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Wahre „Weihnachtsstimmung“ - D.R. Reid
      
Der Autor Kurzbiographie
D.R. Reid

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Wahre „Weihnachtsstimmung“
Philipper 2,1-8
D.R. Reid
© SoundWords    Zugriffe: 13091    seit: 20.12.2000  
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Leitverse: Philipper 2,1-8

Phil 2,1-8: 1 Wenn es nun irgendeine Ermunterung gibt in Christus, wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgend innerliche Gefühle und Erbarmungen, 2 so erfüllt meine Freude, dass ihr gleich gesinnt seid, dieselbe Liebe habend, einmütig, eines Sinnes, 3 nichts aus Streitsucht oder eitlem Ruhm tuend, sondern in der Demut einer den anderen höher achtend als sich selbst; 4 ein jeder nicht auf das Seine sehend, sondern ein jeder auch auf das der anderen. 5 [Denn] diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, 6 der, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, 7 sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, 8 sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.

Inhalt

Weihnachtsstimmung

Probleme in der frühen Kirche

Die Menschwerdung Christi

Seine göttlichen Eigenschaften

In Gleichheit der Menschen geworden“

Weihnachtsstimmung

In Weihnachtsstimmung zu sein bedeutet für jeden etwas anderes. Manche verbinden damit das wohlige Gefühl, dass es an Weihnachten „nirgends so schön ist wie zu Hause“. Andere verbinden damit die Aufregung, Geschenke zu kaufen, sie zu verpacken und unter den Weihnachtsbaum zu legen. Für Schüler bedeutet es, der Schule und dem Lernen ein paar Tage entfliehen zu können. Mit anderen Worten: In Weihnachtsstimmung zu sein bedeutet eigentlich, voller Vorfreude zu sein auf die guten Dinge, die uns an Weihnachten erwarten.

Aber was ist mit Jesus Christus? Gehört auch Er zur „Weihnachtsstimmung“? Nicht wirklich! Bis auf ein paar Krippenspiele hat unsere Gesellschaft den Herrn Jesus vom Weihnachtsfest so ziemlich ausgeschlossen. Weihnachten ist in unserer Kultur mittlerweile so verweltlicht, dass man Weihnachten feiern kann, ohne dabei auch nur einen einzigen sinnvollen Gedanken an Jesus zu verlieren.

Weihnachten in der wahren Bedeutung des Festes zu feiern bedeutet: Jesus Christus seinen rechtmäßigen Platz geben. Das bedeutet jedoch nicht noch mehr Krippenspiele und Weihnachtslieder, nein, es bedeutet vielmehr, die Gesinnung Christi zu haben: Weihnachten in der wahren Weise zu feiern bedeutet, von der Selbsthingabe unseres Herrn charakterisiert zu sein. Dies wird einer ungläubigen, nichtchristlichen Welt kaum möglich sein, auch nicht zur Weihnachtszeit. Aber einem wachsenden Christen ist das möglich, weil das Leben von Christus in ihm ist, und solch ein Leben der Selbsthingabe wird möglich durch den Heiligen Geist, der in dem Christen wohnt. Philipper 2,5-8 sagt uns, dass der Christ verantwortlich ist, die Gesinnung des Herrn Jesus in seinem Leben widerzuspiegeln: Selbstverleugnung und Selbstopfer. Das ist wahre, biblische „Weihnachtsstimmung“.

Probleme in der frühen Kirche

Warum ließ Gott diese großartigen Verse in Philipper 2 niederschreiben? Weil es in der frühen Kirche ein allgemein verbreitetes Problem gab: Viele Philipper waren selbstsüchtig und stolz und drehten sich nur um sich selbst (2,3-4). Kommt uns das bekannt vor? Das Problem der Philipper ist auch ein aktuelles Problem. Das „Ich“ scheint immer unsere höchste Priorität zu sein. Kein Wunder, dass Gott den Apostel Paulus den Brief an die Philipper in sein heiliges Wort aufschreiben ließ. Dieser Brief ist für uns heute genauso das Wort Gottes, wie es das für die Philipper war. Hören wir, was Gott uns zu sagen hat!

  • Wir sollen mehr Zusammengehörigkeitsgefühl zeigen und Liebe zueinander haben (2,2). Es ist nicht schriftgemäß, wenn wir nur unseren eigenen Interessen dienen und uns unabhängig von den anderen Gläubigen machen.
  • Wir sollen uns um die Interessen unserer Brüder und Schwestern kümmern (2,3-4). Andere Gläubige zu ignorieren oder schlechtzumachen ist nicht schriftgemäß.
  • Wir sollen auch denen die Hand reichen und Liebe zeigen, mit denen zurechtzukommen wir schwer finden (2,2; siehe auch 4,2).
  • Wir sollten nach Einheit der Gesinnung und des Geistes und des Zieles streben mit solchen Gläubigen, die nicht alles so sehen wie wir (2,2; siehe auch 1,27).

