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Es ist besonders wichtig, dass wir die
Leiden, die der Herr vonseiten der Menschen erlitt, wohl unterscheiden von
jenen Leiden, die Er unter der Hand Gottes erduldet hat. Die Ursache und das
Ergebnis dieser beiden Arten von Leiden bilden einen klaren Gegensatz.
Christus litt, wie wir wissen, von den Menschen. Er wurde von ihnen verachtet
und verworfen. Er war "ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut" (Jes 53,3). Die Welt
hasste Ihn, bevor sie Seine Jünger hasste; sie hasste Ihn, weil Er von
ihr zeugte, dass ihre Werke böse waren. Er war das "wahrhaftige Licht" (Joh 1,9), das in die Welt kam; und jeder, der das Böse tut,
hasst das Licht und kommt
nicht zu dem Licht, weil seine Werke böse sind. Mit einem Wort: Christus litt um
der Gerechtigkeit willen. So war es von Anfang an gewesen, wenn wir an Vorbilder
des Lebensweges des Herrn Jesus denken. Kain erschlug Abel, weil seine eigenen
Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht.
Wir können hinzufügen, dass die Liebe, die den Herrn trieb, den Menschen in
dieser Welt zu dienen und gegen das Böse bei ihnen zu zeugen, nur umso mehr
Leiden über Ihn brachte. Für Seine Liebe feindeten sie Ihn an (Ps 109,5).
Dieser Hass gegen Ihn hielt unvermindert an bis zu Seinem Tod, als sie in der
ganzen wahnsinnigen Torheit menschlichen Frohlockens ausrufen konnten: "Haha, so
wollten wir's!" (Ps 35,25).
Gerechtigkeit und Liebe und alles das, worin Er in der Tat Gottes Wesen kundtat,
brachte aus dem Willen und der Gesinnung des Menschen einen erbarmungslosen Hass
hervor. Wie hat der Herr leiden müssen vonseiten der Menschen um der
Gerechtigkeit willen!
In den Psalmen 20 und 21 sehen wir den Messias prophetisch in Seinen Leiden von
der Hand der Menschen. Es war der Tag der Drangsal. Sie ersannen einen Anschlag
wider Ihn und konnten ihn doch nicht ausführen. Er aber erbittet Leben, und
Länge der Tage immer und ewiglich wird Ihm gegeben. Majestät und Pracht werden
auf Ihn gelegt. Wenn Jahwe Ihn aber in dieser Weise verherrlicht - als Antwort
auf alle Verhöhnung und Gewalttat gottloser Menschen —, was wird die Folge sein?
Gericht! Seine Hand findet alle Seine Feinde. Er macht sie zu einem Feuerofen
(Ps 21,8-9) am Tage Seines Zornes, wie Er sagte: "Doch jene, meine Feinde,
die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und erschlaget
sie vor mir" (Lk 19,7). Derselbe Gedanke begegnet uns in Psalm 69,1-24. Sein
Leiden von der Hand böser Menschen bewirkt deren Gericht.
Beachten wir noch, dass der Herr in den Leiden um der Gerechtigkeit willen in
Seiner Person durchaus keine Sünde hatte, für die Er hätte leiden müssen. In den
Augen der Menschen war Er kein stellvertretendes Opfer. Das Ergebnis dieser
Leiden unter der Macht der Menschen ist Gericht, das bei Seiner Ankunft
ausgeführt wird. Wir sehen es bereits in der Zerstörung Jerusalems durch
göttliche Fügung. In seinem vollen Umfang wird es aber erst vollzogen, wenn der
Herr zurückkehren wird.
Aber in den Leiden Christi um der Gerechtigkeit willen und in jenen Leiden, die
Ihm durch das Werk Seiner Liebe verursacht wurden, sollten auch wir Anteil
haben, wenn auch unser Glaube arm und schwach sein mag. Uns ist es geschenkt,
nicht allein an Seinen Namen zu glauben, sondern auch für Ihn zu leiden. Wenn
wir um der Gerechtigkeit willen leiden, so sind wir glückselig; doch ist es noch
gesegneter, wenn wir um Seines Namens willen leiden, denn dann ruht "der Geist
der Herrlichkeit und der Geist Gottes" auf uns. Wenn wir Seiner Leiden
teilhaftig sind, dürfen wir uns freuen, dass, wenn Seine Herrlichkeit offenbart
werden wird, wir mit frohlockender Freude erfüllt sein werden. Leiden um der
Gerechtigkeit willen und solche um Seinetwillen werden auch vom Herrn Selbst
unterschieden (Mt 5,10-11), wie auch von Petrus (1Pet 2,20; 3,17; 4,14). Dies nur nebenbei.
aus "The sufferings of Christ",
Collected Writings, Vol. 7
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