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Leitvers: Hebräer 3,1
Heb 3,1: Daher, heilige Brüder, Genossen der
himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres
Bekenntnisses, Jesus …
Es ist nicht unwichtig, daran zu denken, dass, während die „himmlische
Berufung“ als ein entwickeltes System abhängt von der Auffahrt des Herrn Jesus
Christus in den Himmel, doch der Glaube der Gläubigen des Alten
Testamentes ihrer Berufung und ihren Umständen weit voraus war. So berief der
HERR den Abraham von seinem Heimatland und seiner Verwandtschaft und seinem
Vaterhaus in ein Land, das Er ihm zeigen würde. Und es war sicherlich durch
Glauben, dass Abraham gehorsam war und ausging, „nicht wissend, wohin er kommen
würde“. Aber Hebräer 11,9 zeigt uns die weitere Handlung des Glaubens. Denn als er
in das Land kam, wanderte er dort herum wie in einem fremden Land, weil ein
Strahl entfernter himmlischer Herrlichkeit in seiner Seele aufgebrochen war. „Er
schaute aus nach einer Stadt, die Grundlagen hat“ usw. So starben er und die
anderen Erzväter, so wie sie gelebt hatten, im Glauben, nicht in aktuellem
Besitz. Nichtsdestoweniger bedeutet solch eine Fremdlingschaft weder den
Besitz noch die Notwendigkeit der „himmlischen Berufung“. Zweifellos ist es so,
dass die „himmlische Berufung“ jetzt auch Fremdlingschaft hervorruft und dazu
ermuntert. Aber das beweist in keiner Weise, dass eine solche himmlische
Berufung damals bekannt war und genossen wurde.
Denn die „himmlische Berufung“, die im Hebräerbrief vor uns gestellt wird,
wächst aus der Stellung des Herrn, die Er eingenommen hat als jemand, der hier
erschienen ist und als solcher durch Sich Selbst die Reinigung der Sünden
bewirkt hatte, Sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt hat. Deswegen
verschwinden für solche, die teilhaben an der „himmlischen Berufung“, die
irdische Stiftshütte, die Ruhe im Land, das levitischen Priestertum und die
Opfer völlig. Und das sind die Personen, an die sich dieser Brief richtet.
Diesen Zustand der Dinge gab es weder für die Erzväter noch für die Kinder
Israel. Ihre Hoffnung war aufs innigste mit dem Land (kein Zweifel unter dem
Messias und einem verherrlichten Zustand, aber immer noch ihr Land und Volk als
Mittel zum Segen für alle anderen) verbunden. Aber die „himmlische Berufung“ war
nicht offenbart, noch konnte sie es sein, bis der Herr Jesus kam und Seine
Verwerfung, Seine Erlösung und Seine konsequente Verherrlichung im Himmel die
Grundlage dieser Berufung wurde.
Deswegen hatte Abraham seinen irdischen Altar. Deswegen opferte er — wie auch
seine Nachkommen — zur passenden Zeit von seinen Rindern oder von der Schaf- und
Ziegenherde oder bestimmten reinen Vögeln. Dann kommt das weltliche Heiligtum
und damit seine sehr belehrenden Einrichtungsgegenstände und Riten, die von
besseren Dingen sprachen und in der Zukunft liegen würden. Ich kenne keinen, der
abstreitet, dass einzelne Gläubige über diese Schatten hinaussahen, schwach
vielleicht, aber doch echt, hin auf einen kommenden Heiland und ein himmlisches
Land. Trotzdem war das Land, zu welchem die Erzväter berufen waren, ein irdisches
Land, und die ganze Politik Israels war die einer Nation, die regiert wird unter
dem Auge eines Gottes, der Sich Selbst auf der Erde in ihrer Mitte gezeigt hatte — im Gegensatz zur der
„himmlischen Berufung“, von der es wohl schlagende
Vorbilder lieferte, mit den nötigen Abänderungen.
Deswegen finden wir auch in Hebräer 11, nachdem uns die wunderbaren Wege des
Heiligen Geistes in den Gläubigen des Alten Testamentes vorgestellt wurden —
nicht nur beginnend mit Abraham, sondern von Abel an — durch die
Zwischenbemerkung des letzten Verses [„… da Gott für uns etwas Besseres
vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollkommen gemacht würden“; V. 40],
die Warnung vor dem Irrtum, alles in einen Topf zu werfen (siehe auch Heb.
12,23). Die Alten haben die
Verheißung nicht empfangen. Sie warten bis zur Auferstehung darauf.
Währenddessen hat Gott unvorhergesehen etwas Besseres für uns bereitet. Er hat
uns nicht nur eine Verheißung gegeben, sondern die Erfüllung in Christus. Er hat
uns zu Anbetern gemacht, die einmal gereinigt sind und jetzt kein
Gewissen mehr von Sünden haben. Er hat uns berufen, mit Freimütigkeit in das
Heiligtum einzugehen, auf einem neuen und lebendigen Weg, den Er für uns
bereitet hat. Nichts davon konnte von den Alten gesagt werden, und doch sind
diese Dinge Teil der himmlischen Berufung. Es ist also wahr, dass Gott etwas
Besseres für uns bereitet hat, selbst wenn wir nur das anschauen, was nun
bekannt ist durch den vom Himmel herabgesandten Heiligen Geist. Es ist auch
wahr, dass sie nicht ohne uns vollkommen gemacht werden sollen. Sie und wir
werden beim Kommen Christi in unser spezielles Teil in die
Auferstehungsherrlichkeit eingehen. Währenddessen haben wir keine irdische
Berufung, sondern nur eine himmlische.
in: The Christian Annotator,
p. 87, 1857
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