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Leitverse: Josua 7
Wir kennen die Geschichte gut. Man findet sie in Josua 7. Achan sündigte,
indem er einige Wertgegenstände mitnahm und in seinem Zelt versteckte, gegen
das Gebot des HERRN. Wusste seine Familie das? Vielleicht. Aber wahrscheinlich
nicht. Aus Achans Bekenntnis „Ich habe gesündigt“ (V. 20) können wir
vielleicht schließen, dass er der Einzige oder der Hauptschuldige war. Der Rest
der israelischen Nation wusste nichts von Achans Sünde. Aber das Urteil des
Herrn war: „Israel hat gesündigt“ (V. 11). Welche Lektion finden wir hierin
für uns heute? Wenn wir die Nation Israel mit der Kirche des Christus
vergleichen, schaffen wir uns ernsthafte Probleme: Würde ein im Geheimen verdorbener wahrer Gläubiger der Anlass sein, dass die ganze Kirche des
Christus auf der Erde unter Gottes Urteil steht? Wäre dies wahr, stünde die
Kirche auf der Erde immer unter Gottes Urteil. Diese Ansicht kann nicht durch
das Neue Testament gestützt werden.
Was ist, wenn wir die Nation Israel mit der örtlichen Versammlung
vergleichen? Ist das besser? Würde ein insgeheim verdorbener Gläubiger in
deiner Versammlung dazu führen, dass seine ganze örtliche Versammlung unter
Gottes Urteil steht? Wenn es verborgen ist, kann es nicht durch die Versammlung
gerichtet werden. Sogar wenn üble Gerüchte über einen Bruder oder eine
Schwester entstehen, lautet die neutestamentliche Anweisung für die Kirche,
dass wir beten sollen, dass zwei oder drei Zeugen gefunden werden; erst dann
können und sollen wir handeln. Dann muss die Versammlung sich selbst reinigen.
Aber so lange ist die Versammlung als Ganzes unschuldig vor dem Herrn.
Oh, könnten manche vorschlagen, vielleicht stellt die Nation Israel unsere
weltweite Gemeinschaft von Versammlungen dar. Deswegen müssen wir Delegationen
von Brüdern um die Welt schicken, um die „Achans“ zu identifizieren und um
die Versammlungen vom Bösen zu reinigen. So wie es der Apostel Paulus mit dem
Sünder in Korinth tat. Aber Achans Sünde war verborgen. Sie war niemandem
offenbar. Ich könnte hier eine hässliche Namensliste von wenigstens fünf
sexuell perversen Brüdern aufschreiben, die für viele Jahre in glücklicher
Gemeinschaft in unseren Versammlungen waren, während sie aktiv ihre Perversion
praktizierten (wenigstens einer sitzt jetzt im Gefängnis, und ein anderer wurde
von seinem männlichen Liebhaber getötet — ich ging zu seinem Begräbnis).
Ist die örtliche Versammlung, unsere Gruppe (‚Netzwerk‘) von Versammlungen oder die ganze Kirche Gottes
wegen dieser versteckten Perversionen verunreinigt und unter Gottes Urteil? Nachdrücklich nicht.
Was können wir aus diesem Abschnitt in der Geschichte Israels lernen? Mein
lieber Leser, was geschieht in deinem privaten, persönlichen Leben? Hast du
angefangen, verunreinigende sexuelle Phantasien in deinen Gedanken zu
tolerieren? Flirtest du ein bisschen mit der Frau eines anderen? Denkst du
ernsthaft über eine Beziehung zu einem/r nicht christlichen Freund/in
nach? Was erlauben wir uns selbst, im Fernsehen anzusehen? Sind wir korrekt bei
der Steuererklärung? Sagen wir die ganze Wahrheit, auch wenn sie weh tut?
Sprechen (oder schreiben) wir böse über andere Heilige? Tragen wir Bitterkeit
in unseren Herzen? Von außen mögen Mitgläubige dich und mich als wertvolle
Soldaten von Jesus Christus betrachten. Der Soldat Achan riskierte auch sein
Leben, als er für den Herrn in Jericho und Ai kämpfte. Aber Dienst und Opfer
ersetzen niemals die persönliche Reinheit. Was sich in unseren Gedanken,
unseren Herzen und unserem privaten, persönlichen Leben abspielt, ist wichtig.
Es ist ausgesprochen wichtig. Wir sind keine Inseln, wir beeinflussen die
Menschen um uns herum. Unser Grad an Geistlichkeit beeinflusst unsere Familie
und unsere Versammlung. Unsere moralische Lässigkeit beeinflusst unsere
Entscheidungen. Meine Bitterkeit beraubt diejenigen, die dicht bei mir leben,
der Freude, Frische und Kreativität. Böses Reden (Murren oder Briefe) tut dem
Dienst eines Bruders Abbruch. Viele Familien haben ihre Väter verloren, viele
Leute sind schlimm verletzt wegen der persönlichen, privaten Sünde von Achan.
Lieber Bruder und liebe Schwester, es kommt auf unser persönliches Leben an.
„Siehe, du hast Lust an der Wahrheit im Inneren“ (Ps 51,7). Sicher spricht
das Alte Testament noch heute zum Herzen des Christen. Korrekt angewandt, ist es
sehr mächtig. Und es ist mächtig, weil es das Wort Gottes ist.
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