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Praktische Lehren aus dem Buch Hiob (11) - unbekannt
      

 

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Praktische Lehren aus dem Buch Hiob (11)
Wer könnte es mit Gott aufnehmen?
unbekannt
© CSV    Zugriffe: 5851    seit: 26.12.2005  
Bild: AD

 


Leitverse:
Hiob 40 und 41

Hiob 41,1-2: Und wer ist es, der sich vor mein Angesicht stellen dürfte? Wer hat mir zuvor gegeben? Und ich werde ihm vergelten. Was unter dem ganzen Himmel ist, ist mein.

Hiob musste nicht nur erkennen, wie klein er Gott gegenüber war, sondern auch bekennen, dass er gesündigt hatte; er musste Reue zeigen. Deshalb erinnert Gott ihn nun an sein vermessenes Urteilen über Gott, womit er nur sich selbst rechtfertigen wollte: »Willst du gar mein Recht zunichte machen, mich verdammen, damit du gerecht seiest?« (40,3). Und Hiob wird aufgefordert zu beweisen, dass er auch die Macht besitze, die einem so hochstehenden sittlichen Beurteiler zukommt: die Macht, Hoffärtige und Gesetzlose mit einem Wort niederzuwerfen (40,4-9).

Hiob kann das nicht, und um ihm das besonders zum Bewusstsein zu bringen, verweist ihn Gott auf zwei Seiner Geschöpfe, die, obwohl sie selbst gänzlich von Gott abhängig sind, durch ihr Äußeres und die erhabene Naturkraft ihrer Erscheinung den Menschen zur Unterwerfung zwingen. Es sind dies der Behemoth, gemäß der Beschreibung ein mächtiges Landtier, und der Leviathan, ein nicht minder schreckliches Wasserungeheuer, bei dem von vielen an ein Riesenkrokodil gedacht wird. Von diesen beiden Tieren finden wir in den Kapiteln 40 und 41 die prächtigste Beschreibung, wohl dazu angetan, uns mit Furcht zu erfüllen. Was Hiob angeht, für ihn waren von besonderer Bedeutung die Fragen, die Gott ihm in Bezug auf diese Tiere stellte (40,19-26). Was vermochte er gegen sie? Nichts. Bei einer Begegnung zwischen diesen Ungeheuern und dem Menschen war die Niederlage bestimmt auf der Seite des Letzteren. Das Einzige, was der Mensch tun kann, ist, dies zu erkennen, dem Rechnung zu tragen und keinen übermütigen Streit anzufangen, sondern sich zu unterwerfen: »Lege deine Hand an ihn — gedenke des Kampfes, tue es nicht wieder!« (40,27). Wenn aber bereits solchen Geschöpfen Gottes gegenüber von Unterwerfung und Ohnmacht die Rede ist, wie viel mehr gegenüber dem lebendigen Gott!

Auch für unsere Zeit ist es wichtig, die Aufmerksamkeit auf Gottes Macht in der Natur zu lenken und auf die Ehrerbietung, die uns ihr gegenüber geziemt. Wir leben in einer Zeit großer Siege des Menschen über das Reich der Natur. Ohne Zweifel verwirklicht die Menschheit dabei eine ursprüngliche Absicht Gottes, wenn auch in großer Schwachheit infolge der Sünde. Denn wie viele Menschenleben kostet der Fortschritt jeden Tag! Und vor allem: Wie werden die Kräfte der Natur, die der Mensch sich hat unterwerfen können, zum eigenen Verderben und Untergang oder zur Selbstverherrlichung missbraucht, statt dass sie zur Ehre Gottes dienen!

Wie ist aber der Fortschritt doch erst gering, wenn wir die Größe der Schöpfung betrachten! Was können wir in unserer Zeit auf alle Fragen, die Gott an Hiob richtete, antworten? Die größten Gelehrten, sie, die am tiefsten in die Geheimnisse der Natur eingedrungen sind, werden, wenn sie ehrlich sind, als Erste antworten: Nur sehr wenig. Es besteht aber in unserer Zeit die Gefahr, dass diejenigen, die nicht zu diesen Männern der Wissenschaft gehören, sich zu viel auf unseren Fortschritt einbilden. Sie sind sich ihrer eigenen Unkenntnis wohl bewusst, meinen aber, für andere, besser Beschlagene und wissenschaftlich Gebildetere habe die Natur eigentlich keine Geheimnisse mehr. Das ist ein großer Irrtum. Selbst der größte Gelehrte unserer Zeit weiß ebenso wenig auf alle Fragen Gottes an Hiob zu antworten wie dieser selbst. Er ist »zu gering«. Auf tausend Fragen — auch jetzt noch — keine Antwort! Denn groß ist der Herr, unser Gott!


aus Ermunterung und Ermahnung

 


 

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