„Nie wieder. Vertraue nur auf dich selbst.“
Das Versprechen des israelischen Luftwaffenkommandeurs

Dirk Schürmann

© SoundWords, online seit: 12.08.2015, aktualisiert: 18.08.2016

Ich las kürzlich (am 8. August 2015) den Kommentar „Atomdeal mit Iran: Israels Drohung birgt eine Chance“ auf SPIEGEL ONLINE. Darin schreibt der Autor Holger Stark:

Im Büro des israelischen Verteidigungsministers Moshe Ya’alon im Stadtzentrum von Tel Aviv hängt eine Fotomontage an der Wand. Das Bild zeigt das Konzentrationslager Auschwitz, über das drei Kampfjets der israelischen Luftwaffe fliegen. Der Kommandeur der Luftwaffe hat am Rand ein handschriftliches Versprechen hinzugefügt: „Nie wieder. Vertraue nur auf dich selbst.“

Diese Montage sagt mehr als alle Worte. Israel wird mit allen Mitteln verhindern, je wieder in eine Situation zu geraten, in der das jüdische Volk Gefahr läuft, vernichtet zu werden. Und der jüdische Staat wird sich dabei auf niemand verlassen außer auf sich selbst. Nicht einmal auf die USA, die trotz aller Differenzen noch immer Israels engster Verbündeter sind.

Das beschreibt sicher ziemlich genau die Sorge und die Denkrichtung, in der sich Israel momentan befindet. Angeregt durch die Vorstellung dieser Fotomontage (oder ist es ein Foto, das am 4. September 2003 wirklich gemacht wurde?), dachte ich nach über die Krematorien von Auschwitz und den ganzen furchtbaren Holocaust und dann an dieses Versprechen des Luftwaffenkommandeurs „Nie wieder“. Ja, das wäre auch mein Wunsch für Israel: Nie wieder so etwas Schreckliches. Und es hat mich erschüttert, als ich dann daran dachte, was Gottes Wort prophezeit: Es wird wieder passieren und es wird beim nächsten Mal sogar noch schlimmer werden. Ja, es wird die Juden sogar in ihrem eigenen Land Israel ereilen. Zwei Drittel der Bevölkerung wird dann umkommen.

Sach 13,8: Und es wird geschehen im ganzen Land, spricht der Herr: Zwei Teile davon werden ausgerottet werden und verscheiden, aber der dritte Teil davon wird übrig bleiben.

Jes 17,4-6: 4 Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird die Herrlichkeit Jakobs verkümmert sein und das Fett seines Fleisches mager werden. 5 Und es wird sein, wie wenn ein Schnitter Getreidehalme zusammenfasst und sein Arm Ähren abmäht; und es wird sein, wie wenn einer Ähren sammelt in der Talebene Rephaim. 6 Doch wird eine Nachlese davon übrig bleiben wie beim Abschlagen der Oliven: zwei, drei Beeren oben im Wipfel, vier, fünf an seinen, des Fruchtbaumes, Zweigen, spricht der Herr, der Gott Israels.

Jer 30,7: Wehe, denn groß ist jener Tag, ohnegleichen, und es ist eine Zeit der Drangsal für Jakob!

Dan 12,1: Und es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie sie nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht bis zu jener Zeit.

Mt 24,20-22: 20 Betet aber, dass eure Flucht nicht im Winter stattfinde noch am Sabbat; 21 denn dann wird große Drangsal sein, wie sie seit Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nicht wieder sein wird. 22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch errettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.

Wie furchtbar der Gedanke, dass noch einmal mehr als fünf Millionen Juden umkommen! Und selbst für das übrigbleibende Drittel ist die Prophezeiung erschreckend:

Sach 13,9a: Und ich werde den dritten Teil ins Feuer bringen, und ich werde sie läutern, wie man das Silber läutert, und sie prüfen, wie man das Gold prüft.

Ja, es stimmt: Wenn das passiert, wird Israel auch im Stich gelassen werden von seinen westlichen Verbündeten. Wenn diese sich dann am Ende doch entschließen werden, Israel zu helfen, und Marine und Bodentruppen entsenden, werden diese Heere jedoch keine Unterstützung bringen, sondern selber vernichtet werden durch ein Gericht Gottes.

Doch vorher wird Israel seine Unabhängigkeit noch wesentlich steigern. Sie werden einen Politiker haben, der ihnen ihr Selbstbewusstsein völlig zurückgeben wird. Er wird auch dafür sorgen, dass die große Masse den Gedanken an ihren Bundesgott Jahwe und den verheißenen Messias völlig aufgibt. Dieser Politiker wird ähnlich wie ihr Messias vor zweitausend Jahren über übernatürliche Fähigkeiten verfügen. Allerdings ist der gravierende Unterschied dabei, dass diese Fähigkeiten nicht von Gott sein werden wie vor zweitausend Jahren, sondern von Satan. Diesen Pseudo-Messias werden sie im Gegensatz zu ihrem Messias damals noch annehmen. Es ist der „andere“, von dem der erste Messias, der Herr Jesus, gesprochen hat: „Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen“ (Joh 5,43).

