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Scheidung ist keine Option - D.R. Reid
      
Der Autor Kurzbiographie
D.R. Reid

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Scheidung ist keine Option
Maleachi 2,16
D.R. Reid
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Foto: LB

 


Leitvers:
Maleachi 2,16

Mal 2,16: Denn ich hasse Scheidung, sagt der HERR.

Inhalt

Einleitung

Scheidung ist keine Option

Die Ausnahmeregel

Die Ehe in jedem Fall versuchen zu retten

Ein vorbeugender Ratschlag

Einleitung

„Wenn alles nicht so richtig klappt, können wir uns immer noch scheiden lassen.“ In diesen Tagen finden wir allzu oft, dass dies die unausgesprochene Einstellung von Menschen ist, die eine Heirat in Erwägung ziehen. Die „altmodischen“ Ideen von „in guten oder schlechten Tagen, ob reicher oder ärmer, in Krankheit und in gesunden Tagen, bis dass der Tod uns scheide“ zählen in unserer Gesellschaft nicht mehr viel. Mein Leben, mein Glück und meine Erfüllung sind das, was wichtig ist. Und überhaupt, wenn beide Partner mehr oder weniger übereinkommen, sich scheiden zu lassen, warum nicht? Warum sollten zwei womöglich dynamische Einzelpersonen daran zugrunde gehen, indem sie versuchen, sich in einer unglücklichen Ehe über Jahre abzuquälen, nur um statisch und unerfüllt und unglücklich zu bleiben? Eine Scheidung würde auf lange Sicht so viel besser sein! Das heutige Ehekonzept hört sich vielleicht vernünftig an, aber auf jeden Fall steht es im Gegensatz zu dem Wort Gottes. Heranwachsende Christen müssen äußerst vorsichtig sein, um nicht der Gehirnwäsche durch geläufiges soziales Denken zu unterliegen. Unsere Kultur übt ständig einen ungeheuren Druck auf uns aus. Wenn wir nicht aufpassen, können wir uns allmählich und ohne uns dessen bewusst zu sein an das Gedankengut unserer Kultur anpassen. Jeder Christ, der in naher Zukunft überlegt zu heiraten (genau, das könntest du sein!), wollen wir daran erinnern, dass nach biblischen Grundsätzen eine Scheidung nicht zur Wahl steht, wenn die Flitterwochen vorbei sind.

Scheidung ist keine Option

Scheidung ist keine biblische Wahlmöglichkeit, weil der Herr sagt: „Ich hasse Scheidung.“ Es ist bezeichnend, dass dieser Vers aus Maleachi stammt, denn dieses Buch wurde am Ende der alttestamentlichen Zeitepoche geschrieben (5. Jh. v.Chr.). Obwohl zu dieser Zeit Scheidung in Israel etwas Alltägliches geworden war, hatte Gott keinesfalls seinen Maßstab im Lauf der Zeit angepasst oder verändert. Gott gab sein Konzept von dem, was Ehe sein sollte, nicht auf. Dieses Konzept hatte Er im Sinn, als Er im Anfang den ersten Mann und die erste Frau zusammenbrachte. Gott erklärte, dass „ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen [werde], und sie werden ein Fleisch sein“ (1Mo 2,24). Der Mensch durfte nicht trennen, was Gott zusammengefügt hatte. Das war der Kommentar unseres Herrn über die göttliche Einrichtung der Ehe (vgl. Mt 19,5-6). Wie können wir es wagen, Scheidung als eine Option anzusehen — wenn wir nicht Gott und sein Wort gering schätzen?

Die Scheidung ist mit ihrer hässlichen Erscheinung bereits zu Moses Zeiten inmitten von Gottes Volk aufgetaucht. Anscheinend hatten die Leute von Israel den Gedanken einer „Scheidung nach Belieben“ aufgegriffen während ihres langen Aufenthalts in Ägypten, wo Scheidung vorherrschend war. Obwohl es wahr ist, dass das Gesetz Moses die Scheidung erlaubte oder tolerierte (vgl. 5Mo 24,1-4), war diese Erlaubnis sicher nicht die ursprüngliche göttliche Absicht. Tatsächlich, als unser Herr Jesus über diesen Abschnitt des Gesetzes gefragt wurde (Mt 19,7-9), machte Er klar, dass Scheidung nie eine von Gott bestätigte Wahl war: „Von Anfang ist es aber nicht also gewesen.“ Bemerkenswert, wie der Herr sogar die Worte in der Frage der Pharisäer verändert, um dadurch klar herauszustellen, dass Scheidung eine Idee der Menschen und nicht Gottes war. Sie fragten: „Warum hat Mose geboten …?“ Jesus antwortete: „Mose hat gestattet …“ Diese Erlaubnis wurde nicht gegeben, weil Gott einer Scheidung zustimmte, sondern weil das Herz des Menschen verhärtet und verderbt war. Scheidung war nie eine von Gott befürwortete Wahl — weder vor dem Gesetz noch unter Gesetz noch unter der Gnade. Die Sünden, die der Herr in seiner Gnade vergibt, sind nichtsdestoweniger genauso Sünde, wie sie es „von Anfang“ waren. Unser Herr erklärte weiter, dass Scheidung gleichbedeutend mit Ehebruch sei (Mt 19,9). Wie strikt diese „enge“ Sicht ist, wird an der geschockten Reaktion der Jünger in Vers 10 deutlich. Kann im Licht einer solchen Bibelstelle irgendein Christ nun folgerichtig eine mildere Stellung als die des Sohnes Gottes einnehmen? Wenn Jesus Herr ist, dann kann Scheidung nicht eine Option sein — ungeachtet der heutigen Änderungen in der Einstellung, Kultur oder Kirche.

