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Das Johannesevangelium (7) - H. Smith
      
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H.Smith

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Das Johannesevangelium (7)
Johannes 7
H. Smith
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Leitverse: Johannes 7

Verse 1.2 Verse 3-5 Verse 6-9 Verse 10-13 Verse 14-16
Verse 17.18 Verse 19.20 Verse 21-24 Verse 25-27 Verse 28.29
Verse 30.31 Vers 32 Verse 33.34 Verse 35.36 Verse 37-39
Verse 40-44 Verse 45-53

Christus verherrlicht und der Heilige Geist gegeben

Johannes 5 zeigt uns den Sohn Gottes, der Leben gibt, wem Er will. Johannes 6 stellt uns den Sohn des Menschen vor, der auf die Erde herniederkam, sein Leben für die Welt gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, ewiges Leben habe.

In Kapitel 7 sehen wir den Herrn Jesus als auf der Erde verworfen. Er steht kurz davor, seinen Platz in der Höhe einzunehmen, um von der Herrlichkeit aus den Heiligen Geist als Zeuge in den Gläubigen auf der Erde zu geben bis zum Tag seines Offenbarwerdens. Wie die Wahrheiten des sechsten Kapitels auf der Menschwerdung und dem Tod Christi beruhen, so ist die Grundlage in diesem Kapitel seine Erhöhung zur Rechten Gottes. Notwendigerweise schließt seine Himmelfahrt einen vollständigen Bruch mit der Welt ein. Das Kapitel beginnt daher damit, dass der Herr jede öffentliche Teilnahme an Ereignissen dieser Welt ablehnt.

Joh 7,1.2: Und nach diesem wandelte Jesus in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa wandeln, weil die Juden ihn zu töten suchten. Es war aber nahe das Fest der Juden, die Laubhütten.

Die Belehrung des Kapitels wird eingeleitet mit der Feststellung, dass das Laubhüttenfest der Juden nahe war. In Israel gab es drei große Feste, das Passah, Pfingsten (Fest der Wochen) und das Laubhüttenfest. Das Passah, ein Hinweis auf das Kreuz war bereits vorüber, ebenso das Fest der Wochen, das ein Bild vom Herniederkommen des Heiligen Geistes auf die Erde ist. Das Laubhüttenfest war das letzte Fest im jüdischen Jahr, an dem die Kinder Israel sieben Tage lang in Zelten wohnen sollten. Es war ein Gedenken daran, dass sie einst Pilger in der Wüste waren. Auch war es ein Zeugnis davon, dass die Verheißungen erfüllt waren und das Volk in Sicherheit im Land wohnte (3Mo 23,33-43). Das Fest wurde nach der Ernte und der Traubenlese gefeiert — beides ein Bild von Gericht (Off 14,14-20). So wird also der irdische Segen, wovon das Laubhüttenfest spricht, nur durch Gericht über Israel und die Nationen kommen. Es ist offensichtlich, dass die eigentliche Bedeutung dieses Festes noch nicht erfüllt ist.

Joh 7,3-5: Es sprachen nun seine Brüder zu ihm: Ziehe von hinnen und geh nach Judäa, auf dass auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust; denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht dabei selbst öffentlich bekannt zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so zeige dich der Welt; denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.

Die Feier des Laubhüttenfestes ist eine passende Einleitung für die großen Wahrheiten dieses Kapitels. In Bezug auf das Fest stellt sich die Frage: Warum ist es noch nicht erfüllt? Die Antwort ist klar: Der Eine, der allein den das Fest darstellenden Segen bringen kann, wurde von Israel und der Welt verworfen. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird diese Ablehnung von Christus durch alle Klassen immer offensichtlicher und entschlossener. Seine Brüder glauben nicht an Ihn (V. 5), das Volk beschuldigt Ihn, einen Dämon zu haben (V. 20), die Juden bewundern Ihn und suchen Hand an Ihn zu legen (V. 15.25.30), und die Führer des Volkes senden Diener, die Ihn greifen sollen (V. 32). 