Doch weder diese übernatürlichen Fähigkeiten ihres Regierungschefs noch ihre mit Atomwaffen bestückten U-Boote werden eine Invasion des Feindes (sei es Iran, Syrien oder IS), der sie vernichten will, verhindern können.

Erst wenn das eingetreten ist, was in Sacharja 13,8.9a und Jesaja 17,4-6 (und in etlichen anderen Stellen) prophezeit ist, wird auch das Wirklichkeit werden, was in Sacharja 13 im letzten Teil des zitierten Verses 9 steht:

Sach 13,9b: Es wird meinen Namen anrufen, und ich werde ihm antworten; ich werde sagen: Es ist mein Volk; und es wird sagen: Der Herr ist mein Gott.

Das wird nach diesen schrecklichen Gerichten von diesem „dritten Teil“ gesagt werden. Dann werden sie nicht mehr sagen: „Vertraue nur auf dich selbst“, so wie sie es heute tun. Dann werden sie erkennen, dass ihr ganzes Vertrauen auf sich selbst gescheitert ist.

Ps 62,6-9: 6 Nur auf Gott vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine Erwartung. 7 Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine hohe Festung; ich werde nicht wanken. 8 Auf Gott ruht mein Heil und meine Herrlichkeit; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht, ist in Gott. 9 Vertraut auf ihn allezeit, o Volk! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht. – Sela.

Sie werden dann erkannt haben, dass ihr Regierungschef, auf den sie vertraut hatten, ihnen überhaupt keine Hilfe gebracht hat, ja sie sogar noch belogen hat und damit ihr Vertrauen nie wert war. Daher fährt Psalm 62 fort:

Ps 62,10: Nur ein Hauch sind die Menschensöhne, Lüge die Männersöhne. Auf der Waagschale steigen sie empor, sie sind allesamt leichter als ein Hauch.

Solche, die auf die Verbündeten Israels gehofft haben, werden erkennen, dass davon keine Hilfe kommt. Allein ihr Gott wird ihnen helfen können. Viele werden auf die Berge (die mächtigen Verbündeten) geblickt haben. Vergeblich!

Ps 121,1.2: 1 Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher wird meine Hilfe kommen? 2 Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Das ist das große Problem Israels heute: dass es sich nicht in Buße und Vertrauen an seinen Gott wendet. Und so wird auch das Gericht unausweichlich kommen. Das sollten auch alle die Christen bedenken, die heute den Staat Israel enthusiastisch bejubeln und möglicherweise auch politischen Einfluss nehmen wollen.

Als ich so über diese große Not nachdachte, die noch über Israel kommen wird, wurde ich erinnert an den heutigen Zettel auf dem Bibelspruchkalender Gottes Wort für jeden Tag, den ich wenig vorher gelesen hatte:

Heb 2,3: Wie werden wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung vernachlässigen?

Ach, für diese große Not gibt es ja heute noch eine „so große Errettung“. Interessant auch, dass dieser Vers gerade in einem Brief steht, der an Juden gerichtet ist. Wollen wir dafür beten, dass noch vielen aus diesem Volk diese „so große Errettung“, die heute noch angeboten wird, annehmen und an den Sohn Gottes glauben, um ihn

1Thes 1,10: … aus den Himmeln zu erwarten, den er [Gott] aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns errettet von dem kommenden Zorn.

Solche werden dann aus dem Volk der Juden herausgenommen und der Gemeinde Gottes hinzugefügt, die entrückt wird, bevor diese schreckliche Zeit für Israel (und nebenbei in anderer Weise auch für die Welt) anbricht. Sie sind dann nicht nur vor dem Gericht über Israel gerettet, sondern auch vor dem ewigen Gericht, das jeden ereilen wird, der in diesem Leben sein Vertrauen nach dem Motto ausrichtet: „Vertraue nur auf dich selbst.“ Auch die abgemilderte Form „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ ist genauso zum Scheitern verurteilt. Kein Mensch ist in der Lage, sich à la Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf der Sünde und der Gebundenheiten herauszuziehen.

„Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme“ (Eph 2,8.9).
„Damit die Gnade, überreich geworden durch die Vielen, die Danksagung zur Herrlichkeit Gottes überströmen lasse“ (2Kor 4,15).

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