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Spiele mit Gott spielen - D.R. Reid
      
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Kurzbiographie
D.R.Reid

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Spiele mit Gott spielen
1. Samuel 4,3
D.R. Reid
© SoundWords    Zugriffe: 8156    seit: 06.01.2007  
Foto: CI

 


Leitvers: 1. Samuel 4,3

1Sam 4,3: Warum hat der HERR uns heute vor den Philistern geschlagen? Lasst uns von Silo die Lade des Bundes des HERRN zu uns holen, dass sie in unsere Mitte komme und uns rette aus der Hand unserer Feinde.

Lies 1. Samuel 4-7 ganz

Inhalt

Einleitung

Historischer Hintergrund

Das Spiel Gott zu besänftigen

Das Spiel der Herabsetzung Gottes

Das Spiel, Gott ungehorsam zu sein

Einleitung

Vor einigen Jahren gab es ein interessantes Buch mit dem Titel Spiele, die Leute spielen. Es handelt von „Spielen“, die Erwachsene miteinander (meistens selbstsüchtig und beeinflussend) in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen, spielen. Hoffentlich versuchen wenigstens Christen, aufrichtiger in ihren Beziehungen zu sein — selbst wenn wir zugeben müssen, dass wir dagegen nicht immun sind, solche Spiele zu spielen. Jedenfalls ist es eine ernstere Angelegenheit, Spiele mit Gott zu spielen als mit Menschen. Ungläubige spielen gewöhnlich Spiele mit Gott. Das ist zwar unglückselig, aber nicht anders zu erwarten. Aber es ist besonders traurig und erschreckend, wenn Gläubige nicht aufrichtig in ihrer Beziehung zu Gott sind.

Historischer Hintergrund

In 1. Samuel 4-7 finden wir einige Beispiele, wo Menschen Spiele mit Gott spielen. Lasst uns diese Spiele und deren Ergebnisse näher betrachten und die Lektion aus diesem Teil des Wortes Gottes lernen. Aber zuerst sollten wir uns den historischen Hintergrund und die Umgebung dieser Kapitel näher ansehen. Am Anfang von Kapitel 4 sehen wir, dass das Volk Israel auszieht, um gegen seine langjährigen Feinde, die Philister, zu kämpfen (4,1). Diese Zeit der Geschichte war mehr als 1000 Jahre vor Christus und Israel hatte noch keinen König. In den vorhergehenden etwa 300 Jahren wurden sie also von Richtern regiert. (Die Richter kamen nach Josua, der nach Mose kam, der die Israeliten aus Ägypten führte.) Die Tage der Richter waren keinesfalls ein geistliches Hoch in der Geschichte Israels. Das Volk wandte sich stetig von Gott ab, um anderen Göttern zu dienen. So erlaubte Gott, dass sie von ihren Feinden unterdrückt wurden, bis sie in Reue zu Gott schrien. Der Herr nahm das zum Anlass, ihnen einen Befreier zu senden (einen Richter). Durch diesen Richter besiegte Gott die Feinde und es gab wieder Frieden und Ruhe im Land — bis das Volk wieder ungehorsam wurde. Wie oft folgen heranwachsende Christen diesem Muster! In der Zeit Samuels (der manchmal „der letzte Richter und erste Prophet“ genannt wird) gingen die Israeliten siebenmal durch diesen Kreislauf. Kein Wunder, dass diese Zeit „die dunklen Tage des Buches der Richter“ genannt wird. Und jetzt (1Sam 4), sogar in den Tagen Samuels, dieses großen Gottesmannes, geht es mit Israel wieder bergab.

Die Philister griffen an und Israel war geschlagen (4,2). Warum? Die offensichtliche Antwort liegt hier zwischen den Zeilen. Wir lesen nicht, dass Israel Gott um Leitung und Hilfe vor dem Kampf gebeten hätte. Tatsächlich schien Israel schon seit einiger Zeit nicht mehr zu berücksichtigen, was Gott durch den Propheten Samuel redete. Sie erkannten sicherlich, dass Samuel ein Prophet des Herrn war (3,20) und dass er die Worte Gottes sprach (3,21; 4,1), aber sie gehorchten dem Wort des HERRN nicht. Wir finden Samuel bis zum Beginn von Kapitel 7 nicht noch einmal erwähnt. Schließlich beklagte sich Israel mehr als 20 Jahre beim HERRN (7,2). Erst dann hörten und gehorchten sie dem Wort, das Gott durch Samuel zu ihnen gesprochen hatte (7,3-6). Erst dann nutzten sie die Kraft des Gebetes (7,5-9). Erst dann griff der Herr wieder im Interesse Israels ein (7,10). Erst dann besiegten die Israeliten die Philister (7,11-13). Und erst dann gab es Frieden und ein Vorwärtskommen in Israel (7,14-17). Wie viele gute Lektionen für uns! Wenn wir den oben genannten Prinzipien folgen, werden wir auch Siege in unseren geistlichen Kriegen und Kämpfen erleben. Gott hat diese Tatsachen nicht nur als geschichtliches Protokoll in Seinem Wort aufzeichnen lassen! Sie sind „zu unserer Belehrung geschrieben“ worden (Röm 15,4).