Das ist nicht leicht, aber es ist schriftgemäß. Wahre „Weihnachtsstimmung“ umfasst viel Selbstverleugnung, Selbstaufopferung und Selbsthingabe.

Das Beispiel des ewigen Sohnes Gottes veranschaulicht auf großartige Weise, was es bedeutet, sich selbst für andere zu geben. Er gab seine Herrlichkeit und die Majestät des Himmels auf — für uns (V. 6). Er identifizierte sich mit der menschlichen Not und wurde Mensch — für uns (V. 7). Er gab freiwillig sein Leben hin und starb — für uns (V. 8). Mit jedem Schritt in seinem Leben gab unser Herrn etwas auf, was Ihm von Rechts wegen zustand. Das ist die Gesinnung, die einen Christen charakterisieren sollte. Wie kann ich noch für meine eigenen „Rechte“ eintreten, nachdem ich diese Bibelstellen gelesen habe? Die Gesinnung Christi zu haben ist weit entfernt von dem, was man heute unter „Weihnachtsstimmung“ versteht!

Die Menschwerdung Christi

Wie ich schon gesagt habe: Dieser Teil des Wortes Gottes ist von großer lehrmäßiger Bedeutung. Diese wenigen Versen enthalten die Lehre von der Menschwerdung Christi. Dass Gott Mensch wurde, ist ja die Geschichte von Weihnachten. Aber weil diese Schriftstelle oft missverstanden wurde, ist es wichtig, dass wir diese Verse genau untersuchen. Der erste Teil von Vers 6 sagt uns, dass Jesus nicht erst in Bethlehem begann, Gott zu sein, und Er hörte in Bethlehem nicht auf, Gott zu sein. „Der, da er in Gestalt Gottes war“ vermittelt den Gedanken, dass Er der ewige Gott war. Als Veranschaulichung könnten wir über Bruce Jenner, den Zehnkampf-Olympiasieger von 1976, sagen: „Jenner, von Natur aus ein Athlet, gewann die Goldmedaille in Montreal.“ Jenner wurde nicht erst in Montreal ein Athlet, er war schon lange zuvor Athlet und und ist immer noch einer — „von Natur aus“ oder seinem „Wesen“ nach.

Weil der ewige Sohn seinem Wesen nach Gott war, hatte Er alle äußeren Zeichen oder Auswirkungen oder „Gleichheiten“ der Gottheit bzw. Er war der Gottheit völlig gleich. Es gab keine Herrlichkeit oder Majestät Gottes, die Ihm nicht gehört hätte. Der zweite Teil von Vers 6 zeigt uns seine sich selbst schenkende Gesinnung. Der ewige Sohn betrachtete diese äußeren Offenbarungen der Gottheit nicht als etwas, was Er wie einen Schatz hätte festhalten müssen. Er legte diese Herrlichkeiten ab (aber nicht sein Wesen!), damit Er zu uns kommen konnte! Das Wort „gleich“ in dem Satz „Gott gleich zu sein“ steht dort eigentlich in der Mehrzahl. Es bedeutet, die äußeren Zeichen und Offenbarungen zu haben, Gott gleich zu sein. Der Sohn Gottes legte die Zeichen seiner Gottheit freiwillig ab, als Er auf diese Erde kam.

Seine göttlichen Eigenschaften

Er machte sich zu nichts (V. 7). Der ewige Sohn gab dadurch niemals seine Gottheit auf, sondern Er gab die äußeren Merkmale seiner Gottheit auf. Als er auf die Erde kam, legte Er die himmlische Herrlichkeit und Majestät ab. Es gab keinen Heiligenschein über dem vollkommenen Baby in der Krippe in Bethlehem. Aber was war mit seinen göttlichen Eigenschaften — mit seiner Allmacht, seiner Allwissenheit, seiner Allgegenwart? Legte der Sohn Gottes diese Eigenschaften ab, als Er auf diese Welt kam? Nein! Diese Eigenschaften sind von der Natur und von dem Wesen Gottes nicht zu trennen, und der Sohn Gottes hörte in keiner Weise auf, Gott zu sein, als Er Mensch wurde. Der Herr Jesus verzichtete freiwillig darauf, diese göttlichen Eigenschaften zu gebrauchen, aber sie gehörten nach wie vor zu seinem Wesen.