Bereits in Kapitel 6 haben wir gesehen, dass jede neue Offenbarung von Wahrheit ein Abwenden seiner Nachfolger nach sich zog. Das Volk hatte Ihn abgelehnt (Joh 6,36), dann wurde Er im kleineren Kreis der Juden abgelehnt (Joh 6,41.42), in dem noch kleineren Kreis der Jünger gibt es solche, die nicht länger mit Ihm gehen (Joh 6,61-66), und selbst unter den Zwölfen wird einer als Teufel bezeichnet (Joh 6,70.71). In diesem Kapitel sehen wir, das seine leiblichen Brüder nicht an Ihn glauben. Eigentlich, so sollte man meinen, müsste es doch ein großer Vorteil sein, mit dem Herrn durch verwandtschaftliche Beziehungen verbunden zu sein. Leider zeigt jedoch dieser Abschnitt, dass seine eigenen Verwandten genauso wenig glauben wie die anderen. Dass sie nicht glaubten, das wissen wir, lag keinesfalls an Ihm. Es war der Beweis der Worte des Herrn selbst: „Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt nichts.“

Je größer die Wahrheiten, die der Herr verkündet, desto größer die Ablehnung durch die Welt, desto geringer die Zahl seiner Nachfolger, desto einsamer sein Weg. Bis wir dann lesen: „Und ein jeder ging nach seinem Hause. Jesus aber ging nach dem Ölberg“ (V. 53; 8,1). So wie es damals war, ist es immer gewesen. Je tiefer die Wahrheit ist, umso mehr geistliche Fähigkeiten sind zum Verständnis erforderlich, desto weniger wird es geben, die in ihrem Licht wandeln, desto einsamer wird der Weg derer sein, die die Wahrheit hochhalten. Die Belehrung des Geistes lässt keinen Raum für das Fleisch, der Weg Christi ist ein schmaler Weg.

Seine leiblichen Brüder argumentieren, dass ein Mensch, dem außergewöhnliche Kräfte verliehen sind, das Recht hat, diese zu benutzen — zu seinem eigenen Vorteil in der Welt und zum Nutzen anderer. Hinter ihren menschlichen Argumenten war Unglaube des Herzens, sie glaubten nicht an Ihn.

Joh 7,6-9: Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist stets bereit. Die Welt kann euch nicht hassen; mich aber hasst sie, weil ich von ihr zeuge, dass ihre Werke böse sind. Gehet ihr hinauf zu diesem Fest; ich gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. Nachdem er dies zu ihnen gesagt hatte, blieb er in Galiläa.

Die Antwort des Herrn zeigt, dass infolge seiner Verwerfung die Zeit seines öffentlichen Auftretens gegenüber der Welt oder die öffentliche Teilnahme an ihren Angelegenheiten noch nicht gekommen war. Wenn der Herr öffentlich eingreift, wird dies durch Gericht sein. Hätte Er zu dieser Zeit öffentlich Anteil an dem Volk genommen, wie seine Brüder es wünschten, so hätte dies das Gericht für das Volk bedeutet.

Auch wir müssen während der Zeit der Verwerfung Christi aufpassen, dass wir nicht unsere natürlichen Fähigkeiten oder geistlichen Gaben dazu benutzen, uns vor den Menschen oder in der religiösen Welt zu erhöhen. Die Gläubigen in Korinth tappten in diese Falle. Sie benutzten ihre geistlichen Gaben, um sich vor der Welt aufzublähen. Paulus musste ihnen sagen: „Schon seid ihr gesättigt, schon seid ihr reich geworden; ihr habt ohne uns geherrscht“ (1Kor 4,8), und er verurteilt sie dafür. Wenn für Christus noch nicht die Zeit gekommen war, an Dingen dieser Welt teilzuhaben, dann können wir sicher sein, dass auch für seine Jünger die Zeit noch nicht gekommen ist, dies zu tun. Wenn wir uns der Anerkennung des Herrn bewusst sind, suchen oder begehren wir nicht die Zustimmung seitens der Welt, sei es die religiöse, gesellschaftliche oder politische. Für solche, die von der Welt sind, deren „Zeit ist immer da“. Wenn wir die Welt und ihre Dinge lieben, wird die Welt uns lieben. Wenn wir reden als von der Welt und über die Welt, wird die Welt uns bereitwillig hören. Ein Zeugnis gegen das Böse in ihr seitens dessen, der sich davon getrennt hält, wird ihren Hass hervorrufen. Das war bei dem höchst deutlichen und vollkommenen Weg unseres Herrn der Fall. Es ist Christus, den die Welt hast. Je mehr ein Gläubiger Christus offenbart, desto mehr wird dies den Hass der Welt hervorrufen (Joh 15,18.19).