Die Ausnahmeregel

Der Herr Jesus gab eine Ausnahme zu der Regel „keine Scheidung“ — nur eine einzige! Wenn ein Partner in der Ehe dem anderen untreu ist, dann ist die Scheidung erlaubt. Diese Erlaubnis wurde nicht erteilt, um zur Scheidung zu ermuntern, sondern eher, um sie damit für jeden anderen Fall ausdrücklich zu verbieten. Dass Scheidung nach Ehebruch erlaubt ist, liegt darin begründet, dass durch Sünde dieser Art das gesamte Konzept von Ehe zerbrochen wird. Die Ehe ist vollzogen, wenn Mann und Frau in physischer Vereinigung „ein Fleisch“ werden (1Mo 2,24). Wenn physische Vereinigung außerhalb der Ehe stattfindet, so bleibt es bei der Tatsache des „einen Fleisches“, wie ausdrücklich in 1. Korinther 6,16 erwähnt wird. Im Falle von Ehebruch ist daher das ursprüngliche göttliche Joch zerbrochen, und eine Scheidung ist erlaubt als eine legale Anerkennung des Bruchs, der aus Gottes Sicht bereits stattgefunden hat. Der untreue Partner wird sich eines Tages vor Gott selbst verantworten müssen dafür, dass er es gewagt hat, das Band zu zerschneiden, das „Gott zusammengefügt hat“ (Mt 19,6).

Warum hasst Gott Scheidung? Ein Grund dafür ist, dass das Lösen dieser göttlichen Verbindung die wichtige Wahrheit verzerrt, die Gott anhand der Ehe vermitteln will. Gott verordnete die Ehe nicht nur zur Fortpflanzung und zur Freude, sondern auch um das Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk im Modell darzustellen. Die gleichbleibende und stete Liebe und Fürsorge und Vergebung, die Gott uns erweist, soll in der Ehe abgebildet werden. Dieses Verständnis ist nicht das Wunschdenken irgendeines Romantikers, der von der Wirklichkeit abgehoben ist, sondern es ist die direkte Lehre des Wortes Gottes. In Epheser 5,22-33 werden Ehemänner und Ehefrauen aufgefordert, das Liebesverhältnis zwischen Christus und seiner Kirche widerzuspiegeln (V.22-29). Die Wahrheit unserer ewigen Verbindung mit Christus soll in dem Band der Ehe abgebildet werden (V. 30-31). Was für eine atemberaubende Offenbarung! Kein Wunder, dass die Schrift dieses „Ein-Fleisch“-Sein als ein großes Geheimnis bezeichnet (V. 32).

Die Scheidung zerschlägt das ganze Bild! Das Wunder, die Schönheit und Tiefe des Liebesverhältnisses zwischen Christus und seiner Kirche kann nicht durch eine zerbrochene Ehe ausgedrückt werden. Wenn Probleme in einer Ehe aufkommen (und keine Ehe ist ohne ihre Spannungen), sollte alles versucht werden, um das perfekte Modell wiederherzustellen.

Die Ehe in jedem Fall versuchen zu retten

Diese Versuche können sogar Teil des Bildes werden, weil Christus an unserer Beziehung arbeitet, indem Er seine Kirche mit all ihren Unzulänglichkeiten beständig liebt, auferbaut und ihr vergibt. Weiterarbeitende Ehen können diese dynamische Beziehung reflektieren, aber eine Scheidung kann nie die weiterlaufende Verbindung zwischen uns und dem Herrn widerspiegeln. Aus diesem Grund würde sogar im Fall von Untreue die ideale Lösung Vergebung statt Scheidung sein. (Lies das Buch Hosea.) Ja, obwohl die Scheidung für den treuen Partner erlaubt ist, ist sie nicht vorgeschrieben. Wiederherstellung und Versöhnung sind ein weitaus besseres Bild dessen, wie Gott mit seinem Volk umgeht, als Scheidung. Wir können Gott loben, dass Er nicht jedes Mal, wenn wir Ihm untreu sind, die Scheidung wählt.