In den Evangelien leuchtet immer wieder auf, wie Er seine göttlichen Eigenschaften zum Wohl anderer benutzte. Seine Allmacht sehen wir in seiner Macht über Krankheiten, als Er die Kranken heilte; seine Macht über den Tod, als Er Tote auferweckte; seine Macht über das Dämonische, als Er Menschen von Dämonen befreite; seine Macht über Katastrophen, als Er den See beruhigte (s. Lk 8). Seine Allwissenheit erkennen wir zum Beispiel darin, dass Er alle Einzelheiten voraussah, die Ihm in der Zukunft begegnen würden: seine Leiden, seine Verwerfung, seinen Tod, seine Auferstehung (Mk 8,31). Er wusste, wer Ihn verraten würde (Mt 26,21-25); Er wusste, dass Petrus Ihn genau dreimal vor Sonnenaufgang verleugnen würde (Mk 14,29-30); Er wusste, dass Er gekreuzigt werden würde (Joh 12,32-33); Er wusste, dass Er nach seiner Auferstehung in den Himmel auffahren würde (Joh 14,28-29).

Was war mit der Allgegenwart des Herrn, als Er hier auf Erden war? Obwohl diese Vorstellung seiner Allgegenwart unser begrenztes Fassungsvermögen übersteigt, spricht die Schrift davon, dass Er auch diese Eigenschaft nicht aufgab, als Er Mensch wurde. Zum Beispiel sagt Jesus in Matthäus 18,20: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Auch wenn diese Aussage gewöhnlich auf die heutige Zeit angewendet wird, so wollen wir daran denken, dass Er dies in der Gegenwartsform sagte — während Er auf der Erde leiblich anwesend war. Natürlich war der Leib unseres Herrn gleichzeitig immer nur an einem einzigen Ort, genauso wie es sein Auferstehungsleib heute ist. Wenn wir den Sohn Gottes seiner Allgegenwart berauben, weil Er bei seiner Menschwerdung einen Leib annahm, dann leugnen wir einen ganz wesentlichen Teil seiner ewigen Gottheit, weil Jesus heute leiblich lebt! Wir werden unseren Herrn eines Tages als Person sehen und doch ist Er heute schon in unserer Mitte. Er ist allgegenwärtig. Der ewige Sohn war immer allgegenwärtig. Die christliche Lehre über die Allgegenwart Gottes ist: alles von Gott, an allen Orten, zu allen Zeiten.

In Gleichheit der Menschen geworden

Vers 7 zeigt, dass der Sohn Gottes bei seiner Menschwerdung „Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden“ wurde. Es geht hier um Folgendes: Gott nahm Menschentum an, Er wurde Mensch. Beachten wir die Verbindung mit dem Anfang von Vers 6. Er hatte immer die Natur Gottes (V. 6), aber Er nahm die Natur des Menschen an (V. 7). Der Gedanke ist nicht, dass Er die eine Natur aufgab, um die andere Natur anzunehmen, sondern vielmehr, dass Er die menschliche Natur zusätzlich zu seinem ewigen Gott-Sein annahm. Jesus war und ist vollkommen Mensch und vollkommen Gott. Er ist nicht fünfzig Prozent Gott und fünfzig Prozent Mensch; Er ist hundert Prozent Gott und hundert Prozent Mensch! Der Sohn „nahm Knechtsgestalt an“ und übergab sich völlig dem Willen des Vaters (Mt 20,28). „Indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist“ bedeutet: Er war tatsächlich und wirklich Mensch, und zwar mit allen Eigenschaften, die ein natürlicher Mensch hat — ausgenommen natürlich der sündigen Natur (2Kor 5,21; 1Joh 3,5; 1Pet 2,22). Aber „in Gleichheit der Menschen“ deutet außerdem darauf hin, dass Er nicht einfach und nur ein Mensch war; seine immerwährende Gottheit blieb bestehen; Er war der menschgewordene Sohn Gottes.

Es gab nichts Außergewöhnliches an der äußeren Erscheinung unseres Herrn, als Er über diesen Planeten ging. „In seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden“ (V. 7) bedeutet, dass Er aß und sprach und gekleidet war wie ein Mann der damaligen Generation und Kultur. Er war wie ein König, der seine königlichen Gewänder vorübergehend ablegt und die Kleidung eines einfachen Bauern anzieht, um sich mit seinem Volk zu identifizieren und sich in die Menschen hineinzuversetzen. Die Herrlichkeit des Herrn und seine Majestät und sein Königtum waren verborgen hinter der Menschengestalt, die Er annahm.

Als vollkommener Mensch und Diener gab der Herr Jesus sich in völligem Gehorsam für andere hin, bis zum Tod am Kreuz (V. 8). Völlige Hingabe sollte auch die Gesinnung des wachsenden Christen sein. Das ist die wahre „Weihnachtsstimmung“.

 

Letzte Aktualisierung am 20.12.2014
 

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