefordert, um Verfolgung, Leiden und
Prüfungen zu beten. Wir sollen für Frieden und Ruhe beten! Die Bibel
versichert uns, dass sich die Umstände auf der Erde nicht bessern werden (s.
2Tim 3,1), aber wir sollen weiterhin dafür beten, dass der Gott der Gnade ein
gewisses Maß an Frieden und Ruhe in unserem Leben gewährt: „Das ist gut und
angenehm vor unserem Heiland-Gott“ (V. 3).
Beachte, dass unser Abschnitt in keiner Weise andeutet, dass wir für Frieden
und Ruhe beten, damit wir herumsitzen, herumhängen und das Leben genießen.
Nein! Wir sollen dafür beten, dass wir gottesfürchtig und ehrwürdig leben
können: Frieden und Ruhe, um Gott anzubeten und Ihm ernsthaft zu dienen. Vers
4 und 5 zeigt uns, dass es Gottes Wunsch ist, dass alle Menschen zur Erkenntnis
der Wahrheit in Jesus Christus gelangen. Ein gottesfürchtiges Leben
(entsprechend der Wünsche Gottes) für uns alle würde dann ebenso das Anliegen
und die Handlung dahin gehend einschließen, dass die Menschheit Jesus erkennt.
Mit anderen Worten, wir sollen für Lebensumstände beten, in denen wir bei
unserer Anbetung Jesu Christi als Herrn nicht bedrängt und bei der
Verkündigung Christi nicht behindert werden. Während der Verfolgung der ersten
Christen konnten diese nicht öffentlich anbeten und dienen. Christen heute in
Festlandchina und Kuba können den Herrn nicht in Frieden anbeten und Ihm
dienen. Die heutige Weltlage ist derart, dass sich sogar in unserem Land die
Lebensbedingungen schnell und drastisch verändern können. Und für die
Offenheit und den Frieden derzeit in unserem Land sollten wir Gott sehr dankbar
sein (beachte das Wort „Danksagung“ in V. 1).
Bete daher, dass dein Schulleiter dich weiterhin von Jesus reden lässt.
Bete, dass deine Kommunalverwaltung weiterhin nicht verbietet, das Evangelium
weiterzugeben. Bete für die Errettung von bekannten Autoren und Prominenten,
die unsere Gesellschaft beeinflussen. Bete, dass Gott den bekannten Christen
unserer Zeit Kraft, Macht und Weisheit gibt. Bete, dass die Weltpolitiker
Entscheidungen treffen, die es Christen ermöglicht, dass sie „ein ruhiges und
stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigem Ernst“. Bete
für Frieden und Ruhe!
Übersetzung: SM
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