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Leitvers: 1. Samuel 4,3
1Sam 4,3: Warum hat der HERR uns heute vor den
Philistern geschlagen? Lasst uns von Silo die Lade des Bundes des HERRN zu uns
holen, dass sie in unsere Mitte komme und uns rette aus der Hand unserer Feinde.
Lies 1. Samuel 4-7 ganz
Inhalt
Einleitung
Historischer Hintergrund
Das Spiel Gott zu besänftigen
Das Spiel der
Herabsetzung Gottes
Das Spiel, Gott ungehorsam zu sein
Vor einigen Jahren gab es ein interessantes Buch mit dem Titel Spiele, die
Leute spielen. Es handelt von „Spielen“, die Erwachsene miteinander (meistens
selbstsüchtig und beeinflussend) in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen,
spielen. Hoffentlich versuchen wenigstens Christen,
aufrichtiger in ihren Beziehungen zu sein — selbst wenn wir zugeben müssen, dass
wir dagegen nicht immun sind, solche Spiele zu spielen. Jedenfalls ist es eine
ernstere Angelegenheit, Spiele mit Gott zu spielen als mit Menschen. Ungläubige
spielen gewöhnlich Spiele mit Gott. Das ist zwar unglückselig, aber nicht anders
zu erwarten. Aber es ist besonders traurig und erschreckend, wenn Gläubige nicht
aufrichtig in ihrer Beziehung zu Gott sind.
In 1. Samuel 4-7 finden wir einige Beispiele, wo Menschen Spiele mit Gott
spielen. Lasst uns diese Spiele und deren Ergebnisse näher betrachten und die
Lektion aus diesem Teil des Wortes Gottes lernen. Aber zuerst sollten wir uns
den historischen Hintergrund und die Umgebung dieser Kapitel näher ansehen. Am
Anfang von Kapitel 4 sehen wir, dass das Volk Israel auszieht, um gegen seine
langjährigen Feinde, die Philister, zu kämpfen (4,1). Diese Zeit der Geschichte
war mehr als 1000 Jahre vor Christus und Israel hatte noch keinen König. In den
vorhergehenden etwa 300 Jahren wurden sie also von Richtern regiert. (Die
Richter kamen nach Josua, der nach Mose kam, der die Israeliten aus Ägypten
führte.) Die Tage der Richter waren keinesfalls ein geistliches Hoch in der
Geschichte Israels. Das Volk wandte sich stetig von Gott ab, um anderen Göttern
zu dienen. So erlaubte Gott, dass sie von ihren Feinden unterdrückt wurden, bis
sie in Reue zu Gott schrien. Der Herr nahm das zum Anlass, ihnen einen Befreier
zu senden (einen Richter). Durch diesen Richter besiegte Gott die Feinde und es
gab wieder Frieden und Ruhe im Land — bis das Volk wieder ungehorsam wurde. Wie
oft folgen heranwachsende Christen diesem Muster! In der Zeit Samuels (der
manchmal „der letzte Richter und erste Prophet“ genannt wird) gingen die
Israeliten siebenmal durch diesen Kreislauf. Kein Wunder, dass diese Zeit „die
dunklen Tage des Buches der Richter“ genannt wird. Und jetzt (1Sam 4), sogar
in den Tagen Samuels, dieses großen Gottesmannes, geht es mit Israel wieder
bergab.
Die Philister griffen an und Israel war geschlagen (4,2). Warum? Die
offensichtliche Antwort liegt hier zwischen den Zeilen. Wir lesen nicht, dass
Israel Gott um Leitung und Hilfe vor dem Kampf gebeten hätte. Tatsächlich schien
Israel schon seit einiger Zeit nicht mehr zu berücksichtigen, was Gott durch den
Propheten Samuel redete. Sie erkannten sicherlich, dass Samuel ein Prophet des
Herrn war (3,20) und dass er die Worte Gottes sprach (3,21; 4,1), aber sie
gehorchten dem Wort des HERRN nicht. Wir finden Samuel bis zum Beginn von
Kapitel 7 nicht noch einmal erwähnt. Schließlich beklagte sich Israel mehr als
20 Jahre beim HERRN (7,2). Erst dann hörten und gehorchten sie dem Wort, das
Gott durch Samuel zu ihnen gesprochen hatte (7,3-6). Erst dann nutzten sie die
Kraft des Gebetes (7,5-9). Erst dann griff der Herr wieder im Interesse Israels
ein (7,10). Erst dann besiegten die Israeliten die Philister (7,11-13). Und erst
dann gab es Frieden und ein Vorwärtskommen in Israel (7,14-17). Wie viele gute
Lektionen für uns! Wenn wir den oben genannten Prinzipien folgen, werden wir auch
Siege in unseren geistlichen Kriegen und Kämpfen erleben. Gott hat diese
Tatsachen nicht nur als geschichtliches Protokoll in Seinem Wort aufzeichnen
lassen! Sie sind „zu unserer Belehrung geschrieben“ worden (Röm 15,4).
