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Leitverse: Philipper 2,1-8
Phil 2,1-8: 1 Wenn es nun
irgendeine Ermunterung gibt in Christus, wenn irgendeinen Trost der
Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgend innerliche
Gefühle und Erbarmungen, 2 so erfüllt meine Freude, dass ihr einerlei
gesinnt seid, dieselbe Liebe habend, einmütig, eines Sinnes, 3 nichts aus
Parteisucht oder eitlem Ruhm tuend, sondern in der Demut einer den
anderen höher achtend als sich selbst; 4 ein jeder nicht auf das Seinige
sehend, sondern ein jeder auch auf das der anderen. 5 Denn diese Gesinnung
sei in euch, die auch in Christus Jesus war, welcher, 6 da er in
Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu
sein, 7 sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt
annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und, in seiner
Gestalt wie ein Mensch erfunden, 8 sich selbst erniedrigte, indem er
gehorsam ward bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze.
Inhalt
Der Geist von Weihnachten Probleme in der frühen Kirche Die Menschwerdung Christi Seine Allmacht,
seine Allwissenheit, seine Allgegenwart „In Gleichheit der Menschen
geworden“
Der Inhalt des
Weihnachtsfestes bedeutet Verschiedenes für verschiedene Leute. Manche
verbinden damit ein warmes Gefühl von „Es-gibt-nichts-Schöneres-als-in-diesen-Tagen-zu-Hause-zu-sein“. Andere verbinden damit das aufregende Kaufen
und Verpacken von Geschenken, um sie dann unter den Weihnachtsbaum zu legen. Für
Studenten ist der wahre Sinn von Weihnachten, dass für eine kurze Zeit alles
Pauken und Büffeln in den Hintergrund gerückt wird. Mit anderen Worten: Der
sprichwörtliche Geist von Weihnachten ist eigentlich die Vorfreude auf
Weihnachten.
Aber was ist mit Christus? Ist Er
ein Teil des Geistes von Weihnachten? Nicht wirklich! Außer einiger
Krippenspiele hat unsere Gesellschaft den Herrn Jesus so ziemlich vom
Weihnachtsfest ausgeschlossen. Weihnachten ist mittlerweile so verweltlicht
worden, dass unsere Kultur Weihnachten feiern kann, ohne auch nur einen einzigen
Gedanken
an Christus dabei zu verlieren.
Der wahre Geist von Weihnachten gibt Christus seinen rechtmäßigen Platz. Dies
bedeutet nicht nur ein Krippenspiel und Weihnachtslieder, es bedeutet vielmehr,
den Sinn und die Einstellung Christi zu haben. Der wahre Geist von Weihnachten
wird durch die Selbsthingabe von Christus gekennzeichnet. Dies wird nur
schwerlich verstanden werden von einem Ungläubigen — nicht einmal zur
Weihnachtszeit. Aber es ist möglich für einen wachsenden Christen, weil das
Leben von Christus in ihm ist, und sein Leben Kraft bekommt von dem Heiligen
Geist, der in ihm wohnt. Philipper 2,5-8 sagt uns, dass es die Verantwortung des
Christen ist, die Gesinnung des Herrn Jesus in seinem Leben widerzuspiegeln.
Die Gesinnung der Selbstverleugnung und des Selbstopfers zu pflegen, bedeutet
die Gesinnung von Christus zu haben. Das ist der wahre biblische Geist von
Weihnachten.
Der Grund für das Niederschreiben dieser großartigen Stelle in Philipper 2 war
ein allgemeines Problem in der frühen Kirche. Viele Philipper waren selbstsüchtig
und stolz und schauten nur auf das Ihrige (2,3-4). Klingt bekannt, oder? Das
Problem der Philipper ist auch unser gegenwärtiges Problem. Das„Selbst“
scheint immer unsere höchste Priorität zu haben. Kein Wunder, dass Gott diesen
Brief an die Philipper ausgewählt hat, um ein Teil des heiligen Wortes Gottes
zu werden. Dieses Wort des Herrn spricht genauso zu uns heute wie zu den
Philippern in jenen Tagen. Lasst uns hören, was es uns zu sagen hat!
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Wir sollten mehr Zusammengehörigkeitsgefühl und Liebe füreinander haben
(2,2). Nur unseren eigenen Interessen zu dienen und unabhängig von den anderen
Gläubigen den Weg zu gehen, ist unschriftgemäß.
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Wir sollten uns für die Interessen unserer Brüder und Schwestern interessieren
(2,3-4). Andere Gläubige zu unterdrücken oder links liegen zu lassen, ist
nicht schriftgemäß.
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Wir werden aufgefordert, denen die Hand zu reichen und ihnen Liebe zu zeigen,
mit denen wir es schwer finden gut auszukommen (2,2; siehe auch 4,2).