Joh 7,10-13: Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf zu dem Fest, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. Die Juden nun suchten ihn auf dem Fest und sprachen: Wo ist jener? Und viel Gemurmel war über ihn unter den Volksmengen; die einen sagten: Er ist gut; andere sagten: Nein, sondern er verführt die Volksmenge. Niemand jedoch sprach öffentlich von ihm aus Furcht vor den Juden.

Nachdem Er von seinem Bruch mit der Welt Zeugnis gegeben hat, geht der Herr zu dem Fest, „nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen“. Er geht hinauf nach Jerusalem, nicht um eine öffentliche Stellung einzunehmen, sondern um Einzelne aus der Welt zu sich zu ziehen. Diese Haltung des Herrn, wie Er zwar in der Welt aber nicht von ihr ist, führt zu „viel Gemurmel … unter den Volksmengen“. Einige sagen, dass Er zumindest ein guter Mensch sei, andere stehen Ihm feindlich gegenüber und bezeichnen Ihn als einen Verführer.

Joh 7,14-16: Als es aber schon um die Mitte des Festes war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Da verwunderten sich die Juden und sagten: Wie besitzt dieser Gelehrsamkeit, da er doch nicht gelernt hat? Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat.

Obwohl der Herr es ablehnte, seine gewaltige Macht zu gebrauchen, um die Anerkennung der Welt zu erhalten, nicht in die Dinge der Welt eingriff, da seine Zeit noch nicht gekommen war, fuhr Er dennoch fort zu predigen. So haben wir gelesen, dass Er hinauf in den Tempel ging und lehrte. In den folgenden Versen finden wir wichtige Unterweisungen hinsichtlich seines Lehrens und alles Lehrens überhaupt.

Den Juden gab Er Anlass, sich zu verwundern, da Er nicht in ihren Schulen unterrichtet worden war und doch eine solche Kenntnis der Schriften besaß. Dies veranlasst den Herrn, einen Test vorzustellen, an dem man jede wahre Lehre erkennt. Was ist ihre Quelle? Ist sie menschlich oder göttlich? Die Lehre des Herrn kam von dem Vater, der Ihn gesandt hatte. Nichts brachte den Herrn aus der Stellung, die Er als der „Gesandte“ eingenommen hatte. Wenn Er zu dem Fest ging, so tat Er dies nicht, um Bewunderung durch ein Offenbarwerden seiner Gelehrsamkeit hervorzurufen, sondern um Zeugnis von dem zu geben, der Ihn gesandt hatte.

Joh 7,17.18: Wenn jemand seinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede. Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm.

Außerdem prüft wahre Lehre den Hörer. Wenn nun die Lehre des Herrn himmlischen Ursprungs ist, ist ein entsprechender Seelenzustand erforderlich, um diese aufnehmen zu können. Die Bereitschaft, den Willen Gottes zu tun, lässt die Seele erkennen, was von Gott ist. Wenn wir wissen wollen, müssen wir bereit sein zum Tun. Nichts macht für die Wahrheit so blind wie das Wirken unseres eigenen Willens. Wie einfach wäre die Wahrheit für uns und wie klar unser Weg, wenn wir kein anderes Verlangen hätten, als seinen Willen zu tun.

Darüber hinaus ist wahres Lehren ein Prüfstein für den Redenden. Sucht er sich selbst zu erheben oder die Ehre dessen, von dem er gesandt ist? Jemand, der seine eigene Ehre sucht, auch wenn er die Wahrheit verkündet, hat keinen lauteren Beweggrund. Er, der allein die Ehre Gottes in seiner Lehre sucht, „ist wahrhaftig und keine Ungerechtigkeit ist in ihm“.

So haben wir ein Kriterium

  • für die Lehre (V. 16),
  • für den Hörer (V. 17) und
  • für den Redner (V. 18).

Bei unserem Herrn war es so, dass die Lehre vollkommen war, der Lehrer vollkommen war und das Versagen bei den Hörern lag.

Joh 7,19.20: Hat nicht Moses euch das Gesetz gegeben? Und keiner von euch tut das Gesetz. Was suchet ihr mich zu töten? Die Volksmenge antwortete und sprach: Du hast einen Dämon; wer sucht dich zu töten?