Aber was ist mit den Spielen, über die wir gesprochen haben? Wo passen sie
hier hinein? Nun, als die Israeliten von den Philistern geschlagen wurden,
fingen sie an sich zu fragen: „Warum hat der Herr uns heute von den Philistern
schlagen lassen?“ Aber anstatt zu Gott zu gehen und ihn zu fragen, entschlossen
sie sich lediglich, die Bundeslade mit in den Kampf zu nehmen; sie würde
sie vor den Philistern schützen. Beachte sorgfältig in Vers 3, dass sich das
Volk nicht auf Gott verlässt, sondern auf die Bundeslade. Sie spielten mit Gott!
Lasst es uns „das Spiel, Gott zu besänftigen“ nennen. Israel hatte die
abergläubische Idee, dass sie Gott mit dem Einsatz der Bundeslade manipulieren
oder besänftigen könnten. Die Bundeslade war eine hölzerne Box, die mit Gold
überzogen war. Symbolisch repräsentierte sie die Anwesenheit und die Stärke
Gottes inmitten Seines Volkes. Natürlich spielte die Bundeslade eine wichtige
Rolle in der Beziehung zwischen Gott und Seinem Volk spielt (lies 2Mo 25,10-22). Tatsache ist, dass Gott versprochen hat, dass die Bundeslade in
Verbindung mit Seiner persönlichen Anwesenheit steht, wenn Sein Volk Seine
Weisungen beachtete und Ihm gehorsam war und Ihm folgte (2Mo 25,22). Aber Gott
hatte Sich nie auf eine goldene Box beschränkt, die als Talisman benutzt werden
konnte. Vielleicht erinnerte sich das Volk an die Begebenheit, wo ihre Vorfahren
die Mauern Jerichos einstürzten sahen, als sie mit der Lade um die Stadt
marschierten (vgl. Jos 6). Vielleicht dachten sie, sie könnten den gleichen
Sieg davontragen, wenn sie die Bundeslade benutzten. Aber welch ein Unterschied!
Die vorherige Generation hatte im Glauben nach den Vorschriften des Herrn
gehandelt (Heb 11,30). Diese neue Generation folgte diesem Vorbild, aber ohne
Glauben. Sie hatten das Ritual, aber nicht die Wirklichkeit. Die Lade war ein
Talisman für sie geworden.
Das Spiel Gott zu besänftigen wird auch heute gespielt. Religiöser
Ritualismus ohne eine echte geistliche Beziehung ist sicherlich Besänftigung.
Einige Leute werden in der Weihnachtszeit religiös und denken, sie tun Gott
damit einen Gefallen. Andere stellen mit der Krippe die Geburtsszene auf, fast
wie ein Opfer für Gott, für das sie erwarten, dass Gott sie im Beruf, im Haus
oder auf dem Feld segnet! Das ist auch nichts anderes als Besänftigung — ein
Versuch, (vielleicht unbewusst) Gott durch äußere Handlungen statt durch die
innere Einstellung zu gefallen. Gott zu besänftigen kann sogar noch tückischer
sein und heranwachsende Christen sollen vorsichtig sein. Was ist mit dem Tragen
von Kreuzen oder religiösen Medaillons? Ist es ein äußerliches Zeichen dafür,
dass wir treu im Glauben sind? Es kann so sein. Aber es kann auch eine Form der
Besänftigung Gottes sein. Wenn wir denken, dass, wenn wir ein religiöses Symbol
tragen, wir besser vor dem Bösen bewahrt werden oder unsere Gebete dann
schneller beantwortet werden, dann spielen wir dieses Spiel der Besänftigung.
Das ständige Sprechen des „Vaterunser“, des Gebetes des Herrn, die Kommunion zu
nehmen oder sogar das ständige Tragen einer Bibel kann eine unbewusste
Besänftigung Gottes sein. Wenn wir denken, dass das bloße Aufsagen des „Vaterunser“, das routinemäßige Empfangen der Kommunion oder das ständige Tragen
einer Bibel Gott zufriedenstellt, sind wir schuldig, das Spiel der Besänftigung
Gottes zu spielen. Gott ist weder besänftigt noch zufrieden mit religiösen
Alibiaktionen.
