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Leitverse: Jona 1,1–5
Jona 1,1–5: Und das Wort des HERRN geschah zu Jona, dem Sohne Amittais,
also: Mache dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und predige wider sie;
denn ihre Bosheit ist vor mich heraufgestiegen. Aber Jona machte sich auf, um
von dem Angesicht des HERRN hinweg nach Tarsis zu fliehen; und er ging nach
Japho hinab und fand ein Schiff, das nach Tarsis fuhr; und er gab sein Fährgeld
und stieg in dasselbe hinab, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren von dem
Angesicht des HERRN hinweg. Da warf der HERR einen heftigen Wind auf das Meer,
und es entstand ein großer Sturm auf dem Meere, so dass das Schiff zu zerbrechen
drohte. Und die Seeleute fürchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott;
und sie warfen die Geräte, welche im Schiffe waren, ins Meer, um sich zu
erleichtern. Jona aber war in den unteren Schiffsraum hinabgestiegen und hatte
sich hingelegt und war in tiefen Schlaf gesunken.
Über die Geschichte Jonas ist sicher mehr als über einen anderen Bericht
des Alten Testaments gespottet worden. Wie konnte ein Mensch nur von einem Fisch
verschlungen werden und am Leben bleiben? Selbst einige Christen haben Mühe,
diese Geschichte zu „schlucken“, und haben sie daher ein alttestamentliches
Gleichnis genannt. Nein! Das Buch Jona ist der historische Bericht eines
wirklichen Menschen, der im 8. Jahrhundert vor Christus gelebt hat (siehe 2Kön
14,25). Unser Herr Jesus hatte keine Zweifel hinsichtlich Jonas und seiner
traumatischen Erfahrung. Tatsächlich benutzte er diese Erfahrung, um seinen
eigenen bevorstehenden Tod und seine Auferstehung vorherzusagen und zu
veranschaulichen (Mt 12,38–41).
Aus dem Leben Jonas können wir viel lernen. Gott hat die Geschichte dieses
Propheten aus Israel in die Bibel aufgenommen, so dass wachsende Christen im 20.
Jahrhundert lernen können, was Gott von ihnen erwartet. Jona war ein Diener
Gottes, aber er gehorchte dem Wort des HERRN nicht und floh nach Tarsis, statt
in Ninive zu predigen. In seiner Barmherzigkeit neigte sich Gott herab und
brachte Jona dorthin zurück, wo er hingehörte, aber es bedurfte einer
gründlichen Aufrüttelung im Leben des Propheten. (Lies das ganze Buch Jona.)
Die Erfahrungen, die Jona durchmachte, waren alle der Preis für seinen
Ungehorsam. Als Diener unseres Herrn Jesus Christus müssen wir seinem Wort
gehorchen. Wenn wir nicht gehorchen, sind Kosten damit verbunden. Ja, Gott wird
sich immer in Liebe herabneigen und uns alles vollkommen vergeben, aber Sünden
haben immer Folgen, auch wenn sie vergeben sind.
Ein Teil der Kosten, die für Ungehorsam zu zahlen sind, ist Trennung. Als
Jona sich im Ungehorsam aufmachte, um zu fliehen, war es eine Flucht „von dem
Angesicht des HERRN hinweg“ (Jona 1,3). Natürlich konnte Jona nicht
buchstäblich Gott entfliehen, aber es gab eine Trennung, soweit es um seine
Gemeinschaft mit Gott ging. Ungehorsam hat zur Folge, dass die Gemeinschaft mit
dem Herrn unterbrochen wird.
Ist Ungehorsam in deinem Leben die Ursache dafür, dass der Herr manchmal so
weit entfernt zu sein scheint? Wie ist es mit den Beziehungen in der Familie
(vgl. Eph 5,22–6,4)? Wie sieht es bei uns aus, wenn es darum geht, einander zu
vergeben (Kol 3,12–13)? Wie ist es mit uns bestellt, wenn es um die Frage der
Freundschaft mit der Welt geht (Jak 4,4)? Der Herr Jesus sagte: „Wer meine
Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird
von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm
offenbar machen“ (Joh 14,21)? Gehorsam ist das Geheimnis einer innigen
Gemeinschaft mit unserem Herrn.
