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Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel stammt aus der Zeit vor dem Jahr 2000. Er spiegelt nicht
zwingend die heutige Meinung des Autors wieder, da der Autor seine
Gedanken in den letzten Jahren auf etlichen Gebieten sehr verändert hat,
siehe dazu auch unsere FAQ.
Dennoch haben wir diesen Artikel aufgenommen, da er sehr wohl die Meinung
der Redaktion wiedergibt.
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Teil 2
Leitverse: Johannes 13,1-8
Joh 13,1-8: 1 Vor dem Fest des Passah aber,
als Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt zu dem
Vater hingehen sollte – da er die Seinen , die in der Welt waren, geliebt hatte,
liebte er sie bis ans Ende. 2 Und während des Abendessens, als der Teufel
schon dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu
überliefern, 3 steht [Jesus], wissend, dass der Vater ihm alles in die
Hände gegeben hatte und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingehe,
4 von dem Abendessen auf und legt die Oberkleider ab; und er nahm ein
leinenes Tuch und umgürtete sich. 5 Dann gießt er Wasser in das
Waschbecken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem leinenen
Tuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. 6 Er kommt nun zu Simon
Petrus, [und] der spricht zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße? 7 Jesus
antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, weißt du jetzt nicht, du wirst es
aber nachher verstehen. 8 Petrus spricht zu ihm: Niemals sollst du mir
die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du kein
Teil mit mir.
Aber vielleicht ist diese erste Seite des Lebens uns doch noch nicht so
ungeläufig. Ich glaube, dass unsere Not ist, dass wir das Zweite so wenig
verstehen. Und das Zweite ist, dass der Herr Jesus sagt: Komm du mal und habe
das Abendbrot mit mir. — Kennst du das, lieber Bruder, liebe Schwester?
Das Abendbrot bei dem Herrn Jesus? So wie Er seine Jünger eingeladen hatte in seinen Obersaal? Es ist merkwürdig, aber im Johannesevangelium lesen wir nichts
über den Tisch des Herrn oder über das Abendmahl. Das ist auch ganz wichtig. Es
ist nicht dasselbe wie in Matthäus, Markus und Lukas. Das Abendmahl feiern wir
nämlich hier auf der Erde — natürlich buchstäblich, aber auch sinnbildlich. Das
Abendmahl feiern wir hier in der Wüste als ein Zeugnis, solange wir hier sind.
Es stimmt ja nach 1. Korinther 10 überein mit dem Brandopferaltar aus dem Alten
Testament. Das war ein Punkt der Begegnung, wo das Volk Gottes und Gott einander
begegneten, dort am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft zusammenkamen. Da kamen
sie und hatten Gemeinschaft miteinander. Aber das ist hier auf der Erde. Doch
ich glaube, in Johannes 13 geht es weiter. Da handelt es sich sinnbildlich um
einen anderen Saal und es geht um einen anderen Tisch — auch sinnbildlich. Da
geht es um einen himmlischen Saal. Das wissen wir doch! Sieh doch mal, welche
Gespräche da sind. Sieh doch mal in Johannes 14, 15, 16, was da alles in diesem
(himmlischen) „Obersaal“ gesprochen wird. Das ist weit über unsere Nöte, über
unsere täglichen Sorgen erhaben.
Lasst uns mal kurz Johannes 13 aufschlagen und einige Grundsätze sehen, damit
wir verstehen, was es heißt, bei dem Herrn Jesus zu sein und in seinem Obersaal
Gemeinschaft mit Ihm zu haben.
- Den ersten Grundsatz, um den Obersaal verstehen
zu können, finden wir in Vers 1: „Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war,
dass er aus dieser Welt zu dem Vater hingehen sollte.“
Eigentlich können wir diesen Obersaal nur verstehen, wenn wir auch wissen,
dass der Herr Jesus jetzt tatsächlich bei seinem Vater ist. Er sagt auch zu
Petrus: „Du kannst das alles jetzt noch nicht verstehen, du wirst es aber
nachher verstehen.“ Diese Dinge können den Jüngern noch nicht klar gewesen sein.