Die folgenden Verse zeigen den schrecklichen Zustand des Volkes, der es unfähig machte, die Wahrheit aufzunehmen. Die Volksmenge war stolz auf das Gesetz, das jedoch keiner von ihnen gehalten hatte. Nichts zeigte mehr die schreiende Missachtung des Gesetzes wie die Tatsache, dass sie den suchten zu töten, von dem Moses geschrieben hatte. So sind sie überführt, nicht den Willen Gottes tun zu wollen und somit auch von ihrer Unwissenheit über die Lehre des Herrn. Die Volksmenge, die nach Jerusalem gekommen war, wusste offenbar nicht, dass die Führer den Herrn zu töten suchten. Trotzdem warfen sie Ihm, der keine amtliche Stellung einnehmen wollte und der allein die Ehre Gotte suchte, vor, einen Dämon zu haben.

So ist die Welt. Lehnt man eine Teilnahme an den Dingen der Welt ab und sucht man nicht die eigene Ehre, sondern allein die Ehre des Herrn, ist dies in den Augen der Welt nicht nur unnormal und inhuman, sondern teuflisch.

Joh 7,21-24: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch. Deswegen gab Moses euch die Beschneidung (nicht dass sie von Moses sei, sondern von den Vätern), und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen. Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbat empfängt, auf dass das Gesetz Moses' nicht gebrochen werde, zürnet ihr mir, dass ich einen Menschen ganz gesund gemacht habe am Sabbat? Richtet nicht nach dem Schein, sondern richtet ein gerechtes Gericht.

Der Herr bleibt in Gegenwart dieser brutalen und bösen Anschuldigung ganz ruhig. Dennoch verurteilt Er sie für ihre Unwissenheit und Heuchelei. Indem sie Ihn dafür verurteilten, dass Er ein gutes Werk am Sabbat tat, als Er einen Menschen ganz gesund gemacht hatte, verurteilten sie sich selbst dafür, die Beschneidung am Sabbat durchgeführt zu haben. Dann zeigte der Herr das Übrige ihres falschen Urteils auf: Sie hatten nach dem Schein gerichtet, ohne göttliche Weisung. Ein gerechtes Urteil kann nur gefällt werden, wenn man den Willen Gottes zu tun sucht.

Joh 7,25-27: Es sagten nun etliche von den Bewohnern Jerusalems: Ist das nicht der, welchen sie zu töten suchen? Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben denn etwa die Obersten in Wahrheit erkannt, dass dieser der Christus ist? Diesen aber kennen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so weiß niemand, woher er ist.

Die offene Rede des Herrn ruft die Bewunderung der Menschen in Jerusalem hervor. Diese wussten, dass die Führer Ihn zu töten suchten. Könnte es sein, dass die Obersten anfingen zu glauben, dass Er wirklich der Christus war? Zu welchem Schluss auch immer die Obersten kommen, die Juden sagen geradeheraus: „Diesen aber kennen wir.“ Sie betrachteten ihn bloß als einen Galiläer aus der verachteten Stadt Nazareth, wobei sie nach ihren überlieferten Vorstellungen sagen: „Wenn aber der Christus kommt, so weiß niemand, woher er ist.“

Joh 7,28.29: Jesus nun rief im Tempel, lehrte und sprach: Ihr kennet mich und wisset auch, woher ich bin; und ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, welchen ihr nicht kennet. Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin, und er mich gesandt hat.

Der Herr deckt in seiner Antwort direkt ihre falschen traditionellen Ansichten auf und erinnert sie daran, dass Er nach der Schrift von der Jungfrau in Bethlehem geboren wurde. Solche Wahrheiten, so überzeugend sie auch waren, hätten ihren Willen nicht geändert und ihren Unglauben nicht weggenommen. Es waren genügend Zeichen als Beweis dafür gegeben worden, dass Er eine göttliche Person war, gesandt von Einem, der wahr ist. Von diesem sagt der Herr bedeutungsvoll: „… den ihr nicht kennt.“ Hierin lag das Geheimnis aller Feindschaft gegen Christus, sie kannten Gott nicht. Das Tun ihres eigenen Willens und das Streben nach eigener Ehre hatte sie in eine Finsternis gebracht, die sie in Unwissenheit über Gott sein ließ. So ist es seit dem Sündenfall immer gewesen. Selbst der Gläubige, der sich selbst groß machen will und seinen Willen zu tun sucht, verfehlt unweigerlich die Gedanken Gottes. Der Herr, der nicht seine Ehre suchte, sondern nur die Ehre dessen, der Ihn gesandt hatte, kann vollkommen bezeugen: „Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin und er mich gesandt hat.“

Joh 7,30.31: Da suchten sie ihn zu greifen; und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war. Viele aber von der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche dieser getan hat?