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Wir sollten nach Einheit in unseren Gedanken und Geist
streben mit solchen Gläubigen,
die nicht alles so sehen wie wir(2,2; siehe auch 1,27).
Das ist nicht leicht, aber schriftgemäß. Der wahre Geist von Weihnachten
umfasst Selbstverleugnung und Selbstaufopferung und Selbsthingabe.
Die großartige Illustration von dem, was es bedeutet, sich selbst zu geben für
die anderen, ist das Beispiel des ewigen Sohnes Gottes. Er gab seine
Herrlichkeit und Majestät des Himmels auf — für uns (V. 6). Er identifizierte
sich mit der menschlichen schwierigen Lage und wurde Mensch — für uns (V. 7).
Er gab sein Leben freiwillig und starb — für uns (V. 8). Jeder Schritt im Leben
unseres Herrn war eine Aufgabe von dem, was Ihm von Rechts wegen zustand. Das ist
die Gesinnung, die einen Christen charakterisieren sollte. Wie kann ich für
meine „Rechte“ eintreten, nachdem ich diese Stelle der Heiligen Schrift
gelesen habe? Den wahren Sinn Christi zu haben, ist ein Ausdruck dessen, was der
Geist von Weihnachten wirklich ist!
Wie oben erwähnt, ist dieser Teil des Wortes Gottes von allergrößter
Wichtigkeit. In diesen wenigen Versen ist die Lehre von der Menschwerdung
Christi enthalten. Dass Gott Mensch wurde, ist sicherlich die Geschichte von
Weihnachten. Aber diese Schriftstelle wurde oft missverstanden. Es ist wichtig,
diese Verse genau zu untersuchen. Der erste Teil des sechsten Verses sagt uns, dass
Jesus nicht erst in Bethlehem begann, Gott zu sein, und auch hörte seine Gottheit
in Bethlehem nicht auf. „Der, da, er in Gestalt Gottes war“ vermittelt den
Gedanken, dass Er der ewige Gott war. Als eine gute Illustration könnten wir
von Nils Schumann, dem 800-m-Olympiasieger von 2000 sagen: „Schumann, von
Natur ein Läufer seiend, gewann
die Goldmedaille in Sydney.“ Schumann wurde nicht ein Läufer in Sydney. Er
war ein 800-m-Läufer lange zuvor und ist heute immer noch einer —
von Natur
oder seinem „Wesen“ gemäß.
Weil der ewige Sohn seinem Wesen nach Gott war, hatte Er alle äußerlichen
Offenbarungen und Auswirkungen der Gottheit. Es gab bei Ihm keine Herrlichkeit
oder Majestät Gottes, die nicht seinem Wesen entsprochen hätte. Der zweite
Teil des sechsten Verses beginnt uns zu zeigen, in welch großartiger Weise Er sich
selbst gegeben hat. Der ewige Sohn hat diese äußerlichen Offenbarungen der
Gottheit nicht als etwas betrachtet, was man wie einen Schatz festhalten müsste.
Er legte diese Herrlichkeiten zur Seite (aber nicht seinem Wesen nach!), damit Er
zu uns kommen konnte! Das Wort „gleich“ in dem Satz „Gott gleich zu sein“ steht in Wirklichkeit als Mehrzahl dort. Es bedeutet, die äußerlichen
Zeichen und Offenbarungen zu haben, Gott gleich zu sein. Die Zeichen seiner
Gottheit wurde freiwillig beiseitegelegt von dem Sohn Gottes, als Er auf diese
Erde kam.
Er machte sich zu nichts (V. 7).
Der ewige Sohn gab dadurch nicht seine Gottheit auf, aber Er gab die äußerlichen
Merkmale seiner Gottheit auf. Das Kommen auf diese Erde bedeutete das Ablegen
der himmlischen Herrlichkeit und Majestät. Es gab keinen Heiligenschein über
dem Baby in der Krippe von Bethlehem. Aber was war mit seinen göttlichen
Eigenschaften — seine Allmacht, seine Allwissenheit, seine Allgegenwart?
Hat der Sohn Gottes sich dieser Dinge entledigt, als Er in diese Welt eintrat?