Wir, du und ich, können das jetzt durch den Heiligen Geist verstehen. Wir
wissen, was hier geschieht. Hier ist der Herr Jesus zu seinem Vater
zurückgekehrt. Er ist bei seinem Vater im Vaterhaus. Das gibt diesem Obersaal
einen ganz besonderen Charakter. Wir sind noch nicht im Vaterhaus. Aber durch
die Kraft des Heiligen Geistes können wir geistlich auf diese Ebene gebracht
werden und Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus haben in diesen Dingen.
- Er ist jetzt
bei dem Vater und nicht nur das, in Vers 3 steht — das ist der zweite Grundsatz,
den wir kennen müssen, um dieses Kapitel zu verstehen: „… wissend, dass der
Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte …“
Das ist das Zweite. Du musst wissen, dass der Herr Jesus als Mensch dort im
Himmel jetzt alles besitzt, was Gott in seinem Haus besitzt. Gott hat uns
gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern — warum? Wie
ist das möglich? Indem der Herr Jesus das wunderbare Werk vollbracht hat,
wodurch Er jetzt alle diese Segnungen als den Lohn für sein Werk empfangen hat.
Und nun teilt Er seinen Lohn mit dir und mit mir. Und Er sagt zu uns: Komm mal
herauf, schau mal, was ich empfangen habe. Komm doch mal zu mir zu Besuch, habe
mal das Abendbrot mit mir! — „Teil mit mir“, das ist hier der entscheidende
Ausdruck in Vers 8, wo Er zu Petrus sagt: „Wenn ich dich nicht wasche, so hast
du kein Teil mit mir.“ Wir wissen es, der Herr Jesus sagt nicht „Teil an
mir“, denn jeder Gläubige hat Teil an dem Herrn Jesus. Wenn er auch praktisch
kein Licht hat, indem er das Wort Gottes nicht kennt, er hat Teil an dem Herrn
Jesus und wird in Ewigkeit errettet sein. Aber Teil mit Ihm, das ist etwas ganz
anderes. Teil mit Ihm ist, praktische Gemeinschaft haben mit Ihm. Nicht
in unseren Dingen, sondern in den Dingen des Herrn Jesus, die Er jetzt im Himmel
besitzt und genießt. Möchtest du das erleben, sein Abendbrot zu essen? Das heißt
bei Ihm, in seinem Obersaal zu genießen, zu essen, was Er da isst. Er möchte uns
bei sich haben.
- Aber da musst du noch einen dritten Grundsatz lernen, um das zu
verstehen. Das finden wir in Vers 3b: „Er war von Gott ausgegangen und ging zu
Gott hin.“
Das ist nicht der Vater, das ist hier Gott. Und wenn wir über Gott lesen im
Johannesevangelium, dann geht es um unsere Verantwortung. Da musst du lernen,
dass wir es auch mit einem heiligen und gerechten Gott zutun haben. Liebe
Geschwister, wir können in dem Obersaal nicht verkehren, wenn unser Gewissen
nicht rein ist, wenn unsere Füße schmutzig geworden sind in den Dingen dieser
Erde oder sogar durch die Dinge dieser Welt. Da brauchen wir erst eine
Reinigung. Der Herr Jesus tut das hier auch. Er ist der Sachwalter bei dem
Vater, dem Vater gegenüber. Aber Er tut es für uns. Er wäscht uns die Füße. Das
heißt, Er wendet das Wort Gottes auf uns an. Und Er zeigt uns das Wort Gottes
wie einen Spiegel — du weißt ja, dass das Waschbecken in der Stiftshütte aus den
Spiegeln der Frauen gemacht worden war —, und der Herr zeigt uns einen Spiegel
im Wort, dass wir uns selbst sehen im Licht Gottes. Wenn wir im Dunkeln bleiben, kann es uns gehen wie den Pharisäern, dass wir
nicht unterscheiden, was bei uns falsch sein kann. Der Psalmist betet im Psalm
139: Oh Gott, zeige mir doch in deinem Spiegel … — ich sage es jetzt mal mit
meinen Worten —, … was falsch sein könnte bei mir, zeige mir doch, ob ein
falscher Weg vorhanden ist, zeige mir doch Deinen Weg! — Das ist ein
Grundsatz, sonst kannst du nicht zu dem Herrn Jesus kommen und sein Abendbrot
essen. Warum ist es so, dass so viele Gläubige so wenig wissen von diesem
Abendbrot bei dem Herrn Jesus in seinem Obersaal? Schmutzige Füße, das ist die
Ursache! Die Ursache ist: Verunreinigung mit den Dingen dieser Erde. Ich
sage noch nicht „mit dieser Welt“, das würde noch schrecklicher sein.