„Aber lohnt sich das alles?“, fragen einige Christen. „Warum sollte ich nicht einfach geschieden werden? Ich gebe ja zu, dass es verkehrt ist und dass Gottes schönes Bild durcheinander gerät, aber meine Ehe ist auch nicht gerade ein schönes Bild.“ Oder: „Ich werde einer von den vielen vergebenen Scheidungen im Himmel sein. Und erzähl mir nicht, du hättest selber noch nicht viele Fehler gemacht — du hast einfach nur Glück gehabt in deiner Ehe.“ Diese Art von Kommentaren ist in diesen Tagen geläufig unter Christen und enthält eine gewisse Logik. Wir alle machen ja Fehler, aber es ist oberflächlich gedacht, wenn ein „Fehler“ gleichgestellt wird mit der selbstsüchtigen und bewussten Trennung dessen, „was Gott zusammengefügt hat“. Wenn wir den Zusammenhang von Maleachi 2 anschauen, sehen wir, wie der Herr Jesus sich an die israelischen Männer wendet, welche die „Frauen ihrer Jugend“ entließen aus eigenen, selbstsüchtigen Gründen. Genauso war es mit dem Verhalten der Pharisäer im 1. Jahrhundert — der historische Zusammenhang, in den die Reden unseres Herrn in Matthäus 19 fallen.

Mit diesem Zusammenhang im Hinterkopf sind die Kommentare dieses Artikels vorrangig nicht gerichtet an einen treuen Partner, der eine Ehe zusammenzuhalten versucht, vielleicht sogar durch Jahre der Untreue oder des Ausgenutztwerdens. Sie sind gerichtet an solche Gläubigen, die selbstsüchtig denken: Es ist Gottes Wille, dass ich glücklich bin, und deshalb meinen, dies würde ihren bewussten, ungehorsamen Fehltritt rechtfertigen. Ist es möglich, in diesem Leben richtig glücklich zu sein, wenn wir bewusst und selbstsüchtig ein göttliches Band zerschneiden, anderen Schmerz und Leid zufügen und geradewegs gegen den Willen Gottes handeln? Was ist mit der ewigen Zukunft? Werden wir „vor ihm beschämt werden bei seiner Ankunft“ (1Joh 2,28)? Unsere Stellung in der Ewigkeit sollte sicher von größerer Bedeutung sein als unser Vergnügen jetzt. Und was ist mit dem Schmerz, den wir durch unsere selbstsüchtigen Handlungen dem Einen zufügen, der selbstlos sein Leben an unserer Stelle gab? Würde sich nicht alles dafür lohnen, eines Tages in seine Augen zu schauen und Ihn sagen zu hören: „Wohl, du guter und treuer Knecht“?

Ein vorbeugender Ratschlag

Viele von euch sind vielleicht noch nicht verheiratet und mögen an dieser Stelle fragen: Was soll das alles? Nennen wir es einen vorbeugenden Ratschlag. Falls durch diesen Artikel ein paar heranwachsende Christen sowohl die große Bedeutung und den Ernst wie auch das Wunder von der Ehe sehen, dann hat er seinen Zweck erfüllt. Weil Gott Scheidung hasst, können wir sicher sein, dass Er genauso bedacht ist, uns bei der richtigen Wahl bei der Heirat zu helfen. Stürze dich nicht in eine Ehe! Warte auf Gott mit seiner Wahl und erinnere dich an Sprüche 3,5-6. Der Herr kennt unsere Bedürfnisse und unsere Wünsche. „Und ergötze dich an dem Herrn: So wird er dir geben die Bitten deines Herzens“ (Ps 37,4).

Einige von euch, die dies lesen, sind verheiratet und mögen sich gerade damit abmühen, ihre Ehe zusammenzuhalten. Denkt daran, dass Gott immer noch ein Gott der Wunder ist. Genauso wie Er einen kranken Körper gesund machen kann, so kann Er auch eine belastete Ehe heilen. Er kann dir sogar in übernatürlicher Weise eine noch nie da gewesene, neue Liebe geben. An einer Ehe zu arbeiten, ist nicht leicht, besonders wenn Scheidungen üblich sind und in unserer Kultur nicht mehr länger stigmatisiert werden. Gottes Wort lehrt, dass Scheidung keine Wahlmöglichkeit ist. Für viele Christen ist diese Lehre schwer zu schlucken. Es hört sich nicht so an wie etwas, das ein „liebender Gott“ verordnen würde! Aber gesunde Lehre ist nicht immer einfach zu befolgen. Paulus forderte Timotheus heraus, sowohl gesunde Lehre als auch Trübsal zu ertragen (2Tim 4,3-5). Timotheus bekam gesagt, dass die Zeit kommen werde, wenn viele Christen nicht die gesunde Lehre ertragen würden. Sie würden lieber den Lehrern zuhören, die ihnen predigten, was sie hören wollten. Wie wahr ist das heutzutage! Viele Christen weigern sich, die Lehre über die Ehe zu ertragen, die von unserem Herrn selbst gelehrt wurde. Heranwachsende Christen sind herausgefordert, sich dem Wort Gottes zu unterwerfen und anzuerkennen, dass Scheidung keine biblische Lösung ist.


Übersetzung: Silvia Woltmann

 

Letzte Aktualisierung am 25.3.2013
 

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