Nein! Diese Eigenschaften sind nicht zu trennen von der Natur und dem Wesen
Gottes und in keinster Weise hörte der Sohn Gottes auf Gott zu sein, als Er
Mensch wurde. Der Herr Jesus gab freiwillig den Gebrauch dieser göttlichen
Eigenschaften auf, aber sie gehörten nach wie vor zu seinem Wesen. Durchweg ist
es in den Evangelien festgehalten worden, dass seine göttlichen Eigenschaften
immer wieder aufleuchteten und zum Wohl anderer benutzt wurden. Seine Allmacht wird gesehen in
seiner Macht über Krankheiten, als Er
Kranke heilte, über den Tod, als Er Tote auferweckte, über Dämonen, als Er
Menschen von Dämonen befreite und über Katastrophen, als Er den See beruhigte
(s. Lk 8). Seine Allwissenheit wird gesehen z.B. in seiner
Voraussicht aller Details in Bezug auf seine Leiden, seine Verwerfung, seinen
Tod und seine Auferstehung (Mk 8,31). Er wusste, wer Ihn verraten würde (Mt
26,21-25). Er wusste, dass Petrus Ihn dreimal vor Sonnenaufgang verleugnen würde
(Mk 14,29-30). Er wusste, dass Er gekreuzigt würde (Joh 12,32-33). Er wusste,
dass die Himmelfahrt seiner Auferstehung folgen würde (Joh 14,28-29).
Was war mit der Allgegenwart des Herrn, als Er hier auf Erden war? Obwohl dieser
Begriff unser begrenztes Fassungsvermögen übersteigt, spricht die Schrift
davon, das auch diese Eigenschaft der Allgegenwart dem Herrn nicht fremd war,
als Er Mensch wurde. Nimm zum Beispiel Matthäus 18,20, wo Jesus sagt: „Denn wo zwei oder
drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Auch wenn
diese Aussage gewöhnlich auf die heutige Zeit angewendet wird, so wollen wir
uns erinnern, dass Er dies sagte in der Gegenwartsform — während Er körperlich
hier auf der Erde war. Sicher war der Leib unseres Herrn immer nur an einem
Platz zu einer Zeit, genauso wie sein Auferstehungsleib heute. Wenn wir den Sohn
Gottes seiner Allgegenwart berauben, weil Er in seiner Menschwerdung einen
leiblichen Körper annahm, dann leugnen wir einen ganz wesentlichen Teil seiner
ewigen Gottheit, weil Jesus heute leiblich lebt! Wir werden unseren Herrn eines
Tages als Person sehen und doch ist Er heute in unserer Mitte. Er ist allgegenwärtig. Der
ewige Sohn war immer allgegenwärtig. Die christliche Lehre der Allgegenwart
Gottes ist: alles von Gott, an allen Orten, zu allen Zeiten.
Vers 7 zeigt, dass, als der Sohn Gottes Mensch wurde, „er in Gleichheit der
Menschen geworden ist, und in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden“ wurde.
Der Punkt ist hier, dass Gott Menschentum annahm. Beachte die Verbindung mit dem
Beginn des sechsten Verses. Er hatte immer die Natur Gottes gehabt (V. 6), aber nahm die
Natur des Menschen an (V. 7). Der Gedanke ist nicht, dass Er die eine Natur aufgab,
indem Er die andere annahm, sondern vielmehr das Er die menschliche Natur annahm zusätzlich
zu seinem ewigen Gott-Sein. Jesus war und ist wirklicher Mensch und wirklicher
Gott. Er ist nicht fünfzig Prozent Gott und fünfzig Prozent Mensch; Er ist
hundert Prozent Gott und hundert Prozent Mensch!
Der Sohn „nahm Knechtsgestalt an“ und lieferte sich völlig dem Willen des
Vaters aus (Mt 20,28). „In seiner Gestalt, wie ein Mensch erfunden“
bedeutet, dass Er tatsächlich und wirklich Mensch war mit allen notwendigen
Eigenschaften eines natürlichen Menschen — ausgenommen natürlich der sündigen
Natur (2Kor 5,21; 1Joh 3,5; 1Pet 2,22). Aber der Ausdruck „in Gleichheit der
Menschen geworden ist“ deutet nebenbei darauf hin, dass Er nicht einfach und
nur ein Mensch war, es schützt auch seine immerwährende Gottheit; Er war der
menschgewordene Sohn Gottes.
Es war nichts Ungewöhnliches an der äußerlichen Erscheinung unseres Herrn,
als Er hier über diesen Planeten ging. „In seiner Gestalt wie ein Mensch
erfunden“ (V. 7) bedeutet, dass Er gegessen und gesprochen hat und gekleidet
war wie ein Mann seiner Generation und Kultur. Er war wie ein König, der seine
königlichen Gewänder für eine Zeit ablegte und die Kleider eines einfachen
Bauern anzog, um sich mit den damaligen Menschen zu identifizieren und sich in
sie hineinzuversetzen. Die Herrlichkeit des Herrn und seine Majestät und seine Königlichkeit
war verborgen hinter der Menschengestalt, die Er annahm.
Als ein perfekter Mensch und Diener gab der Herr Jesus sich in völligen
Gehorsam für andere hin, bis zum Tod am Kreuz (V. 8). Das sollte auch die
Gesinnung des wachsenden Christen sein. Das ist der wahre Geist von Weihnachten.
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