Die Worte des Herrn hatten eine doppelte Wirkung auf seine Hörer. Bei einigen bewirkten sie, dass der Hass in ihren Herzen zutage trat, so dass sie suchten Ihn zu greifen. Andere stellten sich die Frage: „Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche dieser getan hat?“

Joh 7,32: Die Pharisäer hörten die Volksmenge dies über ihn murmeln; und die Pharisäer und die Hohenpriester sandten Diener, dass sie ihn greifen möchten.

Die Pharisäer, die hörten, was die Volksmenge in Bezug auf Christus sagte, waren überzeugt, dass es notwendig sei, öffentlich gegen Ihn vorzugehen. So sandten sie Diener, die Ihn greifen sollten.

Joh 7,33.34: Da sprach Jesus: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen.

Das, was sie taten, um Christus loszuwerden, war unnötig, denn der Herr sagt: „Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat.“ Die Folge wäre schrecklich für das Volk, denn wenn Er von dem neuen Platz beim Vater spricht, sagt der Herr: „Wo ich bin, dahin könnt ihr nicht kommen.“ Solche, die Christus nicht haben wollten, als Er an ihren Ort auf der Erde kam, werden niemals mit Ihm an seinem neuen Ort beim Vater im Himmel sein.

Joh 7,35.36: Es sprachen nun die Juden zueinander: Wohin will dieser gehen, dass wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa in die Zerstreuung der Griechen gehen und die Griechen lehren? Was ist das für ein Wort, das er sprach: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und: Wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen?

Die Juden, die Christus als vom Himmel gekommen abgelehnt hatten, werden natürlich nicht glauben, dass Er in den Himmel zurückkehrt. Ihr Argument ist daher, dass Er zu den Zerstreuten unter den Nationen gehen wird, um die Nationen zu unterweisen. Dies ist jedoch ihren Gedanken derart fremd, dass sie zugeben, seine Worte nicht verstanden zu haben.

Joh 7,37-39: An dem letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geiste, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Der Herr fährt nicht fort, sich mit denen, die Ihn ablehnen und hinreichend ihre Unkenntnis über Gott unter Beweis gestellt hatten, zu unterreden. Obwohl die Juden Ihn als vom Himmel gekommenen Christus verwarfen, nutzt Er dennoch die Gelegenheit, von dem neuen Charakter der Segens zu sprechen, den Er durch seine Himmelfahrt einführen würde.

Der letzte Tag des Fests ist bedeutend für neue und himmlische Dinge. Es war, wie wir aus dem dritten Buch Mose wissen, der achte Tag. Die sieben Tage des Fests reden symbolhaft von vollständigem irdischen Segen unter der Herrschaft Christi. Der achte Tag scheint sich auf eine Art Segen zu beziehen, der außerhalb von dieser Erde und außerhalb der Zeit steht. Dieser neue und himmlische Segen sollte durch die Verherrlichung Jesu und den Empfang des Heiligen Geistes auf der Erde eingeführt werden. Dieser neue Segen kann nicht allein auf die Juden beschränkt werden, sondern ist für alle zugänglich, die die Notwendigkeit empfinden, zu Christus zu kommen. Wer also kommt, würde nicht unmittelbar zu dem tausendjährigen Segen der Erde gelangen, sondern in höhere und himmlischere Segnungen durch die Gabe des Heiligen Geistes. Des Weiteren würde solch einer zu einer Quelle des Segens für andere, denn der Herr sagt von dem Gläubigen, dass nicht nur sein eigenes Bedürfnis gestillt würde, sondern aus dessen „Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen“, und sie werden andere in dieser öden Welt erfrischen.

Das ist die zentrale Lehre des Kapitels: die Verherrlichung Jesu als Mensch im Himmel und der Heilige Geist, der den Gläubigen auf der Erde gegeben werden wird. Das heißt, dass, nachdem der Messias verworfen wurde, sein weltweites Reich und die Erfüllung der irdischen Verheißungen auf einen zukünftigen Tag aufgeschoben werden und in der Zwischenzeit das Christentum eingeführt wird.

Hier steht jedoch der Segen für den einzelnen Gläubigen im Mittelpunkt. Die Worte des Herrn geben eine eindrucksvolle Illustration dessen, was einem Gläubigen in der Kraft des Geistes möglich ist. Unsere erfahrungsgemäße Kenntnis der Segnungen hängt weitgehend von der Unterwerfung unter den Geist ab. Jedoch kann der vom Geist Erfüllte ein Gefäß des Segens in einer armen und bedürftigen Welt sein, der wie ein Bach auf das Trockene ausgegossen wird (Jes 44,3).