Der Preis für Ungehorsam schließt auch die Gefahr des Schiffbruchs ein. Das
Schiff, in dem Jona reiste, drohte zu zerbrechen (Jona 1,4). Der ungehorsame
Christ läuft Gefahr, sein ganzes Leben christlichen Dienstes wirkungslos zu
machen. Beachte, dass es der HERR war, der den heftigen Wind auf das Meer warf,
so dass ein großer Sturm entstand. Es war nicht Gottes Absicht, Jona zu
vernichten. Es war Zucht! Gott handelte, um Jona zurückzubringen. Wenn wir dem
Herrn nicht gehorchen, kann Er es zulassen, dass unser Leben zerbricht, so dass
wir zu Ihm zurückkehren. Hebräer 12,6 sagt, dass der Herr die züchtigt, die
Er liebt. Es kann einen ziemlich „großen Sturm“ geben, ehe der Machtkampf
vorbei ist. Aber wenn wir bei unserem Ungehorsam bleiben und uns weigern, uns zu
demütigen, kann unser Leben des Dienstes im Schiffbruch enden.
Weitere Kosten des Ungehorsams sehen wir in Vers 5. Das Leben anderer war
Jonas Ungehorsam wegen in Gefahr. Wir mögen uns fragen: Wie oft ist das Leben
anderer wegen meines Ungehorsams negativ beeinflusst worden? Ist mein
Zimmerkollege noch immer kein Christ, weil mein Leben des Ungehorsams im
Gegensatz zu dem steht, was ich predige? Sind die Beziehungen in meiner Familie
zerstört, weil ich mich weigere, mich Gottes Anordnungen für das Familienleben
zu unterwerfen?
Schließlich ist eine der Folgen des Ungehorsams der Schlaf. In Vers 5 lesen
wir, dass Jona in den unteren Schiffsraum hinabgestiegen war, sich hingelegt
hatte und in tiefen Schlaf gesunken war. Was für ein Bild eines ungehorsamen
Christen! Er ist abgestumpft und teilnahmslos gegenüber den Rechten und
Anordnungen des Herrn. Inzwischen kämpfen die Seeleute um ihr Leben. Jona hat
die Antwort, aber er schläft tief und fest! So wie Jona haben wir die Antwort
auf das Ringen des Menschen, aber wie Jona sind wir so oft gleichgültig. Die
Leute um uns her fürchten sich und schreien, ein jeder zu seinem Gott. Sie
suchen verzweifelt nach Sinn und Zweck und Führung in ihrem Leben.
Oberflächlich gesehen, sind viele von ihnen „erfahrene Seeleute“, aber sie
kennen nicht die richtigen Antworten. Wir haben die einzige Antwort, aber wir
schlafen weiter! Welch eine ernste und beklagenswerte Lage ist es, wenn wir mit
der Antwort aus Gleichgültigkeit zurückhalten. Dieser abgestumpfte
Herzenszustand bei uns ist die Folge des Ungehorsams gegenüber dem Herrn.
Verlust des Feingefühls ist ein Teil der Kosten für Ungehorsam.
Der Preis für Ungehorsam ist hoch. Oft ist es nicht leicht, dem Wort des
Herrn zu folgen und zu gehorchen, aber wie viel besser ist es, für Gehorsam zu
leiden als an den Folgen des Ungehorsams (1Kor 11,31–32). Wenn du dem Herrn in
irgendeinem Bereich deines Lebens ungehorsam bist, bereue das und bekenne diese
Sünde jetzt. Unser Vater wird immer vergeben und uns völlig wiederherstellen,
wie Er das bei Jona getan hat. Im Ungehorsam zu verharren, ist ein
schwerwiegender Fehler im Leben eines wachsenden Christen. Jona „gab sein
Fährgeld“ für seinen Ungehorsam — und das wird jeder ungehorsame Christ
tun müssen.
aus der Monatszeitschrift Folge
mir nach, 1993/1, S. 12-13
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