Das Spiel, Gott zu besänftigen

Aber was ist mit den Spielen, über die wir gesprochen haben? Wo passen sie hier hinein? Nun, als die Israeliten von den Philistern geschlagen wurden, fingen sie an sich zu fragen: „Warum hat der Herr uns heute von den Philistern schlagen lassen?“ Aber anstatt zu Gott zu gehen und ihn zu fragen, entschlossen sie sich lediglich, die Bundeslade mit in den Kampf zu nehmen; sie würde sie vor den Philistern schützen. Beachte sorgfältig in Vers 3, dass sich das Volk nicht auf Gott verlässt, sondern auf die Bundeslade. Sie spielten mit Gott! Lasst es uns „das Spiel, Gott zu besänftigen“ nennen. Israel hatte die abergläubische Idee, dass sie Gott mit dem Einsatz der Bundeslade manipulieren oder besänftigen könnten. Die Bundeslade war eine hölzerne Box, die mit Gold überzogen war. Symbolisch repräsentierte sie die Anwesenheit und die Stärke Gottes inmitten Seines Volkes. Natürlich spielte die Bundeslade eine wichtige Rolle in der Beziehung zwischen Gott und Seinem Volk spielt (lies 2Mo 25,10-22). Tatsache ist, dass Gott versprochen hat, dass die Bundeslade in Verbindung mit Seiner persönlichen Anwesenheit steht, wenn Sein Volk Seine Weisungen beachtete und Ihm gehorsam war und Ihm folgte (2Mo 25,22). Aber Gott hatte Sich nie auf eine goldene Box beschränkt, die als Talisman benutzt werden konnte. Vielleicht erinnerte sich das Volk an die Begebenheit, wo ihre Vorfahren die Mauern Jerichos einstürzten sahen, als sie mit der Lade um die Stadt marschierten (vgl. Jos 6). Vielleicht dachten sie, sie könnten den gleichen Sieg davontragen, wenn sie die Bundeslade benutzten. Aber welch ein Unterschied! Die vorherige Generation hatte im Glauben nach den Vorschriften des Herrn gehandelt (Heb 11,30). Diese neue Generation folgte diesem Vorbild, aber ohne Glauben. Sie hatten das Ritual, aber nicht die Wirklichkeit. Die Lade war ein Talisman für sie geworden.

Das Spiel Gott zu besänftigen wird auch heute gespielt. Religiöser Ritualismus ohne eine echte geistliche Beziehung ist sicherlich Besänftigung. Einige Leute werden in der Weihnachtszeit religiös und denken, sie tun Gott damit einen Gefallen. Andere stellen mit der Krippe die Geburtsszene auf, fast wie ein Opfer für Gott, für das sie erwarten, dass Gott sie im Beruf, im Haus oder auf dem Feld segnet! Das ist auch nichts anderes als Besänftigung — ein Versuch, (vielleicht unbewusst) Gott durch äußere Handlungen statt durch die innere Einstellung zu gefallen. Gott zu besänftigen kann sogar noch tückischer sein und heranwachsende Christen sollen vorsichtig sein. Was ist mit dem Tragen von Kreuzen oder religiösen Medaillons? Ist es ein äußerliches Zeichen dafür, dass wir treu im Glauben sind? Es kann so sein. Aber es kann auch eine Form der Besänftigung Gottes sein. Wenn wir denken, dass, wenn wir ein religiöses Symbol tragen, wir besser vor dem Bösen bewahrt werden oder unsere Gebete dann schneller beantwortet werden, dann spielen wir dieses Spiel der Besänftigung. Das ständige Sprechen des „Vaterunser“, des Gebetes des Herrn, die Kommunion zu nehmen oder sogar das ständige Tragen einer Bibel kann eine unbewusste Besänftigung Gottes sein. Wenn wir denken, dass das bloße Aufsagen des „Vaterunser“, das routinemäßige Empfangen der Kommunion oder das ständige Tragen einer Bibel Gott zufriedenstellt, sind wir schuldig, das Spiel der Besänftigung Gottes zu spielen. Gott ist weder besänftigt noch zufrieden mit religiösen Alibiaktionen.