Wenn wir 1. Samuel 4 lesen, sehen wir, dass die Bundeslade selbst nicht
imstande war, den Israeliten zu helfen. Die Tatsache, dass die bösen Priester
Hophni und Phineas (lies 1Sam 2) direkt bei dieser wertlosen Strategie
beteiligt waren, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Israels Herz weit vom
Herrn entfernt war. Israel war nicht nur gründlich geschlagen, sondern die
Bundeslade wurde auch noch gestohlen. In Kapitel 5 finden wir, dass die
Bundeslade sich im Land der Philister befand. An dieser Stelle spielten die
Philister das Spiel der Herabsetzung Gottes. Sie nahmen die Lade und
stellten sie in ihren Tempel neben ihren Götzen Dagon. Sie glaubten, dass es ein
„Ehrenplatz“ wäre und der israelische Gott, in Verbindung mit der Bundeslade, es
verdient hätte, neben ihrem eigenen Gott zu sitzen. Schließlich hatte dieser
hebräische Gott die Kraft, Plagen über Ägypten zu bringen (4,8). Die Philister
bestritten nicht, dass es einen Gott für Israel gab, aber sie
erniedrigten Ihn auf die Stufe von Dagon, ihren Fisch- oder Getreidegott. Wir
haben gesehen, dass es falsch von Israel war zu denken, die Lade sei die
magische Anwesenheit Gottes. Und es war ebenso falsch von den Philistern zu
denken, die Lade repräsentiere einen Gott, der seine Stellung teilt.
Gott wird heute auf die gleiche Art erniedrigt. Wirklich in jeder Hoch- und
Fachschule wird gelehrt, dass das Christentum nur eine andere Religion sei — ein
Weg unter vielen! Es wird auch gelehrt, dass die Bibel nur eins von vielen guten
religiösen Büchern sei. Dies sind klare Beispiele von Ungläubigen, die Gott „herabsetzen“. Spielen wahre Christen überhaupt das Spiel der Herabsetzung (oder
Erniedrigung) Gottes? Immer wenn wir unsere Prioritäten so setzen, dass der Herr
nicht den ersten Rang in unserem Leben hat oder wir Ihn mit etwas anderem
teilen, dann wird Gott herabgesetzt.
In Anwesenheit unserer Freunde und Partner ist Er herabgesetzt, weil unser
Zeugnis und Lebensstil widersprüchlich ist. Er ist scheinbar sogar in unserem
Denken herabgesetzt, denn anderenfalls würde Gott in jedem Bereich unseres Lebens
Gott
sein. Lasst uns nicht das Spiel der Herabsetzung (oder Erniedrigung)
Gottes spielen.
In Kapitel 6 lernen wir ein anderes Spiel, das die Hebräer sicher auch
gespielt haben. Es war einfach das Spiel, Gott ungehorsam zu sein.
Am Anfang des Kapitels lesen wir, wie die Philister einen Plan ausarbeiteten,
den Israeliten die Bundeslade zurückzugeben. Die Tatsache, dass die beiden
Milchkühe ihre Kälber zurückließen, war der Beweis für die Philister, dass ihre
Probleme kein Zufall waren (6,9). Der Gott Israels war erhaben — über ihre
Götter, über ihre Gesundheit, ihr Leben und ebenso über ihr Vieh! Am Ende von
Kapitel 6 lesen wir, dass bestimmte Männer Israels von Gott niedergeschlagen
wurden, weil sie es wagten, in die Lade zu schauen. Warum? Weil sie dem eigens niedergeschriebenen Gesetz Gottes ungehorsam waren. Gott hatte
befohlen, dass nur Priester und Leviten der Lade nahekommen und sie berühren
durften. Anderen war es unter Todesstrafe untersagt, sich der Lade zu nähern
(4Mo 1,51). Gott meinte ernst, was Er sagte — ungeachtet der Umstände. Die
Männer, die den Gesetzen Gottes nicht gehorchten, waren respektlos und nahmen
die Gesetze Gottes leicht hin. Sie waren glücklich, dass die Lade zurückgegeben
worden war — aber sie waren dem Herrn ungehorsam. Es war auch kein ignoranter
Ungehorsam, denn die Leviten hätten sie informieren müssen. Was für eine Lehre
für uns! Gott hat uns Sein Wort gegeben, damit wir Ihm gehorchen und folgen. Es
gibt einige Belehrungen in der Schrift, die wir jetzt eventuell noch nicht ganz
verstehen oder zu schätzen wissen. Die unterschiedlichen Rollen, die Mann und
Frau in der Ehe und in der Gemeinde gegeben sind, sind z.B. eine schwierige
Anweisung, die nicht immer leicht zu befolgen ist. Aber Gott ungehorsam zu sein,
ist „spielen mit Gott“.
Spiele mit Gott zu spielen, das ist nichts für wachsende Christen.
Übersetzung: Ruben Isenberg
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