Darüber sprechen wir nicht, wir wollen es als selbstverständlich annehmen, dass
wir mit den Dingen dieser Welt nichts zu tun haben, die Welt gesehen als ein
böses System, dessen Fürst der Teufel ist. Aber auch die Dinge dieser Erde,
Dinge, die an sich schön und gut sind, aber die ein Hindernis sein können,
unsere Füße verunreinigen können, wenn es darum geht, Gemeinschaft mit dem Herrn
haben zu können in seinem Obersaal.
Ich weiß persönlich, dass auch die guten
Dinge dieser Erde oft ein Hindernis sein können, indem wir sie nicht im
Gleichgewicht halten. Indem sie einen zu großen Platz in unserem Leben
einnehmen. Dinge, die an sich nicht verkehrt sind, aber nicht den richtigen
Platz einnehmen in unserem Leben. Es sind solche Dinge, über die wir nur
Verwalter sind nach Lukas 16. Aber sie sind nicht das Unsrige, sie sind nicht
unser Eigentum. Der Herr Jesus sagt: Wenn du nicht imstande bist, dein Geld,
deine Güter, deine Zeit, deine irdischen Segnungen gut zu verwalten, was denkst
du, wer wird euch dann das Eurige geben, das Wahrhaftige? (Lk 16).
Zwei Ausdrücke: das Wahrhaftige und das Eurige. Die irdischen Dinge sind
nicht das Unsrige. Wir sind nur darüber Verwalter, und wir sollten grundsätzlich
alles, was der Herr uns anvertraut hat, Ihm zur Verfügung stellen. Das geht ganz
weit, liebe Geschwister. Wir haben nicht die Frage, ob wir nun 10 Prozent
unserer Güter geben sollten, wie im Alten Testament. Manche sagen, wir sind
nicht unter dem Gesetz, wir können weniger geben als 10 Prozent. Andere sagen,
wir sind nicht unter Gesetz, wir dürfen also mehr geben als 10 Prozent. Es ist
beides falsch! Der Gläubige ist in einer ganz anderen Stellung als der Israelit.
Da geht es nicht um 10 oder 20 Prozent, sondern um 100 Prozent. Wir besitzen
nichts von den irdischen Dingen, wir sind nur Verwalter. Du kannst nicht sagen,
10 Prozent oder 15 Prozent meiner Zeit ist für den Herrn — nein, 100 Prozent! Das
heißt, wir sollen ein Zeugnis sein in unserer Arbeit, dort, wo der Herr uns
hingestellt hat, und unsere Freizeit ist grundsätzlich für Ihn. Wie der Herr das
benutzen will, das macht Er deutlich. Aber grundsätzlich gehört alles, was wir
besitzen, Ihm! Es ist seine Zeit, sein Geld, seine Güter.
Leben wir so mit den irdischen Segnungen, die Gott uns geschenkt hat? Weißt
du, was der Herr sagt? Wenn wir keine guten Verwalter über diese Dinge sind,
„wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen“? Warum wissen wir als Gläubige so
wenig von den wahrhaftigen Dingen? Ich sage das zu Jung und Alt, ich sage das
als Erstes zu mir selbst. Warum wissen wir so wenig von den wahrhaftigen Dingen?
Wirklich, ich frage das ganz ernst. Warum wissen wir so wenig von den „unsrigen
Dingen“, das heißt von den Dingen, die wirklich mir gehören? Was gehört denn
wirklich uns? Was besitzen wir denn wirklich?
Wir haben es doch gesehen in Epheser 1. Jede geistliche Segnung hat der Herr
uns geschenkt! Darüber sind wir Besitzer, darüber sind wir keine Verwalter, das
sind unsere wirklichen Besitztümer. Die gehören uns jetzt und in der Ewigkeit.