Joh 7,40-44: Etliche nun aus der Volksmenge sagten, als sie diese Worte hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Dieser ist der Christus. Andere sagten: Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa? Hat nicht die Schrift gesagt: Aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, dem Dorfe, wo David war, kommt der Christus? Es entstand nun seinethalben eine Spaltung in der Volksmenge. Etliche aber von ihnen wollten ihn greifen, aber keiner legte die Hände an ihn.

Wie schade ist es aber, zu sehen, dass diese wunderbaren Aussagen offensichtlich nicht die Gewissen der Hörer erreichten, obwohl sie Eindruck hinterlassen und zu Spekulationen unter dem Volk führen. Viele meinen: „Dieser ist wahrhaftig der Prophet“, andere sagen: „Dieser ist der Christus.“ Einige fragen: „Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa?“ Menschliche Spekulationen über göttliche Dinge führen immer zu falschen Ergebnissen: So trennten sie Wahrheiten, die Gott miteinander verbunden hatte. Man stelle sich vor, der Prophet und Christus sind unterschiedliche Personen. Außerdem werden haltlose Vermutungen häufig durch äußeren Schein geprägt: So dachten sie, nur weil der Herr aus Galiläa gekommen war, dass Er weder aus dem Geschlecht Davids stamme noch in Bethlehem geboren war.

Ein Gewissen in Not hätte seinen inneren Mangel verspürt und wäre der wunderbaren Einladung Christi gefolgt: „Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke.“ Spekulationen über Christus zur damaligen Zeit führten, damals wie heute, selbst unter wahren Gläubigen zu einer Spaltung seinetwegen.

Darüber hinaus wurden nicht nur Vermutungen angestellt, sondern bei einigen trat Feindschaft zutage, und sie wollten Ihn festnehmen. Aber seine Zeit war noch nicht gekommen, deshalb legte keiner Hand an Ihn. Am Anfang dieses Kapitels war seine Zeit noch nicht gekommen, irgendeine öffentliche Stellung in der Welt zu einzunehmen. Hier ist seine Zeit noch nicht gekommen, in die Hände der Menschen übergeben und gekreuzigt zu werden.

Joh 7,45-53; 8,1: Es kamen nun die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? Die Diener antworteten: Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ihr denn auch verführt? Hat wohl jemand von den Obersten an ihn geglaubt, oder von den Pharisäern? Diese Volksmenge aber, die das Gesetz nicht kennt, sie ist verflucht! Da spricht Nikodemus zu ihnen, der einer von ihnen war: Richtet denn unser Gesetz den Menschen, ehe es zuvor von ihm selbst gehört und erkannt hat, was er tut? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche und sieh, dass aus Galiläa kein Prophet aufsteht. Und ein jeder ging nach seinem Hause. — Jesus aber ging an den Ölberg.

In den letzten Versen erfahren wir, dass sowohl bei den Dienern als auch bei Nikodemus das Gewissen berührt wurde. Bei den Dienern war es vielleicht lediglich das natürliche Gewissen, das das Gewicht der Worte des Herrn im Gegensatz zu den Worten ihrer Lehrer empfand. Ihrem Zeugnis von der Macht seiner Worte begegnet man mit einer scharfen Frage. Obwohl Nikodemus zu diesem Zeitpunkt Christus nicht bekannte, wagt er es, ein Wort im Namen von Recht und Ordnung zu sagen. Das Gesetz verbot die Verurteilung eines Menschen, sofern keine Beweise über sein Tun oder Reden vorlagen. Daraufhin verhöhnt man Nikodemus als einen seiner Nachfolger aus Galiläa. In diesen Versen wird deutlich, dass es keiner Befragung oder Anhörung über sein Tun bedurfte. Die Tatsache, dass Er aus Galiläa kam, hielt man für ausreichend, alle Behauptungen, der Prophet zu sein, für nichtig zu erklären, denn sie sagen, dass „aus Galiläa kein Prophet aufsteht“. Die schwachen Proteste der Menschen sind nutzlos gegenüber der größer werdenden Feindschaft, obwohl der Mensch Ihm nichts tun kann, bis seine Zeit gekommen ist. So lesen wir, dass jeder nach seinem Haus ging, während der Herr zurückblieb, um seinen einsamen Weg zu gehen: „Jesus aber ging an den Ölberg.“


Übersetzung: J. Meister

 


 

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