Das Spiel der Herabsetzung Gottes

Wenn wir 1. Samuel 4 lesen, sehen wir, dass die Bundeslade selbst nicht imstande war, den Israeliten zu helfen. Die Tatsache, dass die bösen Priester Hophni und Phineas (lies 1Sam 2) direkt bei dieser wertlosen Strategie beteiligt waren, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Israels Herz weit vom Herrn entfernt war. Israel war nicht nur gründlich geschlagen, sondern die Bundeslade wurde auch noch gestohlen. In Kapitel 5 finden wir, dass die Bundeslade sich im Land der Philister befand. An dieser Stelle spielten die Philister das Spiel der Herabsetzung Gottes. Sie nahmen die Lade und stellten sie in ihren Tempel neben ihren Götzen Dagon. Sie glaubten, dass es ein „Ehrenplatz“ wäre und der israelische Gott, in Verbindung mit der Bundeslade, es verdient hätte, neben ihrem eigenen Gott zu sitzen. Schließlich hatte dieser hebräische Gott die Kraft, Plagen über Ägypten zu bringen (4,8). Die Philister bestritten nicht, dass es einen Gott für Israel gab, aber sie erniedrigten Ihn auf die Stufe von Dagon, ihren Fisch- oder Getreidegott. Wir haben gesehen, dass es falsch von Israel war zu denken, die Lade sei die magische Anwesenheit Gottes. Und es war ebenso falsch von den Philistern zu denken, die Lade repräsentiere einen Gott, der seine Stellung teilt.

Gott wird heute auf die gleiche Art erniedrigt. Wirklich in jeder Hoch- und Fachschule wird gelehrt, dass das Christentum nur eine andere Religion sei — ein Weg unter vielen! Es wird auch gelehrt, dass die Bibel nur eins von vielen guten religiösen Büchern sei. Dies sind klare Beispiele von Ungläubigen, die Gott „herabsetzen“. Spielen wahre Christen überhaupt das Spiel der Herabsetzung (oder Erniedrigung) Gottes? Immer wenn wir unsere Prioritäten so setzen, dass der Herr nicht den ersten Rang in unserem Leben hat oder wir Ihn mit etwas anderem teilen, dann wird Gott herabgesetzt.

In Anwesenheit unserer Freunde und Partner ist Er herabgesetzt, weil unser Zeugnis und Lebensstil widersprüchlich ist. Er ist scheinbar sogar in unserem Denken herabgesetzt, denn anderenfalls würde Gott in jedem Bereich unseres Lebens Gott sein. Lasst uns nicht das Spiel der Herabsetzung (oder Erniedrigung) Gottes spielen.

Das Spiel, Gott ungehorsam zu sein

In Kapitel 6 lernen wir ein anderes Spiel, das die Hebräer sicher auch gespielt haben. Es war einfach das Spiel, Gott ungehorsam zu sein.

Am Anfang des Kapitels lesen wir, wie die Philister einen Plan ausarbeiteten, den Israeliten die Bundeslade zurückzugeben. Die Tatsache, dass die beiden Milchkühe ihre Kälber zurückließen, war der Beweis für die Philister, dass ihre Probleme kein Zufall waren (6,9). Der Gott Israels war erhaben — über ihre Götter, über ihre Gesundheit, ihr Leben und ebenso über ihr Vieh! Am Ende von Kapitel 6 lesen wir, dass bestimmte Männer Israels von Gott niedergeschlagen wurden, weil sie es wagten, in die Lade zu schauen. Warum? Weil sie dem eigens niedergeschriebenen Gesetz Gottes ungehorsam waren. Gott hatte befohlen, dass nur Priester und Leviten der Lade nahekommen und sie berühren durften. Anderen war es unter Todesstrafe untersagt, sich der Lade zu nähern (4Mo 1,51). Gott meinte ernst, was Er sagte — ungeachtet der Umstände. Die Männer, die den Gesetzen Gottes nicht gehorchten, waren respektlos und nahmen die Gesetze Gottes leicht hin. Sie waren glücklich, dass die Lade zurückgegeben worden war — aber sie waren dem Herrn ungehorsam. Es war auch kein ignoranter Ungehorsam, denn die Leviten hätten sie informieren müssen. Was für eine Lehre für uns! Gott hat uns Sein Wort gegeben, damit wir Ihm gehorchen und folgen. Es gibt einige Belehrungen in der Schrift, die wir jetzt eventuell noch nicht ganz verstehen oder zu schätzen wissen. Die unterschiedlichen Rollen, die Mann und Frau in der Ehe und in der Gemeinde gegeben sind, sind z.B. eine schwierige Anweisung, die nicht immer leicht zu befolgen ist. Aber Gott ungehorsam zu sein, ist „spielen mit Gott“.

Spiele mit Gott zu spielen, das ist nichts für wachsende Christen.


Übersetzung: Ruben Isenberg

 


 

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