Grundsätzlich! Aber wenn der HERR sagt, Er wird uns das Unsrige geben, dann
meint Er das ganz praktisch. Wir sind reiche Besitzer. Wir wissen aber oft
nicht, wie reich wir sind. Wir wissen kaum etwas davon. Diese Reichtümer liegen
da alle auf diesem Tisch im Obersaal. Aber wir gehen nicht hinein. Da stehen wir
selbst außerhalb der Tür und der HERR klopft sozusagen von innen und sagt: Komm
doch hinein in meinen Obersaal! — Aber da müssen wir scheinbar so viel
zurücklassen. Da müssen die Füße gereinigt werden. Um das Wahrhaftige da drinnen
genießen zu können, muss das Nicht-Wahrhaftige, das Zeitliche, das Irdische
draußen bleiben. Und das ist so schwierig! Wie oft fragen junge Leute: Ja, das
oder jenes ist doch nicht falsch! Ich kann das oder jenes doch ruhig tun, das
ist an sich doch nicht verkehrt! — Du hast Recht! Es ist nicht falsch in sich,
es ist auch nicht verkehrt. Es ist aber nicht das Wahrhaftige.
Ich denke, ein Geheimnis für uns ist, unseren jungen Leuten nicht zu sagen,
was alles verkehrt ist, sondern ihnen zu zeigen, was das Wahrhaftige ist, das
Positive. Das macht das Herz warm. Wenn jemand sich an den irdischen Dingen
festhält, dann wird er das tun, auch wenn wir ihm sagen, dass das nicht gut ist.
Er weiß doch nichts von besseren Dingen. Aber zeige ihm die besseren Dinge,
zeige ihm, was da auf dem Tisch im Obersaal liegt, was es da zu genießen gibt,
zeig ihm das Abendbrot, das wir mit dem Herrn Jesus im seinem Obersaal genießen
dürfen, dann wird das andere verschwinden, dann ist es nicht mehr schwierig, die
irdischen Dinge loszulassen. Meinst du nicht, dass Paulus sich festgehalten hat
an all dem, was Gott ihm vor seiner Bekehrung anvertraut hat? Gott hatte es ihm
gegeben. Nichts Falsches war darin. Und hätte jemand zu Paulus gesagt, dass er
das alles einmal aufgeben würde, dann hätte er gelacht und gesagt, das wäre
unmöglich. Aber auf einmal, er war auf dem Weg nach Damaskus, da ging der Himmel
auf. Da konnte Paulus sozusagen in den Obersaal schauen. Da sah er, was da auf
dem Tisch lag, da sah er den Herrn selbst und alles andere verschwand. Verstehst
du das Bild? Es war nicht mehr schwierig, es war kein Opfer mehr, es war nur
Dreck. Es ist kein Opfer, Dreck zu opfern. Das ist doch unmöglich. Wenn man die
Dinge in dem betrachtet, was sie wirklich in sich selbst sind, dann gibt’s
nichts mehr zu opfern. Dreck kann man nicht opfern. Er fiel von selbst weg und
Paulus sagte: Ich möchte Ihn kennen, ich möchte oft da im Obersaal gefunden
werden. —
Denn so lernen wir den Herrn Jesus jeden Tag besser kennen. Ich möchte
bei Ihm sein, da wo Er ist, auf dass ich Ihn kenne, auf dass ich Ihn gewinne.
Das ist mein Preis. Alles was Gewinn für mich war, das habe ich aufgegeben, denn
Er ist mein Gewinn. So möchte der Herr Jesus das auch bei uns sehen. Er sagt:
Komm doch herein in meinen Obersaal. — Doch dann sagt er zu Petrus: Petrus, wenn
ich dir die Füße nicht wasche, wenn du die Hindernisse nicht aufgibst, kannst
du kein Teil mit mir haben! — Wir müssen das unseren jungen Menschen sagen.
Zeige ihnen mal, was sie vermissen. Zeige es ihnen nicht gesetzlich, was sie
falsch machen. Zeige ihnen, was sie verpassen, wenn sie sich die Füße nicht
waschen lassen, damit sie im Obersaal bei dem Herrn diese Dinge genießen können.
Fortsetzung Teil 4
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